Ein neuer Balkonexot: Erdmandel als Topfkultur

Erdmandel

Manche Klassiker bevölkern unsere Balkone schon seit vielen Jahren. Ob Tomaten, Gurken, oder Basilikum, manche Pflänzchen sind jedes Jahr auf ein Neues dabei. Jedoch verführt uns die wunderbare Vielfalt der Saatgutbörsen und Saatgutfestivals jedes Jahr wieder dazu, auch neue Versuche zu wagen. Deshalb werden wir dieses Jahr zum ersten Mal Erdemandel im Topf anbauen. Doch was ist überhaupt eine Erdmandel und was zur Hölle macht man damit?

Das leckere Knöllchen: die Erdmandel

Die Erdmandel, botanisch Cyperus esculentus, gehört zur Familie der Sauergrasgewächse. Auf den ersten Blick erinnert das Gewächs an ein Ziergras, wie es auch viele deutsche Vorgärten schmückt. Da sich Erdmandeln sehr schnell ausbreiten, wird es empfohlen die Knollen in Töpfen zu kultivieren. Schließlich sollten wir darauf achten, dass sich Neophyten nicht unkontrolliert in unseren Gärten vermehren. Darüberhinaus ist die Erdmandel im Topf vor Fressfeinden, wie z.B. Wühlmäusen geschützt. Die Ernte der Erdmandel findet meist nach den ersten Frösten statt. Sobald sich die Gräser braun verfärben und absterben, kann geerntet werden. Anschließend kann die Erdmandel in vielfältigen Variationen zubereitet werden, ob gekocht, gebraten, getrocknet oder gemahlen, die süßliche Knolle schmeckt immer gut.

Horchata de Chufa – Erdmandelmilch aus Spanien

Wer schon mal durch die schönen Straßen des spanischen Valencias gelaufen ist, hat sicherlich die vielen „Horchata de Chufa“ Stände entdeckt. Während in anderen Ländern gekochter Mais, heiße Maronen oder Crepe Verkäufer das Straßenbild prägen, dominiert in Valencia der Verkauf von Horchata de Chufa. Ursprünglich stammt das Getränk aus der Kleinstadt Alboraya am Rande  Valencias, die für ihren Erdmandelanbau bekannt ist. Horchata de Chufa oder auf Katalan Orxata de Xufes ist ein Erfrischungsgetränk aus Erdmandel. Für die Herstellung muss man die kleinen Knollen waschen, einweichen, zerkleinern und schließlich auspressen. Neben Wasser und Zucker können der Milch noch Zimt und Zitronenschale hinzugefügt werden. Danach wird das Getränk aus der Erdmandel zügig und kalt getrunken, damit die vielen Vitamine und Inhaltsstoffe nicht verloren gehen.

Erdmandel Erdmandelmilch

Der Anbau und die Pflege der Erdmandel

Bevor wir aber zu sehr in den Gedanken versinken, was wir alles schönes aus Erdmandeln herstellen werden, müssen wir noch einmal genauer über den Anbau sprechen. Da Erdmandeln ursprünglich aus warmen Gebieten von den Tropen bis Subtropen stammen, sind sie sehr kälteempfindlich. Deshalb sollte man die Erdmandel Knöllchen nach dem Einweichen, erst zunächst in der Wohnung vorziehen. Hierzu müssen die Knollen warm stehen und mit 2-3 cm Erde bedeckt werden. Sobald die Pflänzchen Blätter und Wurzeln entwickelt haben, können sie auf den Balkon ein ein großes Gefäß umziehen. Wir werden dazu ein Speißfass nehmen. Dazu warten wir aber noch bis Mitte Mai, um zu vermeiden, dass die Knollen noch einmal eine zu kalte Nacht erwischen. In der Pflege ist die Erdmandel sehr unkompliziert, sie benötigt nur einen lockeren Boden und genügend Wasser. Eine regelmäßige Düngung benötigen Erdmandeln nicht. Die Knöllchen der Erdmandeln haben wir von einem kleinen Anbieter auf dem Saatgutfestival in Düsseldorf erworben. Im kleinen Shop von Himmlische Saaten findet ihr die Erdmandel für 2,50 Euro. Der Tipp aus unserem Lieblingsgartenbuch „Handbuch Bio-Balkongarten“ von Andrea Heistinger, erschienen im Arche Noah Verlag, ist es die Erdmandel in Mischkultur mit Johannisbeertomaten zu pflanzen, das werden wir gerne ausprobieren.

P.S. Sobald wir euch auch ein Bild des schönen Pflänzchens zeigen können, wird dieses natürlich nachgeliefert.

Open-Source Tomate Sunviva: Eine kleine Balkonrevolution

Open-Source Tomate Sunviva

Unscheinbar steht die Sunviva auf meiner Fensterbank zwischen vielen unterschiedlichen Tomatenpflanzen: Cocktailtomaten, Fleischtomaten, Johannisbeertomaten. Alle im März ausgesät, recken sie jetzt im April ihre lichtdurstigen Blätter Richtung Sonne. Und doch ist die Sunviva etwas ganz Besonderes: Sie ist Deutschlands erste Open-Source Tomate.

Open-Source Tomate, was heißt das?

Der Begriff Open-Source, was so viel wie offene Quelle bedeutet, ist vielen aus dem Bereich der Informatik bekannt. Das unter Computerwissenschaftlern beliebte Betriebsprogramm Linux, das Datenbankverwaltungssystem MySQL oder der Browser Mozilla Firefox sind nur einige Beispiele von Open-Source Projekten aus der Informatik. Doch was hat dies alles mit der Sunviva Tomate auf meiner Fensterbank zu tun? Die Idee hinter der Open-Source Bewegung ist in ihren Grundzügen in der Informatik und in der Saatguterzeugung die gleiche.

  1. Jeder darf das Saatgut frei nutzen, es vermehren, weiterentwickeln, züchterisch bearbeiten und es im Rahmen bestehender Gesetze weitergeben.
  2.  Niemand darf das Saatgut und seine Weiterentwicklungen mit geistigen Eigentumsrechten wie Patenten und Sortenschutzrechten belegen.
  3. Jeder Empfänger überträgt zukünftigen Nutzern des Saatguts und seinen Weiterentwicklungen die gleichen Rechte und Pflichten.

Was unterscheidet das Saatgut der Open-Source Tomate von konventionellem Saatgut?

Die Regeln für Open-Source Saatgut scheinen so natürlich, dass man kaum glauben kann, dass es auch anders geht. Doch das meiste auf dem Markt käufliche Saatgut unterliegt einer Patentierung durch einen Saatgutkonzern wie z.B. Monsanto, oder Sygenta. Allein sie haben das Recht, das Saatgut der Pflanze zu gewinnen, dieses zu verkaufen und die Pflanze weiterzuentwickeln. Der Saatgutmarkt und parallel zu ihm auch der Markt für Pflanzenschutzmittel konzentriert sich immer stärker. Infolgedessen besteht die Gefahr eines weltweiten Saatgutmonopols. Gut erklärt und veranschaulicht wird diese fortschreitende Monopolisierung in der Grafik und Beiträgen der Heinrich Böll Stiftung.

Grafik: Heinrich Böll Stiftung
Grafik: Heinrich Böll Stiftung

Im Gegensatz zu den großen Konzernen vertritt die Bewegung Open Source Seeds die Meinung, dass Saatgut Gemeingut sein muss. Aus ihrer Sicht sollte jeder Bauer und jeder Gärtner das Recht haben Saatgut für die folgende Ernte zurückzubehalten und so weiterzuzüchten, dass es perfekt an seine Standortbedingungen angepasst ist. So soll die große Vielfalt der Kulturpflanzen geschützt und gefördert werden. Dieses Prinzip ist euch vielleicht schon von unserer Berichterstattung zum Saatgutfestival und über den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt bekannt. Bisher haben sechs Pflanzen, drei Tomaten und drei Weizensorten, eine Open-Source Lizenz erhalten, die fortlaufend aktualisierte Liste, findet ihr hier.

Fakten zur Tomate Sunviva

Die Sunviva Tomate wurde  im ökologischen Freiland-Tomatenprojekt der Universität Göttingen entwickelt. Da die Sunviva als Freilandtomate gezüchtet wurde, ist sie im Gegenteil zu vielen ihrer wind- und wetterempfindlichen Genossen resistent gegen Braun- und Krautfäule. Vor dieser schlimmen Tomatenkrankheit sind wir bisher verschont geblieben. Wir mussten 2016 nur mit der Blütenendfäule kämpfen. Die Open-Source Tomate Sunviva bildet gelbe Früchte in kurzen gelben Trauben und ist sehr süß und saftig. Wie alle Tomaten braucht die Sunviva nährstoffreichen, humosen Boden und einen sonnigen Standort. Natürlich halten wir euch auf dem laufenden wie sich die Sunviva auf unseren Balkonen macht und wie uns ihre Früchte gefallen.

Wenn ihr neugierig geworden seid und im kommenden Jahr die Sunviva auch auf eurem Balkon einen Platz finden soll, könnt ihr das Saatgut bei CULINARIS Saatgut bestellen. Zwölf Samen der kleinen Balkonrevolution kosten 3,90 Euro.

Stunde der Wintervögel – zählen und mitmachen

Blaumeise - Stunde der Wintervoegel

Ob Vogelhäuschen in Falunrot, DIY-Futtertasse oder schnöder Meisenknödel aus dem Supermarkt: nach vielen kalten Tagen, Schnee und Dauerregen sind Futterstationen bei vielen Vögeln sehr beliebt. Jedoch führen zahlreiche Faktoren in den letzten Jahren zu einem Rückgang der Vogelpopulation in Deutschland. Um einen Überblick über die Anzahl von Amsel, Meise und Co zu gewinnen, haben der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V. zwischen dem 5.1.2018 und dem 7.1.2018 erneut zur Stunde der Wintervögel aufgerufen. Wir erklären euch wie ihr mitmachen könnt.

Was brauche ich um mitzumachen?

Zum Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel 2018 benötigt ihr etwas zu Schreiben. Je nachdem wo sich in eurer Umgebung die Vögel am häufigsten aufhalten, ist es manchmal gut ein Fernglas bereit zu halten. Falls ihr keine Hobby-Ornitologen seid, dann solltet ihr euch auch zuvor die Zählhilfe des NABU anschauen. Wer schon mal vorher die 25 häufigsten Vögel an deutschen Futterstellen genauer studieren will, kann  sich auch auf diese Liste des LBV stützen. Sobald ihr startklar seid, solltet ihr die Zählhilfe des NABU herunterladen und es kann losgehen. Neben der Meldung per Post und Telefon habt ihr die Möglichkeit eure Ergebnisse direkt online einzutragen. Dazu könnt ihr zum Beispiel die kleine Meldebox nutzen, die wir für euch am Ende des Artikels eingepflegt haben.

Wie zähle ich die Vögel?

Vögel sind flinke Tiere. Je nachdem wie wild das fröhliche Treiben an eurer Futterstelle, bzw. in eurem Garten oder auf eurem Balkon ist, desto schwieriger ist es es die Übersicht zu behalten. Deshalb funktionioniert die Zählung wie folgt: Ihr solltet immer die Anzahl von jeder Vogelart melden, die im Verlauf der von euch gewählten Stunde gleichzeitig zu sehen waren. Zum Beispiel: Kommen zunächst 2 Amseln, später 3 Amseln und am Ende der Stunde noch mal 1 Amsel, meldet ihr 3.

Ist es wirklich die Stunde der Wintervögel?

Es ist wichtig, dass ihr die Vögel wirklich genau eine Stunde beobachtet. Nur wenn ihr euch an diese Regel haltet, sind die gelieferten Ergebnisse vergleichbar und so wissenschaftlich auswertbar. Schließlich wollen der NABU und der LBV durch die Aktion eine Übersicht über den Wachstum bzw. Rückgang der Vogelbeobachtungen in Deutschland gewinnen und das ist nur möglich, wenn alle, die bei der Aktion mitmachen, die Messung gleich durchführen. Zwar kann durch die Beobachtungen kein direkter Schluss auf die Populationsgröße gemacht werden, aber es können über die Jahre Trends abgelesen werden, die wissenschaftlich sehr relevant sein können.

Stunde der Wintervoegel AmselStunde der Wintervoegel Rotkehlchen

Warum sollte ich mitmachen?

Je mehr Menschen sich der Stunde der Wintervögel anschließen, desto besser und fundierter sind die Ergebnisse. Wie auch bei anderen Studien werden die Ergebnisse genauer, desto größer die Stichprobe ist. Aber abseits aller wissenschaftlichen Bedeutung dieser Aktion, macht es auch einfach Freude sich eine Stunde im Jahr voll und ganz den Vögeln in unseren Gärten und auf unseren Balkonen zu widmen. Egal ob bei kalten Temperaturen vor der Tür, oder gemütlich vom eigenen Fenster aus. Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen. Welche Vögel entdeckt ihr regelmäßig? Füttert ihr zu? Lasst uns wissen wie ihr die kleinen Federtiere unterstützt!

Badebomben selbstgemacht

Badebomben

Die Zeit rennt euch davon, euer Konto ist leer und die Geschenkeliste für dieses Jahr scheint noch endlos? Wir zeigen euch wie ihr mit wenigen Zutaten selbstgemachte Badebomben machen könnt, ganz ohne Mikroplastik und bedenkliche Zusatzstoffe. Wer denkt, dass selbstgemachte Geschenke nur den Kleinsten der Familie überlassen werden sollten und bei den Liebsten nur ein gequältes Lächeln hervorruffen, der hat diese Badebomben noch nicht gesehen.

Zutaten für blubbernde Badebomben

Um sprudelnde Badebomben herzustellen benötigt man nur einige wenige Zutaten, die man im Supermarkt und der Apotheke kaufen kann. Ich habe mir zum Beispiel die Zitronensäure, die Kakaobutter und auch das Mandelöl in der Apotheke in der richtigen Menge abfüllen lassen. Mittlerweile findet man aber auch Kakaobutterchips in der Bioabteilung gut sortierter Supermärkte. Als Milchpulver eignet sich z.B. Säuglingsmilch. Vielleicht habt ihr ja eine Freundin mit Nachwuchs, die euch eine kleine Menge abzwacken kann. Wahrscheinlich kann man aber auch Milchpulver für den Kaffee für die Badekugeln benutzten.

  • 250 Gramm Natron
  • 130 Gramm Zitronensäure
  • 50 Gramm Speisestärke
  • 40 Gramm Milchpulver
  • 65 Gramm Kakaobutter
  • 1 Esslöffel pflegendes Öl eurer Wahl z.B. Mandelöl
  • 1 Esslöffel farbiges Badeöl o. Lebensmittelfarbe in Pulverform

So werden die Badebomben gemacht

Zunächst müsst ihr alle trockenenen Zutaten sieben und vermischen. Denkt daran, dass alles gut trocken bleiben muss, schließlich soll es nicht schon jetzt beginnen zu sprudeln. Die Kakaobutter wird vorsichtig im Wasserbad geschmolzen und mit dem Pflegeöl vermischt. Wenn ihr nur eine Farbe verwenden wollt, könnt ihr an dieser Stelle auch schon das Badeöl hinzugeben. Wollt ihr mehrere Farben verwenden, dann vermischt erst die trockenen Zutaten mit der Kakaobuttermischung, halbiert oder viertelt die Menge und gebt dann etwas farbiges Badeöl oder Lebensmittelfarbe hinzu. Danach alles gut verkneten. Die Masse ist sehr bröckelig und haftet nur zusammen, wenn man sie fest zusammendrückt.

Drückt eure Badebomben-Masse ganz fest in die von euch gewählte Form. Schön fest andrücken, damit auch das Muster vollständig sichtbar wird. Es bieten sich z.B. Eiswürfelbehälter aus Silikon an, die ja außer in Würfelform auch in ganz vielen anderen Formen erhältlich sind. Da ist euerer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Denkt nur daran, dass zu filigrane Formen leicht zerbröckeln, es bieten sich eher massivere Formen wie Herzen, Sterne, Muscheln, etc.  Wir haben uns für Minigugelhupfe, Herzen und Sterne entschieden. Anschließend müsst ihr die Masse ein paar Stunden trocknen lassen. Danach vorsichtig lösen und noch weiter Austrocken lassen.

Badebomben GesamtergebnisPyramide als Verpackung für Badebombe

Schöne Verpackung für eure Badebomben

Eure Badebomben verdienen natürlich auch eine wunderschöne Verpackung. Wir haben unsere Badebomben in kleinen Papp-Pyramiden verpackt. Was ihr dazu braucht ist: Pappkarton mit einem Muster eurer Wahl, ein Lineal, eine Schere und ein kleines Stück Schnur oder Kordel. Auf eurem Pappkarton zeichnet die Pyramide in der Größe eurer Wahl vor. Wir haben euch ein Beispiel in kleiner Größe vorgezeichnet, die Pyramide kann aber natürlich je nach Stärke des Kartons beliebig vergrößert werden. Nachdem ihr die Pyramide aufgezeichnet habt, fügt ihr an den Pyramidenseiten noch kleine Flügelchen hinzu die ihr später einknicken könnt, damit eure Pyramide gechlossen ist. Nachdem ihr die Flügelchen aufgemalt habt, könnt ihr alles ausschneiden und falten. Kurz unterhalb der Spitze der vier Pyramidenseiten macht ihr mit eurer Schere ein kleines Loch, wenn ihr nun die Kordel hindurchzieht, könnt ihr die Pyramide verschließen. Jetzt fehlt nur noch eure Badebombe und perfekt ist das selbstgemachte Weihnachtsgeschenk.

Faltpyramide als Verpackung für Badebombe
Faltvorlage für unsere Pyramide, in der wir die Badebombe verschenken.

Kartoffeln auf dem Balkon – unser Experiment in Sack und Tonne

Kartoffeln auf dem Balkon - Bamberger Hoernla

Ob im Sack, im Topf, oder in der Tonne, folgt man den Einträgen auf zahlreichen Blogs, wachsen Kartoffeln auf dem Balkon ohne Probleme. Wir haben das Experiment gewagt und zwei verschiedene Sorten und zwei verschiedene Arten der Pflanzung getestet. Nun liegt die Ernte hinter uns und es ist Zeit Bilanz zu ziehen.

Alte und bunte Kartoffelsorten

Als wir in diesem Jahr auf dem Pflanzenraritätenmarkt am Stand der Düsseldorfer Gärtnerei Staudenfan auf das Angebot, alter Setzkartoffeln stießen, viel die Entscheidung nicht leicht. Ungewöhnlich sollte es sein, ergiebig und für das Klima auf unseren Balkonen geeignet. Die Wahl viel zunächst auf die alte Kartoffelsorte „Bamberger Hörnchen“. Sie gehört zu den ältesten Kartoffelsorten Deutschlands und stammt ursprünglich aus Franken. Die kleine, oft nur Fingerdicke, krumme Kartoffel war fast ausgestorben und wurde nur durch den Einsatz von Sortenschützern erhalten. Oft wird die Sorte mit der bekannten französischen Kartoffelsorte „La Ratte“ verwechselt, die in unserem Nachbarland als besondere Delikatesse bekannt ist.

Die zweite Kartoffelsorte, für die wir uns entschieden haben, soll Farbe auf den Teller bringen. Die Knollen der Ur-Kartoffelsorte „Vitelotte“ überzeugen mit ihrem lila Fruchtfleisch (auch als „Trüffelkartoffel“ oder „Blaue Kartoffel“ bekannt). In Frankreich ist sie in der gehobenen Gastronomie weit verbreitet.

Ein Sack Kartoffeln auf dem Balkon

Zunächst ließen wir unsere Kartoffeln vorkeimen. Während man sich beim Kochen ärgert, wenn die leckeren Knollen schon Augen und Triebe entwickeln, ist dies für das Auspflanzen wünschenswert. Statt einen der auf Amazon, oder im Gartencenter angepriesenen Kunststoffpflanzsäcke zu kaufen, entschied ich mich dafür die Kartoffeln in einem leeren 60 Liter Bluemenerdesack anzupflanzen. Um Staunässe zu vermeiden, schnitt ich vor dem Bepflanzen des Sacks kleine Löcher hinein. Danach rollte ich den Sack fast vollständig auf und füllte etwas frische , nährstoffreiche Erde hinein. Die Erde setzte ich zwei Bamberger Hörnla und ließ sie zunächst ein paar Tage nur halbbedeckt weiter keimen. Anschließend bedeckte ich die Kartoffeln vollständig und fügte immer eine weitere Erdschicht hinzu sobald das Grün um die 10-15 cm gewachsen war. Aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung auf meinem Balkon musste ich die Kartoffel circa 2-3 Mal die Woche gießen. An nicht so sonnigen Standorten reicht es sicherlich die Kartoffelpflanze seltener zu wässern.

Kartoffeln auf dem Balkon - Kartoffeln im Sack
Bamberger Hörnchen mit Borretsch in einem Sack

 

Kartoffeln auf dem Balkon - Borretsch blueht praechtig
Borretsch in Mischkultur mit der Kartoffel

Eine Tonne voller Knollen

Im Prinzip verläuft das Anpflanzen von Kartoffeln in der Tonne ähnlich wie im Pflanzsack. Während der Sack die Möglichkeit eines natürlichen Wasserablaufs bietet, fehlt dieser in der Tonne. Daher hatte Sarah in den Boden ein paar Löcher gebohrt und eine Drainageschicht eingebaut.

Läuft noch: Balkon-Experiment mit der Kartoffel "Vitelotte"
Vitelotte in der Tonne

 Viel Grün und viel Blüte

Über den Sommer hinweg wurden die Kartoffeln auf dem Balkon immer voller und grüner. Das Bamberger Hörnla erzeugte eine tolle weiße Blüte und wucherte mit Kraft über den gesamten Balkon. Wie schwer der Sack voller Erde und Pflanze einmal werden würde, hatte ich nicht kalkuliert. Deshalb unser Tipp: Entscheidet gut an welcher Stelle ihr die Kartoffeln auf dem Balkon pflanzen wollt. Für das Umstellen des Sacks brauchte ich schließlich die Hilfe meines Lieblingsgärtners. Der Pflegeaufwand der Kartoffeln war jedoch gering, abgesehen vom regelmäßigen Gießen, hatte die Pflanze kaum Ansprüche. Auch die viel gefürchtete Krautfäule, oder Schädlingsbefall blieben aus.

Auch die „Vitelotte“ erzeugte in der Tonne reichlich (aber nicht zuviel) grün. Wie das in der Natur eben so ist, wuchsen die zwei Knollen unterschiedlich schnell, sodass das Anhäufeln etwas schwierig war.

Viel Pflanze wenig Knolle

Die Neugier stieg, als dann endlich Ende Oktober das Laub der Kartoffel vergilbte, war der Moment der Ernte gekommen. Um kein zu großes Chaos auf meinem Balkon anzurichten, griff ich zuvor zu einem sehr großen Gefäß für die überschüssige Erde, einem Sack für entferntes Grün und Wurzeln sowie einer Schüssel in Hoffnung auf eine gute Kartoffelernte. Doch leider brachte die riesige Pflanze nur eine winzige Anzahl an Bamberger Hörnchen hervor. Diese waren zwar perfekt und hätten wohl auch beim Bauern nicht schöner aussehen können, aber die Menge war ein herber Rückschlag.

Kartoffeln auf dem Balkon das Gruen vergilbt
Das Grün der Bamberger Hörnchen vergilbt langsam

 

Mitte November wurde dann die Vitelotte geerntet. Eine kleine Handvoll erbsen- bis kleiner-Finger-große, tief lilafarbene Perlen konnten aus der großen Tonne gefischt werden… Spannender war fast die Kompostwurm-Enklave von etwa 20 Einwohnern, die scheinbar aus der Wurmkiste in die Tonne auf der Suche nach einer neuen Heimat ausgesiedelt war. Die Kartoffeln mussten natürlich schnell getestet werden und wurden als Pellkartoffel mit etwas Salz gekocht. Das Fruchtfleisch war weiss mit ein paar lilafarbenen Einzügen und der Geschmack erinnerte tatsächlich an Maronen.

Kartoffel Vitelotte
Kartoffel Vitelotte – erbsen- bis fingergroß

 

Kompostwürmer verstecken sich in der Kartoffeltonne
Kompostwürmer verstecken sich in der Kartoffeltonne

Resume und Fehlersuche

Das Pflanzen von Kartoffeln auf dem Balkon hat uns Spaß gemacht. Insbesondere das Auswählen der Sorten und das Beobachten der immer größer werdenden Pflanze. Die Ernte jedoch war minimal, deshalb stellt sich die Frage, ob die geringe Ausbeute an den von uns gewählten Sorten, dem heißen Standort, der teils stark verdichteten Erde oder der Pflanzmethode lag. Vielleicht lag es auch grade an der Schläue der Gärtnerinnen – schließlich ernten bekanntermaßen die dümmsten Bauern die größten Kartoffeln. Ein bisschen blöd fühlt man sich bei den Mengen aber doch. Von der Vitelotte war wohl bekannt, dass die Ernte nicht sehr groß ausfällt. Vielleicht wurde auch zu spät gepflanzt und zu früh geerntet.

Wem nicht nur die Beobachtung des Wachstumsprozess wichtig ist, sondern auch eine große Ernte erwartet, der sollte vom Experiment Kartoffel auf dem Balkon absehen. Insbesondere der große Platzverlust, durch den Pflanzsack und durch die Tonne ist in Anbetracht der kleinen Ernte bitter, vielleicht versuchen wir es im kommenden Jahr noch mal mit einer kleineren Lösung.

Vor dem Hintergrund des mäßigen Erfolges interessiert uns natürlich besonders welche Erfahrungen ihr bisher mit dem Kartoffelanbau gemacht habt. Habt ihr schon Sorten gefunden, die eine besonders gute Ernte erbracht haben? Oder habt ihr vielleicht eine andere Pflanzemethode gewählt, wir freuen uns auf eure Meinung.

Setzt jetzt noch Frühjahrsblüher und startet bunt ins neue Jahr

Fruehjahrsblueher

Gibt es einen schöneren Moment, als nach vielen dunklen Monaten, Regen und Frost endlich grüne Spitzen in den Beeten zu entdecken? Nichts weckt meine Vorfreude auf den Frühling stärker, als das Erscheinen von Krokus, Schneeglöckchen und Co. Deshalb habe ich mich auch 2017 ins Beet und auf den Rasen begeben, um Frühjahrsblüher zu setzen. Hier unsere Auswahl und eine kleine Pflegeanleitung.

Welche Frühjahrsblüher eignen sich für Rasenflächen und Halbschatten?

Für das Setzen der Blumenzwiebeln hatte ich mir in diesem Jahr zwei verschiedene Standorte ausgeguckt. Einerseits wollte ich die Rasenfläche vor unserem Haus weiter in ein kleines Frühlings-Blütenmeer verwandeln. Andererseits sollte dieses Jahr auch nicht das Beet vor unserem Haus zu kurz kommen. Während die Rasenfläche wunderbar in der Mittagssonne liegt, ist die Fläche vor unserem Haus an den meisten Stellen halbschattig bis schattig. Gebraucht wurden also: ein schattenverträglicher Frühjahrsblüher und Pflanzen, die sich im Frühjahr gut durch unsere Rasenfläche kämpfen. Nach ausgiebiger Recherche entschied ich mich in diesem Jahr meine Blumenzwiebeln bei der Staudengärtnerei Gaißmayer zu bestellen. Diese Gärtnerei hat wirklich ein riesiges Angebot von Blumenzwiebeln und beschreibt diese mit viel Fachwissen und Liebe. Auch Service und Lieferung waren top.

Eranthis – die Winterlinge

„Erster“ schreien die Winterlinge im Frühjahr, wenn sie noch vor Schneeglöckchen und Krokus ihre gelben Blüten aufblitzen lassen.  Als Halbschatten liebende Frühjahrsblüher, die sich oft unter Sträuchern und Bäumen finden lassen, ist der Winterling die perfekte Wahl für das Beet vor unserem Haus. Dass der Winterling auch unter Bäumen und Sträuchern so gut wächst, verdankt er seiner kurzen Vegetationszeit. Schon bevor sich das Blätterdach von Bäumen und Sträuchern schließt, zieht sich der Winterling in die Erde zurück. Auch den Insekten kommen die Winterlinge zu Gute, sehr gerne nehmen Bienen die Blüten als eine der ersten Nahrungsquellen an. Wie wichtig Frühjahrsblüher für unsere Wildbienen sind, haben wir euch im letzten Jahr erzählt.

Fruehlingsblueher Fruehjahrsblueher Winterling
Die Knollen der Winterlinge müssen über Nacht in Wasser eingeweicht werden.

Damit der Winterling auch gut an seinem Standort wachsen kann, ist es notwendig die kleinen Knollen über Nacht im Wasser quellen zu lassen. Sind die Knollen zu trocken können sie nicht austreiben. Der Winterling wird in einer Tiefe von 5-7 cm in lockeren nicht zu trockenen Lehmboden gesetzt. Da sich Winterlinge gut vermehren solltet, ihr darauf achten, dass ihr sie keinesfalls an Orten ansiedelt, an denen ihr sie wieder entfernen möchtet. Einmal gepflanzt, breitet sich der Winterling stark aus. Ist der Winterling gepflanzt, verträgt er gut eine kleine Schicht Kompost als Winterschutz, daran ist jedoch in einem Mehrfamilienhaus nicht zu denken. Dieser Tipp ist also eher für die Eigenheim- oder Schrebergartenbesitzer unter euch.

Crocus Minimus „Spring Beauty“ und Crocus tommasinianus „Roseus“

Während viele Frühjahrblüher nur lockeren Boden in Beeten tolerieren, kämpft sich der Krokus seit Jahren ohne Probleme durch unsere Rasendecke. Ich habe mich in diesem Jahr für zwei unterschiedliche Sorten entschieden den Crocus minimus und den Crocus tommasinianus. Der Crocus Minimus macht seinem Namen alle Ehre und wird nur kleine sieben bis acht Zentimeter groß. Aber seine Blütenpracht, geprägt von zart und dunkel lila, ist umso größer. Ich hoffe, dass sich der kleine Star bei uns im Rasen durchsetzen kann. Der Erfahrung nach sind es vor allem die niedrigen Sorten, die auch bei einem Frühlingsregen standhaft bleiben und lange Freude machen.

Der Crocus tommasinianus „Roseus“ wird auch Elfenkrokus genannt und überzeugt durch seine zauberhaften intensiv rosa gefärbten Blüten. Lässt man in an Ort und Stelle schalten und walten, wie er möchte, dann neigt er dazu, nach einigen Jahren schöne dichte Krokuswiesen zu bilden. Interessant zu wissen ist, dass Krokusse bei Setzen durch ihre Zugwurzeln Einfluss auf ihre Tiefe nehmen können. Solltet ihr die Blumenzwiebeln nicht in der perfekten Tiefe gesetzt haben, regulieren die Pflanzen dies nach. Wer Zentimerangaben beim Graben nicht gut abschätzen kann, kann sich die Zentimeter (z.B. 5 cm, 10 cm, 15 cm, 20 cm) zunächst mit einem dicken Wasserfesten Marker auf seinem Pflanzschäufelchen markieren. So kann man sich kaum noch verschätzen.

Fruehjahrsblueher Fruehlingsblueher Rasen platzieren

Kein Frühling ohne Narzissen

Für mich dürfen Narzissen auf einer Frühlingswiese nicht fehlen. Deshalb habe ich auch in diesem Jahr ein paar Narzissen gesetzt. Ich bevorzuge niedrige Sorten, da sich diese wie auch die Krokusse bei einem Regen deutlich wackerer schlagen und nicht so leicht umknicken. In diesem Jahr habe ich die Sorte Narcissus „Stint“ gesetzt, die zu den Engelstränen-Narzissen gehört. Während die Narzissen, die ich in den letzten Jahren gepflanzt habe dunkelgelbe Blüten haben, zeichnet sich die Sorte Stint durch zart gelbe Blütenaus. Die Staudengärtnerei Gaißmayer formuliert es so: Sie erinnern an den italienischen Likör „Limoncello“. Ursprünglich kommt diese Sorte in England und Portugal vor und verwildert an Stellen, die ihr gefallen gern.

Pflege der Frühjahrsblüher

Wer das Pflanzen der Frühlingsboten im Oktober verschwitzt hat, der hat im November und Dezember noch Zeit dies nachzuholen. Je später im Jahr die Zwiebeln gesetzt werden, um so wichtiger ist es, dass sie eventuell mit Laub oder Kompost anschließend bedeckt und geschützt werden.

Gerne neigt man beim Pflanzen von Blumenzwiebeln, diese wie kleine Zinnsoldaten aufzureihen. Damit das Pflanzbild schön aussieht, kann man z.B. die Zwiebeln nah über dem Boden in die Luft werfen und erhält so eine natürliche und nicht zu akkurate Anordnung. Solltet ihr sehr lehmige und schwere Böden haben, ist es manchmal sinnvoll den Boden mit Sand aufzubessern. Während dem geneigten Gemüsegärtner bei dem Wort „Tomate“ stets ebenfalls das Wort „Starkzehrer“ in den Kopf kommt, denkt man bei Blumenzwiebeln jedoch nicht so sehr ans düngen. Da z.B. Narzissen zu den Starkzehrern gehören, ist es sinnvoll diese ab dem Zeitpunkt der Grünausbildung bis zur Beginn der Blüte regelmäßig mit Volldünger zu versorgen.

Kann das schon weg, oder muss das bleiben?

Während die Frühjahrsblüher in ihrer vollen Pracht das Gärtnerherz höher schlagen lassen, sehen sie recht unansehnlich aus, wenn sie verblüht sind und nur noch ihr Blattwerk zeigen. Damit die Pflanzen jedoch auch im Folgejahr gut wiederkommen und die Zwiebeln genug Nährstoffe aufnehmen können, ist es wichtig, dass ihr wartet bis die Blätter eingezogen werden. Ich muss immer darauf hoffen, dass unsere Gärtner Einsicht haben und um die schöne Blüten- und Blattpracht herum mähen.

Was kommt dieses Jahr bei euch in die Erde? Welcher Frühlingsblüher darf bei euch nie fehlen? Welche Probleme hattet ihr eventuell auch schon mit den bunten Boten? Wir sind auf eure Kommentare gespannt.

Schnell gebaut: Mini-Hochbeet mit Bienenweide

Bluete im Mini-Hochbeet

Praktisch, steinig, immergrün – mit diesen drei Begriffen lässt sich der ungebrochene Trend in deutschen Vorgärten beschreiben. Anstelle von Stauden, Kräutern, Blumen und Gräsern breiten sich immer mehr Kieselsteine und Felsbrocken aus. Auch in meiner Nachbarschaft sind die Steinwüsten auf dem Vormarsch. Doch wo die Pflanzen verschwinden, sinkt auch das Nahrungsangebot für Insekten. Ich habe meinen Bienen eine kleine Tankstelle gebaut: ein Mini-Hochbeet mit Bienenweide.

Welche Materialien braucht man für das Mini-Hochbeet?

  • 4 Beetbegrenzungen (z.B. Holzbegrenzung mit Vampirzähnen)
  • ca. 30 Liter torffreie Erde
  • Saatgut für einen Quadratmeter Bienen- oder Schmetterlingsweide
  • Gummihammer
  • Ein kleines Schild/Tonscherbe zur Beschriftung

Und natürlich benötigt ihr eine kleine freie Stelle in eurem Vorgarten. Meine Nachbarn stehen meinen Gartenprojekten sehr offen gegenüber, auch wenn es beim Treffen der Hausgemeinschaft immer mal wieder hoch her gehen kann – meine Gartenaktionen waren noch nie Teil dieser Diskussionen. Solltet ihr aber Angst haben, dass eure Nachbarn eurem kleinen Projekt wütend den Gar ausmachen, solltet ihr vor dem Anlegen des Mini-Hochbeets natürlich um Erlaubnis bitten. Ich habe für das Hochbeet eine Stelle in unserem Vorgarten gewählt, die durch viele Wurzeln kaum als normales Beet nutzbar war und sonst kahl geblieben wäre.

Auf die Plätze fertig los!

Alle für das Mini-Hochbeet benötigten Materialien findet ihr im Baumarkt eurer Wahl. Ich habe mich bei der Begrenzung für eine Lösung aus Holz entschieden: die kleinen kesseldruckimprägnierten Beetbegrenzungen mit Vampirzähnen sind unschlagbar günstig (circa 2 Euro pro Stück) und mit sehr wenig Aufwand montierbar. Ebenfalls sehr schön sind Begrenzungen aus Weidengeflecht, diese können entweder ebenfalls fertig erworben werden oder mithilfe von frischen noch biegsamen Weiden und vier kleinen Pfählen selber gebaut werden. Darüber hinaus sind natürlich auch Lösungen aus Bruchstein denkbar, aber hier muss man dann schon etwas tiefer in den Geldbeutel greifen und Geschick beim Schichten beweisen.

Mini-Hochbeet: Die Begrenzung wird eingeschlagen
Mit dem Gummihammer lässt sich die Begrenzung leicht einschlagen.

Um die Begrenzungen des Mini-Hochbeets gut in den Boden zu schlagen, haben wir einen Gummihammer verwendet. Wer diesen nicht griffbereit hat, kann jedoch auch ohne Probleme ein Stück Holz zwischen einen normalen Hammer und die Beetbegrenzung legen. So verhindert ihr, dass beim Einschlagen die Begrenzung durch den Metallkopf beschädigt wird. Die Holzzäunchen solltet ihr schön dicht nebeneinander einschlagen, damit die Erde beim Gießen nicht aus dem Beet läuft.

Für das Hochbeet werden je nach Einfassung circa 40 Liter Erde benötigt.
Für das Hochbeet werden je nach Einfassung circa 30 Liter Erde benötigt.

Befüllung und Aussaat

Ich habe für mein Beet circa 30 Liter torffreier Pflanzenerde verwendet. Wenn ihr euch entscheidet, das Beet etwas größer oder höher anzulegen, benötigt ihr natürlich dementsprechend mehr Erde. Die fertigen Beetbegrenzungselemente aus dem Baumarkt lassen sich ohne Probleme erweitern, sodass ihr bei mehr Platz auch sechs oder acht Elemente einsetzen könnt. Sobald die Erde eingefüllt ist, müsst ihr nur noch das Saatgut eurer Wahl zur Hand nehmen es aufstreuen oder einhaken (Licht- oder Dunkelkeimer?) und kräftig angießen. Vorsicht, gerade bei Lichtkeimern solltet ihr beim Gießen darauf achten, dass ihr das Saatgut nicht wegspült. Benutzt am besten die Brause eurer Gießkanne. Mir hilft es meist die Erde schon vor dem Aufstreuen des Saatguts etwas anzufeuchten.

Mini-Hochbeet: Bienenweide-Saatgut
Saatgut für mein Mini-Hochbeet.
Damit unsere Gärtner bescheid wissen!
Damit unsere Gärtner Bescheid wissen!

Warten auf die Blüte

Der letzte Schritt ist der schwierigste: das Warten auf die ersten grünen Blättchen und die Blüte. Wenn ihr immer fleißig gießt und das Beet genug Sonnenlicht bekommt, sollten nach spätestens zwei bis drei Wochen die ersten grünen Köpfchen erkennbar sein. Dann dauert es nicht mehr lange und euer Beet wird zur neuen Insekten-Tankstelle in der Nachbarschaft.


Gutes Saatgut für Bienenweiden findet ihr hier:

Viele Imker und Naturschutzvereine verschenken das Saatgut für Bienenweiden. Ich habe mein Saatgut auf dem Saatgutfestival vom Nabu erhalten. Wenn ihr euch lieber selber eine Mischung zusammenstellen wollt, bietet dieses Dokument des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft einen tollen Überblick. Wer auch den Bienen auch im Frühling etwas Gutes tun möchte, sollte sich noch mal unseren Artikel zum Frühlingsbuffet für unsere Bienen anschauen.

Malzbier-Roggenbrot: Unser neues Lieblingsbrot

Malzbier-Roggenbrot: Anschnitt

Wie wir euch vor kurzem vorgestellt haben, kommt im Hause von & zu Grün viel frisches Brot auf den Tisch. Grund dafür ist der Backautomat. Um euch ein bisschen besser zeigen zu können, was der Backautomat leisten kann, teilen wir mit euch unser aktuelles Lieblingsrezept: das Malzbier-Roggenbrot. Gefunden haben wir dieses tolle Rezept in: „Brotbacklust, 222 Rezepte für den Brotbackautomaten“ der Autorin Mirjam Belle. Wunderbar reduziert fast das Buch alles zusammen, was der Brotbackautomat-Anfänger sucht.

Was bietet das Buch „Brotbacklust, 222 Rezepte für den Brotbackautomaten“?

Eingeteilt ist das Buch sehr übersichtlich in folgende Kapitel:

Brot-Rezepte

  • Helle Brote
  • Dunkle Brote
  • Vollkornbrote
  • Milchbrote
  • Süße Brote
  • Glutenfreie Brote

Variationen aus Teig

  • Süße und salzige Kuchen
  • Brötchen
  • Raffinierte Brotteigvariationen
  • Brotsalate
  • Brotsuppen
  • Brotaufläufe
  • Brotdesserts

Die Rezepte sind so aufgeführt, wie es für den Backautomaten praktisch ist: Alle Zutaten werden in der Reihenfolge, in der sie eingefüllt werden müssen, angegeben. Die einzigen Hinweise auf den Backprozess machen eventuelle Beigaben nach dem Signalton aus, sowie der Verweis auf das auzuwählende Programm. Sehr hilfreich ist, dass alle Rezepte mit den Mengenangaben für 500g und 750g Brote versehen sind. So kann es direkt losgehen, ohne stressiges umrechnen.  Ich habe schon circa 30 Rezepte aus dem Buch getestet und alle waren köstlich. Es gab keine eingefallenen Brote – die Angaben für Hefe und Sauerteig waren alle perfekt.

Was macht das Malzbier-Roggenbrot besonders?

Als das Malzbier-Roggenbrot zum ersten Mal auf den Tisch kam, war mein Lieblingsgärtner sofort begeistert. Es ist ein herrlich deftiges Brot, das durch das verwendete Malzbier einen ganz urigen Geschmack hat. Obwohl der malzige Geschmack durch die Beigabe von Honig noch weiter verstärkt wird, ist das Brot nicht zu süß, sondern bleibt durch Sauerteig und Roggen herzhaft. Der Teig ist angenehm locker, luftig und zeigt schöne kleine Poren. Aber jetzt genug der großen Worte, hier endlich das Rezept zu diesem tollen Brot, das jedem Käse schmeichelt.

Malzbier-Roggenbrot: 750 Gramm

Zutaten

  • Malzbier 300 ml
  • Speiseöl 2 EL
  • Sauerteig 50 g
  • Roggenvollkornmehl 250 g
  • Weizenvollkornmehl 200 g
  • Salz 10 g
  • Honig 15 g
  • Trockenhefe 1 1/2 Teelöffel

Zubereitung

  1. Die Zutaten werden in der Reihenfolge der Zutatenliste in den Backautomaten eingefüllt.
  2. Es kann entweder das Backprogramm "Normal" oder das Backprogramm "Vollkorn" ausgewählt werden.
http://www.vonundzugruen.de/malzbier-roggenbrot/

Inwiefern das Rezept ohne weiteres im Backofen gebacken werden kann, weiß ich nicht. Falls es jemand ausprobiert, lasst es uns wissen!

Informationen zum Backbuch:

  • Titel: Brotbacklust 222 Rezepte für den Brotbackautomaten
  • Autorin: Mirjam Beile
  • Verlag: Ulmer
  • Preis: 16, 90€

Mont Royal – Eine kleine Moselwanderung

Mont Royal

Die Schönheit der Mosel beeindruckt nicht erst heute Weißweinkenner und Wanderer, sondern verzückte auch schon den Sonnenkönig Ludwig XIV. Dieser hatte aber nicht nur die schöne Natur, sondern auch militärische Ziele im Sinn. Ganz in der Nähe des beschaulichen Örtchens Kröv, unweit von Traben-Trarbach, liegt auf dem Berg Mont Royal die gleichnamige Festung. Wir haben in einer kleinen Wanderung die Reste der alten Anlage erkundet und einen Blick in dunkle Gänge und Gewölbe geworfen.

Die Geschichte von Mont Royal

Der französische König Louis le Grand beauftragte im Jahr 1687 seinen Festungsbaumeister Sébastien Le Pestre de Vauban auf dem Rücken des Berges bei Kröv eine beachtliche Festungsanlage zu errichten. Vauban hatte auf dem Gebiet der Befestigungsarchitektur schon Erfahrung sammeln können – 1671 hatte er nach nach mehrjähriger Bauzeit die Festungsanlage der Stadt Lille vollendet. Insgesamt umfasste das Areal von Mont Royal eine Fläche von circa 50.000 Quadratmeter. Die Höhe der Festungsmauer, die von der einheimischen Bevölkerung nur die „schwarze Mauer“ genannt wurde, erreichte eine Höhe von bis zu 30 Metern. Eine Erstürmung von Mont Royal war kaum möglich. Zu steil waren die Hänge im Osten und Westen der Anlage. Im Kern der Festung waren verschiedene Bastionen, Bollwerke und Hornwerke platziert, die ebenfalls die Festung sicherten.

So stark und stolz die Festung des französischen Königs auch war, 1689 wurde sie schon von ihren eigenen Erbauern zerstört. Ludwig XIV wollte verhindern, dass sein Vorzeigebau nach dem Frieden von Rijswijck den Niederländern oder Engländern in die Hände fiel.  Und so sind heute nur noch die Reste der Anlage erhalten.

Hinab in den Gang: Mont Royal    Licht am Ende des Tunnels: Mont Royal

Wandern am Mont Royal

Zur Wanderung am Mont Royal braucht ihr festes Schuhwerk, könnt die dicken Wanderstiefel, aber ohne Sorge im Kofferraum lassen. Alle Wege sind gut begehbar, sodass auch Sportschuhe ausreichen. Wer in der Dunkelheit schnell Angst bekommt, sollte auf jeden Fall eine Taschenlampe mitnehmen oder die Taschenlampen-App auf dem Handy Griff bereit haben. In den Gängen und Kellern der alten Festung ist es finster und je nach Witterung auch etwas rutschig. Der Weg ist mit vielen schönen Informationsschildern bestückt, sodass man nicht nur Anfassen und Erlaufen, sondern auch ein bisschen Lesen kann. Das Umschreiten der Festungsanlage geht relativ schnell und ist auch gut mit Kindern zu meistern, die sicher viel Spaß daran haben ein bisschen Mittelalter zu spielen. Wir haben einen kleinen Rundweg um die Ruine gewählt. Wer ein paar Höhenmeter zurück legen möchte, kann das Auto sicher am Fuß des Berges stehen lassen und den Schildern zur Festung folgen. Aus eigener Erfahrung sind die Wanderwege an der Mosel sehr gut beschildert.

Hier für euch unsere schönste Eindrücke

Der Wald um Mont Royal Die Beschilderung auf dem Mont Royal

Wandern am Mont Royal Obstbaumbluete am Mont Royal Durchgang Nahaufnahme Farn Mont Royal

Pausenplatz am Mont Royal mit Blick auf die Mosel Pflanzen an unserem Pausenplatz auf dem Mont Royal

Mont Royal für Geschichts-Nerds und Wissbegierige

Wer die Geschichte des Mont Royal noch genauer kennenlernen möchte, der sollte sich für eine der Führungen durch die Anlage anmelden. Führungen durch die Festungsruine finden während der Saison regelmäßig jeden ersten Samstag im Monat statt.

Moseltreffpunkt Traben-Trarbach  
Tourist-Information
Am Bahnhof 5
56841 Traben-Trarbach
Tel.: 0 65 41 / 83 98-0
Fax: 0 65 41 / 83 98-39

Jetzt wird’s sauer: Rhabarber Sirup

Der Rhabarber für unseren Rhabarber Sirup

Endlich ist es April, endlich ist Rhabarberzeit! Wenn ihr bei Smoothies aus Spinat und Roter Bete nicht in Freudenstürmen ausbrecht, könnt ihr euch einen säuerlich-süßen Gemüsedrink aus unserem Rhabarber Sirup mixen. Obwohl Rhabarber oft zur Zubereitung von Süßspeisen wie Kuchen und Konfitüren verwendet wird, handelt es sich nicht um ein Obst, sondern um ein Gemüse. Er ist nicht nur sehr kalorienarm, sondern bringt auch durch natürliche „Anthrachinone“ den Darm in Schwung.

Ein kleines Rhabarber-Porträt

Rheum rhabarbarum zählt zu den Knöterichgewächsen wie zum Beispiel auch der Sauerampfer. Er ist sehr pflegeleicht und wächst in der Sonne und im lichten Schatten. Im Garten meiner Eltern hat er seinen Platz im Halbschatten am Ende eines Blumenbeetes. Dort liefert er uns jedes Jahr eine gute Ernte. Bisher habe ich es noch nicht versucht Rhabarber auch auf dem Balkon anzupflanzen, aber ich denke es ist einen Versuch wert, wenn der Topf groß genug ist. Da der Rhabarber sehr große Blätter hat, die seine Verdunstung bei Hitze erhöhen, glaube ich, dass er am besten auf einem Halbschattenbalkon zurecht kommt. Auf meinem heißen Sonnenbalkon wäre es dem guten Rhabarber wohl einfach zu heiß und zu trocken. Wichtig zu wissen ist ebenfalls, dass es sich bei Rhabarber um einen Starkzehrer handelt. Die Pflanze muss für den perfekten Ertrag regelmäßig gedüngt werden.

Worauf muss man bei der Verwendung von Rhabarber achten?

Bei der Verarbeitung von Rhabarber ist es wichtig, dass man die Blätter nicht verwendet. In den Blättern steckt Oxalsäure, die in hoher Dosierung giftig ist. Man sollte ihn deshalb nicht in Metallgefäßen aufbewahren oder in Alutöpfen kochen! Denn die Säure kann sich mit dem Metall verbinden, wodurch Giftstoffe entstehen können. Um eine zu hohe Konzentration von Oxalsäure im Rhabarber zu vermeiden, sollte er nur von April bis Ende Juni geerntet werden. Als Stichtag gilt der Johannistag am 24. Juni. Vielen ist der Tag auch als Ende der Spargelernte bekannt. Jedoch steigt im Sommer nicht nur der Oxalsäuregehalt in den Stielen des Rhabarbers, sondern es ist auch an der Zeit, der Pflanze den Zuwachs von neuen Blättern zu ermöglichen. Nur so ist bringt auch das nächste Jahr eine gute Ernte. Wer Rhabarber zubereitet, sollte darüber hinaus darauf achten, dass er den Rhabarber nicht roh verzehrt. Das Backen oder Kochen des Rhabarbers ist ein guter Weg den Oxalsäuregehalt zu reduzieren.

 

Rhabarber Sirup

Rhabarber Sirup

Zutaten

  • 700 Gramm rote Rhabarberstangen
  • 400 ml Wasser
  • 250 Gramm Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Päckchen Zitronensäure / oder Saft von einer halben Zitrone

Zubereitung

  1. Den Rhabarber waschen und in kleine Stücke schneiden.
  2. Wer die schöne rote Farbe erhalten möchte, darf den Rhabarber nicht schälen.
  3. Den Rhabarber mit dem Wasser in einen Topf geben und 15 Minuten lang auf niedriger Stufe einkochen.
  4. Ein zweiter Topf wird zur Hand genommen und das Muß durch ein Sieb gestrichen, um den Saft aufzufangen.
  5. Nun können Zucker, Vanillezucker und Zitronensäure bzw. Zitronensaft hinzugefügt werden.
  6. Die Mischung sollte noch ein weiteres Mal 15 Minuten leicht köcheln.
  7. Fertig! Jetzt kann der Sirup in sterilisierte Flaschen abgefüllt werden.
http://www.vonundzugruen.de/rhabarber-sirup/

Rhabarber Sirup

Rhabarber und unser Lieblings-Zungenbrecher

Falls ihr in der großen Welt des Internets noch nicht Rhabarberbarbara und den Rhabarberbarbarabarbarbaren begegnet seid, teilen wir mit euch diesen wunderbaren YouTube Link. Schaut euch an was Rhabarberbarbara in ihrer Bar zaubert und genießt dabei euren selbstgemachten Rhabarber Sirup.

Variationstipp: Sobald die Erdbeerzeit beginnt, könnt ihr auch sehr gut Erdbeeren un Rhabarber zusammen zu einem Sirup einkochen. Schmeckt großartig zu frischem Vanillepudding.