Ein neuer Balkonexot: Erdmandel als Topfkultur

AnnaIm Grünen
Erdmandel

Manche Klassiker bevölkern unsere Balkone schon seit vielen Jahren. Ob Tomaten, Gurken, oder Basilikum, manche Pflänzchen sind jedes Jahr auf ein Neues dabei. Jedoch verführt uns die wunderbare Vielfalt der Saatgutbörsen und Saatgutfestivals jedes Jahr wieder dazu, auch neue Versuche zu wagen. Deshalb werden wir dieses Jahr zum ersten Mal Erdemandel im Topf anbauen. Doch was ist überhaupt eine Erdmandel und was zur Hölle macht man damit?

Das leckere Knöllchen: die Erdmandel

Die Erdmandel, botanisch Cyperus esculentus, gehört zur Familie der Sauergrasgewächse. Auf den ersten Blick erinnert das Gewächs an ein Ziergras, wie es auch viele deutsche Vorgärten schmückt. Da sich Erdmandeln sehr schnell ausbreiten, wird es empfohlen die Knollen in Töpfen zu kultivieren. Schließlich sollten wir darauf achten, dass sich Neophyten nicht unkontrolliert in unseren Gärten vermehren. Darüberhinaus ist die Erdmandel im Topf vor Fressfeinden, wie z.B. Wühlmäusen geschützt. Die Ernte der Erdmandel findet meist nach den ersten Frösten statt. Sobald sich die Gräser braun verfärben und absterben, kann geerntet werden. Anschließend kann die Erdmandel in vielfältigen Variationen zubereitet werden, ob gekocht, gebraten, getrocknet oder gemahlen, die süßliche Knolle schmeckt immer gut.

Horchata de Chufa – Erdmandelmilch aus Spanien

Wer schon mal durch die schönen Straßen des spanischen Valencias gelaufen ist, hat sicherlich die vielen „Horchata de Chufa“ Stände entdeckt. Während in anderen Ländern gekochter Mais, heiße Maronen oder Crepe Verkäufer das Straßenbild prägen, dominiert in Valencia der Verkauf von Horchata de Chufa. Ursprünglich stammt das Getränk aus der Kleinstadt Alboraya am Rande  Valencias, die für ihren Erdmandelanbau bekannt ist. Horchata de Chufa oder auf Katalan Orxata de Xufes ist ein Erfrischungsgetränk aus Erdmandel. Für die Herstellung muss man die kleinen Knollen waschen, einweichen, zerkleinern und schließlich auspressen. Neben Wasser und Zucker können der Milch noch Zimt und Zitronenschale hinzugefügt werden. Danach wird das Getränk aus der Erdmandel zügig und kalt getrunken, damit die vielen Vitamine und Inhaltsstoffe nicht verloren gehen.

Erdmandel Erdmandelmilch

Der Anbau und die Pflege der Erdmandel

Bevor wir aber zu sehr in den Gedanken versinken, was wir alles schönes aus Erdmandeln herstellen werden, müssen wir noch einmal genauer über den Anbau sprechen. Da Erdmandeln ursprünglich aus warmen Gebieten von den Tropen bis Subtropen stammen, sind sie sehr kälteempfindlich. Deshalb sollte man die Erdmandel Knöllchen nach dem Einweichen, erst zunächst in der Wohnung vorziehen. Hierzu müssen die Knollen warm stehen und mit 2-3 cm Erde bedeckt werden. Sobald die Pflänzchen Blätter und Wurzeln entwickelt haben, können sie auf den Balkon ein ein großes Gefäß umziehen. Wir werden dazu ein Speißfass nehmen. Dazu warten wir aber noch bis Mitte Mai, um zu vermeiden, dass die Knollen noch einmal eine zu kalte Nacht erwischen. In der Pflege ist die Erdmandel sehr unkompliziert, sie benötigt nur einen lockeren Boden und genügend Wasser. Eine regelmäßige Düngung benötigen Erdmandeln nicht. Die Knöllchen der Erdmandeln haben wir von einem kleinen Anbieter auf dem Saatgutfestival in Düsseldorf erworben. Im kleinen Shop von Himmlische Saaten findet ihr die Erdmandel für 2,50 Euro. Der Tipp aus unserem Lieblingsgartenbuch „Handbuch Bio-Balkongarten“ von Andrea Heistinger, erschienen im Arche Noah Verlag, ist es die Erdmandel in Mischkultur mit Johannisbeertomaten zu pflanzen, das werden wir gerne ausprobieren.

P.S. Sobald wir euch auch ein Bild des schönen Pflänzchens zeigen können, wird dieses natürlich nachgeliefert.

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