Setzt jetzt noch Frühjahrsblüher und startet bunt ins neue Jahr

Fruehjahrsblueher

Gibt es einen schöneren Moment, als nach vielen dunklen Monaten, Regen und Frost endlich grüne Spitzen in den Beeten zu entdecken? Nichts weckt meine Vorfreude auf den Frühling stärker, als das Erscheinen von Krokus, Schneeglöckchen und Co. Deshalb habe ich mich auch 2017 ins Beet und auf den Rasen begeben, um Frühjahrsblüher zu setzen. Hier unsere Auswahl und eine kleine Pflegeanleitung.

Welche Frühjahrsblüher eignen sich für Rasenflächen und Halbschatten?

Für das Setzen der Blumenzwiebeln hatte ich mir in diesem Jahr zwei verschiedene Standorte ausgeguckt. Einerseits wollte ich die Rasenfläche vor unserem Haus weiter in ein kleines Frühlings-Blütenmeer verwandeln. Andererseits sollte dieses Jahr auch nicht das Beet vor unserem Haus zu kurz kommen. Während die Rasenfläche wunderbar in der Mittagssonne liegt, ist die Fläche vor unserem Haus an den meisten Stellen halbschattig bis schattig. Gebraucht wurden also: ein schattenverträglicher Frühjahrsblüher und Pflanzen, die sich im Frühjahr gut durch unsere Rasenfläche kämpfen. Nach ausgiebiger Recherche entschied ich mich in diesem Jahr meine Blumenzwiebeln bei der Staudengärtnerei Gaißmayer zu bestellen. Diese Gärtnerei hat wirklich ein riesiges Angebot von Blumenzwiebeln und beschreibt diese mit viel Fachwissen und Liebe. Auch Service und Lieferung waren top.

Eranthis – die Winterlinge

„Erster“ schreien die Winterlinge im Frühjahr, wenn sie noch vor Schneeglöckchen und Krokus ihre gelben Blüten aufblitzen lassen.  Als Halbschatten liebende Frühjahrsblüher, die sich oft unter Sträuchern und Bäumen finden lassen, ist der Winterling die perfekte Wahl für das Beet vor unserem Haus. Dass der Winterling auch unter Bäumen und Sträuchern so gut wächst, verdankt er seiner kurzen Vegetationszeit. Schon bevor sich das Blätterdach von Bäumen und Sträuchern schließt, zieht sich der Winterling in die Erde zurück. Auch den Insekten kommen die Winterlinge zu Gute, sehr gerne nehmen Bienen die Blüten als eine der ersten Nahrungsquellen an. Wie wichtig Frühjahrsblüher für unsere Wildbienen sind, haben wir euch im letzten Jahr erzählt.

Fruehlingsblueher Fruehjahrsblueher Winterling
Die Knollen der Winterlinge müssen über Nacht in Wasser eingeweicht werden.

Damit der Winterling auch gut an seinem Standort wachsen kann, ist es notwendig die kleinen Knollen über Nacht im Wasser quellen zu lassen. Sind die Knollen zu trocken können sie nicht austreiben. Der Winterling wird in einer Tiefe von 5-7 cm in lockeren nicht zu trockenen Lehmboden gesetzt. Da sich Winterlinge gut vermehren solltet, ihr darauf achten, dass ihr sie keinesfalls an Orten ansiedelt, an denen ihr sie wieder entfernen möchtet. Einmal gepflanzt, breitet sich der Winterling stark aus. Ist der Winterling gepflanzt, verträgt er gut eine kleine Schicht Kompost als Winterschutz, daran ist jedoch in einem Mehrfamilienhaus nicht zu denken. Dieser Tipp ist also eher für die Eigenheim- oder Schrebergartenbesitzer unter euch.

Crocus Minimus „Spring Beauty“ und Crocus tommasinianus „Roseus“

Während viele Frühjahrblüher nur lockeren Boden in Beeten tolerieren, kämpft sich der Krokus seit Jahren ohne Probleme durch unsere Rasendecke. Ich habe mich in diesem Jahr für zwei unterschiedliche Sorten entschieden den Crocus minimus und den Crocus tommasinianus. Der Crocus Minimus macht seinem Namen alle Ehre und wird nur kleine sieben bis acht Zentimeter groß. Aber seine Blütenpracht, geprägt von zart und dunkel lila, ist umso größer. Ich hoffe, dass sich der kleine Star bei uns im Rasen durchsetzen kann. Der Erfahrung nach sind es vor allem die niedrigen Sorten, die auch bei einem Frühlingsregen standhaft bleiben und lange Freude machen.

Der Crocus tommasinianus „Roseus“ wird auch Elfenkrokus genannt und überzeugt durch seine zauberhaften intensiv rosa gefärbten Blüten. Lässt man in an Ort und Stelle schalten und walten, wie er möchte, dann neigt er dazu, nach einigen Jahren schöne dichte Krokuswiesen zu bilden. Interessant zu wissen ist, dass Krokusse bei Setzen durch ihre Zugwurzeln Einfluss auf ihre Tiefe nehmen können. Solltet ihr die Blumenzwiebeln nicht in der perfekten Tiefe gesetzt haben, regulieren die Pflanzen dies nach. Wer Zentimerangaben beim Graben nicht gut abschätzen kann, kann sich die Zentimeter (z.B. 5 cm, 10 cm, 15 cm, 20 cm) zunächst mit einem dicken Wasserfesten Marker auf seinem Pflanzschäufelchen markieren. So kann man sich kaum noch verschätzen.

Fruehjahrsblueher Fruehlingsblueher Rasen platzieren

Kein Frühling ohne Narzissen

Für mich dürfen Narzissen auf einer Frühlingswiese nicht fehlen. Deshalb habe ich auch in diesem Jahr ein paar Narzissen gesetzt. Ich bevorzuge niedrige Sorten, da sich diese wie auch die Krokusse bei einem Regen deutlich wackerer schlagen und nicht so leicht umknicken. In diesem Jahr habe ich die Sorte Narcissus „Stint“ gesetzt, die zu den Engelstränen-Narzissen gehört. Während die Narzissen, die ich in den letzten Jahren gepflanzt habe dunkelgelbe Blüten haben, zeichnet sich die Sorte Stint durch zart gelbe Blütenaus. Die Staudengärtnerei Gaißmayer formuliert es so: Sie erinnern an den italienischen Likör „Limoncello“. Ursprünglich kommt diese Sorte in England und Portugal vor und verwildert an Stellen, die ihr gefallen gern.

Pflege der Frühjahrsblüher

Wer das Pflanzen der Frühlingsboten im Oktober verschwitzt hat, der hat im November und Dezember noch Zeit dies nachzuholen. Je später im Jahr die Zwiebeln gesetzt werden, um so wichtiger ist es, dass sie eventuell mit Laub oder Kompost anschließend bedeckt und geschützt werden.

Gerne neigt man beim Pflanzen von Blumenzwiebeln, diese wie kleine Zinnsoldaten aufzureihen. Damit das Pflanzbild schön aussieht, kann man z.B. die Zwiebeln nah über dem Boden in die Luft werfen und erhält so eine natürliche und nicht zu akkurate Anordnung. Solltet ihr sehr lehmige und schwere Böden haben, ist es manchmal sinnvoll den Boden mit Sand aufzubessern. Während dem geneigten Gemüsegärtner bei dem Wort „Tomate“ stets ebenfalls das Wort „Starkzehrer“ in den Kopf kommt, denkt man bei Blumenzwiebeln jedoch nicht so sehr ans düngen. Da z.B. Narzissen zu den Starkzehrern gehören, ist es sinnvoll diese ab dem Zeitpunkt der Grünausbildung bis zur Beginn der Blüte regelmäßig mit Volldünger zu versorgen.

Kann das schon weg, oder muss das bleiben?

Während die Frühjahrsblüher in ihrer vollen Pracht das Gärtnerherz höher schlagen lassen, sehen sie recht unansehnlich aus, wenn sie verblüht sind und nur noch ihr Blattwerk zeigen. Damit die Pflanzen jedoch auch im Folgejahr gut wiederkommen und die Zwiebeln genug Nährstoffe aufnehmen können, ist es wichtig, dass ihr wartet bis die Blätter eingezogen werden. Ich muss immer darauf hoffen, dass unsere Gärtner Einsicht haben und um die schöne Blüten- und Blattpracht herum mähen.

Was kommt dieses Jahr bei euch in die Erde? Welcher Frühlingsblüher darf bei euch nie fehlen? Welche Probleme hattet ihr eventuell auch schon mit den bunten Boten? Wir sind auf eure Kommentare gespannt.

Pflanzt das Frühlingsbuffet für unsere Bienen!

Was gibt es schöneres als nach einem langen, kalten, regnerischen Winter, die ersten Blätterspitzen in den Beeten und Wiesen zu entdecken. Jetzt heißt es nur noch ein paar Tage warten und die winterliche Tristesse verwandelt sich in ein kleines Blütenmeer. Und nicht nur die Menschen verzehren sich im Frühjahr nach den ersten Blumen, auch die Tierwelt kann es kaum erwarten. Insbesondere die Königin unter den Gärtner-Nützlingen ist auf Frühlingsblüher angewiesen: die Biene.

Während Honigbienen nasses und kaltes Wetter meiden, sind Wildbienen schon zu Beginn des Frühjahrs und bis lang in die kalten Tage hinein unterwegs. Viele Wildbienen, wie z.B. die Mauerbiene,  können Pflanzen bestäuben, die Honigbienen aufgrund ihrer Statur nicht anfliegen. Deshalb bilden sie einen sehr wichtigen Bestandteil unseres Ökosystems. Jedoch ist in den letzten Jahrzehnten die Situation für die Wildbienen sehr schwierig geworden: Sie leiden unter einem mangelnden Nahrungsangebot, fehlenden Nistplätzen und in der Landwirtschaft eingesetzten Pflanzenschutzmitteln.

Unsere Bienenvielfalt ist bedroht

In Deutschland sind 561 Wildbienenarten bekannt (Westrich et al. 2011), mehr als die Hälfte dieser Arten stehen auf der roten Liste. Sie gehören somit zu den gefährdeten Arten unseres Landes. Zwar leidet auch die Honigbiene unter den Entwicklungen, jedoch ist sie weniger stark spezialisiert und nicht durch den Schwund von Nistmöglichkeiten betroffen. Im Gegensatz zu Honigbienen, die in Völkern leben, sind sehr viele Wildbienenarten Solitärbienen, die als Einzelgänger in Totholz oder dem Boden nisten. Zwar stellen immer mehr Mensch als „Bienenhotels“ bekannte Nistmöglichkeiten auf, jedoch entsprechen diese häufiger den ästhetischen Kriterien der Menschen, als den Ansprüchen der Bewohner. Worauf man bei der Auswahl des richtigen Bienen- bzw. Insektenhotels achten sollte, findet ihr z.B. auf der Seite der Bienenretter. Darüber hinaus ist der Flugradius von Wildbienen deutlich eingeschränkter als bei Honigbienen. Während Wildbienen nur in einem Radius von 50 bis 300 Metern auf Nahrungssuche gehen können, nehmen Honigbienen einen Weg von bis zu drei Kilometern auf sich, um nektarreiche Pflanzen zu finden.

Fruehlingsblueher auf Wiese

Was Bienen für uns leisten

Für viele Menschen sind Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen angsteinflößend – sie fürchten sich vor ihren Stacheln, obwohl die meisten Tiere diesen so gut wie nie einsetzen. Viel mehr Angst sollte der Mensch davor haben, dass die Bienen verschwinden, denn mit ihnen verschwindet die Vielfalt auf unseren Tellern. Werden Obstbäume, Beerensträucher und Gemüsepflanzen nicht bestäubt, tragen sie keine Frucht. Jedoch sind 80 Prozent der heimischen Kultur- und Wildpflanzen  auf Bienen angewiesen. Auch andere Tiere leiden unter dem Rückgang der Bienenpopulation. Bestäuben die Bienen keine Sträucher und Büsche fehlen vielen Vögeln und Nagern die Früchte, Beeren und Nüsse der Pflanzen als Nahrungsgrundlage – sie müssen hungern. Einige Pflanzenarten sind so stark auf die Bestäubung durch  eine spezialisierte Bienenart angewiesen, dass das Verschwinden der Bienen auch ihr Aussterben besiegelt.

Was wir tun können

Nicht jeder hat einen großen Garten, oder sogar einen eigenen Acker und trotzdem können wir alle unseren Beitrag leisten, damit es sowohl den Wild- als auch den Honigbienen in Deutschland wieder besser geht. Ein Stündchen Arbeit auf dem Balkon oder dem Rasen vor dem Haus kann schon viel bewegen. Während ich meinen Balkon für essbare Pflanzen nutzen möchte (auch blühende Kräuter sind Bienenweiden!), bietet der karge Rasen vor unserem Haus eine schöne Fläche für Frühlingsboten. Schon in den letzten Jahren habe ich einige Frühlingszwiebeln gesetzt, in diesem Jahr sind 100 weitere Zwiebeln hinzugekommen. Bestellt habe ich die Zwiebeln bei den Bienenrettern, einem gemeinnützigen Bildungs- und Ökologieprojekt des Frankfurter Instituts für nachhaltige Entwicklung e.V.. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt über die Situation der Honig- und Wildbienen aufzuklären und Groß und Klein beizubringen diese wichtigen Insekten zu schützen. Unter dem Slogan „Lass deine Stadt aufblühen!“ vertreibt der Verein darüber hinaus bienenfreundliche Blumenzwiebeln und Saatgutmischungen für den eigenen Balkon. Die Einnahmen durch den Verkauf fließen zurück in die Bildungsprojekte der Bienenschützer und tragen somit dazu bei, dass noch mehr Menschen Bienenschutz betreiben.

Auf dem Rasen vor unserem Haus habe ich folgende Sorten gepflanzt:

  • Bunte Krokusse
  • Sternhyazinten
  • Blausternchen
  • blau-weiße Kegelblumen

Wann blüht das Frühlingsbuffet für die Bienen?

Die BlühIm Einsatz für die Biene: Gartenschaufel kaputt!zeit der Pflänzchen beginnt im Februar und endet im April. Um unseren Rasen nicht unnötig zu löchern, habe ich an einigen Stellen größere Stücke Rasen mit meiner Schaufel abgestochen, angehoben und die Zwiebeln in Gruppen gepflanzt, je nach Größe der Zwiebeln circa 3-5 cm unter der Erde bzw. der Grasnarbe. Wenn der Rasen im Anschluss wieder auf die Stelle gesetzt und festgetreten wird, ist kaum zu erkennen, dass er zuvor abgelöst wurde. Das Pflanzen in Grüppchen erleichtert darüber hinaus unseren Gärtnern das Mähen im Frühjahr. Jedes Jahr bemühen sich die Gärtner liebevoll die blühenden Pflanzen zu umfahren – ich will es ihnen nicht unnötig schwer machen.  Leider war das Abstechen des Rasens etwas zu viel für meine geliebte alte Gartenschaufel, nach circa 15 Jahren unermüdlichem Einsatz für meine Familie, hat sie dem Rost nachgegeben. Da steht wohl spätestens im kommenden Frühjahr eine kleine Neuanschaffung an.  Vielen Dank geliebter Helfer für deinen letzten großen Einsatz.

Darüber hinaus habe ich den Tipp bekommen, dass Stockrosen, die im Spätherbst noch in den Boden kommen, mit etwas Glück schon im kommenden Jahr blühen. Eine liebe Freundin hat mir drei kleine Kraftprotze geschenkt, die ich natürlich direkt eingepflanzt habe. Warten wir mal ab, wie sie sich im nächsten Jahr machen. Ich freue mich auf jeden Fall auf das kleine Blütenmeer auf unserem Rasen und auch die grimmigsten Nachbarn haben bisher jedes Jahr mit Freuden auf die Pflänzchen geschaut. Es lebe das Gärtnern in der Stadt.

Für unsere Bienen: Stockrose setzen

Tipps für die eigene Recherche:

  1. Wer mehr über Wildbienen erfahren möchte, dem kann ich die Webseite von Dr. Paul Westrich ans Herz legen. Seit 2005 sammelt der promovierte Biologe auf seiner Seite wichtige Informationen zu zahlreichen Wildbienenarten, stellt spannende Fotos und Steckbriefe zur Verfügung. Natürlich bietet Westrich auch viele Tipps wie die Bestände und Lebensräume der Wildbienen geschützt werden können.
  2. Wer mehr über die Honigbiene und das Bienensterben erfahren möchte, der sollte sich die Dokumentation „More than Honey“ des Regisseurs Markus Imhoof aus dem Jahr 2012 ansehen. Sie zeigt eindrücklich wie industrialisiert die Honig- und Bestäubungsindustrie ist, wie alte Bienenarten unter überzüchteten Rassen leiden und welche Krankheiten die Tiere quälen. Neben dem iTunes-Store, ist der Film auch kostenfrei in der Amazon-Prime Bibliothek zu sehen.

Literaturverzeichnis:

Westrich, P., Frommer, U., Mandery, K., Riemann, H., Ruhnke, H., Saure, C. & Voith, J. (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen (Hymenoptera, Apidae) Deutschlands. – In: Binot-Hafke, M.; Balzer, S.; Becker, N.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G.; Matzke-Hajek, G. & Strauch, M. (Red.) (2011): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3): 373-416.