Winterliche Wurzelwürze

Es gibt viele Arten, Gemüse haltbar zu machen. Eine davon ist die Verarbeitung zu einer trockenen Gemüsebrühe oder –würze. Grade zu dieser Jahreszeit eignet sie sich auch als ein schönes, selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk. Natürlich kann hinsichtlich der Zutaten variiert werden, je nachdem was grade in Saison ist. Jetzt, zur Winterzeit, bieten sich vor allem die Wurzelgemüse an.

Die Stars dieser Brühe: Lauch, Sellerie, Petersilienwurzel, Möhre, Rote Bete und Bastiane
Die Stars dieser Brühe: Lauch, Sellerie, Petersilienwurzel, Möhre, Rote Bete und Bastiane

Winterliche Wurzelwürze

Zutaten

  • 2 mittelgroße Rote Bete
  • 2 Karotten
  • 2 Petersilienwurzeln
  • 1 mittelgroße Sellerieknolle
  • 1 Stange Lauch
  • 1 Pastinake
  • etwas Salz
  • getrockneter Salbei, Thymian

Zubereitung

  1. Rote Bete, Karotten, Petersilienwurzeln, Sellerie und Pastinake schälen und Raspeln. Den Lauch kleinschneiden.
  2. Das geraspelte, bzw. geschnittene Gemüse auf Backblechen dünn ausbreiten.
  3. Die Bleche können im Sommer an einen warmen Ort gestellt werden. Im Winter kann das Gemüse auf einer Heizung oder im Backofen getrocknet werden. Ich habe den Backofen verwendet. Dazu den Ofen auf 100°C stellen und die Bleche hineinschieben. Damit die Luftfeuchtigkeit problemlos entweicht, wird ein Holzlöffel in die Tür geklemmt. Damit das Gemüse gleichmäßig trocknet, habe ich in regelmäßigen Abständen die Bleche im Ofen durchrotiert und das Gemüse auf den einzelnen Blechen umgerührt. Es hat etwa fünf bis sechs Stunden gedauert, die Gemüseraspel trocken waren.
  4. Die trockenen Flocken können wie sie sind zur Verfeinerung von Suppen oder Soßen verwendet werden. Ich habe sie in einem Standmixer zusammen mit etwas getrocknetem Salbei, Thymian und Salz „pulverisiert“.
http://www.vonundzugruen.de/winterliche-wurzelwuerze/

Farbvielfalt des Winters: Geraspeltes Gemüse
Farbvielfalt im Winter: Geraspeltes Gemüse

 

Getrocknete Gemüseraspel
Getrocknete Gemüseraspel

 

Vor dem "Pulverisieren"
Vor dem „Pulverisieren“

 

Nach dem "Pulverisieren"
Nach dem „Pulverisieren“

 

Das Rezept stammt aus dem taschenGARTEN 2016. Auch, wenn ich es in etwa erwartet hatte, war ich doch überrascht wie stark das viele Gemüse durch den Wasserentzug „zusammenschrumpft“. Ich freue mich schon sehr darauf, die trockene Brühe in vielen Suppen, Soßen und Gerichten als Würzmittel zu verwenden!

Ingwer-Zitronenmelisse-Sirup

Winterzeit – Erkältungszeit: Husten, Schnupfen, Heiserkeit, leider hat es auch mich in dieser Saison schon erwischt. Anstatt sofort in den Medizinschrank zu greifen, habe ich stattdessen überlegt, wie ich der Erkältung mit Hausmitteln den Kampf ansagen kann. Insbesondere im Winter schwöre ich auf Ingwer, egal ob als Tee, als feines Extra in der Suppe oder als Beilage zu Sushi und Co. Ingwer ist einfach eine tolle Knolle. Nach kurzer Recherche habe ich mich für einen Ingwer-Zitronenmelisse-Sirup entschieden, denn der schmeckt nicht nur toll bei Erkältung, sondern ist auch als Zusatz im Cocktail oder als Limonade. Aber gegen die Erkältung kommt der Sirup natürlich erst mal in den Tee.

Ingwer-Zitronenmelisse-Sirup

Zutaten

  • 300 Gramm Ingwer
  • 3 Zitronen
  • 1 Paket Zitronensäure
  • 2 Kilo Zucker
  • 6 Zweige Zitronenmelisse
  • 750 Milliliter Wasser

Zubereitung

  1. Ingwer schälen, in Stücke schneiden und in einen Mixer geben. Den Saft von drei Zitronen hinzugeben.
  2. In einem großen Topf 2 Kilo Zucker, ein Paket Zitronensäure und 750 Milliliter Wasser auflösen.
  3. Die Ingwermasse hinzugeben und alles langsam aufkochen lassen.
  4. Nach 10 Minuten wird die kleingeschnittene Zitronenmelisse hinzugegeben. Der gesamte Sud sollte weitere 10 Minuten leicht köcheln.
  5. Währenddessen sollten die ausgewählten Flaschen und Gläser sterilisiert werden. Dazu können Sie zum Beispiel zunächst ausgespült und dann in den Backofen bei 180 Grad gegeben werden. Nach 10 Minuten sollte der Backofen abgestellt werden. Die Gläser können nun auskühlen.
  6. Nehmt einen weiteren großen Topf und ein großes Sieb zur Hand. Der Sirup wird durch das Sieb in den anderen Topf gegossen und so ein Großteil der Ingwerfasern aufgefangen.
  7. Kocht den Sirup erneut auf und füllt ihn noch heiß in die sterilisierten Gläser.
http://www.vonundzugruen.de/ingwer-zitronenmelisse-sirup/

Kann man den Zucker reduzieren? 

Bei zwei Kilo Zucker denken sicher viele von euch: dass ist aber ganz schön süß. Damit die Konsistenz des Sirups schön viskos wird, ist es jedoch wichtig genug Zucker zu verwenden. Wenn euer Sirup zu dünn ist, habt ihr leider zu viel Zucker weggelassen. Darüber hinaus trägt der Zucker dazu bei, dass der Sirup haltbar gemacht wird. Je weniger Zucker ihr verwendet, desto schneller kippt euer Sirup. Um lange was von meinem Sirup zu haben, bewahre ich ihn im Kühlschrank auf. Wer einen kühlen dunklen Keller hat, kann ihn jedoch sicherlich auch dort unterbringen.

Ingwer Schaelen
Um so wenig Ingwer wie möglich zu verschwenden, empfehle ich euch den Ingwer mit einem Löffel zu schälen. Wenn ihr mit etwas Druck über die Ingwerknolle schabt, könnt ihr diese ganz leicht entfernen.
Alles in den Mixer
Der Ingwer wird mit dem Saft von drei Zitronen im Mixer püriert.
Damit der Ingwersirup länger haltbar ist, solltet ihr ihn auf jeden Fall sieben.
Der fertige Ingwersirup
In hübschen Flaschen eignet der Ingwersirup sich nicht nur als Hausmittel gegen Erkältung, sondern auch sehr gut als Mitbringsel in der Weihnachtszeit.

Kalender für ein Jahr – der taschenGARTEN 2017

Es ist schon Advent, Weihnachten rückt immer näher und ihr wisst noch immer nicht, was ihr einer Garten- oder Balkonfreundin (oder einem Freund) so schenken könnt? Dann haben wir einen heißen Tipp für Euch: den taschenGARTEN 2017! Der taschenGARTEN 2017 ist ein Terminkalender, der jährlich von der GartenWerkStadt in Marburg herausgegeben wird. Klar, wie in fast jedem Kalender gibt es eine Übersicht über die Jahre 2017 und 2018 sowie über die Ferientermine und bei einer Seite je Woche bewahrt man locker den Überblick. Lobenswert ist auch, dass es reichlich Platz für Notizen gibt.

Soweit so gut, klingt nicht besonders oder außergewöhnlich. ABER (und jetzt kommt’s): Dieser Kalender ist mehr als nur ein Kalender! Von den Machern wird er als „persönlicher Terminplaner und politischer Gartenkalender“ bezeichnet. Jedes Jahr widmet er sich einem anderen Thema. 2016 war es Wurzelgemüse, dieses Jahr ist es der Klimawandel. Denn (laut Zitat von Carlo Petrini, Präsident der Non-Profit-Organisation Slow Food International aus dem Kalender) „die Lebensmittelproduktion ist eine der wichtigsten Ursachen und eines der ersten Opfer des Klimawandels.“ Auf die politischen Aspekte des Klimawandels wird kurz, knapp und knackig zu Beginn des Planers eingegangen. Als Kalender für den praktisch orientierten Gärtner liegt der Schwerpunkt eher darauf, was man selbst tun kann, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Diese klimaschonenden Tipps sind in den zentralen Kalenderteil eingeflochten. Ergänzt wird das Ganze durch eine Vielfalt an jahreszeitlichem Gärtnerwissen, Buchempfehlungen und köstlichen Rezepten, sodass auch das willkürliche „Schmökern“ reichhaltig belohnt wird. Besonders toll und hilfreich sind die fast wöchentlichen Anbauanleitungen, anhand derer man sich gut und sehr bequem durch das Gartenjahr hangeln kann. Am Ende des Kalenders sind sie in Form einer Anbautabelle auf einen Blick für das ganze Jahr zusammengefasst. Handzeichnungen (dieses Mal sogar bunt!) sorgen für liebevoll gestaltete Details.

Die wöchentlichen Anbauanleitungen erleichtern das Gärtnern erheblich!
Die wöchentlichen Anbauanleitungen erleichtern das Gärtnern erheblich!

 

Der taschenGARTEN 2017 von der GartenWerkStadt wird im A5-Format auf Recyclingpapier gedruckt. Eine Spiralbindung und ein Gummiband als Verschluss halten ihn zusammen. Je nach Einkommen, wird mit Preisen nach Selbsteinschätzung zwischen 15 und 21 Euro gearbeitet. Er wird über die Website der GartenWerkStadt Marburg bezogen (Website siehe unten).

So sieht er von außen aus: der taschenGARTEN 2017So sieht er von außen aus: der taschenGARTEN 2017

 

Über die GartenWerkStadt

Die GartenWerkStadt ist 2012 gegründet worden mit dem Ziel, in Marburg Räume für eine Auseinandersetzung mit landwirtschaftlichen Themen und gesunder Ernährung ins Leben zu rufen. Dabei werden die Grundlagen des ökologischen Anbaus praktisch vermittelt und eine Diskussionsplattform für agrarpolitische Themen geschaffen. Zur GartenWerkStadt gehören verschiedene Bausteine, darunter die Gemeinschaftsgärten, das Projekt Gartenkinder, weiterhin werden Workshops, Vorträge, Kinovorführungen und Feste organisiert. Im Garten findet jährlich eine themenbezogene Ausstellung statt.

Näheres zur GartenWerkStadt findet ihr unter www.gartenwerkstadt.de Hier könnt ihr auch den taschenGARTEN 2017 bestellen!

Wurmkompost Teil 2 – Pflege

Mit Bau und Einrichtung unseres Wurmkompostes hatte ich naiv gedacht, das Thema sei weitestgehend abgeschlossen. Immer wieder mal Obst- und Gemüsereste dazugeben, fertig. Bis ich kürzlich bei sinkenden Temperaturen wieder kleine, vertrocknete Wurmkörperchen auf dem Balkonboden gefunden hatte. Die Panik setzte wieder ein. Denn inzwischen hatte selbst ich verstanden, dass die Flucht aus der Kiste ein Zeichen allgemeinen Unwohlseins ist.

Winter

Also, erstmal ihr zu Hause winterfest machen. Die Kompostwürmer sind kaltblütig und funktionieren am besten bei Temperaturen zwischen 15 und 25°C. Daher wird empfohlen, die Kiste in die Wohnung zu holen. Das kommt bei uns aber nicht in Frage, also mit Stroh, Styroporplatten, Decken oder Säcken aus atmungsaktivem Material einpacken. Ich hatte mich dazu entschlossen, im Baumarkt zwei Kokosmatten zu besorgen, die ich fachfrauisch um den Wurmkompost wickelte und – dank der pragmatisch-ingenieurhaften Denkweise meines Freundes – mit Spanngurten befestigte. Ein weiteres Stück Kokosmatte habe ich auf den Deckel gelegt.

Infos

Im Internet liest man zum Thema Wurmkompost viel verschiedenes. Es gibt viele hilfreiche Seiten, wie die von Wurmwelten, Wilma in der Wurmkiste oder den Artikel unserer erfolgreichen Blogger-Kollegin Wasteland Rebel. Auf weniger seriösen Seiten liest man viele widersprüchliche Informationen. Ergänzend zur Internetrecherche entscheide ich mich also ganz klassisch als nächstes ein richtiges, kompaktes Buch zum Thema zu besorgen. Da ich bereits zwei Bücher von Andrea Heistinger besitze (die Autorin ist in Sachen Garten und Balkon sehr zu empfehlen!!!), entschied ich mich für „Kompost aus der Kiste“ von Lydia Brucksch und Jasper Rimpan aus dem Ulmer Verlag. Es hat sich doch gelohnt. Es liefert kompaktes Wissen, ist mit charmanten Zeichnungen ansprechend gestaltet und bietet für viele, mir bisher nur teilweise unbekannten Probleme Lösungen. Hätte ich mich da mal früher mit beschäftigt – einiges hätte ich anders gemacht.

Wurmtee und Staunässe

Das wichtigste, was ich bisher vernachlässigt hatte, war der Wurmtee. Man soll ihn eigentlich alle ein bis zwei Wochen leeren! Denn ein volles Auffangbecken kann zu Staunässe führen und bei einem zu hohen Feuchtigkeitsgrad in der Wurmkiste kann der Inhalt nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Das führt zu anaeroben Verhältnissen und Fäulnis. Bei einer Kiste aus Holz ist das etwas weniger problematisch, denn die Feuchtigkeit kann durch die Holzkiste diffundieren (im Gegensatz zu Kunststoff). Zudem gibt es ausreichend Ritzen und Lücken, die den Austausch erleichtern. Dennoch schaue als nächstes in das Auffangbecken. Es ist nicht allzuviel Flüssigkeit darin, der Wurmtee hat eine tiefbraune Farbe und stinkt nicht. Mein Freund, der eindeutig eine feinere Nase hat als ich, bestätigt das. Aber auch jetzt schwimmen einige (wenige) tote Kompostwürmer darin. Was ich nicht wusste, ist dass die Würmer teilweise zum Abkühlen in das Auffangbecken wandern. Manchmal kommen sie da nicht wieder heraus und ertrinken. Daher soll man größere Steine hineinlegen, damit sie sich so retten und wieder rausklettern können. Ich baue erstmal aus kleineren Steinen, die ich noch auf dem Balkon habe, einen Steinhaufen in eine Ecke. Den Wurmtee fülle ich in eine Kunststoffflasche ab. So kann man ihn gut lagern. Der Deckel muss allerdings etwas geöffnet bleiben, damit Sauerstoff hinein kommt und der Wurmtee nicht kippt. Alternativ kann man ein kleines Loch in den Deckel schlagen. Bei Glasflaschen besteht die Gefahr, dass sie durch den Druck, der entsteht, explodieren können! Faul riechenden Flüssigdünger kann man mit Wasser verdünnen. So kommt wieder Sauerstoff hinein und er wird wieder aerob.

Wurmkompost Pflege: Wurmtee in der Kiste
Wurmtee in der Kiste

 

Wurmkompost Pflege: Etwa 500 ml konzentrierter Wurmtee in der Flasche.
Etwa 500 ml konzentrierter Wurmtee in der Flasche.

 

Was ich womöglich noch anders gemacht hätte? Zu Beginn hätte ich anstelle mit einer Art Kompostwurm mit einer Mischung aus den drei empfohlenen Arten Eisenia fetida, Eisenia andrei und Dendrobaena veneta gestartet. Diese drei sind die Experten, wenn es sich um das Zersetzen organischen Materials geht. Letztere, Dendrobaena veneta, wird von Anglern auch gerne als Köder für Fische gezüchtet! Hat man alle drei in der Kiste, setzt sich mit der Zeit die Wurmart durch, die am besten für den eigenen, ganz persönlichen Kompost geeignet ist. Womöglich hätte ich mich auch für eine horizontale Wurmkiste anstelle einer vertikalen entschieden. Bei einem vertikalen Wurmkompost stapelt man Boxen übereinander. Bei einem horizontalen Wurmkompost hat man hingegen eine einzelne große Kiste, in deren Mitte ein Gitter als Trennwand steht. Man füllt zuerst die eine Hälfte und geht dann, wenn sie voll ist, zur anderen über. Die Würmer gelangen durch das Gitter in die andere Seite der Box. eine Aber hey, was soll’s. Meine „Tennessee Wiggler“ vermehren sich und zersetzen, was da ist.

Wurmkompost Pflege: Eisenia fetida at work
Eisenia fetida at work

 

Standort

Die Kiste steht auch gut: zwar auf dem Balkon, aber geschützt unter einem Tisch. Das heißt, es gibt keine direkte Sonneneinstrahlung im Sommer und sie kann bei Regen nicht mit Wasser volllaufen. Auch die Entscheidung für das Holz war gut. Da es (mitunter durch die Ritzen, die zwischenzeitlich entstanden sind) recht atmungsaktiv ist, sollte eine gute Sauerstoffzufuhr gewährleistet sein und eine anerobe, faulige „Situation“ wird vermieden.

Fütterung

Gefüttert habe ich sie doch gut und sorgfältig. Und zwar so:

  • Obst- und Gemüseabfälle (möglichst Pestizid- und Herbizidfrei!!!)
  • Samen
  • Bananenschalen meiden, da die Zersetzung sehr lange dauert
  • Kaffeesatz (auch mit Filter möglich) und Teebeutel ohne Klammer und Etikett
  • Keine gekochten Essensreste (dürfen selten und wenig zugefüttert werden)
  • Keine Milchprodukte
  • Kein Fleisch, Knochen oder Fisch
  • Keinen Tierkot
  • Keine Hochglanzprospekte oder farbig bedrucktes Papier
  • Keine fettigen oder sehr salzigen Nahrungsmittel
  • Gewürze (sofern aus pflanzlichen Bestandteilen) sind OK
  • Haare oder Staub aus dem Haushalt sind auch in Ordnung
  • Biologisch abbaubare Kunststoffe sollen nicht hineingeworfen werden, wie natürlich auch keine Etiketten von Bananen oder Äpfeln.

Was ich NICHT gemacht habe, ist:

  • Säurehaltige Abfälle wie Knoblauch, Zwiebeln, Zitrusfrüchte und –schalen, Rhabarber oder anderes vermeiden
  • Keimfähige Samen raushalten
  • Mineralmix, Kalk und/oder Gesteinsmehl füttern
  • Papier- oder Zeitungsreste (schwarz/weiß), Eierkartons, Klopapierrollen zugeben
  • die Zugaben kleinschneiden

 

Säurehaltige Abfälle

Zitronen oder Zwiebeln können (klaro) zu einer Übersäuerung des Komposts führen. Das tut den Kompostwürmern überhaupt nicht gut. Sie funktionieren am besten bei einem pH-Wert von fünf bis sieben. Mit Fortschritt der Verrottung tendiert der Kompost zu Übersäuerung. Testen kann man den pH-Wert mit einfachen Teststreifen (oder Indikatorpapier) aus der Apotheke. Daher ist es wichtig, einmal die Woche eine kleine Handvoll Kalk hinzuzugeben. Den gibt es günstig im Gartencenter. Alternativ kann man auch Eierschalen malen und in die Kiste streuen. Hier gibt es allerdings das Risiko, dass mit den Eierschalen Salmonellen in die Kiste gelangen und letztere sich dort vermehren. Das ist natürlich ungünstig, wenn man den Kompost oder auch den Wurmtee weiterverwenden will. Ein vorheriges Erhitzen bringt nicht den gewünschten Erfolg, da die Eierschalen sich chemisch verändern und die Kompostwürmer den Kalk nicht mehr so gut aufnehmen können.

Wurmkompost Pflege: Zwiebeln, Zitrus und Etiketten habe ich wieder herausgefischt.
Zwiebeln, Zitrus und Etiketten mögen Kompostwürmer schonmal gar nicht.

 

Keimfähige Samen im Wurmkompost

Bei Samen (z.B. Kürbiskerne) muss man einfach wissen, dass sie im Kompost keimen können. Die Würmer rühren sie dann nicht an. Das gleiche gilt für Sprossen. Entweder, man kocht sie vorher ab oder man schneidet die Samen durch. Werden sie doch wie sie sind in den Kompost gegeben, kann man sprießende Keime auch einfach durchbrechen.

Mineralstoffe

Auch Kompostwürmer brauchen bestimmte Mineralstoffe. Das ist auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Macht man das nicht, besteht aber das Risiko, dass der Wurmkompost nach wenigen Jahren kippt und die Wurmpopulation stirbt. Auf einschlägigen Websites (z.B. Wurmwelten.de) gibt es einen speziellen Mineral-Mix, der relativ günstig ist, Kalk enthält und von dem man wohl lange etwas hat. Da ich noch einen Sack Urgesteinsmehl auf dem Balkon stehen habe, habe ich nachgeforscht. Scheinbar kann man anstelle des Mineral-Mixes auch Urgesteinsmehl (inkl. Kalk) zufüttern. Ich versuche es erstmal damit, das erspart Ressourcen, Kosten, Versand per Botendienst und den Rattenschwanz, der damit zusammenhängt.

Wurmkompost Pflege: Etwas Urgesteinsmehl hält den Wurm fit
Urgesteinsmehl mit Kalk hält den Wurm fit

Papier/Kartonage

Ja, man soll auch Papier (oder Kartonage) zufüttern. Das Klima soll zwar feucht sein, allerdings darf keine Staunässe entstehen. Papier oder Kartonage saugt Flüssigkeit auf und verhindert Staunässe, wie auch Fäule. Die Würmer fressen es auch gerne. Entgegen allen bösen Vermutungen, ist schwarz-weiß bedrucktes Zeitungspapier vollkommen in Ordnung und unbedenklich. Die Farbe besteht überwiegend aus Ruß, Harzen und Mineralen. Fernhalten sollte man sich von Buntdrucken, Hochglanzprospekten und Servietten. Sie können Schwermetalle enthalten In der Aufbereitung von Druckerpapier und gebleichten Taschentüchern werden viele schädliche Chemikalien verwendet. Man kann aber auch etwa Eierkartons oder leere Klopapierrollen verwenden. Hauptsache kohlenstoffhaltig. Insgesamt sollte Papier oder Kartonage etwa 25 bis 30% der zugegebenen Materie ausmachen.

Wurmkompost Pflege: Etwas kleingerupftes Papier auch.
Etwas kleingerupftes Papier auch.

Zerkleinerung und Verwertung

Was mir auch nicht ganz klar war, ist wie die Kompostwürmer die Abfälle verwerten. Sie sind auf jeden Fall auf Mitstreiter angewiesen, die ihnen ihre Nahrung vorbereiten. Daher ist es wichtig, die organische Materie vor der Zugabe in den Kompost kleinzuschneiden und so die Oberfläche für die Zersetzung zu vergrößern. Kleinstlebewesen zerkleinern die Nahrung für die Würmer, welche dann eher einen vorverdauten Brei aufschlabbern. Über Drüsen wird diesem Brei Kalk zugeführt, der ihn weniger sauer macht. Enzyme im Darm helfen alles zu zerkleinern. Feste Bestandteile, wie Sandkörner oder Mineralien, fungieren als „Mühlsteine“. Es wird tatsächlich nur ein kleiner Teil der Nahrung verdaut. Die Produkte verkitten die weiteren organischen Stoffe mit den Bodenteilen und bilden sogenannte, für Mikroorganismen wertvolle Ton-Humus-Komplexe.

Mitbewohner

Neben Mikroorganismen können auch andere Mitbewohner in der Kiste vorkommen. Sieht man viele kleine, weiße Würmchen (ca. 0,5 bis 3 cm lang), handelt es sich womöglich um Enchyträen. Sie sind nicht schlimm, auch sie ernähren sich gerne von abgestorbener Materie. Allerdings sprechen sie eher für ein saures Milieu, was wiederum ungünstig für die Kompostwürmer ist. Abhilfe schaffen kann man durch Zugabe von Kalk oder Mineral-Mix. Ich meine, sie im Sommer gesehen zu haben, aktuell sind sie aber in meinem Kompost nicht auffindbar.

Bodenbakterien spielen natürlich eine wichtige Rolle im natürlichen Zersetzungsprozess. Sie schließen Nährsalze auf, sodass sie den Pflanzen zur Verfügung stehen. Im Kompost kommen aerobe Bakterien vor. Sie benötigen Sauerstoff. Wird die Sauerzufuhr verhindert oder wird mehr Materie zugegeben, als verwertet werden kann, nehmen die anaeroben Bakterien zu. Fäulnis entsteht, die Kompostwürmer meiden die anaerobe Stelle und werden krank.

Selbstverständlich kommen im Kompost Pilze vor. In der Wurmkiste treten verschiedene Pilzarten auf, die auch von alleine wieder verschwinden. Sie helfen beim Abbau der organischen Materie und dürfen nicht fehlen, insbesondere, wenn es sich dabei um verholztes Material handelt. Schimmel kann auch an Nahrungsmitteln auftreten und ist natürlicher Teil des Zersetzungsprozesses. Sofern weitere Materie sparsam zugegeben wird, verschwindet auch er von alleine wieder. Falls einem bei bestimmtem Schimmel unwohl ist, kann man das Substrat unter die weitere Masse unterheben oder im Hausmüll entsorgen.

Wir geben relativ viele Obstreste in den Kompost, daher gibt es leider auch viele Fruchtfliegen. Sie kommen mit der Obstschale in den Kompost und können wirklich nerven. Hier hilft eine Hanfmatte. Die habe ich zugegebener Maßen noch nicht, die Anschaffung steht aber an. Ich hatte den Kompost zunächst mit Zeitungspapier abgedeckt, was nicht geholfen hat. Eigentlich ist Zeitungspapier als Abdeckung nicht wirklich ratsam, zum einen wegen der bereits erwähnten farbigen Drucke, zum anderen, weil unter zu vielen Lagen Zeitungspapier wiedermal faulige Zustände entstehen können. Unter der Hanfmatte ist es stets dunkel und feucht, es bleibt aber atmungsaktiv. Ein Klima wird erzeugt, in dem sich die Larven der Fruchtfliegen nicht wohlfühlen (nicht zu feucht).

Pflege Wurmkompost: Drosophila in da house!
Drosophila in da house!

Das andere Mittel gegen Fruchtfliegen ist eine Essigfalle. Hier muss man jedoch aufpassen. Sie eignet sich besonders für den Innenraum, den draußen können auch andere, hilfreiche Insekten auf die Falle „hereinfallen“. Für eine Essigfalle mischt man Essig mit zwei bis drei Tropfen Spülmittel und etwas Zucker. Alternativ ist etwa Agavendicksaft, Honig oder anderes möglich. Was Süßes, eben. Beim Versuch ihre Eier in der Mischung abzulegen, ertrinken die Fruchtfliegen. Diesen Sommer haben wir die Falle schon viele Male in der Wohnung ausprobiert und sie klappt ganz hervorragend. Man kann die Obstreste auch in Zeitungspapier einwickeln und unter der Hanfmatte platzieren.

Es gibt noch weitere Mitbewohner wie Springschwänze, Asseln, Milben und Tausendfüßer, die im Zersetzungsprozess alle ihren Beitrag leisten und recht unbedenklich sind. In unserem Kompost habe ich sie noch nicht bewusst gesehen. Dafür eine kleine Schnecke, die sich durchgefressen hat. Die habe ich dann doch in den Nachbarsgarten geworfen…

Pflege Wurmkompost: Bis auf weiteres, kleines Schnecken!
Bis auf weiteres, kleines Schnecken!

Das bringt mich langsam an das Ende dieses Artikels zum Thema Wurmkompost Pflege. Eine Ernte des Komposts steht noch lange nicht an und ist eine andere Geschichte. Auch das ist spannend zu erleben, wie aus den ganzen Gemüseresten, die wir über die Monate in den Wurmkompost gegeben haben, kompakte Erde wird. Es gibt auf jeden Fall noch viel zu lernen. Und auch hier die Frage an Euch, was sind Eure Erfahrungen? Vertikal oder horizontal? Drinnen oder draußen? Mineral-Mix oder Urgesteinsmehl? Aerob oder anaerob? Welche Mitbewohner sind bei Euren Kompostwürmern eingezogen? Ich will’s wissen und freue mich über jede Rückmeldung!

Hilfreiche Informationen zur Wurmkompost Pflege findet man etwa hier:

Brucksch, L.; Rimpan, J.: „Kompost aus der Kiste“; Ulmer Verlag.

Grand, A.; Heistinger, A.: „Biodünger selber machen“; Löwenzahnverlag.

Wasteland Rebel – Artikel zum Thema Wurmkompost „Kompostieren in der Stadtwohnung mit einer Wurmkiste“: http://wastelandrebel.com/de/kompostieren-in-der-stadtwohnung-mit-einer-wurmkiste/

Wilma in der Wurmkiste – Workshops zum Thema und Blog : www.wilma-wurmkiste.de

Wurmwelten – Shop für Kompostwürmer und Zubehör, sowie Infos und Forum rundum das Thema: www.wurmwelten.de

Kürbisrisotto mit Walnüssen

Draußen ist es dunkel und grau und Körper und Geist sehnen sich nach Wohlfühl-Essen, einem guten Buch und ruhigen Wochenenden. Wir können euch zwar nicht helfen, eure Wochenenden ruhig zu gestalten, aber zumindest können wir euch das richtige Rezept für ein wahres Wohlfühl-Essen liefern. Zwar muss man für diese Kürbisrisotto etwas Zeit und Ruhe mitbringen, aber wir versprechen es zahlt sich aus.  Das knallig orange Risotto ist nicht nur ein optisch ein Höhepunkt, auch die schöne Kombination von cremigem Reis, gebratenen Kürbiswürfeln und knackigen Walnüssen hat uns restlos überzeugt, aber seht und schmeckt selbst.

Kürbisrisotto mit Walnüssen

Vorbereitungszeit: 1 Stunde

Kochzeit: 25 Minuten

Zutaten

  • 200 Gramm Risottoreis
  • 1 Kürbis z.B. Hokaido
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 ml trockener Weißwein
  • ca. 400 ml Gemüsebrühe
  • ca. 50 gr Parmesan
  • Butter
  • getrockneter Thymian
  • 2 Lorbeerblätter
  • ca. 6 Walnüsse
  • Olivenöl
  • etwas Kürbiskernöl

Zubereitung

  1. Zunächst solltet ihr den Kürbis waschen, entkernen und in Spalten schneiden. 3/4 des Kürbis legt ihr auf ein Backblech und beträufelt die Spalten mit etwas Olivenöl. Nun backt ihr die Kürbisspalten circa 45 Minuten bei 180-200 Grad im Ofen. Nehmt den Kürbis aus dem Ofen und last ihn kurz auskühlen. Das durch die Röstung weiche Kürbisfruchtfleisch solltet ihr nun in einen Rührbecher geben und mit dem Pürierstab zerkleinern.
  2. Würfelt im Anschluss den restlichen Kürbis, die zwei Zwiebeln und die Knoblauchzehe. Parallel solltet ihr die 400 ml Gemüsebrühe erwärmen.
  3. Zweidrittel der Zwiebeln und der Knoblauchzehe erhitzt ihr in einem Topf wahlweise in Olivenöl oder etwas Butter. Sobald die Zwiebeln schön glasig sind, kann der Risottoreis hinzugegeben werden und wird kurz mitgedünstet. Gebt nun die zwei Lorbeerblätter und Thymian hinzu. Löscht nun alles mit dem Weißwein ab und lasst die Flüssigkeit einmal komplett einkochen.
  4. Während des Einkochprozesses solltet ihr parallel schon eine Pfanne erhitzen und darin die restlichen Zwiebeln und den Knoblauch glasigdünsten. Gebt nun den restlichen Kürbis hinzu. Der braucht je nachdem wie große Würfel ihr geschnitten habt einige Zeit, deshalb solltet ihr diesen Arbeitsschritt nicht ans Ende des Kochprozesses stellen.
  5. Sobald der Wein eingekocht ist, gießt ihr so viel Brühe über den Reis, dass dieser bedeckt ist. Vergesst nicht gelegentlich zu rühren. Sobald der Reis die Brühe aufgenommen hat, solltet ihr immer wieder etwas Brühe hinzu gießen. Nach einer Viertelstunde kann das Kürbispüree untergemischt werden. Nun sollte die gesamte Mischung noch einmal circa 5-10 Minuten garen.
  6. In dieser Zeit solltet ihr den Parmesan fein reiben und die Nüsse knacken und zerkleinern.
  7. Im letzten Schritt gebt ihr den Parmesan und einen großen Löffel Butter unter das Risotto. Serviert das Kürbisrisotto mit den angebratenen Kürbiswürfeln, Walnüssen und ein paar Tropfen Kürbiskernöl.
http://www.vonundzugruen.de/kuerbisrisotto-mit-walnuessen/

Fertiges Kuerbisrisotto mit Walnüssen

Herzhafter Quitteneintopf

Die Quitte, eine klassische aber schwierige Frucht. Meine erste Reaktion ist in der Regel „toll, Quitten!“ Aber was macht man damit? Die goldgelben Früchte verbreiten einen wundervollen Duft, sind aber haarig, hart zu schneiden und entfalten ihren angenehmen Geschmack erst mit dem Kochen. Der Titanic-Kolumnist Max Goldt überzieht diesen Zwiespalt mit viel Humor in seinem Text „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“.

Was eindeutig ist, ist dass die Quitte von jeher in verschiedenen Völkern ein Symbol der Liebe und Fruchtbarkeit gewesen ist. Während die mitteleuropäische Quitte in rohem Zustand eher bitter schmeckt und nicht roh gegessen wird, haben die Quitten im östlichen Mittelmeerraum einen höheren Zuckergehalt. In Athen war es zur Zeit des Gesetzgebers Solon vorgesehen, dass Brautleute vor der Brautnacht gemeinsam eine Quitte essen mussten. Ein angenehmer Duft, der süße Geschmack kombiniert mit der bitteren Note war Symbol für Leid und Freud in der Ehe. In England hingegen stand die Bitterkeit, die verachtete Schönheit im Vordergrund. Eine geschenkte Quitte war immer eine Liebeserklärung, die Annahme die Erwiderung.

Also, schon wieder süß zu Marmelade oder spanischer Membrillo einkochen? Zusammen mit Apfel zu einem Kompott? Wäre eine kreative Quiche noch eine Möglichkeit? Entsprechend war auch meine „Schwiegermutter“ kürzlich auf der Suche nach einem Quittenrezept. Gesucht, gefunden, (Leider/natürlich) im großen weiten Netz (chefkoch.de)… Zum Glück hat sie es mit mir geteilt. Ich habe es prompt abgeschrieben, getestet, für gut befunden und möchte es nun mit Euch teilen.

Herzhafter Quitteneintopf

Zutaten

  • 360 g Quitten (ca. 2 Stück
  • 250 g passierte Tomaten
  • 400 ml Kokosmilch
  • 180 g rote Linsen
  • 450 ml Gemüsebrühe
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl
  • Kreuzkümmel
  • Zimt
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

  1. Zunächst die Behaarung unter Wasser mit einer Gemüsebürste entfernen, die Quitten schälen, entkernen und kleinschneiden.
  2. Die Quitten in Öl und 100 ml dünsten (ca. 7 min)
  3. Zwischenzeitlich Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln und dazugeben
  4. Nach etwa 2 min Tomaten, Kokosmilch, Gemüsebrühe und Linsen hinzufügen und etwa 20 min köcheln.
  5. Mit Zimt, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer abschmecken (ich habe zusätzlich noch etwas Kurkuma hinzugefügt).
  6. Voilá, schon fertig! Auch dieses Rezept lässt sich etwa mit Reis, Couscous oder Quinoa servieren.
http://www.vonundzugruen.de/herzhafter-quitteneintopf/

Quitten: Der herzhafte Quitteneintopf zusammen mit einer guten Portion Reis.
Der herzhafte Quitteneintopf zusammen mit einer guten Portion Reis.

 

Mir hat dieses Rezept sehr gut geschmeckt, die Süße und Textur der Quitten macht sich ganz toll darin. Besonders an kalten, windigen, regnerischen Tagen ist der „comfort“-Faktor dieses Gerichts kaum zu toppen. Es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dieses Rezept gekocht habe.

Kennt ihr gute, herzhafte Quittenrezepte? Bitte teilen, wir freuen uns über Inspiration für köstliche Quitten!

Pflanzt das Frühlingsbuffet für unsere Bienen!

Was gibt es schöneres als nach einem langen, kalten, regnerischen Winter, die ersten Blätterspitzen in den Beeten und Wiesen zu entdecken. Jetzt heißt es nur noch ein paar Tage warten und die winterliche Tristesse verwandelt sich in ein kleines Blütenmeer. Und nicht nur die Menschen verzehren sich im Frühjahr nach den ersten Blumen, auch die Tierwelt kann es kaum erwarten. Insbesondere die Königin unter den Gärtner-Nützlingen ist auf Frühlingsblüher angewiesen: die Biene.

Während Honigbienen nasses und kaltes Wetter meiden, sind Wildbienen schon zu Beginn des Frühjahrs und bis lang in die kalten Tage hinein unterwegs. Viele Wildbienen, wie z.B. die Mauerbiene,  können Pflanzen bestäuben, die Honigbienen aufgrund ihrer Statur nicht anfliegen. Deshalb bilden sie einen sehr wichtigen Bestandteil unseres Ökosystems. Jedoch ist in den letzten Jahrzehnten die Situation für die Wildbienen sehr schwierig geworden: Sie leiden unter einem mangelnden Nahrungsangebot, fehlenden Nistplätzen und in der Landwirtschaft eingesetzten Pflanzenschutzmitteln.

Unsere Bienenvielfalt ist bedroht

In Deutschland sind 561 Wildbienenarten bekannt (Westrich et al. 2011), mehr als die Hälfte dieser Arten stehen auf der roten Liste. Sie gehören somit zu den gefährdeten Arten unseres Landes. Zwar leidet auch die Honigbiene unter den Entwicklungen, jedoch ist sie weniger stark spezialisiert und nicht durch den Schwund von Nistmöglichkeiten betroffen. Im Gegensatz zu Honigbienen, die in Völkern leben, sind sehr viele Wildbienenarten Solitärbienen, die als Einzelgänger in Totholz oder dem Boden nisten. Zwar stellen immer mehr Mensch als „Bienenhotels“ bekannte Nistmöglichkeiten auf, jedoch entsprechen diese häufiger den ästhetischen Kriterien der Menschen, als den Ansprüchen der Bewohner. Worauf man bei der Auswahl des richtigen Bienen- bzw. Insektenhotels achten sollte, findet ihr z.B. auf der Seite der Bienenretter. Darüber hinaus ist der Flugradius von Wildbienen deutlich eingeschränkter als bei Honigbienen. Während Wildbienen nur in einem Radius von 50 bis 300 Metern auf Nahrungssuche gehen können, nehmen Honigbienen einen Weg von bis zu drei Kilometern auf sich, um nektarreiche Pflanzen zu finden.

Fruehlingsblueher auf Wiese

Was Bienen für uns leisten

Für viele Menschen sind Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen angsteinflößend – sie fürchten sich vor ihren Stacheln, obwohl die meisten Tiere diesen so gut wie nie einsetzen. Viel mehr Angst sollte der Mensch davor haben, dass die Bienen verschwinden, denn mit ihnen verschwindet die Vielfalt auf unseren Tellern. Werden Obstbäume, Beerensträucher und Gemüsepflanzen nicht bestäubt, tragen sie keine Frucht. Jedoch sind 80 Prozent der heimischen Kultur- und Wildpflanzen  auf Bienen angewiesen. Auch andere Tiere leiden unter dem Rückgang der Bienenpopulation. Bestäuben die Bienen keine Sträucher und Büsche fehlen vielen Vögeln und Nagern die Früchte, Beeren und Nüsse der Pflanzen als Nahrungsgrundlage – sie müssen hungern. Einige Pflanzenarten sind so stark auf die Bestäubung durch  eine spezialisierte Bienenart angewiesen, dass das Verschwinden der Bienen auch ihr Aussterben besiegelt.

Was wir tun können

Nicht jeder hat einen großen Garten, oder sogar einen eigenen Acker und trotzdem können wir alle unseren Beitrag leisten, damit es sowohl den Wild- als auch den Honigbienen in Deutschland wieder besser geht. Ein Stündchen Arbeit auf dem Balkon oder dem Rasen vor dem Haus kann schon viel bewegen. Während ich meinen Balkon für essbare Pflanzen nutzen möchte (auch blühende Kräuter sind Bienenweiden!), bietet der karge Rasen vor unserem Haus eine schöne Fläche für Frühlingsboten. Schon in den letzten Jahren habe ich einige Frühlingszwiebeln gesetzt, in diesem Jahr sind 100 weitere Zwiebeln hinzugekommen. Bestellt habe ich die Zwiebeln bei den Bienenrettern, einem gemeinnützigen Bildungs- und Ökologieprojekt des Frankfurter Instituts für nachhaltige Entwicklung e.V.. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt über die Situation der Honig- und Wildbienen aufzuklären und Groß und Klein beizubringen diese wichtigen Insekten zu schützen. Unter dem Slogan „Lass deine Stadt aufblühen!“ vertreibt der Verein darüber hinaus bienenfreundliche Blumenzwiebeln und Saatgutmischungen für den eigenen Balkon. Die Einnahmen durch den Verkauf fließen zurück in die Bildungsprojekte der Bienenschützer und tragen somit dazu bei, dass noch mehr Menschen Bienenschutz betreiben.

Auf dem Rasen vor unserem Haus habe ich folgende Sorten gepflanzt:

  • Bunte Krokusse
  • Sternhyazinten
  • Blausternchen
  • blau-weiße Kegelblumen

Wann blüht das Frühlingsbuffet für die Bienen?

Die BlühIm Einsatz für die Biene: Gartenschaufel kaputt!zeit der Pflänzchen beginnt im Februar und endet im April. Um unseren Rasen nicht unnötig zu löchern, habe ich an einigen Stellen größere Stücke Rasen mit meiner Schaufel abgestochen, angehoben und die Zwiebeln in Gruppen gepflanzt, je nach Größe der Zwiebeln circa 3-5 cm unter der Erde bzw. der Grasnarbe. Wenn der Rasen im Anschluss wieder auf die Stelle gesetzt und festgetreten wird, ist kaum zu erkennen, dass er zuvor abgelöst wurde. Das Pflanzen in Grüppchen erleichtert darüber hinaus unseren Gärtnern das Mähen im Frühjahr. Jedes Jahr bemühen sich die Gärtner liebevoll die blühenden Pflanzen zu umfahren – ich will es ihnen nicht unnötig schwer machen.  Leider war das Abstechen des Rasens etwas zu viel für meine geliebte alte Gartenschaufel, nach circa 15 Jahren unermüdlichem Einsatz für meine Familie, hat sie dem Rost nachgegeben. Da steht wohl spätestens im kommenden Frühjahr eine kleine Neuanschaffung an.  Vielen Dank geliebter Helfer für deinen letzten großen Einsatz.

Darüber hinaus habe ich den Tipp bekommen, dass Stockrosen, die im Spätherbst noch in den Boden kommen, mit etwas Glück schon im kommenden Jahr blühen. Eine liebe Freundin hat mir drei kleine Kraftprotze geschenkt, die ich natürlich direkt eingepflanzt habe. Warten wir mal ab, wie sie sich im nächsten Jahr machen. Ich freue mich auf jeden Fall auf das kleine Blütenmeer auf unserem Rasen und auch die grimmigsten Nachbarn haben bisher jedes Jahr mit Freuden auf die Pflänzchen geschaut. Es lebe das Gärtnern in der Stadt.

Für unsere Bienen: Stockrose setzen

Tipps für die eigene Recherche:

  1. Wer mehr über Wildbienen erfahren möchte, dem kann ich die Webseite von Dr. Paul Westrich ans Herz legen. Seit 2005 sammelt der promovierte Biologe auf seiner Seite wichtige Informationen zu zahlreichen Wildbienenarten, stellt spannende Fotos und Steckbriefe zur Verfügung. Natürlich bietet Westrich auch viele Tipps wie die Bestände und Lebensräume der Wildbienen geschützt werden können.
  2. Wer mehr über die Honigbiene und das Bienensterben erfahren möchte, der sollte sich die Dokumentation „More than Honey“ des Regisseurs Markus Imhoof aus dem Jahr 2012 ansehen. Sie zeigt eindrücklich wie industrialisiert die Honig- und Bestäubungsindustrie ist, wie alte Bienenarten unter überzüchteten Rassen leiden und welche Krankheiten die Tiere quälen. Neben dem iTunes-Store, ist der Film auch kostenfrei in der Amazon-Prime Bibliothek zu sehen.

Literaturverzeichnis:

Westrich, P., Frommer, U., Mandery, K., Riemann, H., Ruhnke, H., Saure, C. & Voith, J. (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen (Hymenoptera, Apidae) Deutschlands. – In: Binot-Hafke, M.; Balzer, S.; Becker, N.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G.; Matzke-Hajek, G. & Strauch, M. (Red.) (2011): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3): 373-416.

Gestatten I: Die Rote Bete

Große Freude hat mir dieses Jahr die Ernte einiger schöner Knollen Rote Bete bereitet! Laut einschlägiger Literatur ist das auf einem Balkon eine schwierige Angelegenheit. Andrea Heistinger empfiehlt in ihrem „Handbuch Bio-Balkongarten“ für die Rote Bete auf dem Balkon ausschließlich das Hochbeet. Umso glücklicher bin ich, dass es in meinen großen Bäckerkisten unter der Zugabe einer Menge Sand gut geklappt hat. Da die Freude darüber noch anhält und locker noch Rote-Bete-Zeit ist, will ich die Gelegenheit nutzen sie mal vorzustellen.

Die Rote Bete oder Rote Rübe (lat. Beta vulgaris var. vulgaris) ist ein Gänsefußgewächs. Sie ist also mit Mangold, Spinat, Zuckerrübe und Melde verwandt. Bei Mangold, Spinat und Melde sind im Vergleich zur Roten Bete die Blätter stärker entwickelt als die Wurzeln. Die Rote Bete stammt von der wilden Rübe oder Wildbete (lat. Beta vulgaris) ab und hat ihren Ursprung im östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien. Über viele Jahrhunderte hinweg ist sie durch den Menschen als Kulturgemüse gezüchtet und weiterentwickelt worden. Ihre heutigen Formen und Farben sind erst im 19. und 20. Jahrhundert entstanden. Am geläufigsten ist die knallrote Färbung (die sich nach Verzehr auch in der Verdauung bemerkbar macht…). Es gibt jedoch auch orangerote, weiße, gelbe und rot-weiß geringelte sowie plattrunde, kugelförmige, längliche und zylindrische Formen.

Am weitläufigsten bekannt und Namensgeber: die wirklich rote Rote Bete!
Am weitläufigsten bekannt und Namensgeber: die wirklich rote Rote Bete!

 

Da die Rote Bete wenige Ansprüche an den Boden stellt, wird sie viel in Ländern mit gemäßigtem Klima angebaut. Je nach Zeitpunkt der Aussaat kann sie bereits ab Juli/August und bis in den Spätherbst hinein geerntet werden. Kühl und trocken aufbewahrt ist sie vier bis acht Wochen lagerfähig, bei Temperaturen von 4°C sogar bis zu sechs Monaten! Am besten man schlägt sie dazu in feuchtem Sand in einem Keller ein. Die Wurzel darf bei der Ernte nicht verletzt werden, sonst tritt der Saft aus und die Knolle leidet.

Die Rote Bete ist eine oft unterschätzte, aber sehr feine Knolle. Man kann sie roh oder gekocht essen oder gut in Essig konservieren. Die Wurzel ist reich an Mineralsalzen und Vitaminen, darunter vor allem B-Vitamine, Kalium, Eisen und Folsäure, wie auch an sekundären Pflanzenstoffen. Mitunter gibt der sekundäre Pflanzenstoff Betain nicht nur dieser tollen Knolle ihre rote Farbe. Er stimuliert Leberzellen und kräftigt Gallenblase und -gänge.  Auch die Blätter sind nicht zu unterschätzen . Sie enthalten mehr Calcium, Magnesium, Vitamin C, A und K als die Wurzeln. Verwendet werden sie wie Mangold oder Spinat.

Anzucht im Freiland

Rote Bete sind Mittelzehrer und können durchaus auch in einem halbschattigen Beet gezogen werden. In einem gut vorbereiteten Boden (Kompost und Mulchabdeckung im Herbst) ist dann eine weitere Düngung nicht zwingend erforderlich. Ausgesät wird sie im Freiland ab April. Marie-Luise Kreuter empfiehlt in ihrem Buch „Der Biogarten“ alle 10 cm zwei Körner zu legen und später die schwächeren Pflanzen zu entfernen. Eine Vereinzelung ist dann nicht erforderlich. Verpflanzung ist schwierig und sollte an einem feuchten, bedeckten Tag geschehen. Die Reihen werden mit einem Abstand 25 cm gesät. Rote Bete braucht ausreichend Feuchtigkeit, damit sich die Wurzel gut entwickelt.

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Die Rote Bete mit voll ausgebildeter Knolle

Anzucht auf dem Balkon

Auch auf dem Balkon wird sie von Mitte April bis Ende Juli ausgesät. Im Spätsommer kann für eine Ernte im Herbst (und vor dem ersten Frost) nachgelegt werden. Da die Rote Bete viel Wurzelraum braucht und schlecht mit Hitze umgehen kann, eignet sie sich als normalgroße Rübe auf dem Balkon schlecht. Randnotiz: Auf meinem eigenen Balkon haben sie bei ausreichend Abstand einen Durchmesser von etwa 6 cm erreicht. Kugelige Sorten brauchen etwas weniger Wurzelraum als Sorten mit langer Wurzel. Andrea Heistinger schlägt in ihrem Buch vor, Rote Bete auf dem Balkon als sogenannte „Baby-Beet“ oder als „Baby-Leaf“ anzubauen.

Als Baby-Beet wird das Saatgut in Reihen dicht gesät. Die Knollen werden nach und nach geerntet, wenn sie die Größe von Radieschen erreichen (nach etwa acht bis zehn Wochen). Normalgroße Knollen sind nach etwa elf bis fünfzehn Wochen erntefähig. Da der Reihenabstand 25 cm betragen sollte, empfiehlt es sich auf dem Balkon aus Platzgründen eine einzelne Reihe anzulegen. Die Körner werden 3-4 cm tief gesetzt. Die Baby-Beets werden als Schwachzehrer behandelt, bei gut vorbereitetem Boden ist also eine weitere Düngung nicht erforderlich. Hat man es auf größere Rüben abgesehen, sollte ein langsam wirkender Bio-Dünger für Mittelzehrer eingesetzt werden. Vorsicht vor Überdüngung, denn die verkraftet Rote Bete nicht gut! Besonders auf dem Sonderstandort Balkon ist es wichtig, die Erde feucht zu halten.

Bei einer Nutzung als Baby-Leaf werden die Reihen dichter bestückt oder man entscheidet sich für einen flächigen Anbau. Die Blätter werden geerntet, ehe sich die Knolle voll ausbildet. Auch Baby-Leaf wird (wie Salat) als Schwachzehrer behandelt.

Auch farblich machen die Blätter der Roten Bete was her.
Auch farblich machen die Blätter der Roten Bete was her.

 

Balkongeeignete Sorten (nach Andrea Heistinger):

  • „Rote Kugel“ (Synonyme „Detroit“, „Palla rossa“, „Perfect“)
  • „Jannis“, eine frühreife und milde Sorte
  • „Blankoma“ (weißfleischig) und „Burpee White“ (mild im Geschmack)
  • „Goldgelbe“ (gelb, süß und fruchtig)
  • „Bull’s Blood“ mit roten Blättern als Baby-Leaf
  • runde Sorten als Baby-Beet, wie „Tondo de Chioggia“ (rot-weiß geringelt)
  • „Lutz Green Leaf“ (oder „Winterkeeper“)als Baby-Beet für kleinere Gefäße, reift schnell und ist gut lagerfähig

 

Fruchtfolge und Mischkultur

Nach dem Anbau Roter Bete oder eines anderen Gänsefußgewächses, sollte man etwa drei bis vier Jahre warten ehe man an derselben Stelle wieder Rote Bete anbaut. Baby-Beet oder Baby-Leaf werden in Reinsaat gepflanzt. Gute Nachbarn für große Rüben sind Buschbohnen, Dill, Erbsen, Gurken, Kohlarten, Kohlrabi, Knoblauch, Koriander, Kümmel, Pflücksalat, Zucchini, Zwiebeln. Schlechte Nachbarn sind Kartoffeln, Lauch, Mais, Spinat und Tomaten.

 

Quellen:

„Der Biogarten“, Marie-Luise Kreuter, München (1997).

„Handbuch Bio-Balkongarten“, Andrea Heistinger, Innsbruck (2015).

„taschenGarten 2016“, Hrsg. GartenWerkStadt, Marburg (2016).

Zwischen Vulkanen und Wäldern

Wer an Vulkanlandschaften denkt, ruft sich meist die Bilder der bizarren Felsformationen Lanzarotes oder der Geysire Islands in den Sinn. Dabei befindet sich zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinlandpfalz eine Region, deren Schönheit dem Vulkanismus zu verdanken ist – die Eifel. Wenn Nebel durch die Wälder wabert und die Maare wie verwunschene Seen daliegen, hat der Herbst Einzug gehalten. Für uns genau die richtige Jahreszeit zum Wandern.

Blick ueber das Maar

Ziel unserer ersten Wanderung sind die Dauner Maare: das Gemündener-, Weinfelder- und Schalkenmehrener Maar. Entstanden sind die circa 20.000 bis 30.000 Jahren alten wassergefüllten Trichter durch das explosive Aufeinandertreffen von Magma und Grundwasser. Kurz hinter dem Wanderparkplatz liegt das Weinfelder Maar in seiner vollen Schönheit: es hat einen Durchmesser von mehr als 500 Metern und ist mit 51 Metern das tiefste der drei Dauner Maare. Auch ohne Wanderkarte findet man leicht seinen Weg  zum nahegelegen Mäuseberg,  auf dessen Gipfel der elf Meter hohe Dronketurm thront.

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Seinen Namen erhielt der 1913 errichtete Aussichtsturm in Gedenken an den Lehrer Dr. Adolf Dronke – den Gründer des Eifelvereins. Dr. Dronke wollte durch die Belebung des Wandertourismus in der Region, sowohl eine Einnahmequelle für die arme Region als auch eine Freizeitbeschäftigungen für die hartarbeitende Bevölkerung schaffen. Bis heute zählt der Eifelverein e.V. zu einem der größten Wandervereine Deutschlands. Wer die Eifel nicht auf eigene Faust erobern möchte, kann sich auch von einem durch den Eifelverein ausgebildeten Wanderführer leiten lassen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf dem Dronketurm, von dem man bei gutem Wetter bis zum Hunsrück blicken kann, folgt der Abstieg zum Gemündener Maar durch einen hochgewachsenen, dichten Buchenwald. Am Rande des Maars liegt wohl eines der  idyllischsten Naturfreibäder des Landes, das in der Badesaison von Mai bis September zum Entspannen und Schwimmen einlädt. Während der Abstieg zum Gemündener Maar uns kaum ins Schwitzen gebracht hat, birgt der Rückweg auf die Höhe die erste steile Etappe unseres Ausflugs. Belohnt werden wir mit einem Blick über den nebelverhangenen Wald.

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Am Wegesrand liegt eine Hütte des Dauner Skivereins, der im Herbstwetter eine gewisse Trostlosigkeit ausstrahlt. Unsere weitere Eifel-Wanderung geht an einem aktiv genutzten Steinbruch entlang, der meinen Gärtner zu einer kleinen Studie des schweren Geräts einlädt. Ich genieße den Blick auf die selig grasende Schafsherde in einer mobil eingezäunten Weide. Querfeldein kürzen wir unseren Rückweg zum Weinfelder Maar ab.

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Wie schon der Ski Club Daun verweisen auch Schilder am Rande der Wasserfläche auf kalte, teilweise schneereiche Winter in der Mittelgebirgsregion. Während in kalten Wintern die Maare sogar eine Eisfläche bilden können, können wir im Herbst noch den Blick auf das klare, Wasser genießen. Das Licht erzeugt ein faszinierendes Farbenspiel auf der Wasseroberfläche. Die noch grünen Blätter der Bäume, spiegeln sich in der türkisen Oberfläche.

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Während uns nur wenige Wanderer und Spaziergänger auf unserem Ausflug begegnen, schenken uns die tierischen Bewohner zum Abschied noch einmal ihre volle Aufmerksamkeit. Auf dem weitläufig umzäunten Gebiet um das Weinfelder Maar lebt eine kleine Herde von Eseln und Ziegen, die sich je nach Laune von den Menschen anfassen lassen. Snacks für die Vierbeiner sind natürlich nicht gestattet, schließlich ist das Nahrungsangebot im Naturschutzgebiet um das Maar reichhaltig. Wer Angst vor den Tieren haben sollte, kann ihnen aber auch ohne große Mühen aus dem Weg gehen.

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Da wir das Schalkenmehrener Maar schon im vergangenen Winter besucht haben, verzichten wir dieses Mal auf einen Abstieg zu dem kleinsten und flachsten der drei Dauner Maare. Das Schalkenmehrener Maar ist ein sehr artenreiches Gewässer. Ob Aal, Hecht oder Barsch – viele Fische tummeln sich in dem 21 Meter tiefen Nass. Am Rande der Wasserfläche ist Schilfröhricht zu finden, an manchen Stellen kann man zur richtigen Jahreszeit auch eine Schwertlilie entdecken. Empfehlenswert ist ebenfalls ein kleiner Gang durch das Dörfchen Schalkenmehren, das mit vielen Schnitzereien in Herbst und Winter etwas magisches ausstrahlt.

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Am nächsten Tag unserer Reise in die Vulkaneifel zieht es uns in das kleine Dörfchen Neroth. Entlang Neroths verläuft einer der bekanntesten Wanderwege der Region: der Eifelsteig. Unser Ziel ist der Hausberg des Ortes, der Nerother Kopf. Ein 651 Meter hoher Berg, bei dem es sich um den Kegel eines erloschenen Vulkans handelt. Auch die Umgebung um den Nerother Kopf ist geprägt durch dicht gewachsene Buchenwälder, die uns den Nieselregen bestmöglich vom Leibe halten.

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Beim Blick auf den Berg, reißt sogar für eine kurze Zeit der verhangene Himmel auf. Auch wenn der Anstieg bis zur Kuppe nicht allzu anspruchsvoll ist, sollte man bei dieser Tour nicht auf gutes Schuhwerk verzichten, zu leicht ist die Möglichkeit auf dem steilen Waldboden auszurutschen. Deutlich schweißtreibender als die Route um die Dauner Maare ist der Weg auf den Nerother Kopf alle Mal – aber die Mühen lohnen sich. Auf dem Gipfel wartet, die Ruine der sogenannten Freudenkoppe. Hierbei handelt es sich um die Reste einer Burg die Mitte des 14. Jahrhunderts aus Lavagestein errichtet wurde. Spannend ist, dass die Burg auf einer Höhle aufgesetzt wurde, in die man einen kurzen Blick werfen kann. Darüber hinaus sind auf dem Gipfel auch Sitzmöglichkeiten vorhanden, gerade richtig für unsere Brotzeit, die wir uns nach 2 1/2 Stunden mehr als verdient haben. Zurück nehmen wir den Weg durchs Dorf, das wohl mit einem der kuriosesten Museen der Umgebung dienen kann: dem Mausefallen Museum. Bis in die Nachkriegsjahre hinein war das kleine Neroth nämlich nicht nur für seine Lage am Rande des Eifelsteigs bekannt, sondern auch für die Produktion von Mäusefallen. Im Café und Restaurant Mausefalle, nur wenige Meter vom Museum entfernt, beenden wir unsere Wanderung. Diese sehr liebenswert gestaltete Gastronomie bietet neben hausgemachtem Kuchen bester Qualität, auch kleine und große Gerichte zu fairen Preisen. Für uns genau der richtige Abschluss eines eindrucksreichen Wanderwochenendes.

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Zwei Methoden Chilis zu trocknen

Nicht jeder hat Zeit Chilis sofort in Chutneys, Marmeladen, Öle, oder Saucen zu verwandeln. Deshalb erklären wir euch heute zwei Methoden eure Chilis zu trocknen und zu konservieren. Bei dünnwandigen Sorten wie unserer geliebten Lila Luzie bietet sich die einfachste Form der Trocknung an: die Lufttrocknung. Wer jedoch dicke, fleischige Sorten gezogen hat, sollte sich unsere Tipps zur beschleunigten Trocknung im Backofen durchlesen. Denn diese Sorten würden bei der Lufttrocknung leider verderben. Wer einen Dörrautomaten zu Hause hat, kann natürlich auch auf diesen zurückgreifen.

Chilis an der Luft trocknen

Zutaten

  • Einmalhandschuhe
  • 1 Küchenbrett
  • 2 Teller mit Küchentuch ausgelegt
  • 1 scharfes Messer

Zubereitung

  1. Erntet die reifen (in unserem Fall roten) Chilis. Wir haben sie einfach mit einer Schere abgeschnitten.
  2. Handschuhe anziehen!
  3. Danach sollte mit dem Messer der Stilansatz entfernt werden. Das Chilifleisch vorsichtig ringsum über die Spitze der Chili aufschneiden.
  4. Die Samen nun ggf. mit Hilfe eines spitzen Messers rausholen und auf einem Teller mit Küchentuch ausgebreiten.
  5. Das Fruchtfleisch ohne die hellen Rippen, anschließend grob schneiden und auf dem anderen Teller mit Küchentuch ausbreiten.
  6. Sowohl die Samen, als auch das Fruchtfleisch, 3-4 Tage an einem warmem Ort trocknen lassen, dann in Gläser abgefüllen und beschriften.
http://www.vonundzugruen.de/zwei-methoden-chilis-zu-trocknen/

Methoden Chilis zu trocknen: Lila Luzie SaatgutMethoden Chilis zu trocknen: Luzie zerschnitten

Zwei Methoden Chilis zu trocknen: Der Backofen

Zutaten

  • Frische Chilis, am besten vom eigenen Balkon
  • 1 Paar Einweghandschuhe
  • 1 Brettchen
  • 1 Teller mit Küchentuch ausgelegt
  • 1 umluftfähiger Backofen

Arbeitsschritte

  1. Alle Chilis entstielen und entkernen.
  2. So mehr Saatgut ihr entfernt, desto milder werden die getrockneten Chilis aus denen ihr z.B. Chiliflocken herstellen könnt.
  3. Halbiert die Chilis, dadurch verringert sich die Trocknungszeit im Backofen.
  4. Legt die Chilis auf einem Backblech mit Backpapier aus. Stellt den Backofen auf 80-90 °C ein und steckt einen Holzlöffel in die Backofentür, damit die Luftfeuchtigkeit entweichen kann. Bei geschlossenem Backofen würden die Chilis verkochen.
  5. Nach ca. 45 Minuten solltet ihr die Chilis wenden.
  6. Der gesamte Vorgang dauert je nach Größe und Dickwandigkeit der Chilis 1,5-3 Stunden.
  7. Die Chilis sind dann dazu bereit, weiterverarbeitet zu werden, wenn sie zwischen den Händen (in Handschuhen!) leicht zerbröseln und nicht mehr elastisch sind.
  8. Die Chilis könnt ihr entweder grob zerböselt zu Chiliflocken verarbeiten, oder mit Hilfe eines Mörsers oder z.B. einer elektrischen Kaffeemühle zu feinem Chilipulver zermahlen werden.
  9. Verpackt die Chilis Luft-, Feuchtigkeits-, und Licht geschützt, dann habt ihr noch lange Spaß an der Schärfe vom eigenen Balkon.

Tipp: Wer zwar aktuell keine Zeit ein leckeres Chiliöl, oder ein Chilisalz zuzubereiten, kann dies mit den getrockneten Schoten auch noch im Nachhinein tun. Der Vorteil: durch die Trocknung sind die Chilis deutlich haltbarer und lassen das Öl nicht so schnell kippen.