Saatgut II – Der Test zur Keimfähigkeit

Es ist soweit: Die Saison 2017 geht bald wieder los! In vielen Schraubgläsern, Briefumschlägen oder Filmdosen wartet das gesammelte Saatgut des Vor- oder sogar Vorvorvorjahres. Ist es überhaupt noch keimfähig? Hier hilft ein relativ einfacher Test. Und der geht so:

Gläser mit selbstgeerntetem Saatgut aus dem Vorjahr

 

Man braucht: Saatgut, Küchenkrepp, Teller, Klarsichtfolie, Kreppband, permanenter Marker.

  1. Zunächst nimmt man etwas Küchenkrepp, feuchtet es an und legt es auf einen Teller. In Gruppen geordnet, legt man auf das Küchenkrepp das Saatgut, das man testen möchte, ohne dass sich die Samen berühren (mindestens jeweils 20 Samen).

2. Damit man später nicht ins Schleudern kommt und stets die Übersicht bewahrt sollte man nach Möglichkeit die Proben z.B. mit Kreppband und permanentem Marker beschriften.

Teller mit Saatgut
Teller mit Saatgut

 

3. Der Teller mit Küchenkrepp und Saatgutproben wird als nächstes mit Klarsichtfolie überspannt und an einen warmen Ort gestellt. Jetzt wird geduldig gewartet…

4. Je nach Art, wird nach einigen Tagen oder Wochen erstmalig kontrolliert. Sieht man eine Wurzelspitze oder einen Spross, ist das Saatgut, naja, keimfähig. Da nicht alle Samen gleichzeitig keimen, empfiehlt es sich nach ein paar weiteren Tagen nochmals nachzuschauen.

Das Saatgut nach vier Tagen: Rote Melde, Salat, Tomate und Löwenmäulchen sind gut aufgegangen.
Der Keimtest nach vier Tagen: Rote Melde, Salat, Tomate und Löwenmäulchen sind gut aufgegangen.

 

5. Ist alles aufgegangen, was aufgehen kann, wird das Verhältnis gekeimte zu ungekeimte Samen ausgezählt. Daraus ergibt sich die Keimfähigkeit in Prozent: Keimen 50 aus 100 Samen, hat das Saatgut eine Keimfähigkeit von 50%.

Die Saatgut Keimfähigkeit: Bis auf die Chili sind von allen Arten Samen gut gekeimt.
Der Keimtest nach einer Woche: Bis auf die Chili sind von allen Arten Samen gut gekeimt.

 

Sollte das Saatgut nicht keimen, empfiehlt es sich nochmal nachzulesen und zu forschen. Denn schließlich reicht für manche Arten ein kurzer Zeitraum und eine niedrige Keimtemperatur, andere brauchen wesentlich länger und höhere Temperaturen.

Bei mir sind etwa Rote Melde, Salat und Löwenmäulchen bereits nach etwa 3 bis 4 Tagen aufgegangen. Glockenpaprika und Tomate waren etwas langsamer und haben 2 bis 3 Tage länger gebraucht. Das deckt sich mit meiner Recherche: In der Tat ist es so, Dass etwa Paprika und Tomate mehr Zeit brauchen, um zu keimen (ca. 1 bis 2 Wochen), als etwa Lichtkeimer. Doldenblütler brauchen angeblich sogar 3-4 Wochen!

Nicht aufgegangen ist die Chili „Lila Luzie“, was mich nach den Erfolgen des Vorjahres sehr verwundert hat. Wie die Paprika, gehört sie zur Gattung Capsicum. Ich vermute, sie braucht eine besonders warme Umgebung und einfach noch mehr Zeit. Bei meiner Recherche im „Handbuch für Samengärtnerei“ von Andrea Heistinger wird eine zweite Art vorgeschlagen, wie man Saatgut auf seine Keimfähigkeit testen kann.

Man braucht: Küchenkrepp, Kunststofftüte, Kreppband, permanenter Marker

1.Mindestens 20 Samenkörner (besser 100) auf einem nassen Stück Küchenkrepp ausgebreitet ohne sich zu berühren.

2. Das Küchenkrepp wird zusammengerollt und in eine Plastiktüte mit Luftlöchern gepackt. Achtung: Auch hier am besten mit Art, Sorte und Datum beschriften.

3. Die Tüte wird an einem warmen Ort bei 20 bis 25°C verwahrt.

4. Auch bei diesem Test wird je nach Art nach einigen Tagen oder Wochen erstmalig kontrolliert. Alles weitere, siehe oben ab 5.

Das werde ich wohl in den nächsten Tagen bei der Chili ausprobieren. Auch Euch wünsche ich viel Erfolg bei Eurem eigenen Keimtest! Rückmeldungen und Anregungen sind immer willkommen.

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