Unser Auftakt: Balkon-Workshop für Anfänger

Balkon-Workshop-vertikal-gaertnern

Letztes Wochenende war es endlich soweit: Wir haben unseren ersten Balkon-Workshop im Rahmen der Grünen Hauptstadt 2017 durchgeführt. Nach intensiver Vorbereitung in den Tagen und Wochen zuvor sind wir mit ordentlich Adrenalin in der Blutbahn, viel Spaß und einer großen Portion Enthusiasmus in den Tag gestartet. Am Morgen hieß es dann erst einmal Theorie pauken. Ziel war es ein Bewusstsein für die verschiedenen Faktoren des Balkongärtnerns zu schaffen und vor allem Motivation und Ideen für den eigenen Balkon zu erzeugen. Aber es ging nicht nur um die Grundvoraussetzungen für das Gärtnern auf dem Balkon, sondern es gab auch viele bebilderte Beispiele wie man seine eigene grüne Oase gestalten kann. Nach unserem Vortrag stellten sich unsere Teilnehmer erst einmal die Fragen: Welche Ausrichtung hat mein Balkon? Welche baulichen Bedingungen liegen bei mir vor? Und wie viel Anbaufläche möchte ich auf meinem Balkon schaffen?

balkon-workshop-saen-pflanzen-pikieren

Frisch inspiriert und mit rauchendem Kopf hatten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen dann die Möglichkeit, einen eigenen Pflanzplan zu entwickeln. Mit Zeichenpapier, Buntstiften und Balkonbüchern gewappnet, wurden fleißig Pläne geschmiedet. Alle versuchten das gelernte Wissen über sonnen- und schattenliebende Pflanzen, Platzierungsmöglichkeiten und Mischkulturen direkt umzusetzen. Schnell ergaben sich spannende Gespräche über schattenverträgliche rankende Blumen, Obstanbau auf dem Balkon und ungewöhnliche Pflanzgefäße. Besonders viel Spaß hat uns gemacht, dass sich auch zwischen den Teilnehmern schnell eine schöne Dynamik entwickelte und sich alle gegenseitig beratend zur Seite standen. In Vorbereitung auf den Nachmittag wurde anschließend noch zügig die „Hardware“ des Balkongärtnerns vorgestellt: Themen wie Werkzeuge, Boden, Düngen, Mulchen, Gefäße und Bewässerung wurden vorgestellt.

Finger in die Erde, fertig los – Der praktische Teil des Balkon-Workshops

Nach einer ausgedehnten Mittagspause ging es dann mit neuem Elan an den praktischen Teil. Tomaten, Chillis, Salat, Mangold, Kosmeen und mehr wurden pikiert und gesät. Doch das war nur zum warmwerden: Höhepunkt war das Werkeln an einem vertikalen Pflanzgefäß aus einfachen Mitteln – mit Pflanzen für den Sonnen-, Halbschatten- oder Schattenbalkon bestückt, natürlich! Wer noch etwas Zeit und Lust hatte, konnte sich noch an einfachen Pflanztöpfen aus Tetrapaks oder an Insektenhotels probieren. Mit üppiger Ausbeute und einem Kopf voller Ideen machten sich die Teilnehmer am späten Nachmittag auf den Weg nach Hause, um die kleinen Pflänzchen auf der heimischen Fensterbank und dem eigenen Balkon unterzubringen.

Balkon-Workshop-vertikales PflanzgefaessBalkon-Workshop: Insektenhotel der LiebeBalkon-Workshop: Pflanzgefaesse aus Tetrapacks

Der Sonderpreis für die kreativste Pflanzlösung geht an Sabrina!

Balkon-Workshop: Pflanze an FahrradBalkon-Workshop: pflanze am Fahrrad

Das war er also unser erster Balkon-Workshop: Ein ganz großes Dankeschön gilt allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen! Ihr seid eine tolle erste Gruppe für unsere Feuertaufe gewesen, wir haben auch viel von Euch lernen dürfen. Hoffentlich hat es Euch soviel Spaß gemacht wie uns, wir haben jedenfalls Blut geleckt. Und denkt dran – die ganze Theorie kann auch gerne mal im Hinterstübchen bleiben. Hauptsache ist, ihr habt Spaß an dem was ihr macht, bleibt experimentierfreudig und lasst auch mal eurer Kreativität freien Lauf. Und seid geduldig mit Euch und eurem Balkon, denn nächstes Jahr beginnt eine neue Saison…

Anna und Sarah von & zu grün.

Einmal um die halbe Welt: Ein Eindruck der Tiere und Pflanzen in Neuseeland

Wir waren unterwegs und zwar gaaaaanz, gaaaaaaaaaaaaaaaaanz weit weg: In Neuseeland auf der Nordinsel. Was für eine Anreise! 24 Stunden Flugzeit und etwa 36 Stunden Reisezeit. Viel weiter geht es nicht. Über die CO2-Bilanz darf man gar nicht nachdenken oder muss seine Seele ganz schnell über seriöse Angebote zur Kompensation durch die Unterstützung toller Klimaprojekte freikaufen. Wir haben das gerne in Kauf genommen und über die vielen ungewöhnlichen Tiere und Pflanzen in Neuseeland sehr gestaunt.

Die lange, weiße Wolke

Nicht umsonst heißt das Land bei den Maoris Aotearoa oder lange, weiße Wolke. Liegt über Deutschland viel zu häufig eine schwere, graue Wolkendecke oder wirken die Wolken oft statisch und langsam, fegen sie dort wild über die Inseln hinweg. Das sorgt immer wieder für unglaublich atemberaubende Bilder und Farben am Himmel!

Goldener Sonnenaufgang über dem Hauraki Gulf in Devonport
Goldener Sonnenaufgang über dem Hauraki Gulf in Devonport

 

Luftige Wolken beim Sonnenuntergang am Strand von Karekare
Luftige Wolken beim Sonnenuntergang am Strand von Karekare

 

Weil's so schön war und anders aussah: noch ein Sonnenaufgang, diesmal auf der Karikari Penninsula
Weil’s so schön war: Noch ein Sonnenaufgang, diesmal auf der Karikari Penninsula

Über Tane Mahuta

Die Natur spielt in der Sagenwelt der Maoris immer wieder eine große Rolle. So gibt es auch die Legende von Tane Mahuta, dem „Herrn des Waldes“. Seine Eltern Vater Himmel (Ranginui) und Mutter Erde (Papatuanuku) sollen sich so geliebt haben, dass sie als unzertrennlich galten. Tane jedoch schaffte es mit seiner ungeheuren Kraft, sie auseinanderzuschieben und so zwischen ihnen Raum für das Leben zu schaffen. Heute lebt Tane Mahuta in einem riesigen Kauri-Baum von weit über 1.250 Jahren auf der Nordinsel in Waipoua weiter.

Ein großer Kauri (Agathis australis) namens Tane Mahuta, der Herr des Waldes. Noch Fragen?
Ein großer Kauri (Agathis australis) namens Tane Mahuta, der Herr des Waldes. Noch Fragen?

Tiere in Neuseeland

Als recht junges und lange unberührtes Land vulkanischen Ursprungs konnte sich in Neuseeland eine sehr eigene Flora und Fauna entwickeln, die in großen Teilen sogar endemisch ist. Da es für die heimische Tierwelt keine wirklich nennenswerten natürlichen Feinde gab (Säugetiere waren lange kaum vertreten und eher in Form von Fledermäusen), sind mit der Einwanderung von Menschen, Possums, Frettchen, Katzen und Hunden leider viele Arten bereits tragisch ausgestorben, dezimiert oder gefährdet worden. Es bleibt jedoch vieles für uns andersartig, exotisch, etwas kurios aber oft liebenswert.

Als wichtigster Vertreter der Tierwelt ist etwa der Kiwi zu nennen, nationales Symbol und schaukelnde Kugel auf zwei stämmigen Beinen und mit langem Schnabel. Der Tui beschallt gerne mit seinen melodischen Gesängen und mechanischem Krächzen seine Umgebung. Pukeko und Takahe zeigen ihr tiefblaues Gefieder und der Fantail schießt vorwitzig durch den Wald und spannt immer wieder seine Schwanzfedern wie einen Fächer auf. Die Neuseeländische Taube hört man vor allem mit schweren Schwüngen durch die Lüfte fliegen…

Eine einzigartige Pflanzenwelt

Auch die Pflanzenwelt ist anders. Üppige Blüten spielen hier kaum eine Rolle, dafür Strukturen, Texturen und die schönsten Grüntöne. Nikau-Palme und riesige Baumfarne spenden lichten Schatten. Kauris bilden ganze Wälder mit ihren riesigen, uralten Stämmen. Ihr Holz ist ganz leicht. Aus Manuka wird Honig gewonnen, dem mehr noch als anderen Sorten gesundheitsfördernde Fähigkeiten zugesagt werden. Reibt man seine Blätter zwischen den Fingern, duftet es ganz wunderbar. Nektar aus den Blüten des Neuseeland-Flachs dient den Vögeln zur Nahrung und aus seinen Blättern können Körbe gewebt werden. Andere Pflanzen bilden wunderschöne, einfache, reinweiße Blüten und tiefblaue Beeren.

Tolle Grüntöne, Strukturen und Texturen bestimmen die Pflanzenwelt. Hier vom Küstenwind gebürstet.
Tolle Grüntöne, Strukturen und Texturen bestimmen die Pflanzenwelt. Hier vom Küstenwind gebürstet.

 

Weitere Waldbewohner:

In Kürze zusammengefasst: Es war nicht mein erstes Mal in Neuseeland. Aber auch dieses Mal hat dieses Land zwischen Himmel und Erde, Feuer und Wasser es wieder geschafft, das Herz zu öffnen und zutiefst zu beeindrucken. Ob ich zum letzten Mal dort gewesen bin…?

Annas Balkonplanung 2017: Gemüse und Bienenweiden

Balkonplanung Anna 2017: Borretsch als Bienenweide

Wer eine große Ernte erzielen und nicht nur auf Sorten aus dem Baumarkt zurückgreifen möchte, muss früh anfangen. Während ich im letzten Jahr schon im Februar begonnen habe, bin ich 2017 mit der Balkonplanung später dran. Obwohl das Auspflanzen erst im Mai beginnt, müssen viele Pflanzen schon vorher auf der Fensterbank vorgezogen werden. Im letzten Jahr habe ich mir fest vorgenommen, dass 2017 mehr Variation auf meinem Balkon Einzug findet. Auch den Bienen soll es dieses Jahr bei mir noch besser gehen. Deshalb bekommen meine geliebten Tomaten viele neue Nachbarn.

Voranzucht, Direktsaat oder Pflanzenkauf?

Da ich Abwechslung auf dem Balkon liebe und nicht auf Hybride zurückgreifen möchte, muss ich eigene Pflanzen säen. Meist beginne ich mit der Anzucht zwischen Ende Februar und Anfang März. Wichtig ist, dass ihr in eurer Wohnung eine Fensterbank habt, die Richtung Süden ausgerichtet ist und viel Licht einfängt. Nur mit genügend Sonnenlicht können starke Pflanzen heranwachsen. Ist das Licht zu schwach, werden die Pflänzchen immer länger und vergeilen.

Was eignet sich als Anzuchttopf?Balkonplanung 2017: Anzuchttoepfe

  • Joghurtbecher
  • Klopapierrollen
  • Tetrapacks
  • Anzuchtschalen
  • Töpfchen aus Zeitungspapier
  • Eierschalen

Da ich in diesem Jahr viele kleine Töpfchen geschenkt bekommen habe, konnte ich viele Pflänzchen einzeln aussäen und erspare mir das Vereinzeln. Einige Pflanzen müssen früh vorgezogen oder gekauft werden, damit sie Ertrag liefern. Ich empfehle Chili und Auberginen sehr früh zu ziehen, damit die Pflanzen reif werden.

Welche Pflanzen ziehe ich vor?

  • Chili
  • Aubergine
  • Paprika

    Balkonplanung: Kraeuter kaufen
    Kräuter vom Saatgutfestival Düsseldorf.
  • Tomate
  • Gurke etc.
  • Tagetes
  • Cosmea
  • Borretsch

Welche Pflanzen säe ich an Ort und Stelle?

  • rote Melde
  • Mangold
  • Ringelblumen

Welche Pflanzen kaufe ich?

Ich kaufe hauptsächlich Kräuter. Zum Beispiel hatte ich bei der Anzucht von Rosmarin bisher nicht so rechtes Glück. Da mein Lieblingsgärtner dieses Kraut aber sehr schätzt, wird es zugekauft.

Welche Pflanzen eignen sich für Südbalkone?

Bei der Suche nach Pflanzen für meine Balkonplanung, verfalle ich schnell in einen Kaufrausch. Denn zu schön ist die Vorstellung all diese Pflanzen auf meinem Balkon zu beherbergen. Ich muss mich aber bremsen, schließlich ist nicht nur die Größe meines Balkons ein begrenzender Faktor, sondern auch seine Ausrichtung. Besitzer eines Schattenbalkons müssen bei bei dieser Aussage wohl schmunzeln. Schließlich fehlt es mir auf meinem Balkon nicht an Licht und Wärme, aber auch die Südlage hat ihre Tücken. Bei der Balkonplanung muss ich stets bedenken, dass ich sonnenliebende Pflanzen wähle, die auch bei Trockenheit nicht in Stress verfallen. Zum Beispiel neigen stressanfällige Gurken dazu bei Trockenheit Bitterstoffe zu bilden und ungenießbar zu werden. Dem hingegen können  Tomaten, Chili und Aubergine kaum genug Sonne bekommen.  Aber  die Anordnung der Pflanzen kann helfen. Wenn große sonnenliebende Pflanzen, empfindlichen Pflanzen Schatten spenden, können auch diese wachsen. Also Augen auf bei der Pflanzenauswahl und Positionierung.

Wie viel Platz und welche Gefäße stehen zur Verfügung?

Den zweiten Gedanken bei der Erstellung meiner Balkonplanung widme ich dem Platz und den Gefäßen. Mir stehen auf meinem Balkon drei Balkonkästen,  mehrere 20-30 Liter Gefäße, eine Ampel und ein Regal mit Platz für kleinere Töpfe zu Verfügung. Um meinen Platz (noch) besser auszunutzen, habe ich mir vorgenommen weitere Pflanzgefäße zu besorgen oder zu basteln, um die leeren Flecken am Geländer zu belegen. Da in unserem Mietshaus, alle Bewohner die gleichen Kästen besitzen, habe ich mich entschieden die weiteren Gefäße auf der Innenseite des Geländers zu befestigen. Wichtig ist beim Thema Platz immer: Nie zu viele Pflanzen in ein Behältnis pflanzen – anstatt größerer Erträge führt dies zu kümmerlichen Exemplaren, die sich nicht gut entwickeln. So gehört in einen 20 Liter Topf maximal eine Tomate mit kleiner Nachbarschaftsbepflanzung, sonst hat die Pflanze keinen Raum zum wachsen.

Der Pflanzplan, ein wichtiger Teil der Balkonplanung

Um einen Pflanzplan zu erstellen, muss man kein Künstler, oder gelernter Gärtner sein. Eine simple Zeichnung reicht, um sich einen Überblick über den eigenen Balkon zu verschaffen. Wem perspektivisches Zeichnen schwer fällt, kann eine Skizze aus der Vogelperspektive anfertigen. Nachdem die Skizze fertiggestellt ist, wird schnell klar: Habe ich genug Platz? Habe ich alle Pflanzen an der richtigen Stelle positioniert? Habe ich genug Gefäße? Zur Inspiration teile ich mit euch meine  Skizze 2017. Nach einiger Überlegung habe ich mich entschieden, den Mangold schattiger auf dem Balkon zu platzieren, da es ihm im Kasten wohl zu sonnig wird. Auch die Petersilie wird  den Platz mit der Tagetes tauschen und in den Halbschatten im Regal umziehen. Wie ihr seht, hat die Skizze mir Anstöße gegeben mein Konzept anzupassen und umzugestalten. Nun die Frage an euch: Welche Pläne habt ihr in diesem Jahr für euren Balkon?

Balkonplanung 2017 Anna
Die erste Pflanzplan-Skizze 2017: Die Ideen für die Balkonplanung zu Papier zu bringen, hilft Fehler zu entdecken.

Die Pflanzen für die Balkonplanung 2017

Zu guter Letzt möchte ich mit euch meine aktuelle Sortenliste und Adressen für samenfestes Saatgut teilen. Damit auch jeder, der keine Chance hatte ein Saatgutfestival zu besuchen, eine vertrauensvolle Bezugsquelle findet.

Gemüseauswahl 2017 gesät oder in Planung: 
  • Tomate Fuzzy Wuzzy, Buschtomate
  • Tomate Tumbling Tom Red, Hängetomate
  • Johannisbeertomate, wilde Hängetomate
  • Chili, Lila Luzie
  • Zahlreiche Chilis aus eigener Saatgutgewinnung
  • Mexikanisches Zwerggürkchen
  • Aubergine ‚Blanche Ronde à Oeuf‘
  • Pflücksalat
  • Algiersalat (Bienenweide)
  • rote Melde
  • Mangold ‚Bright Lights‘
  • rotes Basilikum ‚Rubin‘
Bienenweiden 2017 gesät oder in Planung:
  • Borretsch
  • Anisysop
  • Echinacea (Blühte erst im 2. Jahr)
  • Sommeraster
  • Ringelblume
Blumen 2017 gesät oder in Planung:
  • Gewürztagetes ‚Lemon Gem‘
  • Cosmea Picotee
  • japanische Speisechrysantheme

Verantwortungsvolle Vertriebe samenfester Sorten und biologischen Saatguts 

Dreschflegel Saatgut

Lila Tomate

Bingenheimer Saatgut

Veranstaltungstipp: Saatgutfestival Düsseldorf

Saatgutfestival Düsseldorf

Pünktlich zum Frühlingsanfang, wenn das Aussäen und Vorziehen beginnt, findet das Saatgutfestival Düsseldorf statt. Für Sarah und mich ist diese Veranstaltung seit mehreren Jahren ein fester Termin – geradezu ein kleiner Feiertag. Damit auch ihr die Chance bekommt, das Saatgutfestival zu besuchen, hier die Vorbesprechung von Von & Zu Grün.

Saatgutfestival Düsseldorf: Was steckt dahinter?

Vielfalt, Ökologie und Umweltschutz, das sind die drei zentralen Themen, die auf dem Saatgutfestival Düsseldorf im Mittelpunkt stehen. Das Ziel der Veranstaltung ist es Hobbygärtnern, Terrassenbesitzern und Balkonbegrünern Zugang freiem Saatgut zu ermöglichen. Zahlreiche Vereine, Privatleute und Initiativen bieten alte, in Vergessenheit geratene Sorten an. Darüber hinaus wird nicht nur Saatgut, sondern auch eine Menge Wissen über den Anbau und den Erhalt von Nutzpflanzen weitergegeben. Das Saatgut, das auf dem Festival gegen eine kleine Spende erworben werden kann, ist von keinem großen Saatgut-Hersteller wie Monsanto oder Bayer lizensiert und kann ohne Probleme weiter vermehrt werden. Es handelt sich um samenfeste Sorten und keine Hybrid-Pflanzen, weshalb die Pflanzen auch in der nächsten Generation ihre Merkmale behalten.

Saatgutfestival Düsseldorf: Freies Saatgut für private Gärtner
Tomatensamen beim Trocknen

Was bietet das Saatgutfestival Düsseldorf?

Das Saatgutfestival Düsseldorf beginnt in diesem Jahr mit einem Gesangs-Flashmob der Gruppe  EcoMujer. Mit Witz soll das Thema Patent auf Leben besungen werden. Anschließend geht es  mit der Eröffnung des „Markt der Vielfalt“ ans Eingemachte: Hier stellen sich zahlreiche Initiativen und Gruppen vor, die das Thema Umwelt und Vielfalt verbindet. Wer in seiner Freizeit noch nicht gesellschaftlich organisiert ist, bekommt hier viele, spannende Einblicke und Tipps. Darüber hinaus wird von vielen Gruppen Saatgut für Pflanzen in allen Variationen und Formen angeboten  – alles natürlich samenfest.

Des Weiteren wird das Saatgutfestival Düsseldorf durch zahlreiche Vorträge und kleinen Workshops geprägt. Wie jedes Jahr ist auch 2017 das Programm bunt und abwechslungsreich. Zu den Themen in diesem Jahr gehören:

  • „Wer die Saat hat, hat das Sagen. Warum wir das Saatgut wieder in unsere Hände nehmen müssen“, vorgetragen von der Autorin und Saatgut-Aktivistin Anja Banzhaf.
  • „Gärtnern auf kleinstem Raum – Gemüseanbau auf dem Balkon und im Garten für Anfänger*innen“ von Eva Rödingen des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzen. Natürlich für uns Balkonverrückte ist dieser Vortrag ein Muss.
  • Der Schutz der Bienen steht bei Dorothea Schulte des Naturgarten e.V. im Mittelpunkt. In ihrem Vortrag „Blühende Landschaften, öffentliches „Bunt“ und Naturgärten“ erklärt sie wie wir Wildbienen und Co schützen können. Wenn, ihr jetzt schon mehr über Wildbienenschutz erfahren wollt, empfehlen wir euch unseren Artikel„Pflanzt das Frühlingsbuffet für unsere Bienen!“ .

Hunger und Durst muss auf dem Saatgutfestival Düsseldorf auch niemand leiden. Es gibt Kaffee und Kuchen sowie eine mobile Schnippelküche der Slow Food Youth und der Nachbarschaftsinitiative Leben findet Stadt. Darüber hinaus gibt es auch für Kinder viel zu erleben, anzufassen und auszuprobieren: Vom Gemüse filzen bis zum  Geschmacksrätsel ist alles dabei.

Principe Borghese
Principe Borghese

Wer organisiert das Saatgutfestival Düsseldorf?

Organisiert wird die Veranstaltung von einer Arbeitsgruppe, die sich aus ehrenamtlichen Initiativen und Vereinen zusammensetzt. Hier eine kleine Übersicht über die Organisatoren:

Ökotrop Heerdt e.V. : Wie kann der Mensch seinen Lebensraum so gestalten, dass er sowohl für Mensch und Natur gleichsam lebenswert ist? Diese Frage haben sich die Gründer des Ökotrop Heerdt gestellt und ein Pilotprojekt gegründet, das eine Wohnsiedlung, naturnahe Freiräume und ein Naturbildungszentrum miteinander verbindet.

Düsselgrün: Auf der Suche nach einer kleinen grünen Oase und der Möglichkeit Essbares in der Stadt anzubauen, haben sich in Düsseldorf Bürger zu dem Gemeinschaftsgarten-Projekt Düsselgrün zusammengeschlossen. Ihr Garten ist auf einem Teil des WGZ-Bürgerparks an der Stahlwerkstraße, direkt hinter dem HBF Düsseldorf zu finden.

VEN: Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt setzt sich dafür ein samenfeste Sorten zu erhalten. Anstatt großen Saatgut-Monopolisten das Feld zu überlassen, organisiert der Verein Pflanzenpaten, organisiert Workshops und gibt das Wissen über alte Sorten weiter.

Transition Town Initiative Düsseldorf: Die Transition Town Bewegung möchte die Dinge anpacken, die die Politik vernachlässigt: Klimawandel und Rohstoffknappheit. Zusammen arbeiten weltweit kleine Initiativen ein Gegengewicht zur kapitalistischen Gesellschaft zu schaffen.

Leben findet Stadt: Die Stadt lebenswerter und nachhaltiger machen, dass ist das Ziel von Leben findet Stadt. Die Düsseldorfer Nachbarschaftsinitiative bietet viele tolle Workshops an, von der Wurmkiste bis zum Buchbinden.

Daten und Fakten

  • Wann: Samstag 11. März 2017
  • Wo: Geschwister-Scholl-Gymnasium Düsseldorf, Redinghovenstraße 41, 40225 Düsseldorf
  • Eintritt: 2 Euro, Kinder haben freien Eintritt
  • Website: www.saatgutfestival.de

Der neue Mitbewohner – der Brotbackautomat

Lohnt sich ein Brotbackautomat

Im Gegensatz zu vielen anderen Frauen, die Küchengeräte unterm Weihnachtsbaum als Scheidungsgrund definieren, habe ich ein großes Herz für kluge Koch- und Backhelfer. So ist mein Küchenequipment durch die Geschenke zu Weihnachten und zu meinem Geburtstag um zwei messerscharfe Reiben, neue Bratpfannen und einen Brotbackautomaten erweitert worden. Während die Reiben und die Bratpfannen lang ersehnt waren und schon ewig auf der Wunschliste standen, war der Brotbackautomat eine Überraschung. Nach zwei Monaten im Einsatz ist jetzt Zeit für eine Antwort auf die Frage: Lohnt sich ein Brotbackautomat?

Wie mich das Heimweh zum Brotbacken brachte

Backen und Kochen machen mir riesige Freude. Der Geruch eines frisch gebackenen Brotes kann für mich mit jedem Parfum der Welt konkurrieren und kaum etwas ist leckerer als eine Scheibe noch lauwarmen Brotes mit etwas Butter und Salz. Während ich heute vom langwierigen Prozess des Brotbackens schwärmen kann, buk ich meine ersten eigenen Brote aus reiner Verzweiflung und Heimweh. 2008, ich war frisch vom heimischen Niederrhein in die Niederlande gezogen, musste ich schnell feststellen, dunkle Brote sind im hohen Norden unseres kleinen Nachbarlandes nicht zu finden. Nach einigen Monaten tapferen Weißbrot Essens, durchforstete ich die Discounter, Supermärkte und Markstädte meiner kleinen Studentenstadt Leeuwarden, aber Fehlanzeige, nirgendwo konnte ich Brote finden, die nicht nur eine dunkle Farbe sondern auch eine feste Konsistenz hatten. Wer einmal für längere Zeit in den Niederlanden gelebt hat, erkennt deutsche Studenten und Expatriats im Supermarkt an einer typischen Handbewegung: In einem kleinen, scheinbar unbeobachteten Moment, drückt der verzweifelte Brotsucher einmal kurz auf die Brotkruste. Zu groß ist die Hoffnung doch vielleicht einmal ein Brot zu erwischen, dass nicht nachgibt wie ein Badeschwamm.

In meiner niederländischen Studentenbude hatte ich noch nicht mal einen richtigen Backofen, sondern nur einen kleinen Minibackofen, der genau auf die Größe einer Tiefkühlpizza ausgerichtet war. Doch der Entschluss war gefasst, wenn ich kein dunkles Brot kaufen kann, dann muss ich es eben selber herstellen. Beim nächsten Heimatbesuch deckte ich mich mit zahlreichen Backmischungen ein, denn selber mit Hefe und Co zu experimentieren, war mir zu Beginn noch etwas unheimlich. Das änderte sich dann erst ein paar Jahre später. Und das Ergebnis meines ersten Backversuchs war wunderbar, im Vergleich zum labbrigen Weißbrot war jede  herkömmliche Backmischung eine Offenbarung.

Arbeitsstress und fade Supermarktbrote

Diese Anfangszeit liegt jetzt schon fast 10 Jahre zurück, aber der Spaß am Brotbacken ist geblieben. Doch die langen Arbeitszeiten des Berufslebens machen es schwer regelmäßig frisches Brot oder Brötchen auf den Tisch zu bringen. Insbesondere durch die Woche landeten dann doch einige Male Aufbackbrötchen und Supermarktbrot in der Brotdose. Doch die wenigen Male an denen ich meine Backkünste spielen ließ, müssen meinem Lieblingsgärtner so gefallen haben, dass am Weihnachtsabend ein Brotbackautomat unter dem Baum stand. Zunächst war ich kritisch – der Brotbackautomat war das nicht ein längst vergessenes Phänomen der 1990er Jahre? Ich erinnerte mich dunkel, dass meine Mutter das Gerät dann doch irgendwann aussortiert hatte, was ich als Kind nicht weiter hinterfragt hatte. Aber nun war er da, mein eigener Brotbackautomat aus schönem Edelstahl und ich stürzte mich auf dieses neue Experiment.

Da die Arbeitsfläche unser Küche schon an ihrer Belastungsgrenze angekommen war, entschied ich mich den Backautomaten im Arbeitszimmer zu platzieren, welches dann in kürzester Zeit zu einem Mehllager umgewandelt wurde. Die ersten Versuche im Brotbackautomaten waren noch nicht perfekt, deutlich schwieriger als gedacht, ließen sich die gewohnten Rezepte auf den Brotbackautomaten übertragen. Deshalb entschied ich mich nach zwei mittelprächtigen Broten ein Backbuch für den Brotbackautomaten zu erwerben. Seitdem läuft das Brotbacken wie geschmiert.

Brotbackautomaten befüllen
Die Backform lässt sich zum Befüllen und Rausholen des Brotes leicht entnehmen

Kneten, Gehen, Backen – Was kann der Backautomat?

Brotbacken braucht Zeit – wer schon einmal einen Hefeteig zubereitet hat, weiß, dass das Gehen des Teiges mehr Zeit in Anspruch nimmt, als der eigentliche Backvorgang. An dieser Stelle zeigt der Backautomat seine Schokoladenseite: Im Backautomaten herrscht die für den Gehvorgang bestmögliche Temperatur. Weder zu warm noch zu kalt und auch die Feuchtigkeit des Teiges bleibt bestehen, weil der Deckel des Automaten verschlossen ist. Je nach Backprogramm (z.B. Normal und Vollkorn) variieren die Dauer der Geh-, Knet-, und Backzeiten, die der Automat selbstständig durchführt. Ein weiterer toller Punkt des Backautomaten ist seine ausgiebige Lust am Teigkneten: während mir nach wenigen Minuten die Lust vergeht und ich mir häufig denke, ach dass wird schon reichen, gibt der Automat nicht auf. Wenn das Programm vorgibt, dass 10 Minuten geknetet werden soll, wird auch volle 10 Minuten geknetet. Zusammengefasst kann der Backautomat also: Kneten, Gehen und Backen perfekt übernehmen, jedoch dauert dies auch im Backautomaten circa 3 Stunden. Bezüglich des Timings bringt mein Backautomat noch ein weiteres nettes Feature mit: Wenn die Zutaten für das Brot der Wahl abends in den Automaten eingefüllt werden und der Timer auf die gewünschte Uhrzeit am kommenden Morgen eingestellt wird, beginnt der Brotbackvorgang genau so, dass das Brot zum präferierten Termin frisch und warm entnommen werden kann. Leider haben wir von dieser klugen Funktion noch nicht so viel Gebrauch machen können, da unsere Wohnung sehr hellhörig ist und wir leider vom Knetgeräusch in den Morgenstunden aufwachen würden.

Und, schmeckt es?

Uns beiden schmeckt das Brot aus dem Brotbackautomaten sehr gut. Die Konsistenz des Brotes ist schön locker und kleinprorig, genau wie wir es mögen. Auf eine knusprige Kruste muss man beim Brot aus dem Brotbackautomaten jedoch verzichten, da sich am Deckel des Automaten keine Heizstäbe befinden. Wer diesen Effekt nicht missen möchte, muss dann wohl doch noch auf Backofen oder sogar einen Steinofen zurückgreifen. Die Kastenform des Brotes ist für uns beide perfekt. Die Scheiben des Brotes sind nicht zu klein und passen genau in unsere Brotdosen. Mein Brotbackautomat ist für Brote von 750 Gramm bis zu 1 Kilo ausgelegt, es lassen sich darin jedoch auch problemlos kleinere Brote von 500 Gramm backen.

Für den Brotbackautomaten eignen sich sowohl Rezepte für Weißbrote, dunkle Brote sowie Vollkornbrote. Nach Angaben des Herstellers ist der Automat sogar für das Einkochen von Marmeladen geeignet. Ebenfalls sind einige Rezepte für Gebäck und Brötchen mitgeliefert, deren Teig angenehm im Brotbackautoamaten vorbereitet werden kann. Auch auf das Beifügen von kleinen Extras zum Teig muss nicht verzichtet werden. Der Brotbackautomat gibt während des letzten Knetvorgang ein Piepen von sich, welches signalisiert, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, z.B. Körner oder Käse dazuzugeben.

der Brotbackautomat Lohnt sich ein Brotbackautomat
Der befüllte Automat vor dem Start des Backvorgangs

Welche Nachteile gibt es?

Abgesehen von der fehlenden Kruste, die für manche Brotesser eine Grundvoraussetzung für den Genuss ist, bringt der Brotbackautomat nur einen kleinen Nachteil mit sich: Achtet man nicht darauf den Knethaken vor dem letzten Backvorgang zu entfernen, verbleibt dieser im Brotlaib. Der Knethaken kann mit einem kleinen Metalzubehör im Anschluss problemfrei aus dem Brot entfernt werden, es bleibt jedoch eine kleine Lücke in der Mitte des Brotes zurück. Für uns ist dies nichts als ein kleiner Schönheitsfehler einiger weniger Scheiben. Deshalb verzichte ich auf den Arbeitsschritt den Knethaken zu entfernen und mache mir nicht unnötig die Hände dreckig.

 

Für wen lohnt sich ein Brotbackautomat?

Für alle,

  • die gerne Brotbacken und regelmäßig neue Rezepte testen.
  • die sich beim Backen nicht gerne die Hände schmutzig machen.
  • die einen lockeren feinporigen Teig einer festen Kruste vorziehen.
  • denen die Zeit fehlt, alle Schritte des Backens per Hand durchzuführen.
  • die auf Plastikverpackungen von Fertigbrot und Aufbackbrötchen verzichten möchten.
sichtfenster-Brotbackautomat
Ich liebe es dem Automaten bei der Arbeit zuzusehen

 

 

 

Workshop am 1. April 2017: Balkonbegrünung für Anfänger

Ja, wir bieten unseren ersten Workshop an! Genauer, den Workshop „Urban Gardening – Balkonbegrünung für Anfänger“. Er ist Teil des Programms der Grünen Hauptstadt Essen 2017. Die Veranstaltung ist für 10-15 Gärtnerneulinge gedacht, die ihren Balkon in eine grüne Oase oder einen Großstadtacker auf drei Quadratmetern verwandeln wollen. Die Teilnehmer lernen die wichtigsten Grundlagen des Balkongärtnerns kennen. Mithilfe der „Balkon-Experten“ werdet ihr bauen, basteln und säen – von der vertikalen Bepflanzungsmöglichkeit, über das Aussäen von Kräutern bis hin zum Insektenhotel werden eure Wünsche in die Tat umgesetzt.

Rote Beete, frisch vom Balkon!

 

Denn Gärtnern liegt im Trend. Schon lange haben Geranien und Fuchsien essbare Nachbarn bekommen. Viele Städter sehnen sich danach ihre eigenen Lebensmittel anzubauen. Doch nicht jeder hat die Zeit und die Muse eine eigene Scholle zu bewirtschaften, oder sich einem Gartenprojekt anzuschließen: was liegt da näher als der eigene Balkon? Mit unserem Balkonbegrünungsworkshop möchten wir Einsteigern zeigen, wie man den eigenen Balkon in eine grüne Hölle verwandeln kann.

frischer Salat ist immer eine Freude

Was? Workshop Balkonbegrünung für Anfänger

Wann? Samstag, den 1. April 2017 von 10 bis 17 Uhr

Wo? Kulturforum Essen-Steele

Wieviele Teilnehmer hat der Workshop? Bis zu 15 Personen

Kostet mich das was? Nein, keinen Cent! Der Balkon-Workshop wird von der Grünen Hauptstadt Essen 2017 gesponsert.

Wie kann ich mich anmelden? Schickt uns bis zum 20. März eine Mail auf unsere E-Mail Adresse hallo@vonundzugruen.de und ihr erhaltet eine Bestätigungsmail von uns. Damit wir den Workshop etwas genauer auf eure Wünsche ausrichten können, erhaltet ihr vorab einen Fragebogen, den ihr uns bitte ausgefüllt zurückschickt.

Berner Rose
Berner Rose

 

Saatgut II – Der Test zur Keimfähigkeit

Es ist soweit: Die Saison 2017 geht bald wieder los! In vielen Schraubgläsern, Briefumschlägen oder Filmdosen wartet das gesammelte Saatgut des Vor- oder sogar Vorvorvorjahres. Ist es überhaupt noch keimfähig? Hier hilft ein relativ einfacher Test. Und der geht so:

Gläser mit selbstgeerntetem Saatgut aus dem Vorjahr

 

Man braucht: Saatgut, Küchenkrepp, Teller, Klarsichtfolie, Kreppband, permanenter Marker.

  1. Zunächst nimmt man etwas Küchenkrepp, feuchtet es an und legt es auf einen Teller. In Gruppen geordnet, legt man auf das Küchenkrepp das Saatgut, das man testen möchte, ohne dass sich die Samen berühren (mindestens jeweils 20 Samen).

2. Damit man später nicht ins Schleudern kommt und stets die Übersicht bewahrt sollte man nach Möglichkeit die Proben z.B. mit Kreppband und permanentem Marker beschriften.

Teller mit Saatgut
Teller mit Saatgut

 

3. Der Teller mit Küchenkrepp und Saatgutproben wird als nächstes mit Klarsichtfolie überspannt und an einen warmen Ort gestellt. Jetzt wird geduldig gewartet…

4. Je nach Art, wird nach einigen Tagen oder Wochen erstmalig kontrolliert. Sieht man eine Wurzelspitze oder einen Spross, ist das Saatgut, naja, keimfähig. Da nicht alle Samen gleichzeitig keimen, empfiehlt es sich nach ein paar weiteren Tagen nochmals nachzuschauen.

Das Saatgut nach vier Tagen: Rote Melde, Salat, Tomate und Löwenmäulchen sind gut aufgegangen.
Der Keimtest nach vier Tagen: Rote Melde, Salat, Tomate und Löwenmäulchen sind gut aufgegangen.

 

5. Ist alles aufgegangen, was aufgehen kann, wird das Verhältnis gekeimte zu ungekeimte Samen ausgezählt. Daraus ergibt sich die Keimfähigkeit in Prozent: Keimen 50 aus 100 Samen, hat das Saatgut eine Keimfähigkeit von 50%.

Die Saatgut Keimfähigkeit: Bis auf die Chili sind von allen Arten Samen gut gekeimt.
Der Keimtest nach einer Woche: Bis auf die Chili sind von allen Arten Samen gut gekeimt.

 

Sollte das Saatgut nicht keimen, empfiehlt es sich nochmal nachzulesen und zu forschen. Denn schließlich reicht für manche Arten ein kurzer Zeitraum und eine niedrige Keimtemperatur, andere brauchen wesentlich länger und höhere Temperaturen.

Bei mir sind etwa Rote Melde, Salat und Löwenmäulchen bereits nach etwa 3 bis 4 Tagen aufgegangen. Glockenpaprika und Tomate waren etwas langsamer und haben 2 bis 3 Tage länger gebraucht. Das deckt sich mit meiner Recherche: In der Tat ist es so, Dass etwa Paprika und Tomate mehr Zeit brauchen, um zu keimen (ca. 1 bis 2 Wochen), als etwa Lichtkeimer. Doldenblütler brauchen angeblich sogar 3-4 Wochen!

Nicht aufgegangen ist die Chili „Lila Luzie“, was mich nach den Erfolgen des Vorjahres sehr verwundert hat. Wie die Paprika, gehört sie zur Gattung Capsicum. Ich vermute, sie braucht eine besonders warme Umgebung und einfach noch mehr Zeit. Bei meiner Recherche im „Handbuch für Samengärtnerei“ von Andrea Heistinger wird eine zweite Art vorgeschlagen, wie man Saatgut auf seine Keimfähigkeit testen kann.

Man braucht: Küchenkrepp, Kunststofftüte, Kreppband, permanenter Marker

1.Mindestens 20 Samenkörner (besser 100) auf einem nassen Stück Küchenkrepp ausgebreitet ohne sich zu berühren.

2. Das Küchenkrepp wird zusammengerollt und in eine Plastiktüte mit Luftlöchern gepackt. Achtung: Auch hier am besten mit Art, Sorte und Datum beschriften.

3. Die Tüte wird an einem warmen Ort bei 20 bis 25°C verwahrt.

4. Auch bei diesem Test wird je nach Art nach einigen Tagen oder Wochen erstmalig kontrolliert. Alles weitere, siehe oben ab 5.

Das werde ich wohl in den nächsten Tagen bei der Chili ausprobieren. Auch Euch wünsche ich viel Erfolg bei Eurem eigenen Keimtest! Rückmeldungen und Anregungen sind immer willkommen.

Grüner Avocado-Mango-Smoothie gegen den Winterblues

Langsam kribbelt es uns in den Fingern, wir schleichen um die Gartenbücher und Samentüten und können es kaum erwarten, dass die neue Saison beginnt. Immer mehr Ideen für den Pflanzplan werden aufgestellt, die letzte Saison läuft noch einmal vor dem inneren Auge ab. Dann ein Blick in den Kalender und wir müssen feststellen, dass es leider immer noch Mitte Januar ist, das ist sogar für die frühsten Pflänzchen des Jahres noch zu kalt, zu dunkel, zu grau. Um den Winterblues beiseite zu schieben, kommt deshalb heute ein nussig-cremiger Smoothie ins Glas. Dieser leckere Frühstückssnack macht ordentlich satt und natürlich glücklich. Viel Spaß mit unserem grünen Avocado-Mango-Smoothie!

Grüner Avocado-Mango-Smoothie

Zutaten

  • 1/2 Avocado
  • 1/2 Mango
  • 1/3 Banane
  • ein wenig Spinat oder Feldsalat
  • 3 Cashewnüsse
  • 3 Mandeln
  • ca. 300 ml Mandelmilch
  • optional ein Esslöffel Chiasamen

Zubereitung

  1. Zunächst die Nüsse in den Mixer geben und zerkleinern.
  2. Die Avocado, die Mango, die Banane kleinschneiden und mit dem Salat/Spinat in den Mixer geben.
  3. Nun die Mandelmilch hinzufügen und alles pürieren.
  4. Wem die Konsistenz zu cremig ist, kann etwas mehr Mandelmilch oder etwas kaltes Wasser hinzufügen.
  5. Garniert mit einigen Chiasamen sollte der Drink sofort serviert und verzehrt werden.
http://www.vonundzugruen.de/gruener-avocado-mango-smoothie-gegen-den-winterblues/

Wir sind dabei: Grüne Hauptstadt 2017!

Grüne Hauptstadt Essen (Copyright: Johannes Kassenberg)

2017 beginnt für von & zu grün aufregend: Als Teil der Grünen Hauptstadt Essen bieten wir einen Workshop „Balkonbegrünung für Anfänger“ an! Bereits im Herbst 2016 sind wir dem Aufruf eines Wettbewerbs für Bürgerideen gefolgt und haben unsere Vorschläge für die Grüne Hauptstadt 2017 eingereicht. Nach langem Warten auf die Entscheidung durch eine Jury erhielt Anna im Dezember für ihre Idee endlich eine Zusage. In einem Workshop für bis zu 15 Personen dreht sich einen Tag lang alles darum, wie man seinen Balkon in eine grüne Oase verwandelt.

In einem theoretischen Teil wird vormittags grundlegendes zur Balkongärtnerei besprochen, wie Gestaltung, Werkzeug, Boden, Pflanzung, Bewässerung, geeignete Pflanzgefäße und mehr. Pünktlich zum Mittagstief wird am Nachmittag im praktischen Teil kräftig angepackt. Wichtig ist uns, dass die Inhalte des Workshops nicht nur von uns vorgegeben werden. Besonders die Vorstellungen, Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmer sollen berücksichtigt und in den Workshop integriert werden.

Der Workshop wird kostenfrei sein und voraussichtlich Anfang April stattfinden. Das genaue Datum und den Start für die Anmeldung geben wir sobald wie möglich im Blog und auf Facebook bekannt. Jetzt müssen wir erstmal ordentlich reinhauen und planen, planen, planen. Freuen tun wir uns jedenfalls schon sehr!!

Mangold mit roten und gelben Blattstielen
Mangold mit roten und gelben Blattstielen

Die Grüne Hauptstadt ist übrigens ein Titel, der seit 2010 jährlich durch eine Jury der Europäischen Kommission verliehen wird. Qualifizieren können sich europäische Städte, die hohe Umweltstandards erreicht haben und ehrgeizige Ziele im Umweltschutz und für eine nachhaltige Entwicklung verfolgen. Die Bewerberstädte müssen zu zwölf Themenfeldern Stellung nehmen. Essen setzte 2015 im Wettbewerb gegen Nijmegen, Hertogenbosch und Umea durch. Mitunter hat sich die Stadt durch ihren Wandel von einer Kohle- und Stahlstadt zur grünsten Stadt in NRW und drittgrünsten Stadt Deutschlands hervorgetan, sowie durch den ganzheitlichen Ansatz des Konzepts.

Die offizielle Eröffnung der Grünen Hauptstadt findet am 21. Januar (17.30 – 22.00 Uhr) und am 22. Januar (16.00 – 20.00 Uhr) in der Gruga statt. Sie bietet Illumination, Tanz, Theater, Walking-Acts, Klanginstallation und mehr. Als Eintritt zahlt man lediglich eine Plastiktüte (sollte man zu Hause noch haben…). Unsere Vermutung liegt nahe, dass die Tüten für eine Stadt-Skulptur verwendet werden, die über das gesamte Jahr in Zusammenarbeit mit Essener Künstlern und Folkwang Studierenden entstehen wird.

Essener Grugapark (Copyright: Rupert Oberhäuser)
Essener Grugapark (Copyright: Rupert Oberhäuser)

Und das ist erst der Anfang: Im Laufe des Jahres findet eine große Bandbreite schöner Projekte und Veranstaltungen statt, wie etwa Schnipseljagden zwischen Ruhr und Emscher, autofreie Zonen und grüne Meilen, erste öffentliche Badestellen an der Ruhr, gleich drei Aktionstage für lokale Produktion und nachhaltigen Konsum unter dem Titel „säen, ernten, Essen“, Hummelautobahn, Tree Parade, Green Fashion Tour und mehr.

Dann mal los, 2017 – zeig, wie grün Essen noch werden kann!

Link zur Grünen Hauptstadt 2017

Link zur Eröffnungsveranstaltung am 21. und 22. Januar

Matcha-Cookies: Mit Energie ins neue Jahr

Matcha Cookies

Die Liste was ich alles noch vor dem Weihnachtsfest erledigen wollte war lang. Tausende Dinge die ich backen, kochen und endlich ausprobieren wollte. Aber schneller als ich blinzeln konnte, war es schon da das große Fest. Jetzt während der ruhigen Tage zwischen dem alten und dem neuen Jahr, an denen man ohne schlechtes Gewissen nichts tun kann, möchte ich mit euch mein Lieblings-Keksrezept des Jahres 2016 teilen: Matcha-Cookies. Das feine japanische Grünteepulver ist nämlich nicht nur die Grundlage der berühmten Teezeremonie, sondern verleiht auch dieser Süßigkeit eine knallgrüne Farbe und einen leicht herben Geschmack. Im Zusammenspiel mit der weißen Schokolade ergibt sich ein Butterkeks, der nicht nur an den Weihnachtstagen schmeckt. Wer also  erst jetzt die Zeit zum Backen findet und einen kleinen Energieanstoß für den Start ins Jahr 2017 braucht, ab an die Schüsseln, fertig, los.

Matcha-Cookies

Zutaten

  • 250 g Weizenmehl
  • 15 g Matcha Tee Pulver
  • 175 g Butter
  • 125 g Puderzucker
  • Prise Salz
  • 2 Eigelb
  • 50-60 g weiße Schokoladentropfen oder kleingeschnittene weiße Kuvertüre

Zubereitung

  1. Mehl und Matchapulver vermischen und sieben.
  2. Die weiche Butter schlagen und zunächst das Salz hinzugeben.
  3. Den Puderzucker hinzufügen und die Masse cremig schlagen.
  4. Anschließend die Eigelb zur Masse geben und die Masse vermengen, bis sich alles verbunden hat.
  5. Daraufhin fügt ihr nach und nach die Mehl-Matcha-Mischung hinzu.
  6. Zuletzt gebt ihr die weiße Schokolade zur Masse.
  7. Aus dem Teig könnt ihr zwei Rollen formen und diese eingerollt in Folie in den Kühlschrank stellen. Wenn ihr diese auf einem Reisbett legt, behalten sie ihre schöne runde Keksform. Der Teig sollte mindestens 2 Stunden kühl stehen, es ist auch möglich den Teig über Nacht in den Kühlschrank zu stellen.
  8. Heizt den Backofen auf 175 Grad vor.
  9. Schneidet die Rollen in Kekse mit circa 2,5 cm Durchmesser und 7mm Dicke.
  10. Die Kekse sollten circa 15 Minuten gebacken werden, bis sie leicht braun werden.
  11. Lasst die Kekse anschließend auf einem Rost auskühlen und bewahrt sie in einer luftdichten Dose auf.
http://www.vonundzugruen.de/matcha-cookies-mit-energie-ins-neue-jahr/

Gefunden haben ich dieses wunderbare Rezept auf einer englischen Webseite für japanische Rezept-Ideen: Just One Cookbook.  Die Mengenangaben habe ich leicht abgewandelt, damit ihr auch ohne elektrische Küchenwaage ans Ziel kommt.