Wer die Saat hat: gut sortiert in die neue Saison

Der Frühling kommt, die Gartensaison 2018 hat begonnen und am kommenden Samstag, dem 10. März findet im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Düsseldorf-Bilk wieder das Saatgutfestival des VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V.) statt! Grund genug für einen Frühjahrsputz in meinem Saatgutschränkchen. Denn die Versuchung, sich bis über beide Ohren neu einzudecken ist unwiderstehlich.

Kriterien für die Sortierung

Ich stelle das Schränkchen auf den Tisch, hole alle Tüten raus und sortiere grob vor. Kriterien sind dabei das Haltbarkeitsdatum (sofern vermerkt), selbstgesammelt, getauscht oder gekauft, Hybrid- oder samenfestes Saatgut. Bereits jetzt wird mir einiges klar und überrascht mich teilweise dann doch. Erstens, die vielen wirklich leeren Saatguttüten… Zweitens die Erkenntnis, dass ich über die Jahre doch auf Bio, vor allem aber überwiegend auf samenfestes Saatgut umgestiegen bin. Denn fast alle Tüten mit Hybrid-Saatgut der gängigen Firmen Kiepenkerl und Sperli sind längst abgelaufen!

Erste Sortierung: Von leeren Tüten über selbstgesammelt zu samenfest und Hybriden
Erste Sortierung: Von leeren Tüten über selbstgesammelt zu samenfest und Hybriden

Samenfest oder Hybrid? Bio oder konventionell?

Ein genauerer Blick auf die Tüte lohnt sich und bringt weitere Erkenntnisse: Bingenheimer Saatgut schreibt explizit, dass keine Hybrid-Sorten geführt werden und dass ohne Gen- und Biotechnologie gearbeitet wird. Auch Dreschflegel arbeitet nach diesen Prinzipien. Eine große Überraschung ist das nicht, denn beide tragen das Demeter-Zeichen, was ein Garant für biologisch-dynamisch erzeugtes Saatgut ist. Überraschender ist der Blick auf den Alnatura Schmetterlingsgruß von dm, denn auch dieser wurde von Bingenheimer Saatgut gestellt! Hinweis auf eine Hybride ist der Zusatz “F1” im Sortennamen. Es ist das Kürzel für “Filialgeneration 1”.

Zu finden ist auch die Kennziffer der jeweiligen Kontrollstelle für das EU-Bio-Siegel. Die Kennziffer setzt sich aus drei Teilen zusammen, etwa DE-ÖKO-007. DE ist die Länderkennziffer für Deutschland, ÖKO steht für ökologische Produktion (auch bio/org/eko) und 007 für die eigentliche Kontrollstelle, hier der Prüfverein Verarbeitung Ökologische Landbauprodukte e.V. in Karlsruhe. Die Einhaltung der EG-ÖKO-Verordnung wird jährlich geprüft. Die Kontrollstellen prüfen häufig auch nach den Richtlinien anderer Ökosiegel, wie Demeter, Bioland oder Naturland.

In den letzten Zügen

Weiterhin erschleicht mich das Gefühl, dass sich nicht alle Fragen, die auftauchen auf Anhieb beantworten lassen. Was ist zum Beispiel mit anderen Firmen, die Bio-Saatgut herstellen, wie de Bolster, die etwa in meinem Biomarkt verkauft werden? Ist in der Bio-Saatgutproduktion auch die Herstellung von Hybrid-Saatgut zugelassen? Im Netz finde ich, dass es sich bei De Bolster um einen Familienbetrieb handelt, der biologisch-dynamisch unter dem Demeter-Siegel arbeitet. Er kauft aber auch Saatgut aus “nur” biologisch arbeitenden Betrieben verkauft. Was heißt das genau? Und wenn wir schon bei Demeter angelangt sind, was ist mit dem Bioland-Siegel? Für’s erste müssen die Fragen hinten angestellt werden – mit Sicherheit werde ich ihnen aber noch nachgehen.

Zu guter letzt merke ich, wie wichtig es ist die Tütchen mit dem Erntejahr des Saatguts zu beschriften! Wie finde ich heraus, ob es noch haltbar ist? Ich lege ganz konkret einen Keimfähigkeitstest an.

Ist das Saatgut noch keimfähig?
Ist das Saatgut noch keimfähig?

 

Test zur Keimfähigkeit
Test zur Keimfähigkeit

Für das Saatgut, das ich bisher in Gläser gesammelt habe, bastele ich noch einfache Saatguttüten aus Schmierpapier.

Schnelle Saatguttüten selbst gemacht.
Schnelle Saatguttüten selbst gemacht.

Zum Abschluss stehe ich wieder dort, wo ich zu Beginn stand: Ich sortiere. Sechs Schubladen habe ich von denen eine immer für Saatgut reserviert ist, das in der laufenden Saison zum Einsatz kommt. Die weiteren fünf teile ich auf wie folgt: (1) Blumen, (2) Salate, Blattgemüse, Lauchgewächse, (3) Wurzelgemüse und Leguminosen, (4) Nachtschattengewächse, Kürbisgewächse und (5) Kräuter. Die Schubladen werden beschriftet, die Tüten wieder einsortiert und fertig: Das Saatgutfest und die neue Saison können kommen!

Sortiert und beschriftet - die neue Saison kann kommen!
Sortiert und beschriftet – die neue Saison kann kommen!

„Wild und Weihnacht“ am 17. Dezember 2017 am Heidhof Bottrop

Draußen kurbelt der Schnee die Weihnachtsatmosphäre an und fördert die Lust auf Winterspaziergänge und Weihnachtsmarkt. Beides lässt sich wunderbar am kommenden Wochenende am Heidhof in Bottrop-Kirchhellen kombinieren: Am Sonntag, dem 17. Dezember 2017 findet dort von 10 bis 17 Uhr „Wild und Weihnacht“ statt, ein alljährlicher Weihnachtsmarkt dessen Name auch Programm ist. Denn die Förster des Regionalverband Ruhr (RVR) haben hier gemeinsam mit dem Waldkompetenzzentrum das Zepter in der Hand.

Falkner, Imker, Wild und mehr!

So gibt es ein vielseitiges, lokal verankertes Angebot für alle: Mit der Motorkettensäge wird vor Augen der Zuschauer aus einem Holzblock kunstvolle Weihnachtsdeko und der hauseigene Imker und Kräuterexperte Werner Gahlen verkauft Honig, Marmelade aus Wildfrüchten und Kräuterprodukte. Ein Falkner führt seine Greifvögel vor und Oldtimer und alte Schlepper können bestaunt werden. Wer noch keinen Weihnachtsbaum hat, wird hier fündig.Für die Kleinen gibt es Nistkastenbau, Mal- und Bastelaktionen und die Rollende Waldschule ist vor Ort.

Verhungern tut man auch nicht: Es gibt Wildgulaschsuppe, Wildbratwürstchen, belegte Brote, Waffeln, Kuchen, Glühwein, warme und kalte Getränke. Wer den Geschmack guten Fleisches mitnehmen will, kann Fleischprodukte von Rot- und Schwarzwild aus den umliegenden Wäldern in der Wildkammer erwerben. Alles natürlich nur, solange der Vorrat reicht!

Eine Landschaft im Wandel durch Bergbau

Bei einem Spaziergang durch die umliegenden Wälder kann man sich auf die Suche nach Spuren des Bergbaus machen. Die nahegelegenen Senkungsseen entstehen etwa durch Absackung des Bodens als Folge des Steinkohleabbaus viele hundert Meter unter der Erdoberfläche. Es bilden sich Senken, die sich langsam mit Grundwasser füllen und so den Wald am ein oder anderen Ort abtauchen lassen. Grade im Winter entsteht an diesen Orten eine sehr stille, fast mystische Atmosphäre.

Durch Bergbau entstehen in der Kirchheller Heide Senkungsseen wie dieser hier
Durch Bergbau entstehen in der Kirchheller Heide Senkungsseen wie dieser hier

 

Veranstaltung:

Was? „Wild und Weihnacht“

Wo? Forststützpunkt Heidhof, Zum Heidhof 25, 46244 Bottrop-Kirchhellen

Wann? Sonntag, 17. Dezember 2017 von 10-17 Uhr

Hinweis zur Anfahrt

Für die Anfahrt gibt es noch einen kleinen Hinweis: Parken darf man direkt am Heidhof nicht. Es gibt aber einen großen Parkplatz an der Zeche Prosper V am „Alten Postweg“. Von dort wird ein Shuttlebus zur Verfügung gestellt, der die Besucher zum Heidhof bringt. Auch gekaufte Weihnachtsbäume können nach dem Besuch am Parkplatz abgeholt weden.

Weitere Infos findet ihr hier und hier.

Saatguttüten selbstgemacht

Der Advent hat begonnen, Weihnachten steht vor der Tür. Zufällig habt ihr dieses Jahr mehr Saatgut geerntet, als ihr auf dem Balkon oder im Garten ausbringen könnt oder Samen einer besonders tollen Pflanze gesammelt. Wie wäre es da mit einem ganz persönlichen Geschenk für Familie und Freunde: Selbstgebastelte Saatguttüten. Geht auch ganz einfach – versprochen!

 

Bastelanleitung für eine Saatguttüte aus Papier

Eigentlich braucht ihr dazu nur ein quadratisches Stück Papier. Wenn ihr wollt, könnt ihr Papier mit einem besonderen Muster, Zeitungspapier oder eine Seite aus einer Zeitschrift verwenden. Man kann auch einfach ein A4-Blatt zu einem Quadrat schneiden (21 x 21 cm). Die Saatguttüte wird dann etwa 10 x 10 cm groß.

  1. Zuerst wird das Papier über die Diagonale zu einem Dreieck gefaltet.
  2. Entlang der Faltkante werden die Spitzen des Dreiecks von links und rechts zur Mitte gefaltet. Die eingefalteten Spitzen liegen jetzt aufeinander und die Breite des Dreiecks wird durch die neuen Faltkanten „gedrittelt“.

3. Eine Papierspitze wird jetzt in die andere hineingesteckt (etwa die linke in die rechte).

4. Das Papier sieht jetzt aus wie „das Haus vom Nikolaus“. Die Spitze, die nach oben ragt, kann man jetzt auseinander schieben und Saatgut einfüllen.

5. Danach die Spitze nach unten falten, das Papierquadrat zukleben und fertig!

 

Durch einfache Gestaltung zum persönlichen Geschenk

Natürlich kann man die Saatguttüten einfach halten, schnell beschriften und fertig. Man kann sie auch noch verzieren, z.B. bemalen oder bekleben mit Masking Tape oder Vielliebchen. Goldene Vielliebchen habe ich z.B. im cob concept store in Essen gekauft. Für die Beschriftung habe ich mit dem PC eine Vorlage erstellt, sodass die einzelnen Schriftzüge nach Ausdruck und Falten auf der Saatguttüte an der gewünschten Stelle stehen.

Balkonjahr 2017 – Eine Zwischenbilanz

Der August neigt sich dem Ende zu, in der Luft spürt man langsam den nahenden Herbst. Ein guter Zeitpunkt, um auf dem Balkon eine Zwischenbilanz zu ziehen, was dieses Jahr gut und was vielleicht nicht so gut gelaufen ist. Einige Altbekannte sind wieder dabei, andere haben mit ihren Ergebnissen überrascht…

Erdbeeren

Beginnen wir mit den Erdbeeren: nach schneeweißer Blütenpracht im Mai, konnte ich im Juni einige knallrote und zuckersüße Exeplare ernten. Leider blieb es dann dabei, obwohl es sich bei einigen der Pflänzlein um Monatserdbeeren handelt. Die Ernte bleibt aber unvergessen und hat geschmeckt!

Erdbeeren direkt vom Balkon
Erdbeeren direkt vom Balkon

Radieschen

Dieses Jahr war ich sehr ungeduldig und hatte die Radieschen Anfang April schon ausgesät! Wer sich erinnert, weiß, dass es danach noch recht kühl und frostig geworden ist. Ich ließ mich nicht abschrecken und legte im Mai nochmal nach. Anfang Juli sorgten ein paar Prachtexemplare für eine angenehme Schärfe in meinem Salat.

Echt scharf: Knallig rote Radieschen
Echt scharf: Knallig rote Radieschen

Tomate „Fuzzy Wuzzy“

Waren Tomaten in allen anderen Jahren Erfolgsgarant, hatte ich dieses Jahr erstaunlicher Weise kein großes Glück mit ihnen. Die Pflanze, die ich aus selbstgeerntetem, mallorquinischem Saatgut gezogen hatte (Sorte „Ramallet“) schoss zwar in die Höhe, bildete aber keine Früchte. Doch eine Hybride? Die „Berner Rose“ kam beim Gießen nicht gut davon und trocknete tatsächlich unbeachtet etwas ein. Die Früchte der „Banana Legs“ sehen dieses Jahr sehr traurig aus, sie bekamen die Blütenendfäule, die Düngung mit Kalk kam wohl zu spät. Gut geht es hingegen der Tomate „Fuzzy Wuzzy“, die mir von meiner lieben Blog-Kollegin Anna gegeben worden ist! Von ihr konnte ich schon einige köstliche, süße Tomätchen ernten.

Tomate "Fuzzy Wuzzy"
Tomate „Fuzzy Wuzzy“

Gurke „Persika“

Dieses Jahr wollte das Saatgut der kleinen, weißen Balkongurke einfach nicht angehen. Kein einziger Keimling war in den kleinen Töpfen zu sehen. Als mir dann Mitte Mai das Saatgut der Gurke „Persika“ in die Hände fiel, pflanzte ich drei Samen fast achtlos direkt in einen laut Literatur viel zu kleinen Topf auf dem Balkon. Alle drei Samen gingen auf, einer Pflanze gab ich die Chance. Sie wuchs und wuchs, nach langem Warten bildete sich endlich eine erste Gurke. Letzte Woche konnte ich sie endlich ernten – geschmacklich einfach hervorragend!

Gurke "Persika" aus samenfestem Saatgut
Gurke „Persika“ aus samenfestem Saatgut

Zitronenmelisse, Minze und Waldmeister

Sehr stolz bin ich, dass ich endlich aus den vergangenen Jahren gelernt habe und dieses Frühjahr nicht versucht hatte, Zitronenmelisse, Minze und Waldmeister in einem der viel zu trockenen und windigen Außenkästen auf meinem Südbalkon unterzubringen. Stattdessen fand ich für sie einen Platz hinter der Balustrade im Halbschatten, wo sie in einer Gemüsekiste munter vor sich hinwachsen.

Zitronenmelisse, Waldmeister und Minze geht es im Halbschatten gut
Zitronenmelisse, Minze und Waldmeister geht es im Halbschatten gut

Grüner Salat

Was soll ich sagen, auch dieses Jahr war der Salat auf meinem Balkon ein voller Erfolg! Einige Male konnte ich von zwei Pflanzen ein paar Blätter ganz bequem auf dem Balkon für einen köstlichen Salat ernten.

Auch dieses Jahr ein Hit: Grüner Salat
Auch dieses Jahr ein Hit: Grüner Salat

Rote Melde

Auch dieses Jahr ist wieder die Rote Melde im Balkonkasten explodiert! Wie letztes Jahr, bin ich wieder überrascht, wie die Pflanze bei so kleinem Wurzelraum so groß werden kann…

Rote Melde
Rote Melde

Weitere Gewinner…

Basilikum und Rucola geht es dieses Jahr sehr gut, sich wachsen mit Kraft und bieten konstant Erträge. Auch Petersilie und Lauchzwiebeln gedeihen gut. Die Kartoffelernte bleibt noch abzuwarten – ein weiteres Balkon-Experiment… Nach meinem Erfolg mit der Roten Beete letztes Jahr, hatte ich mich dieses Jahr nochmal an Möhren gewagt – leider war das keine gute Idee. Das Grün kam, die Wurzel blieb unscheinbar. Auch die Zuckererbsen sind leider eingegangen, dafür rankt sich die Duftwicke langsam nach oben.

Duftwicke: Weit oben im Ranking
Duftwicke: Weit oben im Ranking

 

Läuft noch: Balkon-Experiment mit der Kartoffel "Vitelotte"
Läuft noch: Balkon-Experiment mit der Kartoffel „Vitelotte“

…und Verlierer

Von ein paar Pflanzen, wie der Gewürztagetes oder dem Roten Basilikum, musste ich mich nach einer Woche Urlaub leider verabschieden: Sie waren bei starker Sonne und mangelnder Pflege vertrocknet. Gemischte Gefühle ruft bei mir immer wieder die Kapuzinerkresse hervor: Zwar wächst sie üppig und rankt jedes Jahr wieder aus einer meiner Bäckerkisten, Blühen tut sie jedoch spärlich. Auch frage ich mich jedes Jahr wieder, ob sie die kleinen, schwarzen Läuse wirklich von den anderen Pflanzen fernhält oder eher Auslöser dafür ist, dass sie auf den Balkon ziehen. Schließlich zeigen sie sich immer erstmals auf der Kapuzinerkresse und springen erst auf andere Pflanzen über, wenn sie dort zu stark Überhand nehmen.

Zu guter Schluss:

Natürlich sind das nicht die einzigen (teils gefühlten) Erfolge und Misserfolge auf dem Balkon. Manche Dinge bereiten einem einfach nach den ganzen Mühen des Säens und Pflegens eine besondere Freude, wenn sie gelingen. Und selbst wenn man auf einem Balkon nicht mit großen Erntemengen rechnen kann, die Erträge schmecken gefühlt doppelt so gut. Mit besonderem Stolz (und Erleichterung) erfüllt einen, wenn man das Gefühl hat aus der vorangegangenen Saison gelernt zu haben. Schauen wir mal, wie das nächste Jahr aus dem diesjährigen profitiert…

Rezept für gefüllte Zucchiniblüten

Genau wie letztes Jahr teilen wir uns auch dieses Jahr ein Feld mit ein paar Freunden. Auch dieses Jahr kommen wir mit der Ernte kaum hinterher. Und als hätten wir aus der letzten Saison nicht dazugelernt, gibt es dieses Jahr wieder Zucchini in Hülle und Fülle (ich war da nicht ganz unbeteiligt…), dieses Jahr Saison immerhin in grün und gelb, u.a. die Sorte „Gold Rush“. Um dem Ganzen zumindest ein wenig Einhalt zu gebieten, habe ich kürzlich bereits die Zucchiniblüten in der Küche verwendet. In dem tollen Klassiker „Landküche“ (Autoren: J. Christ, B. Rademacker und J. Skowronek; Verlag: Gräfe und Unzer) gibt es ein Rezept dafür, das ich schon lange mal ausprobieren wollte.

 

Gefüllte Zucchiniblüten

Gefüllte Zucchiniblüten

Gefüllte Zucchiniblüten

Zutaten

  • Für ca. 4 Personen:
  • 12 Zucchiniblüten (möglichst mit kleinen Zucchini)
  • 30 g Kerbel
  • 50 g Allgäuer Emmentaler
  • 200 g Ziegenfrischkäse
  • 1 Eigelb
  • Salz, Pfeffer
  • Butter für die Form

Zubereitung

  1. Zucchiniblüten vorsichtig öffnen und Blütenstempel herausschneiden und die kleinen Zucchini von unten längs einschneiden.
  2. Den Kerbel verlesen und fein hacken, Käse reiben und den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen
  3. Frischkäse, Emmentaler, Eigelb und Kerbel vermischen, salzen und pfeffern.
  4. Die Blüten vorsichtig aufschieben und mit einem Teelöffel füllen. Die Spitzen werden oben zum Verschließen leicht zusammengedreht.
  5. Eine Auflaufform mit Butter bestreichen und die gefüllten Blüten hineinlegen. Mit Folie abdecken.
  6. Im Backofen auf mittlerer Schiene 15 bis 20 Minuten garen.
http://www.vonundzugruen.de/gefuellte-zucchiniblueten/

Die gefüllten Zucchini sind eine sehr leckere Beilage. Da auf unserem Ackerstreifen noch einige sehr große Exemplare zu finden waren, habe ich dazu ein Ratatouille und Reis als Beilage gemacht.

Riesenfrucht aus Amerika

Ursprünglich stammt die Zucchini aus Nord- und Südamerika und hat ihren Weg in Europas Gärten über Italien gemacht. Sie ist ein Kürbisgewächs und mit, nunja, Kürbis, Melone und Gurke verwandt. Die Kürbisgewächse produzieren einige der größten Früchte des Pflanzenreichs! Botanisch gesehen sind diese Riesenfrüchte Beeren. Kaum zu glauben, wenn man die recht früh geernteten, zarten, kleinen Zucchinis im Supermarkt sieht…

Zucchinipflanze auf dem Feld
Zucchinipflanze auf dem Feld

Jung, aber oho!

In Nordamerika ist die Zucchini auch als „Squash“ bekannt, was eine indigene Bezeichnung ist und soviel wie „jung, unreif, roh“ bedeutet. Sobald man anfängt, sich nach Saatgut umzusehen, findet man eine schiere Vielfalt an Arten. Den empfohlenen Pflanzabstand von etwa 1m sollte man auf jeden Fall einhalten, denn der Flächenverbrauch einer Zucchinipflanze liegt bei 1-2 qm! Für eine Pflanzung auf dem Balkon heißt das, man sollte mindestens Pflanzsäcke oder Hochbeete von 40 bis 60 Liter Erdvolumen pro Pflanze verwenden. Je länger man mit der Ernte der Zucchinis wartet, desto größer werden sie… Der Vorteil ist, man kann sie wegen der dickeren Schale länger lagern. An einer Pflanze findet man sowohl männliche, als auch weibliche Blüten, sie ist also einhäusig. Als Fremdbefruchter werden sie von Insekten bestäubt. Alle Sorten, die der gleichen Art angehören, können sich verkreuzen.  Ernährungstechnisch bestehen sie zu 90% aus Wasser und bieten Eisen, Calcium, Kalium, Natrium, Phosphor und die Vitamine A und C.

 

Upcycling-Projekt: Vom Kleiderbügel zum Rankgerüst

Mein Freund ist auf den Geschmack gekommen, seine Hemden in die Reinigung zu bringen. Kürzlich stand er vor dem Dilemma, was er mit den unzähligen Alu-Kleiderbügeln machen sollte, die die Änderungsschneiderei nicht zur Weiterverwertung zurücknehmen will. Bei einem Blick auf mein Rankgerüst aus schönden Schnüren, die dringend ersetzt werden mussten, kam mir dann die Idee: Warum nicht als kleines Upcycling-Projekt statt Schnüren die Kleiderbügel verwenden?

Ausgangspunkt für das Gerüst sind zwei Äste aus Korkenzieher-Weide auf dem Balkon...
Ausgangspunkt für das Gerüst sind zwei Äste aus Korkenzieher-Weide auf dem Balkon…

Was man dazu braucht:

  • Zwei schöne Äste (bei mir stammen sie von einer Korkenzieherweide nach dem legendären Essener Sturm Ela)
  • Ca. 15 bis 20 Kleiderbügel (Je nach vorgesehener Breite des Rankgerüsts. Ich habe 15 Stück bei einer Höhe ca. 110 cm und einer Breite von 70 bis 90 cm verwendet)
  • Lange Kabelbinder, Schnur
  • Schere
  • Ein paar Wäscheklammern

Einplanen sollte man etwa eine Stunde Zeit, bis alles fix und fertig ist.

 

...und eine Menge Kleiderbügel!
…und eine Menge Kleiderbügel!

Und so geht man vor:

Zuerst fixiert ihr mit Kabelbindern die Äste am Standort auf Eurem Balkon oder Eurer Terrasse. Als Ankerpunkte dienen bei mir Regal, Bäckerkisten und Tisch. Dann beginnt ihr natürlich oben und sucht Euch etwa einen Seitenzweig des Astes der möglichst in die Mitte ragt. Dort hängt ihr den ersten Kleiderbügel auf. Nach und nach fügt ihr die weiteren hinzu und hängt sie entweder aneinander oder an die Äste. Es empfiehlt sich, sich dabei schon mal Gedanken zu machen, wo man sie später miteinander, bzw. an den Ästen gut fixieren kann. Zwischenzeitlich eignen sich Wäscheklammern an den entscheidenden Stellen sehr gut dazu, das Gerüst zu stabilisieren. Gleichzeitig hält man sich damit die Möglichkeit offen, etwas umhängen zu können, wo es einem noch nicht gefällt.

Als Zwischenschritt kann man die Kleiderbügel mit Wäscheklammern stabil halten.
Als Zwischenschritt kann man die Kleiderbügel mit Wäscheklammern stabil halten.

 

Wenn Euch das „Geflecht“ aus Kleiderbügeln gefällt, bindet ihr die Bügel an den Kreuzungspunkten mit Schnur aneinander und befestigt sie links und rechts an den Ästen. Schöner (und noch ein wenig nachhaltiger) ist sicherlich, wenn man die Schnüre mit Clips von Brottüten ersetzt. Ein anderes Mittel wäre kunststoffummantelter Draht.

Mit Schnur werden die Kleiderbügel aneinander befestigt.
Mit Schnur werden die Kleiderbügel aneinander befestigt.

 

Euer Rankgerüst ist jetzt fertig! Es fehlen nur noch die Pflanzen. Mein Rankgerüst habe ich etwa vor einem Monat gebaut. Die Duftwicken und Zuckererbsen, die ich unten angepflanzt habe, fühlen sich inzwischen ganz wohl und suchen sich ihren Weg nach oben.

Erfolgreiches Upcycling-Projekt: Etwa so kann ein fertiges Rankgerüst aus Kleiderbügeln aussehen!
Erfolgreiches Upcycling-Projekt: Etwa so kann ein fertiges Rankgerüst aus Kleiderbügeln aussehen!

Wildkräuterpesto selbstgemacht – aus Giersch

Bei vielen ist er als berüchtigter Gärtnerschreck verschrien: Der Giersch (Aeropodium podagraria). Immer wieder rausgerupft, mit Blatt, Stiel und Wurzel wuchert er einfach weiter. Naturliebhaber und -liebhaberinnen fragen sich eventuell warum. Für einige ist es sicherlich eine Überraschung, dass Feind oder Freund essbar ist. Einerseits kann das zu einer gewissen „Versöhnlichkeit“ mit dem Kraut führen, vielleicht birgt dieses Wissen auch einfach eine gewisse Genugtuung…

Woran erkenne ich Giersch?

Wer ihn nicht (er-)kennt: Die Blätter an ihren langen Stielen sind doppelt dreizählig und ungleich scharf gesägt. Die Blütendolden sind groß und haben weiße bis (selten) rosafarbene Blüten. Im Gegensatz zum Hecken-Kälberkopf ist er NICHT behaart. Wer ihn nicht im Garten hat, findet den Giersch in schattigen Wäldern, an Hecken, zäunen, im Gebüsch und in Wiesen, an Waldrändern, an Bach- und Flußufern oder auf Feldern. Hört sich so an, als wäre das fast überall – ist er fast auch. Wenn ihr auf die Suche nach geeigneten Kräutern geht, solltet ihr Euch auch die Fundstelle gut ansehen: Gehen hier viele mit ihren Vierbeinern spazieren? Könnte es sich um eine Altlastenverdachtsfläche handeln? Gibt es in unmittelbarer Nähe eine stark befahrene Straße? Erscheint anstrengend, eine unbekannt-würzige Note im Pesto ist aber auch nicht wünschenswert…

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Im Garten umstritten, auf dem Teller lecker: Giersch.

Was kann ich mit Giersch machen und wozu ist er gut?

Die Blätter sind gut im Frühjahr vor der Blüte verwendbar. Später entwickeln sie einen etwas herben, petersilienhaften Geschmack. Verwenden kann man den Giersch als „Spinatersatz“, z.B. zusammen mit Brennnessel oder als junges Blatt in Salaten. Ältere Blätter ersetzen Petersilie in Suppen. Man munkelt, das Kraut sei gut gegen Rheuma, bei Insektenstichen und Wunden. In einem Artikel des Blogs Utopia zu Wildkräutern wird er als entzündungshemmend, gut gegen Gicht und als reich an Vitamin C bezeichnet.

Schmeckt, wie sie heißt: KnoblauchraukeSchmeckt, wie sie heißt: Knoblauchsrauke

Wildkräuterpesto selbstgemacht

Mir quillt dieses Frühjahr das Bärlauchpesto langsam aus den Ohren, weshalb ich dieses Jahr etwas anderes ausprobieren wollte: Ein Wildkräuterpesto mit Giersch als Hauptdarsteller. Nebenakteur ist die Knoblauchsrauke (Alliaria officinalis). Und ja, Blüten und Blätter der letzteren riechen nach Knoblauch! Sie ist jedoch weniger intensiv als Bärlauch und leichter zu finden. Auch diese Pflanze wächst an etwas schattigen Stellen, wie Waldränder.

Die zwei Protagonisten
Die zwei Protagonisten: Links Giersch, rechts Knoblauchsrauke

 

Das Pesto geht jedenfalls so:

Giersch-Pesto

Zutaten

  • zwei große Handvoll Gierschblätter
  • eine Handvoll Blätter der Knoblauchraute
  • Gemahlene Mandeln (alternativ: Cashew, Haselnuss, Sonnenblumenkerne,...)
  • Salz, evtl. Pfeffer
  • Kaltgepresstes, geschmacksneutrales Öl, z.B. Raps

Zubereitung

  1. Zunächst die langen Stengel vom Giersch entfernen und zusammen mit den Blättern der Knoblauchraute kleinschneiden
  2. Mit den gemahlenen Nüssen mischen und reichlich Öl dazugeben
  3. Alles mischen und/oder mit dem Pürierstab pürieren
  4. Mit Salz (und Pfeffer) abschmecken
  5. Entweder das Pesto gleich zum Verzehr freigeben, oder es in ein (sterilisiertes) Glas füllen. Damit das Pesto im Glas länger haltbar ist, am besten noch etwas von dem Öl dazugießen und das Pesto so im Glas „abschließen“.
http://www.vonundzugruen.de/aus-dem-garten-auf-den-teller-gierschpesto/

Wildkräuterpesto im Glas
Wildkräuterpesto im Glas

Für die Virtuosen und Experimentierfreudigen…

Gut machen sich im Wildkräuterpesto auch Kräuter wie Brennessel, Löwenzahnblätter oder (wer mag) ein paar bittere Blätter Schafgarbe (regt den Stoffwechsel an, magenkräftigend). Etwas herber wird der Geschmack durch eine Mischung von Raps- mit Oliven- oder Sonnenblumenöl.

Echt lecker: Gierschpesto auf Brot.
Echt lecker: Gierschpesto auf Brot.

 

Das war’s soweit von uns – jetzt sind wir auf Eure Ergebnisse gespannt! Welche Kombi hat sich bei Euch besonders gelohnt? Was habt ihr tolles mit dem Pesto gemacht? Kommentare sind immer willkommen.

Von der Fensterbank auf den Balkon – nach den Eisheiligen!

Inzwischen heißt es auch im Garten und auf dem Balkon endgültig „Winter ade“! Denn die Eisheiligen sind endlich durch das Land gerauscht. Bis zu fünf gibt es und jedem (bzw. jeder) ist ein Tag gewidmet. Streng genommen zählen dazu Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai). Erweitert wurden sie inzwischen vielerorts um Mamertus (11. Mai) und zuletzt die „Kalte Sophie“ (15. Mai).

Nach den Eisheiligen ist vor den Eisheiligen

Allerdings beziehen sich die Tage auf den alten sogenannten „Julianischen Kalender“. Das heißt, dass sich die letzten, möglichen Kälteeinbrüche bei unserem heutigen Kalender (1582 aus der Gregorianischen Kalenderreform entstanden)  einige Tage nach hinten verschieben. Die „Kalte Sophie“ fällt laut unserem Kalender eigentlich auf den 22. Mai. Danach, so sagt die alte, bäuerliche Erfahrung, kommt es nicht mehr zu Nachtfrösten. Denn auch wenn die Temperaturen in der ersten Maihälfte schon recht hoch sein können, passiert es doch gelegentlich, dass von Norden her kalte Polarluft einströmt und es bei klarem Himmel Bodenfröste gibt.

Basilikum und Tomaten stehen auf dem Balkon bereit zum auspflanzen!
Nach den Eisheiligen können liebevoll vorgezogene Pflanzen endlich bedenkenlos auf den Balkon auswandern!

 

Balkonbegrünung en masse

Nun heißt es also auspflanzen, was das Zeug hält! Alles, was man vorgezogen hat! Also auch Tomate, Paprika, Chilli, Aubergine, Gurke, Zucchini, Basilikum, diverse Sommerblumen und mehr! Selbst ein paar Zimmerpflanzen habe ich heute rausgestellt. Am besten, man pflanzt am Morgen. Starkzehrer, wie Tomate, Chilli, Aubergine, Gurke bekommen noch eine Handvoll Langzeitdünger mit auf den Weg. Einfach vor dem Pflanzen in das Pflanzloch werfen. Und auf jeden Fall nach dem Pflanzen gut anwässern!

Eine Handvoll Dünger schadet Starkzehrern nicht.
Eine Handvoll Dünger schadet Starkzehrern nicht.

 

Nach dem Auspflanzen lassen sie sich etwas hängen - aber nicht für lange.
Nach dem Auspflanzen lassen sie sich etwas hängen – aber nicht für lange.

 

Erstaunt bin ich jedes Jahr wieder, wie schnell es dann auf dem Balkon um die Zeit durch das Pflanzen von heute auf Morgen grün wird und man wieder das Gefühl hat, dass die ganze Arbeit sich ein Stück bezahlt macht. In den nächsten Wochen heißt es dann vor allem Wässern, Pflegen, irgendwann ernten und vielleicht ein paar Samen für das nächste Jahr gewinnen…

Pikieren – wie geht das?

Pikieren ist nicht schwer

Auf dem Fensterbrett wird es immer grüner: Das Saatgut geht auf, kleine Pflänzchen wachsen, grüne Blätter bilden sich. Hat man sich nach dem Säen erst mal entspannt zurücklehnen können, keimt nun der Gedanke: „Ich muss pikieren!“ Länger lässt es sich jedenfalls nicht mehr aufschieben… Wann ist der richtige Zeitpunkt? Die Keimblätter sollten auf jeden Fall voll entfaltet sein. Je nach Kulturart kann das bereits sieben bis zehn Tage nach der Aussaat der Fall sein. Ich warte in der Regel, bis sich noch ein Satz regulärer Blätter entwickelt hat. Auf jeden Fall sollte man pikieren ehe die Pflänzlein miteinander um Licht und Boden konkurrieren. Durch das Pikieren bekommen sie mehr Platz und können sich kräftig weiterentwickeln.

Salat und Tomate müssen dringend pikiert werden!
Salat und Tomate müssen dringend pikiert werden!

 

Was braucht man zum Pikieren?

Zum pikieren braucht man:

  • Viele kleine Töpfe mit einem Loch im Boden(Joghurtbecher oder halbe Tetrapaks funktionieren auch),
  • Torffreie (Gemüse-)erde (denn im Gegensatz zur Anzuchterde brauchen die Pflanzen ab jetzt Nährstoffe),
  • einen Pikierstab (alternativ ein Essstäbchen, einen Bleistift oder einen alten Kugelschreiber),
  • eine Pflanzendusche (kann man auch aus einer PET-Flasche basteln) oder eine kleine Gießkanne,
  • einen permanenten Marker und Klebeband oder z.B. Wäscheklammern zum Beschriften der Pflanzen
  • und viel Geduld!

Am besten ist es, bei bewölktem Himmel und bei wenig Wind zu pikieren. Schließlich sollen die Pflanzen nicht gleich austrocknen.

Die Helden des Pikieren: Töpfe, Essstäbchen, Stift, Klebeband, Pflanzendusche in Paprikaform. Nicht zu sehen: Erde.
Die Helden des Pikieren: Töpfe, Essstäbchen, Stift, Klebeband, Pflanzendusche in Paprikaform. Nicht zu sehen: Erde.

 

Nur die Starken…

…ihr wisst schon. Das Prinzip gilt bereits beim Pikieren. Sicherlich habt ihr mehr Pflanzen ausgesät, als ihr auf Eurem Balkon pflanzen könnt. Das ist ganz normal – mir passiert das jedes Jahr! Ihr müsst jetzt aber hart bleiben und Euch die starkwüchsigsten und kräftigsten Pflanzen aussuchen. Schließlich sollen sie später auf dem Balkon nicht vor sich hin kümmern. Mir fällt das sehr schwer. Häufig suche ich mir eine aus für den Balkon und (für den Fall der Fälle, natürlich) noch etwa fünf weitere, die ich zusammen in einen etwas größeren Topf setze. Vielleicht will ich noch welche verschenken?

Sechs vereinzelte Tomatenpflanzen mit Wurzeln...
Sechs vereinzelte Tomatenpflanzen mit Wurzeln…

 

Wie geht das jetzt, das Pikieren?

Entweder ihr holt die Pflanzen vorsichtig und mithilfe des Pikierstabs einzeln aus dem Topf oder ihr löst eine ganze Gruppe. Holt ihr sie einzeln aus dem Topf, stecht ihr mit dem Pikierstab nahe der Pflanze ein und löst ganz vorsichtig Erde und Wurzeln. Als nächstes kürzt ihr die Wurzeln der ausgesuchten Pflanzen um etwa ein Drittel auf eine Länge von zwei Dritteln mit den Fingernägeln ein. Das Einkürzen ist gut, denn es regt das Wurzelwachstum an. Als nächstes füllt ihr einen kleinen Topf mit der Erde. In die Mitte des Topfes macht ihr mit dem Pikierstab ein Loch. In dieses Loch senkt ihr die Pflanze mit den Wurzeln zuerst (natürlich!). Wichtig ist, dass die Wurzeln nach unten zeigen. Tun sie das nicht, verzögert es das Wurzelwachstum. Manchmal helfe ich mit dem Pikierstab (oder Essstäbchen) vorsichtig etwas nach. Vorsichtig mit den Fingern die Erde andrücken und fertig! Jetzt nur noch gießen, zum Beispiel mit einer Pflanzendusche. Solltet ihr doch eine Gießkanne nutzen, empfiehlt es sich das Wasser über Eure Hand laufen lassen, damit das Wasser die kleinen Pflanzen nicht gleich „erschlägt“. Die Töpfe sollten jetzt auch nicht in die pralle Sonne gestellt werden!

...die hier schon eingekürzt worden sind.
…die hier schon eingekürzt worden sind.

 

Die frisch pikierten Pflanzen in ihren Töpfen - ein paar setze ich als Absicherung zusammen in größere Töpfe.
Die frisch pikierten Pflanzen in ihren Töpfen – als Backup setze ich einige als Gruppen in größere Töpfe.

 

Wie tief setze ich die Pflanzen?

Das hängt ganz von der Kulturart ab. Salat oder Fenchel werden etwa nicht zu tief pikiert. Sie können im Topf ruhig umkippen. Pflanzen, die am Stamm noch Wurzeln ausbilden (z.B. Tomate) können tiefer gesetzt werden. Kürbis und Bohnen müssen nicht pikiert werden, denn sie werden direkt in einzelne Töpfe gesetzt. Je nachdem, was ihr gesät hat, lohnt sich hier vorab ein wenig Recherche.

So, jetzt nur noch beschriften und dann könnt ihr erst mal wieder durchatmen. Denn jetzt können die Pflanzen weiterwachsen und gedeihen. Für viele ist es eh noch zu kalt, um sie auszupflanzen. Das passiert dann erst etwa Mitte Mai, nach den Eisheiligen…

Unser Auftakt: Balkon-Workshop für Anfänger

Balkon-Workshop-vertikal-gaertnern

Letztes Wochenende war es endlich soweit: Wir haben unseren ersten Balkon-Workshop im Rahmen der Grünen Hauptstadt 2017 durchgeführt. Nach intensiver Vorbereitung in den Tagen und Wochen zuvor sind wir mit ordentlich Adrenalin in der Blutbahn, viel Spaß und einer großen Portion Enthusiasmus in den Tag gestartet. Am Morgen hieß es dann erst einmal Theorie pauken. Ziel war es ein Bewusstsein für die verschiedenen Faktoren des Balkongärtnerns zu schaffen und vor allem Motivation und Ideen für den eigenen Balkon zu erzeugen. Aber es ging nicht nur um die Grundvoraussetzungen für das Gärtnern auf dem Balkon, sondern es gab auch viele bebilderte Beispiele wie man seine eigene grüne Oase gestalten kann. Nach unserem Vortrag stellten sich unsere Teilnehmer erst einmal die Fragen: Welche Ausrichtung hat mein Balkon? Welche baulichen Bedingungen liegen bei mir vor? Und wie viel Anbaufläche möchte ich auf meinem Balkon schaffen?

balkon-workshop-saen-pflanzen-pikieren

Frisch inspiriert und mit rauchendem Kopf hatten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen dann die Möglichkeit, einen eigenen Pflanzplan zu entwickeln. Mit Zeichenpapier, Buntstiften und Balkonbüchern gewappnet, wurden fleißig Pläne geschmiedet. Alle versuchten das gelernte Wissen über sonnen- und schattenliebende Pflanzen, Platzierungsmöglichkeiten und Mischkulturen direkt umzusetzen. Schnell ergaben sich spannende Gespräche über schattenverträgliche rankende Blumen, Obstanbau auf dem Balkon und ungewöhnliche Pflanzgefäße. Besonders viel Spaß hat uns gemacht, dass sich auch zwischen den Teilnehmern schnell eine schöne Dynamik entwickelte und sich alle gegenseitig beratend zur Seite standen. In Vorbereitung auf den Nachmittag wurde anschließend noch zügig die „Hardware“ des Balkongärtnerns vorgestellt: Themen wie Werkzeuge, Boden, Düngen, Mulchen, Gefäße und Bewässerung wurden vorgestellt.

Finger in die Erde, fertig los – Der praktische Teil des Balkon-Workshops

Nach einer ausgedehnten Mittagspause ging es dann mit neuem Elan an den praktischen Teil. Tomaten, Chillis, Salat, Mangold, Kosmeen und mehr wurden pikiert und gesät. Doch das war nur zum warmwerden: Höhepunkt war das Werkeln an einem vertikalen Pflanzgefäß aus einfachen Mitteln – mit Pflanzen für den Sonnen-, Halbschatten- oder Schattenbalkon bestückt, natürlich! Wer noch etwas Zeit und Lust hatte, konnte sich noch an einfachen Pflanztöpfen aus Tetrapaks oder an Insektenhotels probieren. Mit üppiger Ausbeute und einem Kopf voller Ideen machten sich die Teilnehmer am späten Nachmittag auf den Weg nach Hause, um die kleinen Pflänzchen auf der heimischen Fensterbank und dem eigenen Balkon unterzubringen.

Balkon-Workshop-vertikales PflanzgefaessBalkon-Workshop: Insektenhotel der LiebeBalkon-Workshop: Pflanzgefaesse aus Tetrapacks

Der Sonderpreis für die kreativste Pflanzlösung geht an Sabrina!

Balkon-Workshop: Pflanze an FahrradBalkon-Workshop: pflanze am Fahrrad

Das war er also unser erster Balkon-Workshop: Ein ganz großes Dankeschön gilt allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen! Ihr seid eine tolle erste Gruppe für unsere Feuertaufe gewesen, wir haben auch viel von Euch lernen dürfen. Hoffentlich hat es Euch soviel Spaß gemacht wie uns, wir haben jedenfalls Blut geleckt. Und denkt dran – die ganze Theorie kann auch gerne mal im Hinterstübchen bleiben. Hauptsache ist, ihr habt Spaß an dem was ihr macht, bleibt experimentierfreudig und lasst auch mal eurer Kreativität freien Lauf. Und seid geduldig mit Euch und eurem Balkon, denn nächstes Jahr beginnt eine neue Saison…

Anna und Sarah von & zu grün.