Open-Source Tomate Sunviva: Eine kleine Balkonrevolution

Open-Source Tomate Sunviva

Unscheinbar steht die Sunviva auf meiner Fensterbank zwischen vielen unterschiedlichen Tomatenpflanzen: Cocktailtomaten, Fleischtomaten, Johannisbeertomaten. Alle im März ausgesät, recken sie jetzt im April ihre lichtdurstigen Blätter Richtung Sonne. Und doch ist die Sunviva etwas ganz Besonderes: Sie ist Deutschlands erste Open-Source Tomate.

Open-Source Tomate, was heißt das?

Der Begriff Open-Source, was so viel wie offene Quelle bedeutet, ist vielen aus dem Bereich der Informatik bekannt. Das unter Computerwissenschaftlern beliebte Betriebsprogramm Linux, das Datenbankverwaltungssystem MySQL oder der Browser Mozilla Firefox sind nur einige Beispiele von Open-Source Projekten aus der Informatik. Doch was hat dies alles mit der Sunviva Tomate auf meiner Fensterbank zu tun? Die Idee hinter der Open-Source Bewegung ist in ihren Grundzügen in der Informatik und in der Saatguterzeugung die gleiche.

  1. Jeder darf das Saatgut frei nutzen, es vermehren, weiterentwickeln, züchterisch bearbeiten und es im Rahmen bestehender Gesetze weitergeben.
  2.  Niemand darf das Saatgut und seine Weiterentwicklungen mit geistigen Eigentumsrechten wie Patenten und Sortenschutzrechten belegen.
  3. Jeder Empfänger überträgt zukünftigen Nutzern des Saatguts und seinen Weiterentwicklungen die gleichen Rechte und Pflichten.

Was unterscheidet das Saatgut der Open-Source Tomate von konventionellem Saatgut?

Die Regeln für Open-Source Saatgut scheinen so natürlich, dass man kaum glauben kann, dass es auch anders geht. Doch das meiste auf dem Markt käufliche Saatgut unterliegt einer Patentierung durch einen Saatgutkonzern wie z.B. Monsanto, oder Sygenta. Allein sie haben das Recht, das Saatgut der Pflanze zu gewinnen, dieses zu verkaufen und die Pflanze weiterzuentwickeln. Der Saatgutmarkt und parallel zu ihm auch der Markt für Pflanzenschutzmittel konzentriert sich immer stärker. Infolgedessen besteht die Gefahr eines weltweiten Saatgutmonopols. Gut erklärt und veranschaulicht wird diese fortschreitende Monopolisierung in der Grafik und Beiträgen der Heinrich Böll Stiftung.

Grafik: Heinrich Böll Stiftung
Grafik: Heinrich Böll Stiftung

Im Gegensatz zu den großen Konzernen vertritt die Bewegung Open Source Seeds die Meinung, dass Saatgut Gemeingut sein muss. Aus ihrer Sicht sollte jeder Bauer und jeder Gärtner das Recht haben Saatgut für die folgende Ernte zurückzubehalten und so weiterzuzüchten, dass es perfekt an seine Standortbedingungen angepasst ist. So soll die große Vielfalt der Kulturpflanzen geschützt und gefördert werden. Dieses Prinzip ist euch vielleicht schon von unserer Berichterstattung zum Saatgutfestival und über den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt bekannt. Bisher haben sechs Pflanzen, drei Tomaten und drei Weizensorten, eine Open-Source Lizenz erhalten, die fortlaufend aktualisierte Liste, findet ihr hier.

Fakten zur Tomate Sunviva

Die Sunviva Tomate wurde  im ökologischen Freiland-Tomatenprojekt der Universität Göttingen entwickelt. Da die Sunviva als Freilandtomate gezüchtet wurde, ist sie im Gegenteil zu vielen ihrer wind- und wetterempfindlichen Genossen resistent gegen Braun- und Krautfäule. Vor dieser schlimmen Tomatenkrankheit sind wir bisher verschont geblieben. Wir mussten 2016 nur mit der Blütenendfäule kämpfen. Die Open-Source Tomate Sunviva bildet gelbe Früchte in kurzen gelben Trauben und ist sehr süß und saftig. Wie alle Tomaten braucht die Sunviva nährstoffreichen, humosen Boden und einen sonnigen Standort. Natürlich halten wir euch auf dem laufenden wie sich die Sunviva auf unseren Balkonen macht und wie uns ihre Früchte gefallen.

Wenn ihr neugierig geworden seid und im kommenden Jahr die Sunviva auch auf eurem Balkon einen Platz finden soll, könnt ihr das Saatgut bei CULINARIS Saatgut bestellen. Zwölf Samen der kleinen Balkonrevolution kosten 3,90 Euro.

Wer die Saat hat: gut sortiert in die neue Saison

Der Frühling kommt, die Gartensaison 2018 hat begonnen und am kommenden Samstag, dem 10. März findet im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Düsseldorf-Bilk wieder das Saatgutfestival des VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V.) statt! Grund genug für einen Frühjahrsputz in meinem Saatgutschränkchen. Denn die Versuchung, sich bis über beide Ohren neu einzudecken ist unwiderstehlich.

Kriterien für die Sortierung

Ich stelle das Schränkchen auf den Tisch, hole alle Tüten raus und sortiere grob vor. Kriterien sind dabei das Haltbarkeitsdatum (sofern vermerkt), selbstgesammelt, getauscht oder gekauft, Hybrid- oder samenfestes Saatgut. Bereits jetzt wird mir einiges klar und überrascht mich teilweise dann doch. Erstens, die vielen wirklich leeren Saatguttüten… Zweitens die Erkenntnis, dass ich über die Jahre doch auf Bio, vor allem aber überwiegend auf samenfestes Saatgut umgestiegen bin. Denn fast alle Tüten mit Hybrid-Saatgut der gängigen Firmen Kiepenkerl und Sperli sind längst abgelaufen!

Erste Sortierung: Von leeren Tüten über selbstgesammelt zu samenfest und Hybriden
Erste Sortierung: Von leeren Tüten über selbstgesammelt zu samenfest und Hybriden

Samenfest oder Hybrid? Bio oder konventionell?

Ein genauerer Blick auf die Tüte lohnt sich und bringt weitere Erkenntnisse: Bingenheimer Saatgut schreibt explizit, dass keine Hybrid-Sorten geführt werden und dass ohne Gen- und Biotechnologie gearbeitet wird. Auch Dreschflegel arbeitet nach diesen Prinzipien. Eine große Überraschung ist das nicht, denn beide tragen das Demeter-Zeichen, was ein Garant für biologisch-dynamisch erzeugtes Saatgut ist. Überraschender ist der Blick auf den Alnatura Schmetterlingsgruß von dm, denn auch dieser wurde von Bingenheimer Saatgut gestellt! Hinweis auf eine Hybride ist der Zusatz “F1” im Sortennamen. Es ist das Kürzel für “Filialgeneration 1”.

Zu finden ist auch die Kennziffer der jeweiligen Kontrollstelle für das EU-Bio-Siegel. Die Kennziffer setzt sich aus drei Teilen zusammen, etwa DE-ÖKO-007. DE ist die Länderkennziffer für Deutschland, ÖKO steht für ökologische Produktion (auch bio/org/eko) und 007 für die eigentliche Kontrollstelle, hier der Prüfverein Verarbeitung Ökologische Landbauprodukte e.V. in Karlsruhe. Die Einhaltung der EG-ÖKO-Verordnung wird jährlich geprüft. Die Kontrollstellen prüfen häufig auch nach den Richtlinien anderer Ökosiegel, wie Demeter, Bioland oder Naturland.

In den letzten Zügen

Weiterhin erschleicht mich das Gefühl, dass sich nicht alle Fragen, die auftauchen auf Anhieb beantworten lassen. Was ist zum Beispiel mit anderen Firmen, die Bio-Saatgut herstellen, wie de Bolster, die etwa in meinem Biomarkt verkauft werden? Ist in der Bio-Saatgutproduktion auch die Herstellung von Hybrid-Saatgut zugelassen? Im Netz finde ich, dass es sich bei De Bolster um einen Familienbetrieb handelt, der biologisch-dynamisch unter dem Demeter-Siegel arbeitet. Er kauft aber auch Saatgut aus “nur” biologisch arbeitenden Betrieben verkauft. Was heißt das genau? Und wenn wir schon bei Demeter angelangt sind, was ist mit dem Bioland-Siegel? Für’s erste müssen die Fragen hinten angestellt werden – mit Sicherheit werde ich ihnen aber noch nachgehen.

Zu guter letzt merke ich, wie wichtig es ist die Tütchen mit dem Erntejahr des Saatguts zu beschriften! Wie finde ich heraus, ob es noch haltbar ist? Ich lege ganz konkret einen Keimfähigkeitstest an.

Ist das Saatgut noch keimfähig?
Ist das Saatgut noch keimfähig?

 

Test zur Keimfähigkeit
Test zur Keimfähigkeit

Für das Saatgut, das ich bisher in Gläser gesammelt habe, bastele ich noch einfache Saatguttüten aus Schmierpapier.

Schnelle Saatguttüten selbst gemacht.
Schnelle Saatguttüten selbst gemacht.

Zum Abschluss stehe ich wieder dort, wo ich zu Beginn stand: Ich sortiere. Sechs Schubladen habe ich von denen eine immer für Saatgut reserviert ist, das in der laufenden Saison zum Einsatz kommt. Die weiteren fünf teile ich auf wie folgt: (1) Blumen, (2) Salate, Blattgemüse, Lauchgewächse, (3) Wurzelgemüse und Leguminosen, (4) Nachtschattengewächse, Kürbisgewächse und (5) Kräuter. Die Schubladen werden beschriftet, die Tüten wieder einsortiert und fertig: Das Saatgutfest und die neue Saison können kommen!

Sortiert und beschriftet - die neue Saison kann kommen!
Sortiert und beschriftet – die neue Saison kann kommen!

Balkonjahr 2017 – Eine Zwischenbilanz

Der August neigt sich dem Ende zu, in der Luft spürt man langsam den nahenden Herbst. Ein guter Zeitpunkt, um auf dem Balkon eine Zwischenbilanz zu ziehen, was dieses Jahr gut und was vielleicht nicht so gut gelaufen ist. Einige Altbekannte sind wieder dabei, andere haben mit ihren Ergebnissen überrascht…

Erdbeeren

Beginnen wir mit den Erdbeeren: nach schneeweißer Blütenpracht im Mai, konnte ich im Juni einige knallrote und zuckersüße Exeplare ernten. Leider blieb es dann dabei, obwohl es sich bei einigen der Pflänzlein um Monatserdbeeren handelt. Die Ernte bleibt aber unvergessen und hat geschmeckt!

Erdbeeren direkt vom Balkon
Erdbeeren direkt vom Balkon

Radieschen

Dieses Jahr war ich sehr ungeduldig und hatte die Radieschen Anfang April schon ausgesät! Wer sich erinnert, weiß, dass es danach noch recht kühl und frostig geworden ist. Ich ließ mich nicht abschrecken und legte im Mai nochmal nach. Anfang Juli sorgten ein paar Prachtexemplare für eine angenehme Schärfe in meinem Salat.

Echt scharf: Knallig rote Radieschen
Echt scharf: Knallig rote Radieschen

Tomate „Fuzzy Wuzzy“

Waren Tomaten in allen anderen Jahren Erfolgsgarant, hatte ich dieses Jahr erstaunlicher Weise kein großes Glück mit ihnen. Die Pflanze, die ich aus selbstgeerntetem, mallorquinischem Saatgut gezogen hatte (Sorte „Ramallet“) schoss zwar in die Höhe, bildete aber keine Früchte. Doch eine Hybride? Die „Berner Rose“ kam beim Gießen nicht gut davon und trocknete tatsächlich unbeachtet etwas ein. Die Früchte der „Banana Legs“ sehen dieses Jahr sehr traurig aus, sie bekamen die Blütenendfäule, die Düngung mit Kalk kam wohl zu spät. Gut geht es hingegen der Tomate „Fuzzy Wuzzy“, die mir von meiner lieben Blog-Kollegin Anna gegeben worden ist! Von ihr konnte ich schon einige köstliche, süße Tomätchen ernten.

Tomate "Fuzzy Wuzzy"
Tomate „Fuzzy Wuzzy“

Gurke „Persika“

Dieses Jahr wollte das Saatgut der kleinen, weißen Balkongurke einfach nicht angehen. Kein einziger Keimling war in den kleinen Töpfen zu sehen. Als mir dann Mitte Mai das Saatgut der Gurke „Persika“ in die Hände fiel, pflanzte ich drei Samen fast achtlos direkt in einen laut Literatur viel zu kleinen Topf auf dem Balkon. Alle drei Samen gingen auf, einer Pflanze gab ich die Chance. Sie wuchs und wuchs, nach langem Warten bildete sich endlich eine erste Gurke. Letzte Woche konnte ich sie endlich ernten – geschmacklich einfach hervorragend!

Gurke "Persika" aus samenfestem Saatgut
Gurke „Persika“ aus samenfestem Saatgut

Zitronenmelisse, Minze und Waldmeister

Sehr stolz bin ich, dass ich endlich aus den vergangenen Jahren gelernt habe und dieses Frühjahr nicht versucht hatte, Zitronenmelisse, Minze und Waldmeister in einem der viel zu trockenen und windigen Außenkästen auf meinem Südbalkon unterzubringen. Stattdessen fand ich für sie einen Platz hinter der Balustrade im Halbschatten, wo sie in einer Gemüsekiste munter vor sich hinwachsen.

Zitronenmelisse, Waldmeister und Minze geht es im Halbschatten gut
Zitronenmelisse, Minze und Waldmeister geht es im Halbschatten gut

Grüner Salat

Was soll ich sagen, auch dieses Jahr war der Salat auf meinem Balkon ein voller Erfolg! Einige Male konnte ich von zwei Pflanzen ein paar Blätter ganz bequem auf dem Balkon für einen köstlichen Salat ernten.

Auch dieses Jahr ein Hit: Grüner Salat
Auch dieses Jahr ein Hit: Grüner Salat

Rote Melde

Auch dieses Jahr ist wieder die Rote Melde im Balkonkasten explodiert! Wie letztes Jahr, bin ich wieder überrascht, wie die Pflanze bei so kleinem Wurzelraum so groß werden kann…

Rote Melde
Rote Melde

Weitere Gewinner…

Basilikum und Rucola geht es dieses Jahr sehr gut, sich wachsen mit Kraft und bieten konstant Erträge. Auch Petersilie und Lauchzwiebeln gedeihen gut. Die Kartoffelernte bleibt noch abzuwarten – ein weiteres Balkon-Experiment… Nach meinem Erfolg mit der Roten Beete letztes Jahr, hatte ich mich dieses Jahr nochmal an Möhren gewagt – leider war das keine gute Idee. Das Grün kam, die Wurzel blieb unscheinbar. Auch die Zuckererbsen sind leider eingegangen, dafür rankt sich die Duftwicke langsam nach oben.

Duftwicke: Weit oben im Ranking
Duftwicke: Weit oben im Ranking

 

Läuft noch: Balkon-Experiment mit der Kartoffel "Vitelotte"
Läuft noch: Balkon-Experiment mit der Kartoffel „Vitelotte“

…und Verlierer

Von ein paar Pflanzen, wie der Gewürztagetes oder dem Roten Basilikum, musste ich mich nach einer Woche Urlaub leider verabschieden: Sie waren bei starker Sonne und mangelnder Pflege vertrocknet. Gemischte Gefühle ruft bei mir immer wieder die Kapuzinerkresse hervor: Zwar wächst sie üppig und rankt jedes Jahr wieder aus einer meiner Bäckerkisten, Blühen tut sie jedoch spärlich. Auch frage ich mich jedes Jahr wieder, ob sie die kleinen, schwarzen Läuse wirklich von den anderen Pflanzen fernhält oder eher Auslöser dafür ist, dass sie auf den Balkon ziehen. Schließlich zeigen sie sich immer erstmals auf der Kapuzinerkresse und springen erst auf andere Pflanzen über, wenn sie dort zu stark Überhand nehmen.

Zu guter Schluss:

Natürlich sind das nicht die einzigen (teils gefühlten) Erfolge und Misserfolge auf dem Balkon. Manche Dinge bereiten einem einfach nach den ganzen Mühen des Säens und Pflegens eine besondere Freude, wenn sie gelingen. Und selbst wenn man auf einem Balkon nicht mit großen Erntemengen rechnen kann, die Erträge schmecken gefühlt doppelt so gut. Mit besonderem Stolz (und Erleichterung) erfüllt einen, wenn man das Gefühl hat aus der vorangegangenen Saison gelernt zu haben. Schauen wir mal, wie das nächste Jahr aus dem diesjährigen profitiert…

Von der Fensterbank auf den Balkon – nach den Eisheiligen!

Inzwischen heißt es auch im Garten und auf dem Balkon endgültig „Winter ade“! Denn die Eisheiligen sind endlich durch das Land gerauscht. Bis zu fünf gibt es und jedem (bzw. jeder) ist ein Tag gewidmet. Streng genommen zählen dazu Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai). Erweitert wurden sie inzwischen vielerorts um Mamertus (11. Mai) und zuletzt die „Kalte Sophie“ (15. Mai).

Nach den Eisheiligen ist vor den Eisheiligen

Allerdings beziehen sich die Tage auf den alten sogenannten „Julianischen Kalender“. Das heißt, dass sich die letzten, möglichen Kälteeinbrüche bei unserem heutigen Kalender (1582 aus der Gregorianischen Kalenderreform entstanden)  einige Tage nach hinten verschieben. Die „Kalte Sophie“ fällt laut unserem Kalender eigentlich auf den 22. Mai. Danach, so sagt die alte, bäuerliche Erfahrung, kommt es nicht mehr zu Nachtfrösten. Denn auch wenn die Temperaturen in der ersten Maihälfte schon recht hoch sein können, passiert es doch gelegentlich, dass von Norden her kalte Polarluft einströmt und es bei klarem Himmel Bodenfröste gibt.

Basilikum und Tomaten stehen auf dem Balkon bereit zum auspflanzen!
Nach den Eisheiligen können liebevoll vorgezogene Pflanzen endlich bedenkenlos auf den Balkon auswandern!

 

Balkonbegrünung en masse

Nun heißt es also auspflanzen, was das Zeug hält! Alles, was man vorgezogen hat! Also auch Tomate, Paprika, Chilli, Aubergine, Gurke, Zucchini, Basilikum, diverse Sommerblumen und mehr! Selbst ein paar Zimmerpflanzen habe ich heute rausgestellt. Am besten, man pflanzt am Morgen. Starkzehrer, wie Tomate, Chilli, Aubergine, Gurke bekommen noch eine Handvoll Langzeitdünger mit auf den Weg. Einfach vor dem Pflanzen in das Pflanzloch werfen. Und auf jeden Fall nach dem Pflanzen gut anwässern!

Eine Handvoll Dünger schadet Starkzehrern nicht.
Eine Handvoll Dünger schadet Starkzehrern nicht.

 

Nach dem Auspflanzen lassen sie sich etwas hängen - aber nicht für lange.
Nach dem Auspflanzen lassen sie sich etwas hängen – aber nicht für lange.

 

Erstaunt bin ich jedes Jahr wieder, wie schnell es dann auf dem Balkon um die Zeit durch das Pflanzen von heute auf Morgen grün wird und man wieder das Gefühl hat, dass die ganze Arbeit sich ein Stück bezahlt macht. In den nächsten Wochen heißt es dann vor allem Wässern, Pflegen, irgendwann ernten und vielleicht ein paar Samen für das nächste Jahr gewinnen…

Pikieren – wie geht das?

Pikieren ist nicht schwer

Auf dem Fensterbrett wird es immer grüner: Das Saatgut geht auf, kleine Pflänzchen wachsen, grüne Blätter bilden sich. Hat man sich nach dem Säen erst mal entspannt zurücklehnen können, keimt nun der Gedanke: „Ich muss pikieren!“ Länger lässt es sich jedenfalls nicht mehr aufschieben… Wann ist der richtige Zeitpunkt? Die Keimblätter sollten auf jeden Fall voll entfaltet sein. Je nach Kulturart kann das bereits sieben bis zehn Tage nach der Aussaat der Fall sein. Ich warte in der Regel, bis sich noch ein Satz regulärer Blätter entwickelt hat. Auf jeden Fall sollte man pikieren ehe die Pflänzlein miteinander um Licht und Boden konkurrieren. Durch das Pikieren bekommen sie mehr Platz und können sich kräftig weiterentwickeln.

Salat und Tomate müssen dringend pikiert werden!
Salat und Tomate müssen dringend pikiert werden!

 

Was braucht man zum Pikieren?

Zum pikieren braucht man:

  • Viele kleine Töpfe mit einem Loch im Boden(Joghurtbecher oder halbe Tetrapaks funktionieren auch),
  • Torffreie (Gemüse-)erde (denn im Gegensatz zur Anzuchterde brauchen die Pflanzen ab jetzt Nährstoffe),
  • einen Pikierstab (alternativ ein Essstäbchen, einen Bleistift oder einen alten Kugelschreiber),
  • eine Pflanzendusche (kann man auch aus einer PET-Flasche basteln) oder eine kleine Gießkanne,
  • einen permanenten Marker und Klebeband oder z.B. Wäscheklammern zum Beschriften der Pflanzen
  • und viel Geduld!

Am besten ist es, bei bewölktem Himmel und bei wenig Wind zu pikieren. Schließlich sollen die Pflanzen nicht gleich austrocknen.

Die Helden des Pikieren: Töpfe, Essstäbchen, Stift, Klebeband, Pflanzendusche in Paprikaform. Nicht zu sehen: Erde.
Die Helden des Pikieren: Töpfe, Essstäbchen, Stift, Klebeband, Pflanzendusche in Paprikaform. Nicht zu sehen: Erde.

 

Nur die Starken…

…ihr wisst schon. Das Prinzip gilt bereits beim Pikieren. Sicherlich habt ihr mehr Pflanzen ausgesät, als ihr auf Eurem Balkon pflanzen könnt. Das ist ganz normal – mir passiert das jedes Jahr! Ihr müsst jetzt aber hart bleiben und Euch die starkwüchsigsten und kräftigsten Pflanzen aussuchen. Schließlich sollen sie später auf dem Balkon nicht vor sich hin kümmern. Mir fällt das sehr schwer. Häufig suche ich mir eine aus für den Balkon und (für den Fall der Fälle, natürlich) noch etwa fünf weitere, die ich zusammen in einen etwas größeren Topf setze. Vielleicht will ich noch welche verschenken?

Sechs vereinzelte Tomatenpflanzen mit Wurzeln...
Sechs vereinzelte Tomatenpflanzen mit Wurzeln…

 

Wie geht das jetzt, das Pikieren?

Entweder ihr holt die Pflanzen vorsichtig und mithilfe des Pikierstabs einzeln aus dem Topf oder ihr löst eine ganze Gruppe. Holt ihr sie einzeln aus dem Topf, stecht ihr mit dem Pikierstab nahe der Pflanze ein und löst ganz vorsichtig Erde und Wurzeln. Als nächstes kürzt ihr die Wurzeln der ausgesuchten Pflanzen um etwa ein Drittel auf eine Länge von zwei Dritteln mit den Fingernägeln ein. Das Einkürzen ist gut, denn es regt das Wurzelwachstum an. Als nächstes füllt ihr einen kleinen Topf mit der Erde. In die Mitte des Topfes macht ihr mit dem Pikierstab ein Loch. In dieses Loch senkt ihr die Pflanze mit den Wurzeln zuerst (natürlich!). Wichtig ist, dass die Wurzeln nach unten zeigen. Tun sie das nicht, verzögert es das Wurzelwachstum. Manchmal helfe ich mit dem Pikierstab (oder Essstäbchen) vorsichtig etwas nach. Vorsichtig mit den Fingern die Erde andrücken und fertig! Jetzt nur noch gießen, zum Beispiel mit einer Pflanzendusche. Solltet ihr doch eine Gießkanne nutzen, empfiehlt es sich das Wasser über Eure Hand laufen lassen, damit das Wasser die kleinen Pflanzen nicht gleich „erschlägt“. Die Töpfe sollten jetzt auch nicht in die pralle Sonne gestellt werden!

...die hier schon eingekürzt worden sind.
…die hier schon eingekürzt worden sind.

 

Die frisch pikierten Pflanzen in ihren Töpfen - ein paar setze ich als Absicherung zusammen in größere Töpfe.
Die frisch pikierten Pflanzen in ihren Töpfen – als Backup setze ich einige als Gruppen in größere Töpfe.

 

Wie tief setze ich die Pflanzen?

Das hängt ganz von der Kulturart ab. Salat oder Fenchel werden etwa nicht zu tief pikiert. Sie können im Topf ruhig umkippen. Pflanzen, die am Stamm noch Wurzeln ausbilden (z.B. Tomate) können tiefer gesetzt werden. Kürbis und Bohnen müssen nicht pikiert werden, denn sie werden direkt in einzelne Töpfe gesetzt. Je nachdem, was ihr gesät hat, lohnt sich hier vorab ein wenig Recherche.

So, jetzt nur noch beschriften und dann könnt ihr erst mal wieder durchatmen. Denn jetzt können die Pflanzen weiterwachsen und gedeihen. Für viele ist es eh noch zu kalt, um sie auszupflanzen. Das passiert dann erst etwa Mitte Mai, nach den Eisheiligen…

Annas Balkonplanung 2017: Gemüse und Bienenweiden

Balkonplanung Anna 2017: Borretsch als Bienenweide

Wer eine große Ernte erzielen und nicht nur auf Sorten aus dem Baumarkt zurückgreifen möchte, muss früh anfangen. Während ich im letzten Jahr schon im Februar begonnen habe, bin ich 2017 mit der Balkonplanung später dran. Obwohl das Auspflanzen erst im Mai beginnt, müssen viele Pflanzen schon vorher auf der Fensterbank vorgezogen werden. Im letzten Jahr habe ich mir fest vorgenommen, dass 2017 mehr Variation auf meinem Balkon Einzug findet. Auch den Bienen soll es dieses Jahr bei mir noch besser gehen. Deshalb bekommen meine geliebten Tomaten viele neue Nachbarn.

Voranzucht, Direktsaat oder Pflanzenkauf?

Da ich Abwechslung auf dem Balkon liebe und nicht auf Hybride zurückgreifen möchte, muss ich eigene Pflanzen säen. Meist beginne ich mit der Anzucht zwischen Ende Februar und Anfang März. Wichtig ist, dass ihr in eurer Wohnung eine Fensterbank habt, die Richtung Süden ausgerichtet ist und viel Licht einfängt. Nur mit genügend Sonnenlicht können starke Pflanzen heranwachsen. Ist das Licht zu schwach, werden die Pflänzchen immer länger und vergeilen.

Was eignet sich als Anzuchttopf?Balkonplanung 2017: Anzuchttoepfe

  • Joghurtbecher
  • Klopapierrollen
  • Tetrapacks
  • Anzuchtschalen
  • Töpfchen aus Zeitungspapier
  • Eierschalen

Da ich in diesem Jahr viele kleine Töpfchen geschenkt bekommen habe, konnte ich viele Pflänzchen einzeln aussäen und erspare mir das Vereinzeln. Einige Pflanzen müssen früh vorgezogen oder gekauft werden, damit sie Ertrag liefern. Ich empfehle Chili und Auberginen sehr früh zu ziehen, damit die Pflanzen reif werden.

Welche Pflanzen ziehe ich vor?

  • Chili
  • Aubergine
  • Paprika

    Balkonplanung: Kraeuter kaufen
    Kräuter vom Saatgutfestival Düsseldorf.
  • Tomate
  • Gurke etc.
  • Tagetes
  • Cosmea
  • Borretsch

Welche Pflanzen säe ich an Ort und Stelle?

  • rote Melde
  • Mangold
  • Ringelblumen

Welche Pflanzen kaufe ich?

Ich kaufe hauptsächlich Kräuter. Zum Beispiel hatte ich bei der Anzucht von Rosmarin bisher nicht so rechtes Glück. Da mein Lieblingsgärtner dieses Kraut aber sehr schätzt, wird es zugekauft.

Welche Pflanzen eignen sich für Südbalkone?

Bei der Suche nach Pflanzen für meine Balkonplanung, verfalle ich schnell in einen Kaufrausch. Denn zu schön ist die Vorstellung all diese Pflanzen auf meinem Balkon zu beherbergen. Ich muss mich aber bremsen, schließlich ist nicht nur die Größe meines Balkons ein begrenzender Faktor, sondern auch seine Ausrichtung. Besitzer eines Schattenbalkons müssen bei bei dieser Aussage wohl schmunzeln. Schließlich fehlt es mir auf meinem Balkon nicht an Licht und Wärme, aber auch die Südlage hat ihre Tücken. Bei der Balkonplanung muss ich stets bedenken, dass ich sonnenliebende Pflanzen wähle, die auch bei Trockenheit nicht in Stress verfallen. Zum Beispiel neigen stressanfällige Gurken dazu bei Trockenheit Bitterstoffe zu bilden und ungenießbar zu werden. Dem hingegen können  Tomaten, Chili und Aubergine kaum genug Sonne bekommen.  Aber  die Anordnung der Pflanzen kann helfen. Wenn große sonnenliebende Pflanzen, empfindlichen Pflanzen Schatten spenden, können auch diese wachsen. Also Augen auf bei der Pflanzenauswahl und Positionierung.

Wie viel Platz und welche Gefäße stehen zur Verfügung?

Den zweiten Gedanken bei der Erstellung meiner Balkonplanung widme ich dem Platz und den Gefäßen. Mir stehen auf meinem Balkon drei Balkonkästen,  mehrere 20-30 Liter Gefäße, eine Ampel und ein Regal mit Platz für kleinere Töpfe zu Verfügung. Um meinen Platz (noch) besser auszunutzen, habe ich mir vorgenommen weitere Pflanzgefäße zu besorgen oder zu basteln, um die leeren Flecken am Geländer zu belegen. Da in unserem Mietshaus, alle Bewohner die gleichen Kästen besitzen, habe ich mich entschieden die weiteren Gefäße auf der Innenseite des Geländers zu befestigen. Wichtig ist beim Thema Platz immer: Nie zu viele Pflanzen in ein Behältnis pflanzen – anstatt größerer Erträge führt dies zu kümmerlichen Exemplaren, die sich nicht gut entwickeln. So gehört in einen 20 Liter Topf maximal eine Tomate mit kleiner Nachbarschaftsbepflanzung, sonst hat die Pflanze keinen Raum zum wachsen.

Der Pflanzplan, ein wichtiger Teil der Balkonplanung

Um einen Pflanzplan zu erstellen, muss man kein Künstler, oder gelernter Gärtner sein. Eine simple Zeichnung reicht, um sich einen Überblick über den eigenen Balkon zu verschaffen. Wem perspektivisches Zeichnen schwer fällt, kann eine Skizze aus der Vogelperspektive anfertigen. Nachdem die Skizze fertiggestellt ist, wird schnell klar: Habe ich genug Platz? Habe ich alle Pflanzen an der richtigen Stelle positioniert? Habe ich genug Gefäße? Zur Inspiration teile ich mit euch meine  Skizze 2017. Nach einiger Überlegung habe ich mich entschieden, den Mangold schattiger auf dem Balkon zu platzieren, da es ihm im Kasten wohl zu sonnig wird. Auch die Petersilie wird  den Platz mit der Tagetes tauschen und in den Halbschatten im Regal umziehen. Wie ihr seht, hat die Skizze mir Anstöße gegeben mein Konzept anzupassen und umzugestalten. Nun die Frage an euch: Welche Pläne habt ihr in diesem Jahr für euren Balkon?

Balkonplanung 2017 Anna
Die erste Pflanzplan-Skizze 2017: Die Ideen für die Balkonplanung zu Papier zu bringen, hilft Fehler zu entdecken.

Die Pflanzen für die Balkonplanung 2017

Zu guter Letzt möchte ich mit euch meine aktuelle Sortenliste und Adressen für samenfestes Saatgut teilen. Damit auch jeder, der keine Chance hatte ein Saatgutfestival zu besuchen, eine vertrauensvolle Bezugsquelle findet.

Gemüseauswahl 2017 gesät oder in Planung: 
  • Tomate Fuzzy Wuzzy, Buschtomate
  • Tomate Tumbling Tom Red, Hängetomate
  • Johannisbeertomate, wilde Hängetomate
  • Chili, Lila Luzie
  • Zahlreiche Chilis aus eigener Saatgutgewinnung
  • Mexikanisches Zwerggürkchen
  • Aubergine ‚Blanche Ronde à Oeuf‘
  • Pflücksalat
  • Algiersalat (Bienenweide)
  • rote Melde
  • Mangold ‚Bright Lights‘
  • rotes Basilikum ‚Rubin‘
Bienenweiden 2017 gesät oder in Planung:
  • Borretsch
  • Anisysop
  • Echinacea (Blühte erst im 2. Jahr)
  • Sommeraster
  • Ringelblume
Blumen 2017 gesät oder in Planung:
  • Gewürztagetes ‚Lemon Gem‘
  • Cosmea Picotee
  • japanische Speisechrysantheme

Verantwortungsvolle Vertriebe samenfester Sorten und biologischen Saatguts 

Dreschflegel Saatgut

Lila Tomate

Bingenheimer Saatgut

Saatgut II – Der Test zur Keimfähigkeit

Es ist soweit: Die Saison 2017 geht bald wieder los! In vielen Schraubgläsern, Briefumschlägen oder Filmdosen wartet das gesammelte Saatgut des Vor- oder sogar Vorvorvorjahres. Ist es überhaupt noch keimfähig? Hier hilft ein relativ einfacher Test. Und der geht so:

Gläser mit selbstgeerntetem Saatgut aus dem Vorjahr

 

Man braucht: Saatgut, Küchenkrepp, Teller, Klarsichtfolie, Kreppband, permanenter Marker.

  1. Zunächst nimmt man etwas Küchenkrepp, feuchtet es an und legt es auf einen Teller. In Gruppen geordnet, legt man auf das Küchenkrepp das Saatgut, das man testen möchte, ohne dass sich die Samen berühren (mindestens jeweils 20 Samen).

2. Damit man später nicht ins Schleudern kommt und stets die Übersicht bewahrt sollte man nach Möglichkeit die Proben z.B. mit Kreppband und permanentem Marker beschriften.

Teller mit Saatgut
Teller mit Saatgut

 

3. Der Teller mit Küchenkrepp und Saatgutproben wird als nächstes mit Klarsichtfolie überspannt und an einen warmen Ort gestellt. Jetzt wird geduldig gewartet…

4. Je nach Art, wird nach einigen Tagen oder Wochen erstmalig kontrolliert. Sieht man eine Wurzelspitze oder einen Spross, ist das Saatgut, naja, keimfähig. Da nicht alle Samen gleichzeitig keimen, empfiehlt es sich nach ein paar weiteren Tagen nochmals nachzuschauen.

Das Saatgut nach vier Tagen: Rote Melde, Salat, Tomate und Löwenmäulchen sind gut aufgegangen.
Der Keimtest nach vier Tagen: Rote Melde, Salat, Tomate und Löwenmäulchen sind gut aufgegangen.

 

5. Ist alles aufgegangen, was aufgehen kann, wird das Verhältnis gekeimte zu ungekeimte Samen ausgezählt. Daraus ergibt sich die Keimfähigkeit in Prozent: Keimen 50 aus 100 Samen, hat das Saatgut eine Keimfähigkeit von 50%.

Die Saatgut Keimfähigkeit: Bis auf die Chili sind von allen Arten Samen gut gekeimt.
Der Keimtest nach einer Woche: Bis auf die Chili sind von allen Arten Samen gut gekeimt.

 

Sollte das Saatgut nicht keimen, empfiehlt es sich nochmal nachzulesen und zu forschen. Denn schließlich reicht für manche Arten ein kurzer Zeitraum und eine niedrige Keimtemperatur, andere brauchen wesentlich länger und höhere Temperaturen.

Bei mir sind etwa Rote Melde, Salat und Löwenmäulchen bereits nach etwa 3 bis 4 Tagen aufgegangen. Glockenpaprika und Tomate waren etwas langsamer und haben 2 bis 3 Tage länger gebraucht. Das deckt sich mit meiner Recherche: In der Tat ist es so, Dass etwa Paprika und Tomate mehr Zeit brauchen, um zu keimen (ca. 1 bis 2 Wochen), als etwa Lichtkeimer. Doldenblütler brauchen angeblich sogar 3-4 Wochen!

Nicht aufgegangen ist die Chili „Lila Luzie“, was mich nach den Erfolgen des Vorjahres sehr verwundert hat. Wie die Paprika, gehört sie zur Gattung Capsicum. Ich vermute, sie braucht eine besonders warme Umgebung und einfach noch mehr Zeit. Bei meiner Recherche im „Handbuch für Samengärtnerei“ von Andrea Heistinger wird eine zweite Art vorgeschlagen, wie man Saatgut auf seine Keimfähigkeit testen kann.

Man braucht: Küchenkrepp, Kunststofftüte, Kreppband, permanenter Marker

1.Mindestens 20 Samenkörner (besser 100) auf einem nassen Stück Küchenkrepp ausgebreitet ohne sich zu berühren.

2. Das Küchenkrepp wird zusammengerollt und in eine Plastiktüte mit Luftlöchern gepackt. Achtung: Auch hier am besten mit Art, Sorte und Datum beschriften.

3. Die Tüte wird an einem warmen Ort bei 20 bis 25°C verwahrt.

4. Auch bei diesem Test wird je nach Art nach einigen Tagen oder Wochen erstmalig kontrolliert. Alles weitere, siehe oben ab 5.

Das werde ich wohl in den nächsten Tagen bei der Chili ausprobieren. Auch Euch wünsche ich viel Erfolg bei Eurem eigenen Keimtest! Rückmeldungen und Anregungen sind immer willkommen.

Samengärtnerei Teil 1 – Saatgut von Tomaten und Salat ernten

Dass ich mich über den schönen Salat auf meinem Balkon dieses Jahr gefreut habe, hatte ich ja bereits in der Zwischenbilanz zum Balkonjahr 2016 geschrieben. Als er dann schoss, war die Enttäuschung nur von kurzer Dauer. Warum? Es war der perfekte Zeitpunkt, mit einer kleinen Samengärtnerei zu beginnen. Schließlich war der Salatkopf, der aus dem kleinen Pflänzchen vom Biostand entwickelt hatte, ertragreich, lecker, ergiebig und gesund gewesen. Beste Voraussetzungen also!

Doch wie fängt man am besten an? Durch die Recherche habe ich inzwischen ein bisschen dazugelernt. Für Anfänger eignen sich Selbstbestäuber gut. Diese Pflanzen tragen weibliche und männliche Organe auf derselben Pflanze, entweder in getrenntgeschlechtlichen Blüten oder durch „Zwitterblüten“. Sie bestäuben sich, nun ja, selbst. Es kommt es zu keiner Fremdbestäubung und somit zu keiner „Verkreuzung“. Die Pflanzen sind in der Weitergabe ihrer Eigenschaften also sehr stabil. Zu den Selbstbestäubern gehören etwa Bohnen (mit Ausnahme der Feuerbohne), Tomaten und Salat.

Samengärtnerei für Fortgeschrittene: Die Fremdbestäuber

Fremdbestäuber benötigen hingegen mindestens zwei Pflanzen der gleichen Art, um sich fortpflanzen zu können. Unter den Fremdbestäubern gibt es Arten, die sowohl die weiblichen als auch die männlichen Geschlechtsorgane aufweisen und somit zwittrig sind. Aber es gibt auch Fremdbestäuber, die rein männliche und weibliche Pflanzen hervorbringen. Beide Formen der Fremdbestäuber setzen jedoch voraus, dass die weiblichen Pflanzenteile (Narbe) durch die Pollen einer zweiten, männlichen Pflanze der gleichen Art bestäubt werden. Das Erbgut dieser zwei Pflanzen mischt sich. Das passiert viel bei Kreuzblütlern, Doldenblütlern und Kürbisgewächsen. Durch die Fremdbefruchtung kann es in der Folgegeneration durchaus zu Überraschungen kommen: Sortenspezifische Eigenschaften oder Eigenschaften wegen derer die Pflanze oder Frucht für die Saatguternte ausgesucht worden ist, können verloren gehen. Die Pflanzen können schlichtweg ungenießbar werden. Die Vermehrung fremdbefruchteter Pflanzen ist nicht unmöglich, aber trickreich und erfordert Vorkenntnisse und Erfahrung. Zu fremdbefruchteten Pflanzen gehören etwa Pastinaken, Zwiebeln, Kohl oder Möhren.

Weiterhin sind einjährige Pflanzen leichter zu vermehren als zweijährige, da Letztere erst im zweiten Jahr blühen.

Die Bedeutung von „samenfest“ und „Hybrid“ für die Samengärtnerei

Soweit so gut. Aber jetzt nochmal etwas genereller gefragt, welches Saatgut sich eignet. Es muss auf jeden Fall samenfest sein. Samenfest bedeutet ganz einfach, dass die Pflanzen traditionell vermehrt werden kann, also z.B. durch Insektenbestäubung. Sie gibt ihre sortenspezifischen Eigenschaften an Folgegenerationen weiter und ihr Saatgut kann im Garten und in der Landwirtschaft weiter verwendet werden.

Im Gegensatz dazu stehen die Hybriden („Mischlinge“). Ziel der Hybridzüchtung ist es, eine möglichst reinerbige Pflanze mit den gewünschten Eigenschaften zu erhalten. Der Aufwand ist größer als man denkt. Denn zunächst werden durch mechanisch gesteuerte Selbstbefruchtung über mehrere Pflanzengenerationen hinweg zwei nahezu reinerbige Elternpflanzen mit einer genetisch sehr engen Basis gezüchtet. Die Linie der Mutterpflanze und die der Vaterpflanze werden dabei streng getrennt. Da diese Pflanzen durch die Inzucht genetisch degeneriert sind, sind sie für den landwirtschaftlichen Anbau nicht geeignet. Kreuzt man sie jedoch, bringt die Tochtergeneration Pflanzen hervor, die die gewünschten Eigenschaften besonders stark ausprägen, wie etwa Wuchsfreude oder Ertrag. Diese Generation ist die „1. Filialgeneration“ (lat. filia = Tochter), daher die Bezeichnung F1-Hybriden. In der darauffolgenden Generation gehen die erzielten Eigenschaften jedoch schon wieder verloren. Deshalb eignet sich das Saatgut von Hybriden nicht für die Weiterverwendung. Und Achtung: Auch Bio-Gemüse aus dem Handel kann von Hybriden stammen!

Zu diesem Zeitpunkt möchte ich nur soviel dazuschreiben, wie für angehende Samengärtner als Hintergrund praktisch und gut zu wissen ist. Die großen Experten würden mir vermutlich hinsichtlich Kürze und Korrektheit der Darstellungen an den Hals gehen. Die Diskussion um Saatgut, samenfest, Hybriden, das für und wider ist jedenfalls sehr interessant, umfangreich und geht weit zurück. Angesichts der Jahreszeit und der reifen Früchte auf dem Balkon möchte ich sie euch und mir jedoch zu diesem Zeitpunkt ersparen und an einem langen Winterabend nochmal darauf zurückkommen.

Also, einjährige, selbstbefruchtende, samenfeste Pflanzen eignen sich gut für Anfänger. Die Klassiker sind Tomate und Salat, die ich (aufgrund meiner eigenen noch eingeschränkten Aktivität als Samengärtnerin) hier auch als Beispiele nehmen will. Das wichtigste ist, das es zunächst schlicht um Vorlieben geht. Was sind die schönsten, leckersten Früchte, was sind die ergiebigsten, gesündesten Pflanzen? Sucht sie euch aus, markiert sie für die spätere Samenernte mit einem Bindfaden.

Tomaten

  1. Die reifen Früchte werden mit einem Messer halbiert. Die Samen aus den Tomatenhälften in ein Glas drücken oder sie mit einem Löffel herauskratzen. Saft und Fruchtfleisch kann gerne mit dabei sein. Dass für jede Tomatensorte ein separates Glas verwendet wird, versteht sich ja wohl von selbst! Am besten gleich von Anfang an auch entsprechend markieren/beschriften.
Halbierte Tomaten: Berner Rose, Black Plum, Principe Borghese
Halbierte Tomaten: Berner Rose, Black Plum, Principe Borghese

 

2. Wasser und ein kleines bisschen Zucker zu den Samen geben. Das Glas offen stehen lassen und gelegentlich umrühren. Bildet sich Schimmel im Glas: Keine Sorge, ein bisschen ist nicht schlimm.

Mit Tomatensamen frisch aufgesetzte Gläser
Mit Tomatensamen frisch aufgesetzte Gläser

 

3. In den folgenden Tagen (ca. zwei bis drei) löst sich die gallertartige Masse, die die Samen umgibt. Das Fruchtfleisch steigt im Wasser nach oben während die Samen unten im Glas liegenbleiben. Der Vorgang ist nun abgeschlossen.

4. Das Wasser kann zusammen mit dem Fruchtfleisch bequem abgegossen werden. Anschließend kann man das Glas nochmals mit Wasser füllen und sobald sich die Samen am Boden abgesetzt haben wieder abgießen (dauert nur ein paar Minuten). Der Vorgang kann wiederholt werden, bis das Wasser im Glas klar ist.

5. Die Samen zum Trocknen gut voneinander getrennt auf einem Stück Küchenrolle oder einem Kaffeefilter verteilen. Nach dem Trocknen in ein Glas oder eine Tüte abfüllen und beschriften (Gattung, Sorte, Art, Erntejahr, ggf. Herkunftsort).

Tomatensamen beim Trocknen
Tomatensamen beim Trocknen

 

Salat

  1. den schönsten Salatkopf lässt man erstmal schiessen.
  2. Aus der Blüte bilden sich kleine Samen mit flauschigem Schirm, die ähnlich aussehen, wie beim Löwenzahn.
Die Samenstände eines Salats
Die Samenstände eines Salats

 

4. Wenn sie so trocken sind, dass die Blütenstände zwischen den Fingern zerfallen, kann man sie ernten. Ich habe die Samenstände einzeln gepflückt und dabei etwas zwischen den Fingern zerrieben, sodass sich der Samen von den Blütenresten schon mal löst. Experten sagen, bei trockenem Wetter kann man auch den Pflanzenstengel herunterbiegen und ausschütteln. Die Samen werden dann in einer Kiste oder Tasche gesammelt.

Frisch gesammelte Salatsamen, hier noch mit Blütenresten
Frisch gesammelte Salatsamen, hier noch mit Blütenresten

 

5. Die Samen ein paar Tage in einem offenen Gefäß und flächig ausgebreitet trocknen lassen.

6. Dann auf ein großes Blatt Papier oder ein Backblech legen und ganz (ganz!!) vorsichtig pusten. Die trockenen Blütenreste werden so von den Samen getrennt.

Samengärtnerei: Nach dem "Wind"
Nach dem „Wind“

 

7. Auch hier die Samen in ein Glas oder eine Tüte füllen und für nächstes Jahr gut beschriften.

So, das war schon mal ein kleiner Einstieg. Es ist schon erstaunlich, wieviel Saatgut man aus einer kleinen Pflanze auf dem Balkon gewinnen kann. Wie sind eure Erfahrungen mit der Saatguternte? Was funktioniert gut, was nicht so gut? Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen!

 

Gute Quellen für Infos und Tipps zur Samengärtnerei sind:

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V., www.nutzpflanzenvielfalt.de

Infoblätter des Dachverband Kulturpflanzen und Nutztiervielfalt e. V., http://kulturpflanzen-nutztiervielfalt.org/materialien

Das Buch „Saatgut – wer die Saat hat, hat das Sagen“ (Anja Banzhaf, oekom) bietet einen umfassenden Einblick in die Diskussion rundum das Thema Saatgut und Portraits vieler schöner Projekte.

 

Balkonjahr 2016 – eine Zwischenbilanz

Draußen wächst, gedeiht, explodiert alles in grün. Mit der Saison in vollem Gange, zeichnen nun schon die „Gewinner“ des Balkonjahres 2016 ab. Da das Gärtnern auf kleinem Raum eine besondere Herausforderung darstellt, möchte ich mit Freude und mit Stolz eine kleine Zwischenbilanz ziehen:

Chili „Lila Luzi“ – In dritter Generation und seit Kauf des Saatgutes nun im zweiten Jahr nach der Aussaat ist dieses Jahr eindeutig ein Gewinner die Chili „Lila Luzi“. Nach starkem Blattlausbefall zu Beginn der Saison (mit der mechanischen Vernichtung bin ich nicht hinterhergekommen), zeigt sie sich nun in aller Pracht: von der Farbe lila färben sich die kleinen scharfen Früchte über gelb und orange zu rot.

Balkonjahr 2016: Lila Luzi zeigt ihre attraktiven Früchte
Lila Luzi zeigt ihre attraktiven Früchte

 

Glockenpaprika – 2015 hatten wir auf dem Saatgutfest ein kleines, zartes Pflänzlein mitgenommen. Diesen Sommer entwickelt die Paprika nun schon zum zweiten Mal ihre attraktiven Früchte in Glockenform!

Balkonjahr 2016: Glockenpaprika
Glockenpaprika

 

Kleine weiße Balkongurke – Wer hätte das gedacht? Gewinner im Balkonjahr 2016 ist ebenfalls eine vernachlässigte kleine weiße Balkongurke. Eine Pflanze war Ende Mai schon rausgesetzt, für die zweite war kein Platz. Sie blieb in der Küche in ihrem kleinen Topf. Nun stellt sich heraus, sie ist der eigentliche Star! Während die gut gehegte Pflanze in der Bäckerkiste mit ausreichend Platz verkümmert ist, rankt die stille Schönheit weiter und wirft nach und nach schmackhafte, kleine Gurken ab.

Balkonjahr: Kleine weiße Balkongurke
Kleine weiße Balkongurke

 

Mangold – In den letzten Jahren schwierig, ist die buntstielige Mangoldmischung dieses Jahr ein Dauerbrenner. Seit spätestens Ende Juni komme ich mit dem Ernten und Verwerten kaum hinterher…

Balkonjahr: Mangold mit roten und gelben Blattstielen
Mangold mit roten und gelben Blattstielen

 

Tomaten – Mit der Bodenfruchtbarkeit  ist das auf dem Balkon so eine Sache. Obwohl ich im Frühjahr reichlich Bio-Dünger in den Boden gemischt hatte, bangte ich um die Entwicklung dieses Starkzehrers. Umso erfreulicher ist, dass dieses Jahr die Tomatenpflanzen besonders groß bzw. buschig geworden sind. Black Plum, Berner Rose, Principe Borghese und gelbe Johannisbeere geben Gas!

Black Plum
Black Plum

 

Berner Rose
Berner Rose

 

Principe Borghese
Principe Borghese

 

Gelbe Johannisbeere
Gelbe Johannisbeere

 

Rote Melde – Die Erfahrung zeigt: kleiner Pflanzbehälter, kleine Pflanze. Die Rote Melde mit ihrer tollen Farbgebung widersetzt sich dem Trend und ist im schmalen Balkonkasten auf ganze 1,10 Meter herangewachsen. Hut ab!

Balkonjahr 2016: Samenstände der Roten Melde
Samenstände der Roten Melde

 

Brokkoli „Cezar“ – Zu den großen Erfolgen gehören die ersten Brokkoliröschen, die sich dieses Jahr in der Bäckerkiste zeigen. Noch etwas Geduld, bald kann ich ernten…

Balkonjahr 2016: Erste Brokkoliröschen
Erste Brokkoliröschen

 

Rote Beete – Unglaublich, aber wahr: Dieses Jahr entwickelt sich die Rote Beete erstmalig richtig gut! Um den Knollen eine Chance zu geben, hatte ich vor Beginn der Saison eine gute Portion Sand unter den Boden der Bäckerkiste gemischt. Nun macht es sich bezahlt: Langsam verdicken sich die Wurzeln zu Knollen.

Balkonjahr 2016: Blätter der Roten Beete
Blätter der Roten Beete

 

Blattsalate und Rucola – Inzwischen sind sie geschossen. Erwähnt werden sollen aber auch Blattsalat und Rucola, die ebenfalls vom Saatgutfest in Düsseldorf stammen. Im April gepflanzt, wuchsen sie was das Zeug hielt. Ihre Blätter boten diesen Sommer wiederholt eine gute Grundlage für so manchen schmackhaften Salat.

Rucola als großbewachsene Pflanze
Rucola als großbewachsene Pflanze

 

Einige Pflanzen haben dieses Jahr weniger gut funktioniert: Die Gewürztagetes „Lemon Gem“ hat sich dieses Jahr überraschenderweise gar nicht entwickelt. Als Experiment hatte ich in einige Kästen Seedbombs von verschiedenen Herstellern gesetzt – auch die hatten keinen Erfolg. War das Rankgerüst letztes Jahr von der Feuerbohne eingenommen, konnte sie sich dieses Jahr im Schatten der Tomaten nicht halten. Auch dem selbstgezogene Basilikum ging es unter den Tomaten nicht gut (Überraschung, Überraschung). Aus welchem Grund auch immer (zu wenig Sonne zur richtigen Zeit?) waren die (nicht geernteten) Erdbeeren eine kleine Enttäuschung. Früchte hängen an den Monatserdbeeren reichlich, trotzdem habe ich bisher fast keine ernten können, schnell waren die Kandidaten überreif.

Alles in allem ist auch dieses Balkonjahr sehr lehrreich und wirft bereits seinen langen Schatten auf die kommende Saison. Vielleicht helfen euch die Erfahrungen, die ich gemacht habe bei eurer Planung weiter. Und bitte: Gerne möchte ich auch aus eurer Erfahrung lernen! Was hat bei euch gut, was nicht so gut geklappt? Ich freue mich auf eure Kommentare und Rückmeldungen!

Mangold-Pfanne mit Kreuzkümmel

Man denkt, man macht alles wie gehabt – säen, düngen, wässern, same procedure as every year. Trotzdem scheint auf meinem Balkon jede Saison unter einem anderen Stern zu stehen. Tomaten-Jahr, Gurken-Jahr, Petersilien-Jahr. Woran es liegt, wer weiß das schon. Das Wetter, der Mond, was noch?!

Dieses Jahr scheint jedenfalls ein gutes Jahr für Mangold zu sein. Der “Bunte Mangold”, den ich vom Biosaatgut-Versand gekauft hatte, wächst und gedeiht üppig. Was tun damit? Doch die Liste was man mit Mangold kochen kann ist lang. Nach einiger Überlegung musste ich an ein wunderbares Rezept denken, dass ich auf einer Reise entdeckte.

Vor zwei Jahren habe ich während einer Woche auf dem Elbradweg ein einfaches Gericht kennengelernt, das mich seitdem nicht loslässt und in dem Mangold, Tomaten und Kreuzkümmel die Hauptrolle spielen…

Mangold und Zwiebeln in der Pfanne
Mangold und Zwiebeln in der Pfanne

Mangold-Pfanne mit Kreuzkümmel

Zutaten

  • 1 Bund frischen Mangold
  • 1 Dose gewürfelte Tomaten (als einfache, schnelle Variante – natürlich kann man auch gewürfelte, frische Tomaten verwenden.)
  • ½ Zwiebel
  • Kreuzkümmel
  • Körnige Brühe
  • Pfeffer
  • Kräutersalz
  • 2-3 EL (Soja-)Sahne
  • 1 EL Öl zum Anbraten

Zubereitung

  1. Mangold kleinschneiden (mitsamt Stielen) und Zwiebel würfeln. Die Zwiebel in einem EL Öl in einer großen Pfanne glasig dünsten.
  2. Den Mangold dazugeben und bei geschlossenem Deckel 3 min mitdünsten.
  3. Tomaten und (je nach Geschmack) hinzufügen und mit ca. 1 EL körnige Brühe, Kreuzkümmel, Pfeffer und Kräutersalz abschmecken.
  4. Köcheln lassen, bis alles gut erhitzt und die Mangoldstiele weich sind (ca. 10 min).
  5. 2-3 EL Sojasahne hinzugeben, den Herd ausstellen und 2 min durchziehen lassen.

Damals wurde die Mangold-Pfanne auf einem Pfannenkuchen serviert, was sehr zu empfehlen ist! Gute Begleiter sind auch Reis oder Hülsenfrüchte, wie (rote) Linsen.

http://www.vonundzugruen.de/mangold-pfanne-mit-kreuzkuemmel/

Mit Mangold kochen: Tomaten hinzufügen und mit Gewürzen abschmecken
Tomaten hinzufügen und mit Gewürzen abschmecken

 

Mit Mangold kochen: Guten Appetit!
Guten Appetit!