„Wild und Weihnacht“ am 17. Dezember 2017 am Heidhof Bottrop

Draußen kurbelt der Schnee die Weihnachtsatmosphäre an und fördert die Lust auf Winterspaziergänge und Weihnachtsmarkt. Beides lässt sich wunderbar am kommenden Wochenende am Heidhof in Bottrop-Kirchhellen kombinieren: Am Sonntag, dem 17. Dezember 2017 findet dort von 10 bis 17 Uhr „Wild und Weihnacht“ statt, ein alljährlicher Weihnachtsmarkt dessen Name auch Programm ist. Denn die Förster des Regionalverband Ruhr (RVR) haben hier gemeinsam mit dem Waldkompetenzzentrum das Zepter in der Hand.

Falkner, Imker, Wild und mehr!

So gibt es ein vielseitiges, lokal verankertes Angebot für alle: Mit der Motorkettensäge wird vor Augen der Zuschauer aus einem Holzblock kunstvolle Weihnachtsdeko und der hauseigene Imker und Kräuterexperte Werner Gahlen verkauft Honig, Marmelade aus Wildfrüchten und Kräuterprodukte. Ein Falkner führt seine Greifvögel vor und Oldtimer und alte Schlepper können bestaunt werden. Wer noch keinen Weihnachtsbaum hat, wird hier fündig.Für die Kleinen gibt es Nistkastenbau, Mal- und Bastelaktionen und die Rollende Waldschule ist vor Ort.

Verhungern tut man auch nicht: Es gibt Wildgulaschsuppe, Wildbratwürstchen, belegte Brote, Waffeln, Kuchen, Glühwein, warme und kalte Getränke. Wer den Geschmack guten Fleisches mitnehmen will, kann Fleischprodukte von Rot- und Schwarzwild aus den umliegenden Wäldern in der Wildkammer erwerben. Alles natürlich nur, solange der Vorrat reicht!

Eine Landschaft im Wandel durch Bergbau

Bei einem Spaziergang durch die umliegenden Wälder kann man sich auf die Suche nach Spuren des Bergbaus machen. Die nahegelegenen Senkungsseen entstehen etwa durch Absackung des Bodens als Folge des Steinkohleabbaus viele hundert Meter unter der Erdoberfläche. Es bilden sich Senken, die sich langsam mit Grundwasser füllen und so den Wald am ein oder anderen Ort abtauchen lassen. Grade im Winter entsteht an diesen Orten eine sehr stille, fast mystische Atmosphäre.

Durch Bergbau entstehen in der Kirchheller Heide Senkungsseen wie dieser hier
Durch Bergbau entstehen in der Kirchheller Heide Senkungsseen wie dieser hier

 

Veranstaltung:

Was? „Wild und Weihnacht“

Wo? Forststützpunkt Heidhof, Zum Heidhof 25, 46244 Bottrop-Kirchhellen

Wann? Sonntag, 17. Dezember 2017 von 10-17 Uhr

Hinweis zur Anfahrt

Für die Anfahrt gibt es noch einen kleinen Hinweis: Parken darf man direkt am Heidhof nicht. Es gibt aber einen großen Parkplatz an der Zeche Prosper V am „Alten Postweg“. Von dort wird ein Shuttlebus zur Verfügung gestellt, der die Besucher zum Heidhof bringt. Auch gekaufte Weihnachtsbäume können nach dem Besuch am Parkplatz abgeholt weden.

Weitere Infos findet ihr hier und hier.

Mont Royal – Eine kleine Moselwanderung

Mont Royal

Die Schönheit der Mosel beeindruckt nicht erst heute Weißweinkenner und Wanderer, sondern verzückte auch schon den Sonnenkönig Ludwig XIV. Dieser hatte aber nicht nur die schöne Natur, sondern auch militärische Ziele im Sinn. Ganz in der Nähe des beschaulichen Örtchens Kröv, unweit von Traben-Trarbach, liegt auf dem Berg Mont Royal die gleichnamige Festung. Wir haben in einer kleinen Wanderung die Reste der alten Anlage erkundet und einen Blick in dunkle Gänge und Gewölbe geworfen.

Die Geschichte von Mont Royal

Der französische König Louis le Grand beauftragte im Jahr 1687 seinen Festungsbaumeister Sébastien Le Pestre de Vauban auf dem Rücken des Berges bei Kröv eine beachtliche Festungsanlage zu errichten. Vauban hatte auf dem Gebiet der Befestigungsarchitektur schon Erfahrung sammeln können – 1671 hatte er nach nach mehrjähriger Bauzeit die Festungsanlage der Stadt Lille vollendet. Insgesamt umfasste das Areal von Mont Royal eine Fläche von circa 50.000 Quadratmeter. Die Höhe der Festungsmauer, die von der einheimischen Bevölkerung nur die „schwarze Mauer“ genannt wurde, erreichte eine Höhe von bis zu 30 Metern. Eine Erstürmung von Mont Royal war kaum möglich. Zu steil waren die Hänge im Osten und Westen der Anlage. Im Kern der Festung waren verschiedene Bastionen, Bollwerke und Hornwerke platziert, die ebenfalls die Festung sicherten.

So stark und stolz die Festung des französischen Königs auch war, 1689 wurde sie schon von ihren eigenen Erbauern zerstört. Ludwig XIV wollte verhindern, dass sein Vorzeigebau nach dem Frieden von Rijswijck den Niederländern oder Engländern in die Hände fiel.  Und so sind heute nur noch die Reste der Anlage erhalten.

Hinab in den Gang: Mont Royal    Licht am Ende des Tunnels: Mont Royal

Wandern am Mont Royal

Zur Wanderung am Mont Royal braucht ihr festes Schuhwerk, könnt die dicken Wanderstiefel, aber ohne Sorge im Kofferraum lassen. Alle Wege sind gut begehbar, sodass auch Sportschuhe ausreichen. Wer in der Dunkelheit schnell Angst bekommt, sollte auf jeden Fall eine Taschenlampe mitnehmen oder die Taschenlampen-App auf dem Handy Griff bereit haben. In den Gängen und Kellern der alten Festung ist es finster und je nach Witterung auch etwas rutschig. Der Weg ist mit vielen schönen Informationsschildern bestückt, sodass man nicht nur Anfassen und Erlaufen, sondern auch ein bisschen Lesen kann. Das Umschreiten der Festungsanlage geht relativ schnell und ist auch gut mit Kindern zu meistern, die sicher viel Spaß daran haben ein bisschen Mittelalter zu spielen. Wir haben einen kleinen Rundweg um die Ruine gewählt. Wer ein paar Höhenmeter zurück legen möchte, kann das Auto sicher am Fuß des Berges stehen lassen und den Schildern zur Festung folgen. Aus eigener Erfahrung sind die Wanderwege an der Mosel sehr gut beschildert.

Hier für euch unsere schönste Eindrücke

Der Wald um Mont Royal Die Beschilderung auf dem Mont Royal

Wandern am Mont Royal Obstbaumbluete am Mont Royal Durchgang Nahaufnahme Farn Mont Royal

Pausenplatz am Mont Royal mit Blick auf die Mosel Pflanzen an unserem Pausenplatz auf dem Mont Royal

Mont Royal für Geschichts-Nerds und Wissbegierige

Wer die Geschichte des Mont Royal noch genauer kennenlernen möchte, der sollte sich für eine der Führungen durch die Anlage anmelden. Führungen durch die Festungsruine finden während der Saison regelmäßig jeden ersten Samstag im Monat statt.

Moseltreffpunkt Traben-Trarbach  
Tourist-Information
Am Bahnhof 5
56841 Traben-Trarbach
Tel.: 0 65 41 / 83 98-0
Fax: 0 65 41 / 83 98-39

Einmal um die halbe Welt: Ein Eindruck der Tiere und Pflanzen in Neuseeland

Wir waren unterwegs und zwar gaaaaanz, gaaaaaaaaaaaaaaaaanz weit weg: In Neuseeland auf der Nordinsel. Was für eine Anreise! 24 Stunden Flugzeit und etwa 36 Stunden Reisezeit. Viel weiter geht es nicht. Über die CO2-Bilanz darf man gar nicht nachdenken oder muss seine Seele ganz schnell über seriöse Angebote zur Kompensation durch die Unterstützung toller Klimaprojekte freikaufen. Wir haben das gerne in Kauf genommen und über die vielen ungewöhnlichen Tiere und Pflanzen in Neuseeland sehr gestaunt.

Die lange, weiße Wolke

Nicht umsonst heißt das Land bei den Maoris Aotearoa oder lange, weiße Wolke. Liegt über Deutschland viel zu häufig eine schwere, graue Wolkendecke oder wirken die Wolken oft statisch und langsam, fegen sie dort wild über die Inseln hinweg. Das sorgt immer wieder für unglaublich atemberaubende Bilder und Farben am Himmel!

Goldener Sonnenaufgang über dem Hauraki Gulf in Devonport
Goldener Sonnenaufgang über dem Hauraki Gulf in Devonport

 

Luftige Wolken beim Sonnenuntergang am Strand von Karekare
Luftige Wolken beim Sonnenuntergang am Strand von Karekare

 

Weil's so schön war und anders aussah: noch ein Sonnenaufgang, diesmal auf der Karikari Penninsula
Weil’s so schön war: Noch ein Sonnenaufgang, diesmal auf der Karikari Penninsula

Über Tane Mahuta

Die Natur spielt in der Sagenwelt der Maoris immer wieder eine große Rolle. So gibt es auch die Legende von Tane Mahuta, dem „Herrn des Waldes“. Seine Eltern Vater Himmel (Ranginui) und Mutter Erde (Papatuanuku) sollen sich so geliebt haben, dass sie als unzertrennlich galten. Tane jedoch schaffte es mit seiner ungeheuren Kraft, sie auseinanderzuschieben und so zwischen ihnen Raum für das Leben zu schaffen. Heute lebt Tane Mahuta in einem riesigen Kauri-Baum von weit über 1.250 Jahren auf der Nordinsel in Waipoua weiter.

Ein großer Kauri (Agathis australis) namens Tane Mahuta, der Herr des Waldes. Noch Fragen?
Ein großer Kauri (Agathis australis) namens Tane Mahuta, der Herr des Waldes. Noch Fragen?

Tiere in Neuseeland

Als recht junges und lange unberührtes Land vulkanischen Ursprungs konnte sich in Neuseeland eine sehr eigene Flora und Fauna entwickeln, die in großen Teilen sogar endemisch ist. Da es für die heimische Tierwelt keine wirklich nennenswerten natürlichen Feinde gab (Säugetiere waren lange kaum vertreten und eher in Form von Fledermäusen), sind mit der Einwanderung von Menschen, Possums, Frettchen, Katzen und Hunden leider viele Arten bereits tragisch ausgestorben, dezimiert oder gefährdet worden. Es bleibt jedoch vieles für uns andersartig, exotisch, etwas kurios aber oft liebenswert.

Als wichtigster Vertreter der Tierwelt ist etwa der Kiwi zu nennen, nationales Symbol und schaukelnde Kugel auf zwei stämmigen Beinen und mit langem Schnabel. Der Tui beschallt gerne mit seinen melodischen Gesängen und mechanischem Krächzen seine Umgebung. Pukeko und Takahe zeigen ihr tiefblaues Gefieder und der Fantail schießt vorwitzig durch den Wald und spannt immer wieder seine Schwanzfedern wie einen Fächer auf. Die Neuseeländische Taube hört man vor allem mit schweren Schwüngen durch die Lüfte fliegen…

Eine einzigartige Pflanzenwelt

Auch die Pflanzenwelt ist anders. Üppige Blüten spielen hier kaum eine Rolle, dafür Strukturen, Texturen und die schönsten Grüntöne. Nikau-Palme und riesige Baumfarne spenden lichten Schatten. Kauris bilden ganze Wälder mit ihren riesigen, uralten Stämmen. Ihr Holz ist ganz leicht. Aus Manuka wird Honig gewonnen, dem mehr noch als anderen Sorten gesundheitsfördernde Fähigkeiten zugesagt werden. Reibt man seine Blätter zwischen den Fingern, duftet es ganz wunderbar. Nektar aus den Blüten des Neuseeland-Flachs dient den Vögeln zur Nahrung und aus seinen Blättern können Körbe gewebt werden. Andere Pflanzen bilden wunderschöne, einfache, reinweiße Blüten und tiefblaue Beeren.

Tolle Grüntöne, Strukturen und Texturen bestimmen die Pflanzenwelt. Hier vom Küstenwind gebürstet.
Tolle Grüntöne, Strukturen und Texturen bestimmen die Pflanzenwelt. Hier vom Küstenwind gebürstet.

 

Weitere Waldbewohner:

In Kürze zusammengefasst: Es war nicht mein erstes Mal in Neuseeland. Aber auch dieses Mal hat dieses Land zwischen Himmel und Erde, Feuer und Wasser es wieder geschafft, das Herz zu öffnen und zutiefst zu beeindrucken. Ob ich zum letzten Mal dort gewesen bin…?

Wir sind dabei: Grüne Hauptstadt 2017!

Grüne Hauptstadt Essen (Copyright: Johannes Kassenberg)

2017 beginnt für von & zu grün aufregend: Als Teil der Grünen Hauptstadt Essen bieten wir einen Workshop „Balkonbegrünung für Anfänger“ an! Bereits im Herbst 2016 sind wir dem Aufruf eines Wettbewerbs für Bürgerideen gefolgt und haben unsere Vorschläge für die Grüne Hauptstadt 2017 eingereicht. Nach langem Warten auf die Entscheidung durch eine Jury erhielt Anna im Dezember für ihre Idee endlich eine Zusage. In einem Workshop für bis zu 15 Personen dreht sich einen Tag lang alles darum, wie man seinen Balkon in eine grüne Oase verwandelt.

In einem theoretischen Teil wird vormittags grundlegendes zur Balkongärtnerei besprochen, wie Gestaltung, Werkzeug, Boden, Pflanzung, Bewässerung, geeignete Pflanzgefäße und mehr. Pünktlich zum Mittagstief wird am Nachmittag im praktischen Teil kräftig angepackt. Wichtig ist uns, dass die Inhalte des Workshops nicht nur von uns vorgegeben werden. Besonders die Vorstellungen, Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmer sollen berücksichtigt und in den Workshop integriert werden.

Der Workshop wird kostenfrei sein und voraussichtlich Anfang April stattfinden. Das genaue Datum und den Start für die Anmeldung geben wir sobald wie möglich im Blog und auf Facebook bekannt. Jetzt müssen wir erstmal ordentlich reinhauen und planen, planen, planen. Freuen tun wir uns jedenfalls schon sehr!!

Mangold mit roten und gelben Blattstielen
Mangold mit roten und gelben Blattstielen

Die Grüne Hauptstadt ist übrigens ein Titel, der seit 2010 jährlich durch eine Jury der Europäischen Kommission verliehen wird. Qualifizieren können sich europäische Städte, die hohe Umweltstandards erreicht haben und ehrgeizige Ziele im Umweltschutz und für eine nachhaltige Entwicklung verfolgen. Die Bewerberstädte müssen zu zwölf Themenfeldern Stellung nehmen. Essen setzte 2015 im Wettbewerb gegen Nijmegen, Hertogenbosch und Umea durch. Mitunter hat sich die Stadt durch ihren Wandel von einer Kohle- und Stahlstadt zur grünsten Stadt in NRW und drittgrünsten Stadt Deutschlands hervorgetan, sowie durch den ganzheitlichen Ansatz des Konzepts.

Die offizielle Eröffnung der Grünen Hauptstadt findet am 21. Januar (17.30 – 22.00 Uhr) und am 22. Januar (16.00 – 20.00 Uhr) in der Gruga statt. Sie bietet Illumination, Tanz, Theater, Walking-Acts, Klanginstallation und mehr. Als Eintritt zahlt man lediglich eine Plastiktüte (sollte man zu Hause noch haben…). Unsere Vermutung liegt nahe, dass die Tüten für eine Stadt-Skulptur verwendet werden, die über das gesamte Jahr in Zusammenarbeit mit Essener Künstlern und Folkwang Studierenden entstehen wird.

Essener Grugapark (Copyright: Rupert Oberhäuser)
Essener Grugapark (Copyright: Rupert Oberhäuser)

Und das ist erst der Anfang: Im Laufe des Jahres findet eine große Bandbreite schöner Projekte und Veranstaltungen statt, wie etwa Schnipseljagden zwischen Ruhr und Emscher, autofreie Zonen und grüne Meilen, erste öffentliche Badestellen an der Ruhr, gleich drei Aktionstage für lokale Produktion und nachhaltigen Konsum unter dem Titel „säen, ernten, Essen“, Hummelautobahn, Tree Parade, Green Fashion Tour und mehr.

Dann mal los, 2017 – zeig, wie grün Essen noch werden kann!

Link zur Grünen Hauptstadt 2017

Link zur Eröffnungsveranstaltung am 21. und 22. Januar

Zwischen Vulkanen und Wäldern

Wer an Vulkanlandschaften denkt, ruft sich meist die Bilder der bizarren Felsformationen Lanzarotes oder der Geysire Islands in den Sinn. Dabei befindet sich zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinlandpfalz eine Region, deren Schönheit dem Vulkanismus zu verdanken ist – die Eifel. Wenn Nebel durch die Wälder wabert und die Maare wie verwunschene Seen daliegen, hat der Herbst Einzug gehalten. Für uns genau die richtige Jahreszeit zum Wandern.

Blick ueber das Maar

Ziel unserer ersten Wanderung sind die Dauner Maare: das Gemündener-, Weinfelder- und Schalkenmehrener Maar. Entstanden sind die circa 20.000 bis 30.000 Jahren alten wassergefüllten Trichter durch das explosive Aufeinandertreffen von Magma und Grundwasser. Kurz hinter dem Wanderparkplatz liegt das Weinfelder Maar in seiner vollen Schönheit: es hat einen Durchmesser von mehr als 500 Metern und ist mit 51 Metern das tiefste der drei Dauner Maare. Auch ohne Wanderkarte findet man leicht seinen Weg  zum nahegelegen Mäuseberg,  auf dessen Gipfel der elf Meter hohe Dronketurm thront.

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Seinen Namen erhielt der 1913 errichtete Aussichtsturm in Gedenken an den Lehrer Dr. Adolf Dronke – den Gründer des Eifelvereins. Dr. Dronke wollte durch die Belebung des Wandertourismus in der Region, sowohl eine Einnahmequelle für die arme Region als auch eine Freizeitbeschäftigungen für die hartarbeitende Bevölkerung schaffen. Bis heute zählt der Eifelverein e.V. zu einem der größten Wandervereine Deutschlands. Wer die Eifel nicht auf eigene Faust erobern möchte, kann sich auch von einem durch den Eifelverein ausgebildeten Wanderführer leiten lassen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf dem Dronketurm, von dem man bei gutem Wetter bis zum Hunsrück blicken kann, folgt der Abstieg zum Gemündener Maar durch einen hochgewachsenen, dichten Buchenwald. Am Rande des Maars liegt wohl eines der  idyllischsten Naturfreibäder des Landes, das in der Badesaison von Mai bis September zum Entspannen und Schwimmen einlädt. Während der Abstieg zum Gemündener Maar uns kaum ins Schwitzen gebracht hat, birgt der Rückweg auf die Höhe die erste steile Etappe unseres Ausflugs. Belohnt werden wir mit einem Blick über den nebelverhangenen Wald.

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Am Wegesrand liegt eine Hütte des Dauner Skivereins, der im Herbstwetter eine gewisse Trostlosigkeit ausstrahlt. Unsere weitere Eifel-Wanderung geht an einem aktiv genutzten Steinbruch entlang, der meinen Gärtner zu einer kleinen Studie des schweren Geräts einlädt. Ich genieße den Blick auf die selig grasende Schafsherde in einer mobil eingezäunten Weide. Querfeldein kürzen wir unseren Rückweg zum Weinfelder Maar ab.

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Wie schon der Ski Club Daun verweisen auch Schilder am Rande der Wasserfläche auf kalte, teilweise schneereiche Winter in der Mittelgebirgsregion. Während in kalten Wintern die Maare sogar eine Eisfläche bilden können, können wir im Herbst noch den Blick auf das klare, Wasser genießen. Das Licht erzeugt ein faszinierendes Farbenspiel auf der Wasseroberfläche. Die noch grünen Blätter der Bäume, spiegeln sich in der türkisen Oberfläche.

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Während uns nur wenige Wanderer und Spaziergänger auf unserem Ausflug begegnen, schenken uns die tierischen Bewohner zum Abschied noch einmal ihre volle Aufmerksamkeit. Auf dem weitläufig umzäunten Gebiet um das Weinfelder Maar lebt eine kleine Herde von Eseln und Ziegen, die sich je nach Laune von den Menschen anfassen lassen. Snacks für die Vierbeiner sind natürlich nicht gestattet, schließlich ist das Nahrungsangebot im Naturschutzgebiet um das Maar reichhaltig. Wer Angst vor den Tieren haben sollte, kann ihnen aber auch ohne große Mühen aus dem Weg gehen.

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Da wir das Schalkenmehrener Maar schon im vergangenen Winter besucht haben, verzichten wir dieses Mal auf einen Abstieg zu dem kleinsten und flachsten der drei Dauner Maare. Das Schalkenmehrener Maar ist ein sehr artenreiches Gewässer. Ob Aal, Hecht oder Barsch – viele Fische tummeln sich in dem 21 Meter tiefen Nass. Am Rande der Wasserfläche ist Schilfröhricht zu finden, an manchen Stellen kann man zur richtigen Jahreszeit auch eine Schwertlilie entdecken. Empfehlenswert ist ebenfalls ein kleiner Gang durch das Dörfchen Schalkenmehren, das mit vielen Schnitzereien in Herbst und Winter etwas magisches ausstrahlt.

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Am nächsten Tag unserer Reise in die Vulkaneifel zieht es uns in das kleine Dörfchen Neroth. Entlang Neroths verläuft einer der bekanntesten Wanderwege der Region: der Eifelsteig. Unser Ziel ist der Hausberg des Ortes, der Nerother Kopf. Ein 651 Meter hoher Berg, bei dem es sich um den Kegel eines erloschenen Vulkans handelt. Auch die Umgebung um den Nerother Kopf ist geprägt durch dicht gewachsene Buchenwälder, die uns den Nieselregen bestmöglich vom Leibe halten.

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Beim Blick auf den Berg, reißt sogar für eine kurze Zeit der verhangene Himmel auf. Auch wenn der Anstieg bis zur Kuppe nicht allzu anspruchsvoll ist, sollte man bei dieser Tour nicht auf gutes Schuhwerk verzichten, zu leicht ist die Möglichkeit auf dem steilen Waldboden auszurutschen. Deutlich schweißtreibender als die Route um die Dauner Maare ist der Weg auf den Nerother Kopf alle Mal – aber die Mühen lohnen sich. Auf dem Gipfel wartet, die Ruine der sogenannten Freudenkoppe. Hierbei handelt es sich um die Reste einer Burg die Mitte des 14. Jahrhunderts aus Lavagestein errichtet wurde. Spannend ist, dass die Burg auf einer Höhle aufgesetzt wurde, in die man einen kurzen Blick werfen kann. Darüber hinaus sind auf dem Gipfel auch Sitzmöglichkeiten vorhanden, gerade richtig für unsere Brotzeit, die wir uns nach 2 1/2 Stunden mehr als verdient haben. Zurück nehmen wir den Weg durchs Dorf, das wohl mit einem der kuriosesten Museen der Umgebung dienen kann: dem Mausefallen Museum. Bis in die Nachkriegsjahre hinein war das kleine Neroth nämlich nicht nur für seine Lage am Rande des Eifelsteigs bekannt, sondern auch für die Produktion von Mäusefallen. Im Café und Restaurant Mausefalle, nur wenige Meter vom Museum entfernt, beenden wir unsere Wanderung. Diese sehr liebenswert gestaltete Gastronomie bietet neben hausgemachtem Kuchen bester Qualität, auch kleine und große Gerichte zu fairen Preisen. Für uns genau der richtige Abschluss eines eindrucksreichen Wanderwochenendes.

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Unterwegs wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn

Natürlich liebe ich meinen Balkon, trotzdem lasse ich die Beine auch gerne Mal abseits von Balkonien baumeln. In diesem Sommer hat es mich und meinen Lieblingsgärtner für einige Tage an die Mecklenburgische Seenplatte verschlagen. Statt im Zelt waren wir für vier Tage auf einem Hausfloß unterwegs. Nach einem Großeinkauf für die anstehende Tour kaperten wir am Nachmittag endlich unser Floß die Tante Polly. Zunächst gab es für alle Crewmitglieder eine kleine Knotenkunde, schließlich sollten wir die kommenden Tage dazu in der Lage sein vor Anker zu gehen, zu schleusen oder eine Leine zu verlängern. Da ich kein besonders großer Held im Freundschaftsbänder-, oder Teppichknüpfen war, wollte nicht direkt jeder Knoten gelingen, aber Übung macht den Meister. Es folgte noch eine Einweisung in die wichtigsten Manöver – sei es Anhalten, oder Personenrettung. Die Positionen von Kapitän und Bootsjunge/Bootsmädchen waren schnell auserkoren und los ging es mit fixen acht Stundenkilometern über die Mecklenburgische Seenplatte.

Volle Fahrt voraus Der Kapitaen am Steuer

Wir starteten unsere Tour auf dem Canower See. Schon dort war die Kulisse wunderbar. Schilf, Seerosen und viele kleine private Anlegeplätze am Ufer. Natürlich wollten wir es uns am ersten Abend nicht nehmen lassen ein bisschen die Gegend zu erkunden und einen schönen Ankerplatz zu finden. Denn so schön die privaten Anlageplätze auch sind, Floßtouristen wollen die Menschen dort nicht beherbergen. Zwischen dem kleinen und dem großen Pälitzer See fanden wir ein geschütztes Plätzchen, gesäumt von zwei großen Schilffeldern. Unser Floß war perfekt ausgerichtet, sodass wir die Sonne, sollte sie sich denn blicken lassen, bis zu ihrem letzten Strahl ausnutzen konnten. Schon an unserem ersten Abend wurden wir mit einem Sonnenuntergang belohnt, der auch in jeder kitischig, romantischen Hollywood-Schnulze die Herzen hätte höher schlagen lassen.

Vor Anker gegangenSonnenuntergang Erster Abend

Unseren Ankerplatz säumte ein kleines Wäldchen, dominiert von Schwarzerlen, Pappeln und unterschiedlichen Weidenarten. Um während eines Sturmes oder durch größere Schiffe erzeugten Wellengang nicht abgetrieben zu werden, legten wir mit zwei Ankern an, die wir mit einem Spaten im Waldboden eingruben. Nach mehrmaligen vor Anker gehen in den kommenden Tagen, wurde das Belegen der Klampen zu unserer leichtesten Übung. Egal ob Regentag oder Gewitternacht Knoten und Anker hielten unsere Tante Polly fest an ihrem Platz.

Klampe belegen am Floß Anker im Waldboden

Schon am ersten Morgen konnten wir feststellen: Das Leben auf einem Floß im Nirgendwo entschleunigte unser gehetztes Großstadtleben schlagartig. Kein Computer, kein Smartphone, keine Lärmkulisse, keine Menschenmassen und sogar das Telefonnetz versagte die meiste Zeit. Aufgrund des fehlenden Stroms und der somit leeren Handyakkus, war schnell auch kein Wecker mehr zur Hand und unser Lebensrhytmus passte sich allmählich den Sonnenstunden an. Spätestens um 7:30 Uhr krochen auch die müdesten Geister unter dem Mosquitonetz hervor und wenn der Glühstrumpf unserer Gaslampe abends nicht mehr genug Licht zum Lesen spenden konnte und stattdessen so manches Insekt anzog, ging es in die Koje. Den Morgen starteten wir tagtäglich mit einem echten Seebären-Frühstück inklusive Schwarztee und Spiegelei sowie einer großen Runde durch den See. Während sich der Schwarm von Rotaugen jeden Morgen auf unsere Brotkrümel freute, war von den kleinen Allesfressern nichts mehr zu sehen, sobald wir einen Fuß ins Wasser taten.

Seebaeren FruehstueckUnser Fischschwarm

Beim Gedanken an das Schleusen verließ uns zwei Floßneulinge, trotz fleißigem Knotenübens der Mut, zu viel Angst hatten wir eine der hübschen Yachten aufgrund unser Unerfahrenheit zu beschädigen. Darüber hinaus schreckten uns die langen Schlangen vor der nahegelegenen Schleuse Strasen-Priepert ab. Wir wollten unsere vier Tage nicht mit Warten, sondern mit Urlaub und Entspannung verbringen. Statt nur mit dem Floß, erkundeten wir die Umgebung auch mit unserem Zweier-Kajak und erspähten an den Ufern des Großen Pälitzsees zahlreihe Graureiher und andere Vogelarten, die wohl auch eine enge Beziehung zu den Rotaugen und anderen Fischen im Uferbereich hatten.

Auch wir mussten auf dem Floß nicht nur von unseren zuvor getätigten Einkäufen leben, sondern wurden schon am zweiten Tag der Reise durch Jens Winkelmann und sein Wasserkiosk überrascht. In der Urlaubssaison ist Winkelmann jeden Tag acht Stunden mit seinem schwimmenden Kiosk unterwegs: Ob kaltes Bier, Brötchen, Eis, Zeitung oder Räucherfisch, der Wasserkiosk hat alles dabei was das Herz begehrt. Zum Ende der diesjährigen Urlaubssaison auf der Mecklenburgischen Seenplatte sendet das Norddeutsche Fernsehen  eine ganze Dokumentation über den schwimmenden Kaufmann (Sendetermin: Freitag 09.09. um 21:15). Wir testeten den von Winkelmann geräucherten Fisch und waren begeistert. Da konnten Stullen und Eintopf einfach nicht mithalten – so liebevoll der Kapitän sie auch kochte.

Raeucherfisch Der Kapitaen kocht

In vier kurzen Tagen nahmen wir alle Wetterlagen mit von strahlendem Sonnenschein bis hin zur stürmischen Gewitternacht. Wir konnten uns auf dem Sonnendeck die Beine bräunen und mussten uns bei Nieselregen in der Koje verkriechen. Der Regen schenkte uns den Anblick eines nebelverhangenden Sees in der Abendröte und die Wärme lockte die Wasserki-Fahrer auf die Bretter. Sowohl Gärtner als auch Gartenbloggerin sind schwer verliebt in die Landschaft und Ruhe der Mecklenburgischen Seenplatte, es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass wir dort Urlaub machen.

Tipps für den Urlaub mit dem Hausfloß auf der Mecklenburgischen Seenplatte

  1. Autan und Co müssen mit – wer nicht eingeschmiert ist, wird in der Dämmerung von den Mücken verspeist.
  2. Vorräte nicht vergessen – wer an Land geht verliert nur Zeit und das Wasserkiosk liefert zwar vieles, aber auch zu ordentlichen Preisen.
  3. Wer viel entdecken will, sollte die Tour zuvor planen und sich über die Öffnungszeiten der Schleusen informieren. Das Schleusen funktioniert ab drei Mann Bootsbesatzung sehr gut.
  4. Wer ist hier falsch: Wer auf Dusche und eine richtige Toilette nicht verzichten kann, sollte vielleicht lieber ein Ferienhaus am Ufer mieten. Ebenso werden Kultururlauber auf dem Boot nicht auf ihre Kosten kommen.
  5. Wer ist hier richtig: Alle Naturliebhaber und Wasserratten. Egal ob man lesend auf dem Sonnendeck entspannen möchte oder aktiv per Kajak die Gegend erkundet, die Mecklenburgische Seenplatte ist sehr facettenreich.

Für Alle, die nicht genug kriegen können, hier weitere Impressionen eines ereignisreichen Urlaubs:

Schiet-Wetter auf dem See
Schiet-Wetter auf der Mecklenburgischen Seenplatte
Mit dem Hausfloß auf der Mecklenburgischen Seenplatte: Ferienbeschaeftigung
Lesen und Essen während des Regentages
Mit dem Hausfloß auf der Mecklenburgischen Seenplatte… The Fog
Nebel über dem See
Wasserski auf dem Paelitzsee
Wasserski auf dem Paelitzsee
Mit dem Hausfloß auf der Mecklenburgischen Seenplatte: Auf dem Sonnendeck
Mit dem Gärtner auf dem Sonnendeck
Bootsparade letzter Schleusengang
Bootsparade nach dem letzten Schleusengang
Seerose auf dem Canower See
Seerose auf dem Canower See

Im Garten von Schloss Moyland

Am idyllischen Niederrhein, am Rande des mittelalterlichen Städtchens Kalkar, liegt das Dorf Till mit seinem wunderschönen Schloss Moyland. Die Anfang des 14. Jahrhunderts errichtete Wasserburg hat eine lange bewegte Geschichte. Viele Male hat das Anwesen, das seit dem 18. Jahrhundert der Familie von Steengracht gehört, sein Anlitz verändert. Der neugothische Stil des Schlosses, den der Kölner Dombaumeister, Ernst Friedrich Zwirner im 19. Jahrhundert dem Bauwerk verlieh, ist bis heute erhalten. Mit großem Einsatz wurde Schloss Moyland mithilfe der Stiftung Schloss Moyland ab 1990 wieder aufgebaut und restauriert. Heute sind die Schäden des zweiten Weltkrieges nicht mehr zu erkennen und seit wenigen Jahren trohnt auch wieder ein spitzer Turm auf dem Schloss, von dem aus über die weiten Wiesen und Felder des Niederrheins geblickt werden kann.

Der Kräutergarten von Schloss Moyland

Zwar steht im heute als Musem Schloss Moyland bekannten Bau die moderne Kunst und vor allem der Klever Künstler Joseph Beuys im Mittelpunkt, aber die große, gepflegte Parkanlage und ein Kräutergarten, der einen fabelhaften Überblick über die Heil- und Giftpflanzen aus der Region liefert, macht Schloss Moyland auch für Pflanzenliebhaber interessant. Eingebettet in die barocke Gartenlandschaft, die von Alleen und Wasserläufen durchzogen ist, stellt der Kräutergarten eine kleine Oase dar.

Die Geschichte der Heilpflanzen auf Schloss Moyland

Im 16. Jahrhundert gehörte das Schloss Moyland der Familie Dietrich des II. von Bronckhorst-Batenburg, der  sich sehr für den Einsatz von Heilpflanzen und Kräutern begeisterte. Auf dem Wasserschloss Anholt, im nahegelegenen Kreis Borken, welches sich ebenfalls in Dietrichs Hand befand, trug dieser zahlreiche medizinische Bücher seiner Zeit zusammen. In der fürstlichen Salm-Salm’schen Bibliothek auf Schloss Anholt ist bis heute ein sehr beeindruckendes Exemplar eines Kräuterbuchs erhalten, das als „Anholter Kräuterbuch“ bekannt ist. Bei diesem handgeschriebenen und mit zahlreichen Illustrationen versehenen mittelalterlichen Werk handelt es sich um eine Abschrift bzw. Weiterentwicklung des Kräuterbuches des bayrischen Arztes Johannes Hartlieb, der es Mitte des 15. Jahrhunderts niederschrieb. Die Anholter Version beinhaltet 173 illustrierte Rezepte zu der Vewendung von Pflanzen und wichtigen medizinischen Grundlagen. Im Jahr 1999 entstand, inspiriert durch das Anholter Kräuterbuch, in der Parkanlage von Schloss Moyland ein Kräutergarten, wie ihn sicherlich auch Dietrich der II. zu schätzen gewusst hätte. Wir haben für Euch die schönsten Impressionen gesammelt.

Eintrittspreise für die historische Gartenanlage und den Skulturenpark

2 € pro Person (keine Ermäßigung)

Öffnungszeiten des (Garten) von Schloss Moyland

Sommer (1. April – 30. September)
Mo. 11–17 Uhr (nur Historische Gartenanlage)
Di.–Fr. 11–18 Uhr
Sa. und So. 10–18 Uhr

Winter (1. Oktober – 31. März)
Mo. 11–17 Uhr (nur Historische Gartenanlage)
Di.–So. 11–17 Uhr

Seite Garten
Der Blick auf den Kräutergarten und das Schloss
Blick auf den Garten
Der Eingang des Moyländer Kräutergartens
Artischocke
Die Artischocke – Cynara cardunculus
Indianernessel
Indianernessel – Monarda didyma
Schmetterlingsflieder
Schmetterlingsflieder – Buddleja davidii
Garten von Schloss Moyladn: Ech.-Hummel
Sonnenhut – Echinacea
Ross-Minze
Ross Minze – Mentra Longifolia
Wilde Karde
Wilde Karde – Dipsacus fullonum
Garten von Schloss Moyland: Stevia
Stevia – stevia rebaudiana
Garten von Schloss Moyland: Im Garten
Wasserspiel im Kräutergarten und Blick auf die Beete
Garten von Schloss Moyland: Ricinus
Vorsicht giftig: Wunderbaum – Ricinus communis
Garten von Schloss Moyland: Eisenhut
Vorsicht giftig: Gelber Eisenhut – Aconitum vulparia
Garten von Schloss Moyland: Tollkirsche
Vorsicht giftig: Tollkirsche – Atropa helladonna

Scholle für eine Saison – ein Selbstversuch

Das erste Mal, dass ich von vorbestellten Ackerstreifen á la Meine Ernte oder Ackerhelden hörte, war ich zwiegespalten. Eine geniale Idee für Berufstätige und alle, die nur wenig Zeit investieren wollen und/oder können und/oder wenig Ahnung vom Gärtnern haben. ABER: Eigentlich will ich doch alles oder nichts, im Schweiße seines Angesichts die eigene Scholle umgraben, den Boden vorbereiten, säen, jäten, pflegen und die Früchte meiner harten Arbeit ernten! Attraktiv ist, dass einem durch die Vorbestellung ein guter Teil der Arbeit abgenommen wird sowie der relativ geringe Aufwand den man betreiben kann, um sich zu einem recht guten Preis eine Saison lang mit eigenem Gemüse zu versorgen. Zudem erlebt man anhand der eigenen Erfahrung die Saisonalität von Gemüse. Der Balkon platzt aus allen nähten – das Vorhaben kann auch als eine Vorstufe zu einem eigenen Garten gesehen werden.

Es kam, wie es kam, zu Beginn des Jahres fragte dann eine Freundin an. Nun teilen wir uns zu fünft einen vorbestellten Ackerstreifen von 50 qm. Die Pragmatikerin in mir gewann: 30 Minuten Fahrzeit für eine Strecke mit dem Rad vs. knapp eine Stunde zum nächstgelegenen Biohof der das gleiche in, nun ja, bio anbietet. Unschlagbar, wenn man bedenkt, dass man auf dem Acker auch noch aktiv werden will! Zudem wollte ich der weitverbreiteten städtischen Vorstellung von Landwirtschaft etwas entgegensetzen, die sich oftmals gedanklich zwischen den Extremen idyllischer, (vermeintlich) perfekter Biohof und Massenanbau/-tierhaltung bewegt und dem Mittelmaß wenig Raum bietet.

Es ist also nun das Projekt „Feldfreunde“ vom Oberschuirshof im Essener Südwesten geworden. Ähnlich vielen Höfen, die eine Lage in direkter Nähe zu einem urbanen Raum wie dem Ruhrgebiet haben, hat auch der Betrieb von Familie Weber viele Standbeine: mit 60 ha Ackerfläche, einem Schweine- und Geflügelhof, Hofladen und dem Projekt „Feldfreunde“ nennt er sich einen „Bauernhof zum Anfassen“. Hier kann man zwischen Mai und Oktober zu einem guten Preis Ackerstreifen von entweder 50 oder 100 qm für eine Saison anmieten. Eine festgelegte Zahl an Gemüsesorten ist vorgesät, die ersten Meter des Streifens sind durch die Mieter frei bepflanzbar. Zum Ende der Saison wird das Feld geräumt. Die Lage ist toll: Unter freiem Himmel schweift der Blick schnell über die grünen Ruhrhöhen.

 

Unser Ackerstreifen Anfang/Mitte Mai 2016
Unser Ackerstreifen mit Blick auf das Ruhrtal (Mitte Mai 2016)

 

Ab Anfang Mai erhält man regelmäßig Newsletter mit wichtigen und aktuellen Infos und Tipps. Familie Weber steht einem mit Rat und Tat für weitere Fragen beiseite. Seit diesem Jahr (2016) erhält man im Hofladen je 50 qm ein Starter-Paket „Kräuter und Blumen“. Auch im Laufe der Saison kann man Setzlinge und Saatgut dort zum Nachpflanzen kaufen. Wasserstellen und Kompostlager werden eingerichtet, es gibt eine Hütte, in der Werkzeug zur Verfügung steht. Auch Rankgitter und Bambusstäbe werden jedem Feld für rankende Pflanzen wie Bohnen oder Erbsen bereitgestellt. Hunde sind grundsätzlich willkommen, sofern man auf den Schutz der Felder achtet und berücksichtigt, dass hier Lebensmittel angebaut werden! Positiv ist auch die Kooperation mit Foodsharing: Im Werkzeugschuppen am Anfang des Feldes findet man Infos zum Projekt und eine Sammelkiste für überschüssige Ernte.

 

Erste Ernte
Erste Ernte (Mai 2016)

 

Alles schießt – Unser Acker im Juli 2016

 

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Phacelia als wahrer Bienenfreund

 

Von dem Ergebnis bin ich positiv überrascht. Bisher reicht das geerntete Gemüse allemal für uns fünf. Der Gedanke entspannt, dass einem die erste Arbeit abgenommen wird und jedem selbst überlassen bleibt, wie viel Aufwand in die eigene Scholle gesteckt wird. Abhängig davon ist natürlich auch der Ertrag… Deutlich wird auch die Abhängigkeit der Landwirtschaft vom Wetter. Je nach Wetterlage kann es durchaus passieren, dass sich manche Gemüsesorten besser und andere schlechter entwickeln. Immer wieder ist es interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die ursprünglich identischen Felder gestaltet werden mit Pflanzen, Fußwegen, Bänken, Stühlen, Windrädern und mehr. Ein wenig kurios und etwas konservativ erscheint mir nach wie vor das Bild des Städters, der an den Stadtrand fährt, um dort emsig seine Scholle zu bewirtschaften. Man grüßt sich freundlich, ein bisschen entsteht ein Gefühl von Kleingartenidylle. Dennoch ist es toll zu sehen, mit wie viel Enthusiasmus und Mühe viele ihr Feld für eine Saison beackern. Sehr unterschiedliche Gruppen treffen dort aufeinander, Familien, Freunde, Singles, Studenten, junge Paare, Berufstätige, Rentner und viele mehr. Alle freuen sich über ihr kleines Stück grünes Glück und ein Stündchen oder zwei Flucht aus der Stadt.

 

Variationen einer Bank
Variationen einer Bank

 

Exotischer Freund
Exotischer Freund

 

Vielfalt
Grüne Vielfalt

 

Saisonal mietbare Ackerstreifen rundum Essen (Ruhr):

Oberschuirshof der Familie Weber in Essen-Schuir (Feldfreunde) – http://www.feldfreunde.de

Biohof Oberhammshof in Essen-Fischlaken (Bauer Günther Maas) – Mittelhammshof@aol.com

 

Bundesweit aktive Angebote:

Meine Ernte (in Essen-Kray auch am Bauernhof Mechtenberg) – http://www.meine-ernte.de

Ackerhelden (Partner von Bioland) – http://www.ackerhelden.de

 

Wie sind Eure Erfahrungen mit vorbestellten Ackerstreifen? Erntet ihr auch kindskopfgroße Kohlrabi oder ärgert ihr Euch über die magere Möhrenernte? Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen!

Ein kleines Paradies: Pfarrgarten Saxdorf

Im südlichen Brandenburg zwischen Bad Liebenwerda und Mühlberg/Elbe liegt Saxdorf.

Seit fast 40 Jahren wird der Saxdorfer Pfarrgarten durch den Künstler Hanspeter Bethke und den Pfarrer Karl-Heinrich Zahn gestaltet. Das Gartenkunstwerk ist Gegenstand ständiger Veränderung – sowohl durch den Lauf der Jahreszeiten als auch die Arbeit der Gärtner.

In unermüdlicher Kleinarbeit wurden viele Raritäten zusammengetragen: seltene Gehölze, englische und historische Rosen, eine Sammlung von Phloxen von Karl Foerster, zahlreiche Heliopsis und Hellenium-Arten, Hemerocallis, viele Lilienarten, prächtige Strauchpäonien (darunter auch eigene Züchtungen), eine beachtliche Dahliensammlung, viele Bambussorten, im Gewächshaus drängen sich ca. 170 verschiedene Kamelien, in Kübeln seltene Agapanthus, Passiflora-Arten, verschiedene Myrthen oder der duftende Ananassalbei. Einen weiteren Sammlungsschwerpunkt stellen die Kakteen dar. Jährlich werden ein Bambusfest und ein Rosenfest veranstaltet, denn im Pfarrgarten entstehen auch eigene Rosensorten.

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf