Malzbier-Roggenbrot: Unser neues Lieblingsbrot

Malzbier-Roggenbrot: Anschnitt

Wie wir euch vor kurzem vorgestellt haben, kommt im Hause von & zu Grün viel frisches Brot auf den Tisch. Grund dafür ist der Backautomat. Um euch ein bisschen besser zeigen zu können, was der Backautomat leisten kann, teilen wir mit euch unser aktuelles Lieblingsrezept: das Malzbier-Roggenbrot. Gefunden haben wir dieses tolle Rezept in: „Brotbacklust, 222 Rezepte für den Brotbackautomaten“ der Autorin Mirjam Belle. Wunderbar reduziert fast das Buch alles zusammen, was der Brotbackautomat-Anfänger sucht.

Was bietet das Buch „Brotbacklust, 222 Rezepte für den Brotbackautomaten“?

Eingeteilt ist das Buch sehr übersichtlich in folgende Kapitel:

Brot-Rezepte

  • Helle Brote
  • Dunkle Brote
  • Vollkornbrote
  • Milchbrote
  • Süße Brote
  • Glutenfreie Brote

Variationen aus Teig

  • Süße und salzige Kuchen
  • Brötchen
  • Raffinierte Brotteigvariationen
  • Brotsalate
  • Brotsuppen
  • Brotaufläufe
  • Brotdesserts

Die Rezepte sind so aufgeführt, wie es für den Backautomaten praktisch ist: Alle Zutaten werden in der Reihenfolge, in der sie eingefüllt werden müssen, angegeben. Die einzigen Hinweise auf den Backprozess machen eventuelle Beigaben nach dem Signalton aus, sowie der Verweis auf das auzuwählende Programm. Sehr hilfreich ist, dass alle Rezepte mit den Mengenangaben für 500g und 750g Brote versehen sind. So kann es direkt losgehen, ohne stressiges umrechnen.  Ich habe schon circa 30 Rezepte aus dem Buch getestet und alle waren köstlich. Es gab keine eingefallenen Brote – die Angaben für Hefe und Sauerteig waren alle perfekt.

Was macht das Malzbier-Roggenbrot besonders?

Als das Malzbier-Roggenbrot zum ersten Mal auf den Tisch kam, war mein Lieblingsgärtner sofort begeistert. Es ist ein herrlich deftiges Brot, das durch das verwendete Malzbier einen ganz urigen Geschmack hat. Obwohl der malzige Geschmack durch die Beigabe von Honig noch weiter verstärkt wird, ist das Brot nicht zu süß, sondern bleibt durch Sauerteig und Roggen herzhaft. Der Teig ist angenehm locker, luftig und zeigt schöne kleine Poren. Aber jetzt genug der großen Worte, hier endlich das Rezept zu diesem tollen Brot, das jedem Käse schmeichelt.

Malzbier-Roggenbrot: 750 Gramm

Zutaten

  • Malzbier 300 ml
  • Speiseöl 2 EL
  • Sauerteig 50 g
  • Roggenvollkornmehl 250 g
  • Weizenvollkornmehl 200 g
  • Salz 10 g
  • Honig 15 g
  • Trockenhefe 1 1/2 Teelöffel

Zubereitung

  1. Die Zutaten werden in der Reihenfolge der Zutatenliste in den Backautomaten eingefüllt.
  2. Es kann entweder das Backprogramm "Normal" oder das Backprogramm "Vollkorn" ausgewählt werden.
http://www.vonundzugruen.de/malzbier-roggenbrot/

Inwiefern das Rezept ohne weiteres im Backofen gebacken werden kann, weiß ich nicht. Falls es jemand ausprobiert, lasst es uns wissen!

Informationen zum Backbuch:

  • Titel: Brotbacklust 222 Rezepte für den Brotbackautomaten
  • Autorin: Mirjam Beile
  • Verlag: Ulmer
  • Preis: 16, 90€

Veranstaltungstipp: Saatgutfestival Düsseldorf

Saatgutfestival Düsseldorf

Pünktlich zum Frühlingsanfang, wenn das Aussäen und Vorziehen beginnt, findet das Saatgutfestival Düsseldorf statt. Für Sarah und mich ist diese Veranstaltung seit mehreren Jahren ein fester Termin – geradezu ein kleiner Feiertag. Damit auch ihr die Chance bekommt, das Saatgutfestival zu besuchen, hier die Vorbesprechung von Von & Zu Grün.

Saatgutfestival Düsseldorf: Was steckt dahinter?

Vielfalt, Ökologie und Umweltschutz, das sind die drei zentralen Themen, die auf dem Saatgutfestival Düsseldorf im Mittelpunkt stehen. Das Ziel der Veranstaltung ist es Hobbygärtnern, Terrassenbesitzern und Balkonbegrünern Zugang freiem Saatgut zu ermöglichen. Zahlreiche Vereine, Privatleute und Initiativen bieten alte, in Vergessenheit geratene Sorten an. Darüber hinaus wird nicht nur Saatgut, sondern auch eine Menge Wissen über den Anbau und den Erhalt von Nutzpflanzen weitergegeben. Das Saatgut, das auf dem Festival gegen eine kleine Spende erworben werden kann, ist von keinem großen Saatgut-Hersteller wie Monsanto oder Bayer lizensiert und kann ohne Probleme weiter vermehrt werden. Es handelt sich um samenfeste Sorten und keine Hybrid-Pflanzen, weshalb die Pflanzen auch in der nächsten Generation ihre Merkmale behalten.

Saatgutfestival Düsseldorf: Freies Saatgut für private Gärtner
Tomatensamen beim Trocknen

Was bietet das Saatgutfestival Düsseldorf?

Das Saatgutfestival Düsseldorf beginnt in diesem Jahr mit einem Gesangs-Flashmob der Gruppe  EcoMujer. Mit Witz soll das Thema Patent auf Leben besungen werden. Anschließend geht es  mit der Eröffnung des „Markt der Vielfalt“ ans Eingemachte: Hier stellen sich zahlreiche Initiativen und Gruppen vor, die das Thema Umwelt und Vielfalt verbindet. Wer in seiner Freizeit noch nicht gesellschaftlich organisiert ist, bekommt hier viele, spannende Einblicke und Tipps. Darüber hinaus wird von vielen Gruppen Saatgut für Pflanzen in allen Variationen und Formen angeboten  – alles natürlich samenfest.

Des Weiteren wird das Saatgutfestival Düsseldorf durch zahlreiche Vorträge und kleinen Workshops geprägt. Wie jedes Jahr ist auch 2017 das Programm bunt und abwechslungsreich. Zu den Themen in diesem Jahr gehören:

  • „Wer die Saat hat, hat das Sagen. Warum wir das Saatgut wieder in unsere Hände nehmen müssen“, vorgetragen von der Autorin und Saatgut-Aktivistin Anja Banzhaf.
  • „Gärtnern auf kleinstem Raum – Gemüseanbau auf dem Balkon und im Garten für Anfänger*innen“ von Eva Rödingen des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzen. Natürlich für uns Balkonverrückte ist dieser Vortrag ein Muss.
  • Der Schutz der Bienen steht bei Dorothea Schulte des Naturgarten e.V. im Mittelpunkt. In ihrem Vortrag „Blühende Landschaften, öffentliches „Bunt“ und Naturgärten“ erklärt sie wie wir Wildbienen und Co schützen können. Wenn, ihr jetzt schon mehr über Wildbienenschutz erfahren wollt, empfehlen wir euch unseren Artikel„Pflanzt das Frühlingsbuffet für unsere Bienen!“ .

Hunger und Durst muss auf dem Saatgutfestival Düsseldorf auch niemand leiden. Es gibt Kaffee und Kuchen sowie eine mobile Schnippelküche der Slow Food Youth und der Nachbarschaftsinitiative Leben findet Stadt. Darüber hinaus gibt es auch für Kinder viel zu erleben, anzufassen und auszuprobieren: Vom Gemüse filzen bis zum  Geschmacksrätsel ist alles dabei.

Principe Borghese
Principe Borghese

Wer organisiert das Saatgutfestival Düsseldorf?

Organisiert wird die Veranstaltung von einer Arbeitsgruppe, die sich aus ehrenamtlichen Initiativen und Vereinen zusammensetzt. Hier eine kleine Übersicht über die Organisatoren:

Ökotrop Heerdt e.V. : Wie kann der Mensch seinen Lebensraum so gestalten, dass er sowohl für Mensch und Natur gleichsam lebenswert ist? Diese Frage haben sich die Gründer des Ökotrop Heerdt gestellt und ein Pilotprojekt gegründet, das eine Wohnsiedlung, naturnahe Freiräume und ein Naturbildungszentrum miteinander verbindet.

Düsselgrün: Auf der Suche nach einer kleinen grünen Oase und der Möglichkeit Essbares in der Stadt anzubauen, haben sich in Düsseldorf Bürger zu dem Gemeinschaftsgarten-Projekt Düsselgrün zusammengeschlossen. Ihr Garten ist auf einem Teil des WGZ-Bürgerparks an der Stahlwerkstraße, direkt hinter dem HBF Düsseldorf zu finden.

VEN: Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt setzt sich dafür ein samenfeste Sorten zu erhalten. Anstatt großen Saatgut-Monopolisten das Feld zu überlassen, organisiert der Verein Pflanzenpaten, organisiert Workshops und gibt das Wissen über alte Sorten weiter.

Transition Town Initiative Düsseldorf: Die Transition Town Bewegung möchte die Dinge anpacken, die die Politik vernachlässigt: Klimawandel und Rohstoffknappheit. Zusammen arbeiten weltweit kleine Initiativen ein Gegengewicht zur kapitalistischen Gesellschaft zu schaffen.

Leben findet Stadt: Die Stadt lebenswerter und nachhaltiger machen, dass ist das Ziel von Leben findet Stadt. Die Düsseldorfer Nachbarschaftsinitiative bietet viele tolle Workshops an, von der Wurmkiste bis zum Buchbinden.

Daten und Fakten

  • Wann: Samstag 11. März 2017
  • Wo: Geschwister-Scholl-Gymnasium Düsseldorf, Redinghovenstraße 41, 40225 Düsseldorf
  • Eintritt: 2 Euro, Kinder haben freien Eintritt
  • Website: www.saatgutfestival.de

Kalender für ein Jahr – der taschenGARTEN 2017

Es ist schon Advent, Weihnachten rückt immer näher und ihr wisst noch immer nicht, was ihr einer Garten- oder Balkonfreundin (oder einem Freund) so schenken könnt? Dann haben wir einen heißen Tipp für Euch: den taschenGARTEN 2017! Der taschenGARTEN 2017 ist ein Terminkalender, der jährlich von der GartenWerkStadt in Marburg herausgegeben wird. Klar, wie in fast jedem Kalender gibt es eine Übersicht über die Jahre 2017 und 2018 sowie über die Ferientermine und bei einer Seite je Woche bewahrt man locker den Überblick. Lobenswert ist auch, dass es reichlich Platz für Notizen gibt.

Soweit so gut, klingt nicht besonders oder außergewöhnlich. ABER (und jetzt kommt’s): Dieser Kalender ist mehr als nur ein Kalender! Von den Machern wird er als „persönlicher Terminplaner und politischer Gartenkalender“ bezeichnet. Jedes Jahr widmet er sich einem anderen Thema. 2016 war es Wurzelgemüse, dieses Jahr ist es der Klimawandel. Denn (laut Zitat von Carlo Petrini, Präsident der Non-Profit-Organisation Slow Food International aus dem Kalender) „die Lebensmittelproduktion ist eine der wichtigsten Ursachen und eines der ersten Opfer des Klimawandels.“ Auf die politischen Aspekte des Klimawandels wird kurz, knapp und knackig zu Beginn des Planers eingegangen. Als Kalender für den praktisch orientierten Gärtner liegt der Schwerpunkt eher darauf, was man selbst tun kann, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Diese klimaschonenden Tipps sind in den zentralen Kalenderteil eingeflochten. Ergänzt wird das Ganze durch eine Vielfalt an jahreszeitlichem Gärtnerwissen, Buchempfehlungen und köstlichen Rezepten, sodass auch das willkürliche „Schmökern“ reichhaltig belohnt wird. Besonders toll und hilfreich sind die fast wöchentlichen Anbauanleitungen, anhand derer man sich gut und sehr bequem durch das Gartenjahr hangeln kann. Am Ende des Kalenders sind sie in Form einer Anbautabelle auf einen Blick für das ganze Jahr zusammengefasst. Handzeichnungen (dieses Mal sogar bunt!) sorgen für liebevoll gestaltete Details.

Die wöchentlichen Anbauanleitungen erleichtern das Gärtnern erheblich!
Die wöchentlichen Anbauanleitungen erleichtern das Gärtnern erheblich!

 

Der taschenGARTEN 2017 von der GartenWerkStadt wird im A5-Format auf Recyclingpapier gedruckt. Eine Spiralbindung und ein Gummiband als Verschluss halten ihn zusammen. Je nach Einkommen, wird mit Preisen nach Selbsteinschätzung zwischen 15 und 21 Euro gearbeitet. Er wird über die Website der GartenWerkStadt Marburg bezogen (Website siehe unten).

So sieht er von außen aus: der taschenGARTEN 2017So sieht er von außen aus: der taschenGARTEN 2017

 

Über die GartenWerkStadt

Die GartenWerkStadt ist 2012 gegründet worden mit dem Ziel, in Marburg Räume für eine Auseinandersetzung mit landwirtschaftlichen Themen und gesunder Ernährung ins Leben zu rufen. Dabei werden die Grundlagen des ökologischen Anbaus praktisch vermittelt und eine Diskussionsplattform für agrarpolitische Themen geschaffen. Zur GartenWerkStadt gehören verschiedene Bausteine, darunter die Gemeinschaftsgärten, das Projekt Gartenkinder, weiterhin werden Workshops, Vorträge, Kinovorführungen und Feste organisiert. Im Garten findet jährlich eine themenbezogene Ausstellung statt.

Näheres zur GartenWerkStadt findet ihr unter www.gartenwerkstadt.de Hier könnt ihr auch den taschenGARTEN 2017 bestellen!

Die Müll-Minimalistin

Am Anfang steht das Nein. Das ist der wichtigste und vielleicht auch der schwierigste Denkanstoß, den Bloggerin Shia Su mir mit ihrem Buch „Zero Waste – ist das neue Grün“ mit auf den Weg gegeben hat. Denn Nein-Sagen erfordert Mut, manchmal einige Erklärungen und insbesondere immer eine große Portion Freundlichkeit. Wer in unserer modernen Gesellschaft, weniger Müll verursachen möchte, der muss sich trauen mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Denn nur, wenn ich den Kellner freundlich darum bitte, dass er mir keinen Strohhalm zu meinem Cocktail reicht, oder die Bäckerei-Fachangestellte nett frage, ob sie mir meine Brötchen direkt in meinen Leinenbeutel packt, kann ich mein Ziel erreichen.

Mehr Mut Nein zu sagen

Doch dieser Mut ist dringend notwendig – nach Angaben des Umweltbundesamtes verursachte jeder Bundesbürger im Jahr 2014 durchschnittlich eine halbe Tonne Verpackungsmüll. Rechnet man alle Privatpersonen zusammengenommen, ergibt das über 8,34 Millionen Tonnen Müll – das entspricht ungefähr dem Gewicht von 5,56 Millionen Kleinwagen. Insbesondere Kunststoffverpackungen erfahren einen enormen Aufschwung in unserer Gesellschaft, im Vergleich zum Jahr 1995 hat der Verbrauch von Kunststoffverpackungen um 1,39 Mio. Tonnen bzw. 89 % zugenommen.  Dazu tragen z.B. der steigende Konsum von Getränken in Kunststoffflaschen, in Folien verpacktes Gemüse oder der angestiegene Konsum von To-Go-Angeboten, wie der schnellen Portion Bratnudeln auf dem Nachhauseweg bei. Doch auch verstecktes Mikroplastik, im Gesichtspeeling oder der Zahnpasta, gelangen auf direktem Wege über den Wasserkreislauf in den Nahrungskreislauf von Fischen- und anderen Meeresbewohnern und so über kurz oder lang wieder auf unseren Tellern.

Zero Waste – Wo soll ich nur anfangen?

Wie bei so vielen Projekten ist auch beim Weg zum Müll-Minimalismus der erste Schritt der schwierigste. An erster Stelle steht erst einmal ein ungewohnter Kennen-Lern-Prozess: Während wir normalerweise den Deckel des Mülleimers so schnell wie möglich schließen, empfiehlt Shia in ihrem Buch: Augen auf, Zettel zücken und kritisch analysieren. Weitet man diesen Kennen-Lern-Prozess, auch auf den außerhaus produzierten und entsorgten Müll aus, wird schnell klar wo die größten Schwachpunkte liegen. Bei meinem Lieblingsgärtner und mir sind das vor allem die Lebensmittelverpackungen – mindestens ein bis zwei Mal die Woche tragen wir einen dicken gelben Sack zur großen Sammeltonne vor unserem Haus. Diese Säcke sind prall gefüllt mit Joghurtbechern, Gemüseverpackungen, Tetrapacks, Folien und anderen Kunststoffverpackungen, die während des Kochprozesses anfallen. Wir sind Feinschmecker, Vielkocher und Flexitarier. Obwohl wir nach eigenem Empfinden schon viele unverarbeitete Produkte nutzen, fällt unsere Verpackungsbilanz düster aus.

Was besitze ich überhaupt?

Neben voller Mülltonnen, stehen viele von uns auch vollen Küchenschränken gegenüber. Unsere Schränke sind voll mit Konservendosen, Nudel- und Reispaketen, Fläschchen, Tütchen und Pülverchen. Manches haben wir schon so lange aus den Augen verloren, dass es schon sein Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat. Shia gibt in ihrem Buch einen klaren Hinweis: Schränke auf und Vorräte aufbrauchen. Das ist der Beste Weg um von vielverpackten Lebensmitteln auf unverpackte Varianten umzustellen. Und wie auch das Nein sagen erfordert diese Umstellung erst einmal etwas Mühe und Durchhaltevermögen. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn die Umstellung auf mehr unverpackte Produkte führt zu einer wunderbaren Übersichtlichkeit und Ästhetik, wie sie uns auch in den Katalogen von Möbelhäusern und Wohnmagazinen fasziniert.

Zero Waste
©wastelandrebel.com
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Zero Waste einkaufen, ist das überhaupt möglich? 

Was das unverpackte Einkaufen sicherlich mit sich bringt ist eine Umstellung der Konsumgewohnheiten. Ich war immer überzeugte Adhoc-Einkäuferin: Anstatt Wocheneinkäufe zu machen und den Kühlschrank und meine Küchenschränke für viele Tage zu füllen, bin ich fast jeden Tag im Supermarkt unterwegs. Ich kaufe genau das worauf ich Lust habe, in den Mengen, die ich dazu brauche. Der Vorteil ist, bei uns fällt nur eine minimale Menge an Lebensmittelresten an, die wir entsorgen müssen, weil etwas verdorben ist. Der Nachteil ist, dass wir nahezu jeden Tag dem Einkaufsgewimmel ausgesetzt sind und uns so den ein oder anderen Impulskauf nicht verkneifen können. Weniger Verpackungsmüll mit nach Hause zu bringen, würde bedeuten, dass wir anstatt täglich in den Supermarkt um die Ecke zu gehen, die lose erhältlichen Waren für längere Zeiträume im Biomarkt oder auf dem Wochenmarkt kaufen müssten. Um das umsetzen zu können, müssen wir unseren inneren Schweinehund überwinden und nicht nur in unserem Quartier einkaufen, sondern auch den Weg ins Zentrum auf uns nehmen, wo sich in zahlreichen Biomärkten, deutlich mehr unverpackte Lebensmittel erstehen lassen. Besonders viel Glück haben die Menschen, die einen unverpackt Supermarkt in ihrer Umgebung haben. Shia führt auf ihrem Blog Wasteland Rebel eine fortlaufend aktualisierte Liste dieser innovativen Supermarktkonzepte, die in immer mehr Städten zu finden sind. Auf dem Land sind Unverpacktläden und große Biomärkte weniger verbreitet, dafür gibt es oft die Möglichkeit bei Bauernmärkten in der Region Lebensmittel verpackungsfrei zu erhalten. Ein weiterer Schritt hin zum minimalen Müllaufkommen ist die Herstellung eigener Produkte, wie zum Beispiel von Reinigungsmitteln, oder Kosmetikprodukten. Hier bietet das Buch eine Vielzahl von Ansätzen und Ideen, die mit sehr wenigen Inhaltsstoffen umsetzbar sind.

Zero Waste
©wastelandrebel.com

Für wen eignet sich das Buch „Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün“?

„Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün“  ist kein dogmatisches Werk das jeden Otto-Normalverbraucher beschämt, sondern es bietet eine unaufgeregte, unkomplizierte Übersicht wie jeder seinen persönlichen Müllberg besser in den Griff bekommen kann. Wer sich mit dem Thema Zero-Waste schon intensiv auseinander gesetzt hat, wird wahrscheinlich nicht allzu viel neues Lernen, aber er wird ein kompaktes Werk an die Hand bekommen, in dem die wichtigsten Rezepte vom A wie Allzweckreiniger bis Z wie Zero-Waste-Starterkit nachgeschaut werden können. Was ich mir als Wissenschaftlerin gewünscht hätte, wäre, dass Shia viele ihrer sicherlich mühsam und gut recherchierten Quellen mit einem Quellenverweis belegt hätte. Bei spannenden Fakten macht es mir einfach Spaß nachzulesen, wer die Statistiken erhoben hat und wie dies geschehen ist. Aber das ist sicherlich die Berufskrankheit einer Wissenschaftlerin und ehemaligen Journalistin. Für alle Zero-Waste-Anfänger ist Shias Buch ein sehr guter Einstieg, das Lust darauf macht, loszulegen. Für alle, die jetzt die neugierig geworden sind, hier die wichtigsten Fakten zum Buch:

  • Autorin: Shia Su
  • Titel: Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün
  • Verlag: Freya Verlag
  • ISBN: 978-3-99025-273-4
  • Preis: 14,90 €

Erhältlich bei der Buchhandlung eures Vertrauens, allen gängigen Online-Händlern und natürlich auch im Geiste der Zero-Waste Bewegung als E-Book.

KptnCook – stressfrei Kochen

Nach einem anstrengenden Tag auf der Arbeit, an dem man nur noch die Füße hochlegen möchte, liebäugelt auch der ambitionierteste Hobbykoch mal mit einer Falafeltasche von der Dönerbude ums Eck, oder der Notfall TK-Pizza, die ganz weit hinten im Gefrierfach deponiert ist. Viel zu wenig kann man sich darauf verlassen, dass Rezepte für schnelle Küche auch wirklich das Halten was sie versprechen. Schon im Sommer 2014, damals noch im Beta-Stadium, habe ich die App KptnCook kennengelernt, die es schafft einfallsreiche Gerichte so zu präsentieren, dass sowohl der Einkauf, als auch das Kochen blitzschnell gemacht sind. Hier für euch eine kleine Bewertung der Rezepte App KptnCook.

Welche Rezepte findet man auf KptnCook?

Zusammengetragen von einer jungen Community  deutscher und amerikanischer Food-Blogger, präsentiert KptnCook täglich drei Rezepte, die zu großen Teilen vegetarisch oder auch vegan sind. Die Gerichte kommen ohne viel Schnickschnack aus und machen es möglich in nahezu jedem Supermarkt einzukaufen.

Den Preis im Blick

Wer auf sein Geld achtgeben muss, weil der Monat sich dem Ende zuneigt, oder das Bafög leider schon wieder viel zu früh aufgebraucht ist, hat mit KptnCook die Preise im Blick. In der App lässt sich der präferierte Supermarkt auswählen (z.B. Rewe, Alnatura, Denn’s Biomarkt und Real) und anhand dessen direkt der Preis des Einkaufs anzeigen lassen. Discounter sind nicht unter den Supermärkten – jedoch lassen sich sicherlich auch ein Großteil der Produkte ebenso bei Aldi, Lidl und Co finden. Als praktisch hat sich auch die Abhak-Funktion in der App erwiesen, die erlaubt, die Produkte, die schon im Einkaufswagen liegen, oder zu Hause schon vorhanden sind grün zu markieren. So kann man auf den Einkaufszettel verzichten und hat alles gut im Blick.

Wie gut lassen sich die Rezepte nachkochen?

Die Rezepte, die in der App eingestellt werden, lassen sich perfekt innerhalb ca. 30 Minuten vorbereiten und kochen. Es gibt keine versteckten Ruhezeiten oder ewige Schnibbelorgien, die die Zeit für die Zubereitung in die Länge ziehen. Die Arbeitsschritte sind anschaulich und mit sehr ansprechenden Fotos dokumentiert. Wenn man sich während des Kochens immer mal wieder die Finger abwischt, begleitet die App auch den unerfahrensten Hobbykoch angenehm durch den gesamten Kochprozess. Die Gerichte sind einfach nachzukochen und doch pfiffig, dass macht am meisten Spaß an KptnCook.

Bewertung der Rezepte App KptnCook Bewertung der Rezepte App KptnCook

 

 

 

 

 

Was könnte besser sein?

Wem ein Rezept auf KptnCook  gefällt, kann es als Favorit in seiner Bibliothek speichern. Je mehr Rezepte sich anhäufen, desto schwieriger ist es den Überblick zu halten. Es wäre schön, wenn man eine Suchfunktion zur Hand hätte, oder die Rezepte nach Zutaten oder ähnlichem kategorisierbar wären. Das favorisierte Rezept nicht wieder zu finden stresst und das hilft am Abend wirklich nicht weiter. Ich persönlich habe ab und zu auch mit längeren Ladezeiten zu kämpfen, dies hängt aber mit Sicherheit auch mit meinem betuchten Smartphone zusammen. Darüber hinaus kommt es ab und zu Wiederholungen – wer jeden Tag in die App schaut, wird immer mal wieder Dinge entdecken die er schon kennt. Da dies aber im überschaubaren Maße geschieht, ist das aus meiner Sicht noch vertretbar.

Wie verdient KptnCook  Geld?

Zunächst ist die KptnCook App sowohl im Appstore als auch im Google Play Store kostenfrei, jedoch ist die Bibliothek auf das Abspeichern von 25 Rezepten beschränkt. Wer diese erweitern möchte, muss einen App-In-Kauf tätigen. Da ich als Beta-Nutzerin 100 Speicherplätze bekommen habe, bin ich noch nicht an meine Obergrenze gestoßen, aber die Informationsfunktion der App verrät, dass das Aufstocken um 25 Speicherplätze 1,99€ und um 100 Plätze 5,99 € kostet.  Das ist relativ happig. Aufgrund der fehlenden Ordnungsfunktion ist es jedoch fraglich, ob es wirklich sinnvoll ist mehrere hundert Rezepte zu speichern. In letzter Zeit habe ich auch ab und zu eine Werbeanzeige entdeckt, die erscheint, wenn man alle drei Tagesrezepte durchgescrollt hat. Dies finde ich in Anbetracht dessen, dass für Speicherplätze gezahlt werden muss unangebracht, auch wenn die Werbung nicht aufdringlich ist.

Bewertung der Rezepte App KptnCook – Das Fazit

KptnCook  ist eine ansprechende App für alle Vegetarier und Flexitarier, die schnell, bequem und übersichtlich Rezepte unter Zeitdruck nachkochen möchten. Das Design ist sehr ansprechend und die Handhabung zu größten Teilen benutzerfreundlich. Die Preise für mehr Speicherplatz sind relativ hoch, aber die Qualität der Rezepte ist überzeugend. Wer also keine überbordende Rezepte-Enzyklopädie anlegen möchte, sondern eine überschaubare Liste schöner Rezepte erstellen möchte und sich täglich auf neues freut, der ist bei Kptn Cook richtig.

Hier ist der Link zur KptnCook Webseite und zum KptnCook Blog.

Diese Rezension bildet meine persönliche Meinung zu KptnCook ab – wir haben an keiner Stelle eine Finanzierung erhalten, sondern wollen allein unsere Entdeckung mit euch teilen.