Malzbier-Roggenbrot: Unser neues Lieblingsbrot

Malzbier-Roggenbrot: Anschnitt

Wie wir euch vor kurzem vorgestellt haben, kommt im Hause von & zu Grün viel frisches Brot auf den Tisch. Grund dafür ist der Backautomat. Um euch ein bisschen besser zeigen zu können, was der Backautomat leisten kann, teilen wir mit euch unser aktuelles Lieblingsrezept: das Malzbier-Roggenbrot. Gefunden haben wir dieses tolle Rezept in: „Brotbacklust, 222 Rezepte für den Brotbackautomaten“ der Autorin Mirjam Belle. Wunderbar reduziert fast das Buch alles zusammen, was der Brotbackautomat-Anfänger sucht.

Was bietet das Buch „Brotbacklust, 222 Rezepte für den Brotbackautomaten“?

Eingeteilt ist das Buch sehr übersichtlich in folgende Kapitel:

Brot-Rezepte

  • Helle Brote
  • Dunkle Brote
  • Vollkornbrote
  • Milchbrote
  • Süße Brote
  • Glutenfreie Brote

Variationen aus Teig

  • Süße und salzige Kuchen
  • Brötchen
  • Raffinierte Brotteigvariationen
  • Brotsalate
  • Brotsuppen
  • Brotaufläufe
  • Brotdesserts

Die Rezepte sind so aufgeführt, wie es für den Backautomaten praktisch ist: Alle Zutaten werden in der Reihenfolge, in der sie eingefüllt werden müssen, angegeben. Die einzigen Hinweise auf den Backprozess machen eventuelle Beigaben nach dem Signalton aus, sowie der Verweis auf das auzuwählende Programm. Sehr hilfreich ist, dass alle Rezepte mit den Mengenangaben für 500g und 750g Brote versehen sind. So kann es direkt losgehen, ohne stressiges umrechnen.  Ich habe schon circa 30 Rezepte aus dem Buch getestet und alle waren köstlich. Es gab keine eingefallenen Brote – die Angaben für Hefe und Sauerteig waren alle perfekt.

Was macht das Malzbier-Roggenbrot besonders?

Als das Malzbier-Roggenbrot zum ersten Mal auf den Tisch kam, war mein Lieblingsgärtner sofort begeistert. Es ist ein herrlich deftiges Brot, das durch das verwendete Malzbier einen ganz urigen Geschmack hat. Obwohl der malzige Geschmack durch die Beigabe von Honig noch weiter verstärkt wird, ist das Brot nicht zu süß, sondern bleibt durch Sauerteig und Roggen herzhaft. Der Teig ist angenehm locker, luftig und zeigt schöne kleine Poren. Aber jetzt genug der großen Worte, hier endlich das Rezept zu diesem tollen Brot, das jedem Käse schmeichelt.

Malzbier-Roggenbrot: 750 Gramm

Zutaten

  • Malzbier 300 ml
  • Speiseöl 2 EL
  • Sauerteig 50 g
  • Roggenvollkornmehl 250 g
  • Weizenvollkornmehl 200 g
  • Salz 10 g
  • Honig 15 g
  • Trockenhefe 1 1/2 Teelöffel

Zubereitung

  1. Die Zutaten werden in der Reihenfolge der Zutatenliste in den Backautomaten eingefüllt.
  2. Es kann entweder das Backprogramm "Normal" oder das Backprogramm "Vollkorn" ausgewählt werden.
http://www.vonundzugruen.de/malzbier-roggenbrot/

Inwiefern das Rezept ohne weiteres im Backofen gebacken werden kann, weiß ich nicht. Falls es jemand ausprobiert, lasst es uns wissen!

Informationen zum Backbuch:

  • Titel: Brotbacklust 222 Rezepte für den Brotbackautomaten
  • Autorin: Mirjam Beile
  • Verlag: Ulmer
  • Preis: 16, 90€

Der neue Mitbewohner – der Brotbackautomat

Lohnt sich ein Brotbackautomat

Im Gegensatz zu vielen anderen Frauen, die Küchengeräte unterm Weihnachtsbaum als Scheidungsgrund definieren, habe ich ein großes Herz für kluge Koch- und Backhelfer. So ist mein Küchenequipment durch die Geschenke zu Weihnachten und zu meinem Geburtstag um zwei messerscharfe Reiben, neue Bratpfannen und einen Brotbackautomaten erweitert worden. Während die Reiben und die Bratpfannen lang ersehnt waren und schon ewig auf der Wunschliste standen, war der Brotbackautomat eine Überraschung. Nach zwei Monaten im Einsatz ist jetzt Zeit für eine Antwort auf die Frage: Lohnt sich ein Brotbackautomat?

Wie mich das Heimweh zum Brotbacken brachte

Backen und Kochen machen mir riesige Freude. Der Geruch eines frisch gebackenen Brotes kann für mich mit jedem Parfum der Welt konkurrieren und kaum etwas ist leckerer als eine Scheibe noch lauwarmen Brotes mit etwas Butter und Salz. Während ich heute vom langwierigen Prozess des Brotbackens schwärmen kann, buk ich meine ersten eigenen Brote aus reiner Verzweiflung und Heimweh. 2008, ich war frisch vom heimischen Niederrhein in die Niederlande gezogen, musste ich schnell feststellen, dunkle Brote sind im hohen Norden unseres kleinen Nachbarlandes nicht zu finden. Nach einigen Monaten tapferen Weißbrot Essens, durchforstete ich die Discounter, Supermärkte und Markstädte meiner kleinen Studentenstadt Leeuwarden, aber Fehlanzeige, nirgendwo konnte ich Brote finden, die nicht nur eine dunkle Farbe sondern auch eine feste Konsistenz hatten. Wer einmal für längere Zeit in den Niederlanden gelebt hat, erkennt deutsche Studenten und Expatriats im Supermarkt an einer typischen Handbewegung: In einem kleinen, scheinbar unbeobachteten Moment, drückt der verzweifelte Brotsucher einmal kurz auf die Brotkruste. Zu groß ist die Hoffnung doch vielleicht einmal ein Brot zu erwischen, dass nicht nachgibt wie ein Badeschwamm.

In meiner niederländischen Studentenbude hatte ich noch nicht mal einen richtigen Backofen, sondern nur einen kleinen Minibackofen, der genau auf die Größe einer Tiefkühlpizza ausgerichtet war. Doch der Entschluss war gefasst, wenn ich kein dunkles Brot kaufen kann, dann muss ich es eben selber herstellen. Beim nächsten Heimatbesuch deckte ich mich mit zahlreichen Backmischungen ein, denn selber mit Hefe und Co zu experimentieren, war mir zu Beginn noch etwas unheimlich. Das änderte sich dann erst ein paar Jahre später. Und das Ergebnis meines ersten Backversuchs war wunderbar, im Vergleich zum labbrigen Weißbrot war jede  herkömmliche Backmischung eine Offenbarung.

Arbeitsstress und fade Supermarktbrote

Diese Anfangszeit liegt jetzt schon fast 10 Jahre zurück, aber der Spaß am Brotbacken ist geblieben. Doch die langen Arbeitszeiten des Berufslebens machen es schwer regelmäßig frisches Brot oder Brötchen auf den Tisch zu bringen. Insbesondere durch die Woche landeten dann doch einige Male Aufbackbrötchen und Supermarktbrot in der Brotdose. Doch die wenigen Male an denen ich meine Backkünste spielen ließ, müssen meinem Lieblingsgärtner so gefallen haben, dass am Weihnachtsabend ein Brotbackautomat unter dem Baum stand. Zunächst war ich kritisch – der Brotbackautomat war das nicht ein längst vergessenes Phänomen der 1990er Jahre? Ich erinnerte mich dunkel, dass meine Mutter das Gerät dann doch irgendwann aussortiert hatte, was ich als Kind nicht weiter hinterfragt hatte. Aber nun war er da, mein eigener Brotbackautomat aus schönem Edelstahl und ich stürzte mich auf dieses neue Experiment.

Da die Arbeitsfläche unser Küche schon an ihrer Belastungsgrenze angekommen war, entschied ich mich den Backautomaten im Arbeitszimmer zu platzieren, welches dann in kürzester Zeit zu einem Mehllager umgewandelt wurde. Die ersten Versuche im Brotbackautomaten waren noch nicht perfekt, deutlich schwieriger als gedacht, ließen sich die gewohnten Rezepte auf den Brotbackautomaten übertragen. Deshalb entschied ich mich nach zwei mittelprächtigen Broten ein Backbuch für den Brotbackautomaten zu erwerben. Seitdem läuft das Brotbacken wie geschmiert.

Brotbackautomaten befüllen
Die Backform lässt sich zum Befüllen und Rausholen des Brotes leicht entnehmen

Kneten, Gehen, Backen – Was kann der Backautomat?

Brotbacken braucht Zeit – wer schon einmal einen Hefeteig zubereitet hat, weiß, dass das Gehen des Teiges mehr Zeit in Anspruch nimmt, als der eigentliche Backvorgang. An dieser Stelle zeigt der Backautomat seine Schokoladenseite: Im Backautomaten herrscht die für den Gehvorgang bestmögliche Temperatur. Weder zu warm noch zu kalt und auch die Feuchtigkeit des Teiges bleibt bestehen, weil der Deckel des Automaten verschlossen ist. Je nach Backprogramm (z.B. Normal und Vollkorn) variieren die Dauer der Geh-, Knet-, und Backzeiten, die der Automat selbstständig durchführt. Ein weiterer toller Punkt des Backautomaten ist seine ausgiebige Lust am Teigkneten: während mir nach wenigen Minuten die Lust vergeht und ich mir häufig denke, ach dass wird schon reichen, gibt der Automat nicht auf. Wenn das Programm vorgibt, dass 10 Minuten geknetet werden soll, wird auch volle 10 Minuten geknetet. Zusammengefasst kann der Backautomat also: Kneten, Gehen und Backen perfekt übernehmen, jedoch dauert dies auch im Backautomaten circa 3 Stunden. Bezüglich des Timings bringt mein Backautomat noch ein weiteres nettes Feature mit: Wenn die Zutaten für das Brot der Wahl abends in den Automaten eingefüllt werden und der Timer auf die gewünschte Uhrzeit am kommenden Morgen eingestellt wird, beginnt der Brotbackvorgang genau so, dass das Brot zum präferierten Termin frisch und warm entnommen werden kann. Leider haben wir von dieser klugen Funktion noch nicht so viel Gebrauch machen können, da unsere Wohnung sehr hellhörig ist und wir leider vom Knetgeräusch in den Morgenstunden aufwachen würden.

Und, schmeckt es?

Uns beiden schmeckt das Brot aus dem Brotbackautomaten sehr gut. Die Konsistenz des Brotes ist schön locker und kleinprorig, genau wie wir es mögen. Auf eine knusprige Kruste muss man beim Brot aus dem Brotbackautomaten jedoch verzichten, da sich am Deckel des Automaten keine Heizstäbe befinden. Wer diesen Effekt nicht missen möchte, muss dann wohl doch noch auf Backofen oder sogar einen Steinofen zurückgreifen. Die Kastenform des Brotes ist für uns beide perfekt. Die Scheiben des Brotes sind nicht zu klein und passen genau in unsere Brotdosen. Mein Brotbackautomat ist für Brote von 750 Gramm bis zu 1 Kilo ausgelegt, es lassen sich darin jedoch auch problemlos kleinere Brote von 500 Gramm backen.

Für den Brotbackautomaten eignen sich sowohl Rezepte für Weißbrote, dunkle Brote sowie Vollkornbrote. Nach Angaben des Herstellers ist der Automat sogar für das Einkochen von Marmeladen geeignet. Ebenfalls sind einige Rezepte für Gebäck und Brötchen mitgeliefert, deren Teig angenehm im Brotbackautoamaten vorbereitet werden kann. Auch auf das Beifügen von kleinen Extras zum Teig muss nicht verzichtet werden. Der Brotbackautomat gibt während des letzten Knetvorgang ein Piepen von sich, welches signalisiert, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, z.B. Körner oder Käse dazuzugeben.

der Brotbackautomat Lohnt sich ein Brotbackautomat
Der befüllte Automat vor dem Start des Backvorgangs

Welche Nachteile gibt es?

Abgesehen von der fehlenden Kruste, die für manche Brotesser eine Grundvoraussetzung für den Genuss ist, bringt der Brotbackautomat nur einen kleinen Nachteil mit sich: Achtet man nicht darauf den Knethaken vor dem letzten Backvorgang zu entfernen, verbleibt dieser im Brotlaib. Der Knethaken kann mit einem kleinen Metalzubehör im Anschluss problemfrei aus dem Brot entfernt werden, es bleibt jedoch eine kleine Lücke in der Mitte des Brotes zurück. Für uns ist dies nichts als ein kleiner Schönheitsfehler einiger weniger Scheiben. Deshalb verzichte ich auf den Arbeitsschritt den Knethaken zu entfernen und mache mir nicht unnötig die Hände dreckig.

 

Für wen lohnt sich ein Brotbackautomat?

Für alle,

  • die gerne Brotbacken und regelmäßig neue Rezepte testen.
  • die sich beim Backen nicht gerne die Hände schmutzig machen.
  • die einen lockeren feinporigen Teig einer festen Kruste vorziehen.
  • denen die Zeit fehlt, alle Schritte des Backens per Hand durchzuführen.
  • die auf Plastikverpackungen von Fertigbrot und Aufbackbrötchen verzichten möchten.
sichtfenster-Brotbackautomat
Ich liebe es dem Automaten bei der Arbeit zuzusehen