Blütenendfäule und jetzt?

Schädlinge, Pilze, Mangelerscheinungen – dies sind wohl die drei Schlagwörter, die jeden Hobbygärtner zusammenschrecken lassen. Leider hat es auch mich in dieser Saison ereilt. Während Schädlinge wie z.B. Schnecken kaum ihren Weg auf meinen Balkon finden, bleiben auch meine Pflanzen vor anderen Krankheiten und Besuchern nicht verschont. Dieses Jahr hat es leider meine Lieblinge getroffen: die Tomaten hatten die Blütenendfäule.

Blütenendfäule: Das Schadbild.

Ist es die Krautfäule?

Als ich das erste Mal die großen, schwarzen Stellen auf meinen Tomaten entdeckte, lief es mir kalt den Rücken runter. Mein erster Gedanke war: Krautfäule. Der Befall mit diesem sehr hartnäckigen Pilz bedeutet, dass ich meine Ernte in diesem Jahr wohl hätte aufgeben müssen. Doch konnte es Krautfäule sein? Nach einer eingehenden Analyse des Schadbildes musste ich feststellen, dass wichtige Merkmale der Krautfäule nicht auf meine Tomaten zutrafen. Ein wichtiger Indikator der Krautfäule ist ein gut erkennbares Schadbild an den Blättern. Im Frühstadium des Pilzbefalls verfärben sich die Blätter der Pflanzen dunkel und vertrocknen. Sobald der Pilz sich in der Pflanze ausgebreitet und sie stark geschwächt hat, beginnen nun auch die Früchte zu faulen und abzusterben. Ist dieses Stadium erreicht, ist die Pflanze kaum noch zu retten. Der Pilz, der die Krautfäule auslöst, verbreitet sich sehr schnell, weshalb die Pflanzen dringend von ihren Nachbarn separiert werden sollten. Wird die Pflanze vernichtet, weil sie nicht mehr zu retten ist, müssen die Töpfe, Stäbe und alles was mit der Pflanze und ihrer Erde in Berührung gekommen ist, heiß abgewaschen werden. So könnt ihr verhindern, dass ihr eure Pflanzen in der kommenden Saison wieder ansteckt. Solltet ihr einen Kompost haben, ist es wichtig, dass infizierte Pflanzen und ihre Erde nicht darin landen. Zu groß ist die Gefahr, dass der Pilz in eurem Kompost überdauert und andere Pflanzen in der nächsten Saison infiziert.

Welche Krankheit löst faulige Blütenansätze an Tomaten aus?

Aufgrund der starken grünen Blätter meiner Tomaten schloss ich es zunächst einmal aus, dass es sich bei meinem Schadbild um die Krautfäule handelt. Zur Sicherheit separierte ich die drei betroffenen Exemplare von den zwei anderen Tomatenpflanzen. Doch wieso hatten sich meine Tomaten an ihrer Spitze zunächst glasig und dann dunkel verfärbt? Da die Verfärbung an allen betroffenen Tomaten an der Stelle auftrat, an der sich zuvor der Blütenansatz befand, lag das Schadbild der Blütenendfäule nahe. Bei der Blütenendfäule handelt es sich nicht um einen Pilz, sondern um eine Mangelerscheinung bzw. Stoffwechselerkrankung. Die mir zugängliche Gartenliteratur ist sich über die genaue Ursache der Blütenendfäule nicht im Klaren. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sie durch einen Calciummangel der Pflanzen ausgelöst wird. Durch die Transpiration der Tomatenpflanzen werden Nährstoffe und Wasser aus dem Boden in die Blätter und Früchte transportiert. Da dieser Prozess jedoch in der Tomatenfrucht nicht so schnell abläuft, wie im Blattwerk, kann es zu einer Unterversorgung der Früchte mit Nährstoffen wie Calcium kommen. Die Blütenendfäule wird insbesondere dadurch begünstigt, dass es zu starken Schwankungen zwischen Trockenheit und Feuchtigkeit kommt – die Pflanzen ganz einfach ausgedrückt, nicht häufig genug bzw. nicht regelmäßig genug gegossen wurden. Da der bisherige Sommer sehr verregnet war, hatte ich das Gefühl, dass meine Tomaten nicht so viel Wasser benötigen würden, vielleicht war das mein Fehler.

Bluetenendfaeule im Anfangsstadium

Was kann ich gegen Blütenendfäule tun?

Die zwei meist genannten Ratschläge, die ich zum Thema Blütenendfäule finden konnte, waren: Gießen, Gießen, Gießen und der Einsatz von Kalk. Gesagt getan: zunächst stürmte ich den nahegelegenen Baumarkt und besorgte Kalk. Ich verwöhnte meine Tomaten mit etwas frischer Erde, Kalk und viel Wasser. Nun muss ich zunächst beobachten, wie die Pflanzen reagieren und wie sich die nachkommenden Früchte verhalten. Wenn ich Glück habe und die Behandlung anschlägt, sollte ich in dieser Saison auch noch ein paar Fleischtomaten ernten können. Bei einem Besuch in der niederrheinischen Heimat musste ich darüber hinaus feststellen, dass die Fleischtomaten (unter anderem Sorte San Manzano) auch bei meinen Eltern das gleiche Schadbild zeigen. Es stellt sich also die Frage, ob vielleicht einige Tomatensorten besonders anfällig für diese Stoffwechselkrankheit sind. Dieser Frage werde ich weiter auf den Grund gehen und euch informieren, sobald ich näheres weiß. Habt ihr in diesem Jahr auch mit der Blütenendfäule zu kämpfen, oder hat euch sogar die Krautfäule erwischt? Ich freue mich auf eure Kommentare.