Schnell gebaut: Mini-Hochbeet mit Bienenweide

AnnaIm Grünen, Selbstgemacht
Bluete im Mini-Hochbeet

Praktisch, steinig, immergrün – mit diesen drei Begriffen lässt sich der ungebrochene Trend in deutschen Vorgärten beschreiben. Anstelle von Stauden, Kräutern, Blumen und Gräsern breiten sich immer mehr Kieselsteine und Felsbrocken aus. Auch in meiner Nachbarschaft sind die Steinwüsten auf dem Vormarsch. Doch wo die Pflanzen verschwinden, sinkt auch das Nahrungsangebot für Insekten. Ich habe meinen Bienen eine kleine Tankstelle gebaut: ein Mini-Hochbeet mit Bienenweide.

Welche Materialien braucht man für das Mini-Hochbeet?

  • 4 Beetbegrenzungen (z.B. Holzbegrenzung mit Vampirzähnen)
  • ca. 30 Liter torffreie Erde
  • Saatgut für einen Quadratmeter Bienen- oder Schmetterlingsweide
  • Gummihammer
  • Ein kleines Schild/Tonscherbe zur Beschriftung

Und natürlich benötigt ihr eine kleine freie Stelle in eurem Vorgarten. Meine Nachbarn stehen meinen Gartenprojekten sehr offen gegenüber, auch wenn es beim Treffen der Hausgemeinschaft immer mal wieder hoch her gehen kann – meine Gartenaktionen waren noch nie Teil dieser Diskussionen. Solltet ihr aber Angst haben, dass eure Nachbarn eurem kleinen Projekt wütend den Gar ausmachen, solltet ihr vor dem Anlegen des Mini-Hochbeets natürlich um Erlaubnis bitten. Ich habe für das Hochbeet eine Stelle in unserem Vorgarten gewählt, die durch viele Wurzeln kaum als normales Beet nutzbar war und sonst kahl geblieben wäre.

Auf die Plätze fertig los!

Alle für das Mini-Hochbeet benötigten Materialien findet ihr im Baumarkt eurer Wahl. Ich habe mich bei der Begrenzung für eine Lösung aus Holz entschieden: die kleinen kesseldruckimprägnierten Beetbegrenzungen mit Vampirzähnen sind unschlagbar günstig (circa 2 Euro pro Stück) und mit sehr wenig Aufwand montierbar. Ebenfalls sehr schön sind Begrenzungen aus Weidengeflecht, diese können entweder ebenfalls fertig erworben werden oder mithilfe von frischen noch biegsamen Weiden und vier kleinen Pfählen selber gebaut werden. Darüber hinaus sind natürlich auch Lösungen aus Bruchstein denkbar, aber hier muss man dann schon etwas tiefer in den Geldbeutel greifen und Geschick beim Schichten beweisen.

Mini-Hochbeet: Die Begrenzung wird eingeschlagen

Mit dem Gummihammer lässt sich die Begrenzung leicht einschlagen.

Um die Begrenzungen des Mini-Hochbeets gut in den Boden zu schlagen, haben wir einen Gummihammer verwendet. Wer diesen nicht griffbereit hat, kann jedoch auch ohne Probleme ein Stück Holz zwischen einen normalen Hammer und die Beetbegrenzung legen. So verhindert ihr, dass beim Einschlagen die Begrenzung durch den Metallkopf beschädigt wird. Die Holzzäunchen solltet ihr schön dicht nebeneinander einschlagen, damit die Erde beim Gießen nicht aus dem Beet läuft.

Für das Hochbeet werden je nach Einfassung circa 40 Liter Erde benötigt.

Für das Hochbeet werden je nach Einfassung circa 30 Liter Erde benötigt.

Befüllung und Aussaat

Ich habe für mein Beet circa 30 Liter torffreier Pflanzenerde verwendet. Wenn ihr euch entscheidet, das Beet etwas größer oder höher anzulegen, benötigt ihr natürlich dementsprechend mehr Erde. Die fertigen Beetbegrenzungselemente aus dem Baumarkt lassen sich ohne Probleme erweitern, sodass ihr bei mehr Platz auch sechs oder acht Elemente einsetzen könnt. Sobald die Erde eingefüllt ist, müsst ihr nur noch das Saatgut eurer Wahl zur Hand nehmen es aufstreuen oder einhaken (Licht- oder Dunkelkeimer?) und kräftig angießen. Vorsicht, gerade bei Lichtkeimern solltet ihr beim Gießen darauf achten, dass ihr das Saatgut nicht wegspült. Benutzt am besten die Brause eurer Gießkanne. Mir hilft es meist die Erde schon vor dem Aufstreuen des Saatguts etwas anzufeuchten.

Mini-Hochbeet: Bienenweide-Saatgut

Saatgut für mein Mini-Hochbeet.

Damit unsere Gärtner bescheid wissen!

Damit unsere Gärtner Bescheid wissen!

Warten auf die Blüte

Der letzte Schritt ist der schwierigste: das Warten auf die ersten grünen Blättchen und die Blüte. Wenn ihr immer fleißig gießt und das Beet genug Sonnenlicht bekommt, sollten nach spätestens zwei bis drei Wochen die ersten grünen Köpfchen erkennbar sein. Dann dauert es nicht mehr lange und euer Beet wird zur neuen Insekten-Tankstelle in der Nachbarschaft.


Gutes Saatgut für Bienenweiden findet ihr hier:

Viele Imker und Naturschutzvereine verschenken das Saatgut für Bienenweiden. Ich habe mein Saatgut auf dem Saatgutfestival vom Nabu erhalten. Wenn ihr euch lieber selber eine Mischung zusammenstellen wollt, bietet dieses Dokument des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft einen tollen Überblick. Wer auch den Bienen auch im Frühling etwas Gutes tun möchte, sollte sich noch mal unseren Artikel zum Frühlingsbuffet für unsere Bienen anschauen.

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