Kalender für ein Jahr – der taschenGARTEN 2017

Es ist schon Advent, Weihnachten rückt immer näher und ihr wisst noch immer nicht, was ihr einer Garten- oder Balkonfreundin (oder einem Freund) so schenken könnt? Dann haben wir einen heißen Tipp für Euch: den taschenGARTEN 2017! Der taschenGARTEN 2017 ist ein Terminkalender, der jährlich von der GartenWerkStadt in Marburg herausgegeben wird. Klar, wie in fast jedem Kalender gibt es eine Übersicht über die Jahre 2017 und 2018 sowie über die Ferientermine und bei einer Seite je Woche bewahrt man locker den Überblick. Lobenswert ist auch, dass es reichlich Platz für Notizen gibt.

Soweit so gut, klingt nicht besonders oder außergewöhnlich. ABER (und jetzt kommt’s): Dieser Kalender ist mehr als nur ein Kalender! Von den Machern wird er als „persönlicher Terminplaner und politischer Gartenkalender“ bezeichnet. Jedes Jahr widmet er sich einem anderen Thema. 2016 war es Wurzelgemüse, dieses Jahr ist es der Klimawandel. Denn (laut Zitat von Carlo Petrini, Präsident der Non-Profit-Organisation Slow Food International aus dem Kalender) „die Lebensmittelproduktion ist eine der wichtigsten Ursachen und eines der ersten Opfer des Klimawandels.“ Auf die politischen Aspekte des Klimawandels wird kurz, knapp und knackig zu Beginn des Planers eingegangen. Als Kalender für den praktisch orientierten Gärtner liegt der Schwerpunkt eher darauf, was man selbst tun kann, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Diese klimaschonenden Tipps sind in den zentralen Kalenderteil eingeflochten. Ergänzt wird das Ganze durch eine Vielfalt an jahreszeitlichem Gärtnerwissen, Buchempfehlungen und köstlichen Rezepten, sodass auch das willkürliche „Schmökern“ reichhaltig belohnt wird. Besonders toll und hilfreich sind die fast wöchentlichen Anbauanleitungen, anhand derer man sich gut und sehr bequem durch das Gartenjahr hangeln kann. Am Ende des Kalenders sind sie in Form einer Anbautabelle auf einen Blick für das ganze Jahr zusammengefasst. Handzeichnungen (dieses Mal sogar bunt!) sorgen für liebevoll gestaltete Details.

Die wöchentlichen Anbauanleitungen erleichtern das Gärtnern erheblich!
Die wöchentlichen Anbauanleitungen erleichtern das Gärtnern erheblich!

 

Der taschenGARTEN 2017 von der GartenWerkStadt wird im A5-Format auf Recyclingpapier gedruckt. Eine Spiralbindung und ein Gummiband als Verschluss halten ihn zusammen. Je nach Einkommen, wird mit Preisen nach Selbsteinschätzung zwischen 15 und 21 Euro gearbeitet. Er wird über die Website der GartenWerkStadt Marburg bezogen (Website siehe unten).

So sieht er von außen aus: der taschenGARTEN 2017So sieht er von außen aus: der taschenGARTEN 2017

 

Über die GartenWerkStadt

Die GartenWerkStadt ist 2012 gegründet worden mit dem Ziel, in Marburg Räume für eine Auseinandersetzung mit landwirtschaftlichen Themen und gesunder Ernährung ins Leben zu rufen. Dabei werden die Grundlagen des ökologischen Anbaus praktisch vermittelt und eine Diskussionsplattform für agrarpolitische Themen geschaffen. Zur GartenWerkStadt gehören verschiedene Bausteine, darunter die Gemeinschaftsgärten, das Projekt Gartenkinder, weiterhin werden Workshops, Vorträge, Kinovorführungen und Feste organisiert. Im Garten findet jährlich eine themenbezogene Ausstellung statt.

Näheres zur GartenWerkStadt findet ihr unter www.gartenwerkstadt.de Hier könnt ihr auch den taschenGARTEN 2017 bestellen!

Wurmkompost Teil 2 – Pflege

Mit Bau und Einrichtung unseres Wurmkompostes hatte ich naiv gedacht, das Thema sei weitestgehend abgeschlossen. Immer wieder mal Obst- und Gemüsereste dazugeben, fertig. Bis ich kürzlich bei sinkenden Temperaturen wieder kleine, vertrocknete Wurmkörperchen auf dem Balkonboden gefunden hatte. Die Panik setzte wieder ein. Denn inzwischen hatte selbst ich verstanden, dass die Flucht aus der Kiste ein Zeichen allgemeinen Unwohlseins ist.

Winter

Also, erstmal ihr zu Hause winterfest machen. Die Kompostwürmer sind kaltblütig und funktionieren am besten bei Temperaturen zwischen 15 und 25°C. Daher wird empfohlen, die Kiste in die Wohnung zu holen. Das kommt bei uns aber nicht in Frage, also mit Stroh, Styroporplatten, Decken oder Säcken aus atmungsaktivem Material einpacken. Ich hatte mich dazu entschlossen, im Baumarkt zwei Kokosmatten zu besorgen, die ich fachfrauisch um den Wurmkompost wickelte und – dank der pragmatisch-ingenieurhaften Denkweise meines Freundes – mit Spanngurten befestigte. Ein weiteres Stück Kokosmatte habe ich auf den Deckel gelegt.

Infos

Im Internet liest man zum Thema Wurmkompost viel verschiedenes. Es gibt viele hilfreiche Seiten, wie die von Wurmwelten, Wilma in der Wurmkiste oder den Artikel unserer erfolgreichen Blogger-Kollegin Wasteland Rebel. Auf weniger seriösen Seiten liest man viele widersprüchliche Informationen. Ergänzend zur Internetrecherche entscheide ich mich also ganz klassisch als nächstes ein richtiges, kompaktes Buch zum Thema zu besorgen. Da ich bereits zwei Bücher von Andrea Heistinger besitze (die Autorin ist in Sachen Garten und Balkon sehr zu empfehlen!!!), entschied ich mich für „Kompost aus der Kiste“ von Lydia Brucksch und Jasper Rimpan aus dem Ulmer Verlag. Es hat sich doch gelohnt. Es liefert kompaktes Wissen, ist mit charmanten Zeichnungen ansprechend gestaltet und bietet für viele, mir bisher nur teilweise unbekannten Probleme Lösungen. Hätte ich mich da mal früher mit beschäftigt – einiges hätte ich anders gemacht.

Wurmtee und Staunässe

Das wichtigste, was ich bisher vernachlässigt hatte, war der Wurmtee. Man soll ihn eigentlich alle ein bis zwei Wochen leeren! Denn ein volles Auffangbecken kann zu Staunässe führen und bei einem zu hohen Feuchtigkeitsgrad in der Wurmkiste kann der Inhalt nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Das führt zu anaeroben Verhältnissen und Fäulnis. Bei einer Kiste aus Holz ist das etwas weniger problematisch, denn die Feuchtigkeit kann durch die Holzkiste diffundieren (im Gegensatz zu Kunststoff). Zudem gibt es ausreichend Ritzen und Lücken, die den Austausch erleichtern. Dennoch schaue als nächstes in das Auffangbecken. Es ist nicht allzuviel Flüssigkeit darin, der Wurmtee hat eine tiefbraune Farbe und stinkt nicht. Mein Freund, der eindeutig eine feinere Nase hat als ich, bestätigt das. Aber auch jetzt schwimmen einige (wenige) tote Kompostwürmer darin. Was ich nicht wusste, ist dass die Würmer teilweise zum Abkühlen in das Auffangbecken wandern. Manchmal kommen sie da nicht wieder heraus und ertrinken. Daher soll man größere Steine hineinlegen, damit sie sich so retten und wieder rausklettern können. Ich baue erstmal aus kleineren Steinen, die ich noch auf dem Balkon habe, einen Steinhaufen in eine Ecke. Den Wurmtee fülle ich in eine Kunststoffflasche ab. So kann man ihn gut lagern. Der Deckel muss allerdings etwas geöffnet bleiben, damit Sauerstoff hinein kommt und der Wurmtee nicht kippt. Alternativ kann man ein kleines Loch in den Deckel schlagen. Bei Glasflaschen besteht die Gefahr, dass sie durch den Druck, der entsteht, explodieren können! Faul riechenden Flüssigdünger kann man mit Wasser verdünnen. So kommt wieder Sauerstoff hinein und er wird wieder aerob.

Wurmkompost Pflege: Wurmtee in der Kiste
Wurmtee in der Kiste

 

Wurmkompost Pflege: Etwa 500 ml konzentrierter Wurmtee in der Flasche.
Etwa 500 ml konzentrierter Wurmtee in der Flasche.

 

Was ich womöglich noch anders gemacht hätte? Zu Beginn hätte ich anstelle mit einer Art Kompostwurm mit einer Mischung aus den drei empfohlenen Arten Eisenia fetida, Eisenia andrei und Dendrobaena veneta gestartet. Diese drei sind die Experten, wenn es sich um das Zersetzen organischen Materials geht. Letztere, Dendrobaena veneta, wird von Anglern auch gerne als Köder für Fische gezüchtet! Hat man alle drei in der Kiste, setzt sich mit der Zeit die Wurmart durch, die am besten für den eigenen, ganz persönlichen Kompost geeignet ist. Womöglich hätte ich mich auch für eine horizontale Wurmkiste anstelle einer vertikalen entschieden. Bei einem vertikalen Wurmkompost stapelt man Boxen übereinander. Bei einem horizontalen Wurmkompost hat man hingegen eine einzelne große Kiste, in deren Mitte ein Gitter als Trennwand steht. Man füllt zuerst die eine Hälfte und geht dann, wenn sie voll ist, zur anderen über. Die Würmer gelangen durch das Gitter in die andere Seite der Box. eine Aber hey, was soll’s. Meine „Tennessee Wiggler“ vermehren sich und zersetzen, was da ist.

Wurmkompost Pflege: Eisenia fetida at work
Eisenia fetida at work

 

Standort

Die Kiste steht auch gut: zwar auf dem Balkon, aber geschützt unter einem Tisch. Das heißt, es gibt keine direkte Sonneneinstrahlung im Sommer und sie kann bei Regen nicht mit Wasser volllaufen. Auch die Entscheidung für das Holz war gut. Da es (mitunter durch die Ritzen, die zwischenzeitlich entstanden sind) recht atmungsaktiv ist, sollte eine gute Sauerstoffzufuhr gewährleistet sein und eine anerobe, faulige „Situation“ wird vermieden.

Fütterung

Gefüttert habe ich sie doch gut und sorgfältig. Und zwar so:

  • Obst- und Gemüseabfälle (möglichst Pestizid- und Herbizidfrei!!!)
  • Samen
  • Bananenschalen meiden, da die Zersetzung sehr lange dauert
  • Kaffeesatz (auch mit Filter möglich) und Teebeutel ohne Klammer und Etikett
  • Keine gekochten Essensreste (dürfen selten und wenig zugefüttert werden)
  • Keine Milchprodukte
  • Kein Fleisch, Knochen oder Fisch
  • Keinen Tierkot
  • Keine Hochglanzprospekte oder farbig bedrucktes Papier
  • Keine fettigen oder sehr salzigen Nahrungsmittel
  • Gewürze (sofern aus pflanzlichen Bestandteilen) sind OK
  • Haare oder Staub aus dem Haushalt sind auch in Ordnung
  • Biologisch abbaubare Kunststoffe sollen nicht hineingeworfen werden, wie natürlich auch keine Etiketten von Bananen oder Äpfeln.

Was ich NICHT gemacht habe, ist:

  • Säurehaltige Abfälle wie Knoblauch, Zwiebeln, Zitrusfrüchte und –schalen, Rhabarber oder anderes vermeiden
  • Keimfähige Samen raushalten
  • Mineralmix, Kalk und/oder Gesteinsmehl füttern
  • Papier- oder Zeitungsreste (schwarz/weiß), Eierkartons, Klopapierrollen zugeben
  • die Zugaben kleinschneiden

 

Säurehaltige Abfälle

Zitronen oder Zwiebeln können (klaro) zu einer Übersäuerung des Komposts führen. Das tut den Kompostwürmern überhaupt nicht gut. Sie funktionieren am besten bei einem pH-Wert von fünf bis sieben. Mit Fortschritt der Verrottung tendiert der Kompost zu Übersäuerung. Testen kann man den pH-Wert mit einfachen Teststreifen (oder Indikatorpapier) aus der Apotheke. Daher ist es wichtig, einmal die Woche eine kleine Handvoll Kalk hinzuzugeben. Den gibt es günstig im Gartencenter. Alternativ kann man auch Eierschalen malen und in die Kiste streuen. Hier gibt es allerdings das Risiko, dass mit den Eierschalen Salmonellen in die Kiste gelangen und letztere sich dort vermehren. Das ist natürlich ungünstig, wenn man den Kompost oder auch den Wurmtee weiterverwenden will. Ein vorheriges Erhitzen bringt nicht den gewünschten Erfolg, da die Eierschalen sich chemisch verändern und die Kompostwürmer den Kalk nicht mehr so gut aufnehmen können.

Wurmkompost Pflege: Zwiebeln, Zitrus und Etiketten habe ich wieder herausgefischt.
Zwiebeln, Zitrus und Etiketten mögen Kompostwürmer schonmal gar nicht.

 

Keimfähige Samen im Wurmkompost

Bei Samen (z.B. Kürbiskerne) muss man einfach wissen, dass sie im Kompost keimen können. Die Würmer rühren sie dann nicht an. Das gleiche gilt für Sprossen. Entweder, man kocht sie vorher ab oder man schneidet die Samen durch. Werden sie doch wie sie sind in den Kompost gegeben, kann man sprießende Keime auch einfach durchbrechen.

Mineralstoffe

Auch Kompostwürmer brauchen bestimmte Mineralstoffe. Das ist auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Macht man das nicht, besteht aber das Risiko, dass der Wurmkompost nach wenigen Jahren kippt und die Wurmpopulation stirbt. Auf einschlägigen Websites (z.B. Wurmwelten.de) gibt es einen speziellen Mineral-Mix, der relativ günstig ist, Kalk enthält und von dem man wohl lange etwas hat. Da ich noch einen Sack Urgesteinsmehl auf dem Balkon stehen habe, habe ich nachgeforscht. Scheinbar kann man anstelle des Mineral-Mixes auch Urgesteinsmehl (inkl. Kalk) zufüttern. Ich versuche es erstmal damit, das erspart Ressourcen, Kosten, Versand per Botendienst und den Rattenschwanz, der damit zusammenhängt.

Wurmkompost Pflege: Etwas Urgesteinsmehl hält den Wurm fit
Urgesteinsmehl mit Kalk hält den Wurm fit

Papier/Kartonage

Ja, man soll auch Papier (oder Kartonage) zufüttern. Das Klima soll zwar feucht sein, allerdings darf keine Staunässe entstehen. Papier oder Kartonage saugt Flüssigkeit auf und verhindert Staunässe, wie auch Fäule. Die Würmer fressen es auch gerne. Entgegen allen bösen Vermutungen, ist schwarz-weiß bedrucktes Zeitungspapier vollkommen in Ordnung und unbedenklich. Die Farbe besteht überwiegend aus Ruß, Harzen und Mineralen. Fernhalten sollte man sich von Buntdrucken, Hochglanzprospekten und Servietten. Sie können Schwermetalle enthalten In der Aufbereitung von Druckerpapier und gebleichten Taschentüchern werden viele schädliche Chemikalien verwendet. Man kann aber auch etwa Eierkartons oder leere Klopapierrollen verwenden. Hauptsache kohlenstoffhaltig. Insgesamt sollte Papier oder Kartonage etwa 25 bis 30% der zugegebenen Materie ausmachen.

Wurmkompost Pflege: Etwas kleingerupftes Papier auch.
Etwas kleingerupftes Papier auch.

Zerkleinerung und Verwertung

Was mir auch nicht ganz klar war, ist wie die Kompostwürmer die Abfälle verwerten. Sie sind auf jeden Fall auf Mitstreiter angewiesen, die ihnen ihre Nahrung vorbereiten. Daher ist es wichtig, die organische Materie vor der Zugabe in den Kompost kleinzuschneiden und so die Oberfläche für die Zersetzung zu vergrößern. Kleinstlebewesen zerkleinern die Nahrung für die Würmer, welche dann eher einen vorverdauten Brei aufschlabbern. Über Drüsen wird diesem Brei Kalk zugeführt, der ihn weniger sauer macht. Enzyme im Darm helfen alles zu zerkleinern. Feste Bestandteile, wie Sandkörner oder Mineralien, fungieren als „Mühlsteine“. Es wird tatsächlich nur ein kleiner Teil der Nahrung verdaut. Die Produkte verkitten die weiteren organischen Stoffe mit den Bodenteilen und bilden sogenannte, für Mikroorganismen wertvolle Ton-Humus-Komplexe.

Mitbewohner

Neben Mikroorganismen können auch andere Mitbewohner in der Kiste vorkommen. Sieht man viele kleine, weiße Würmchen (ca. 0,5 bis 3 cm lang), handelt es sich womöglich um Enchyträen. Sie sind nicht schlimm, auch sie ernähren sich gerne von abgestorbener Materie. Allerdings sprechen sie eher für ein saures Milieu, was wiederum ungünstig für die Kompostwürmer ist. Abhilfe schaffen kann man durch Zugabe von Kalk oder Mineral-Mix. Ich meine, sie im Sommer gesehen zu haben, aktuell sind sie aber in meinem Kompost nicht auffindbar.

Bodenbakterien spielen natürlich eine wichtige Rolle im natürlichen Zersetzungsprozess. Sie schließen Nährsalze auf, sodass sie den Pflanzen zur Verfügung stehen. Im Kompost kommen aerobe Bakterien vor. Sie benötigen Sauerstoff. Wird die Sauerzufuhr verhindert oder wird mehr Materie zugegeben, als verwertet werden kann, nehmen die anaeroben Bakterien zu. Fäulnis entsteht, die Kompostwürmer meiden die anaerobe Stelle und werden krank.

Selbstverständlich kommen im Kompost Pilze vor. In der Wurmkiste treten verschiedene Pilzarten auf, die auch von alleine wieder verschwinden. Sie helfen beim Abbau der organischen Materie und dürfen nicht fehlen, insbesondere, wenn es sich dabei um verholztes Material handelt. Schimmel kann auch an Nahrungsmitteln auftreten und ist natürlicher Teil des Zersetzungsprozesses. Sofern weitere Materie sparsam zugegeben wird, verschwindet auch er von alleine wieder. Falls einem bei bestimmtem Schimmel unwohl ist, kann man das Substrat unter die weitere Masse unterheben oder im Hausmüll entsorgen.

Wir geben relativ viele Obstreste in den Kompost, daher gibt es leider auch viele Fruchtfliegen. Sie kommen mit der Obstschale in den Kompost und können wirklich nerven. Hier hilft eine Hanfmatte. Die habe ich zugegebener Maßen noch nicht, die Anschaffung steht aber an. Ich hatte den Kompost zunächst mit Zeitungspapier abgedeckt, was nicht geholfen hat. Eigentlich ist Zeitungspapier als Abdeckung nicht wirklich ratsam, zum einen wegen der bereits erwähnten farbigen Drucke, zum anderen, weil unter zu vielen Lagen Zeitungspapier wiedermal faulige Zustände entstehen können. Unter der Hanfmatte ist es stets dunkel und feucht, es bleibt aber atmungsaktiv. Ein Klima wird erzeugt, in dem sich die Larven der Fruchtfliegen nicht wohlfühlen (nicht zu feucht).

Pflege Wurmkompost: Drosophila in da house!
Drosophila in da house!

Das andere Mittel gegen Fruchtfliegen ist eine Essigfalle. Hier muss man jedoch aufpassen. Sie eignet sich besonders für den Innenraum, den draußen können auch andere, hilfreiche Insekten auf die Falle „hereinfallen“. Für eine Essigfalle mischt man Essig mit zwei bis drei Tropfen Spülmittel und etwas Zucker. Alternativ ist etwa Agavendicksaft, Honig oder anderes möglich. Was Süßes, eben. Beim Versuch ihre Eier in der Mischung abzulegen, ertrinken die Fruchtfliegen. Diesen Sommer haben wir die Falle schon viele Male in der Wohnung ausprobiert und sie klappt ganz hervorragend. Man kann die Obstreste auch in Zeitungspapier einwickeln und unter der Hanfmatte platzieren.

Es gibt noch weitere Mitbewohner wie Springschwänze, Asseln, Milben und Tausendfüßer, die im Zersetzungsprozess alle ihren Beitrag leisten und recht unbedenklich sind. In unserem Kompost habe ich sie noch nicht bewusst gesehen. Dafür eine kleine Schnecke, die sich durchgefressen hat. Die habe ich dann doch in den Nachbarsgarten geworfen…

Pflege Wurmkompost: Bis auf weiteres, kleines Schnecken!
Bis auf weiteres, kleines Schnecken!

Das bringt mich langsam an das Ende dieses Artikels zum Thema Wurmkompost Pflege. Eine Ernte des Komposts steht noch lange nicht an und ist eine andere Geschichte. Auch das ist spannend zu erleben, wie aus den ganzen Gemüseresten, die wir über die Monate in den Wurmkompost gegeben haben, kompakte Erde wird. Es gibt auf jeden Fall noch viel zu lernen. Und auch hier die Frage an Euch, was sind Eure Erfahrungen? Vertikal oder horizontal? Drinnen oder draußen? Mineral-Mix oder Urgesteinsmehl? Aerob oder anaerob? Welche Mitbewohner sind bei Euren Kompostwürmern eingezogen? Ich will’s wissen und freue mich über jede Rückmeldung!

Hilfreiche Informationen zur Wurmkompost Pflege findet man etwa hier:

Brucksch, L.; Rimpan, J.: „Kompost aus der Kiste“; Ulmer Verlag.

Grand, A.; Heistinger, A.: „Biodünger selber machen“; Löwenzahnverlag.

Wasteland Rebel – Artikel zum Thema Wurmkompost „Kompostieren in der Stadtwohnung mit einer Wurmkiste“: http://wastelandrebel.com/de/kompostieren-in-der-stadtwohnung-mit-einer-wurmkiste/

Wilma in der Wurmkiste – Workshops zum Thema und Blog : www.wilma-wurmkiste.de

Wurmwelten – Shop für Kompostwürmer und Zubehör, sowie Infos und Forum rundum das Thema: www.wurmwelten.de

Kürbisrisotto mit Walnüssen

Draußen ist es dunkel und grau und Körper und Geist sehnen sich nach Wohlfühl-Essen, einem guten Buch und ruhigen Wochenenden. Wir können euch zwar nicht helfen, eure Wochenenden ruhig zu gestalten, aber zumindest können wir euch das richtige Rezept für ein wahres Wohlfühl-Essen liefern. Zwar muss man für diese Kürbisrisotto etwas Zeit und Ruhe mitbringen, aber wir versprechen es zahlt sich aus.  Das knallig orange Risotto ist nicht nur ein optisch ein Höhepunkt, auch die schöne Kombination von cremigem Reis, gebratenen Kürbiswürfeln und knackigen Walnüssen hat uns restlos überzeugt, aber seht und schmeckt selbst.

Kürbisrisotto mit Walnüssen

Vorbereitungszeit: 1 Stunde

Kochzeit: 25 Minuten

Zutaten

  • 200 Gramm Risottoreis
  • 1 Kürbis z.B. Hokaido
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 ml trockener Weißwein
  • ca. 400 ml Gemüsebrühe
  • ca. 50 gr Parmesan
  • Butter
  • getrockneter Thymian
  • 2 Lorbeerblätter
  • ca. 6 Walnüsse
  • Olivenöl
  • etwas Kürbiskernöl

Zubereitung

  1. Zunächst solltet ihr den Kürbis waschen, entkernen und in Spalten schneiden. 3/4 des Kürbis legt ihr auf ein Backblech und beträufelt die Spalten mit etwas Olivenöl. Nun backt ihr die Kürbisspalten circa 45 Minuten bei 180-200 Grad im Ofen. Nehmt den Kürbis aus dem Ofen und last ihn kurz auskühlen. Das durch die Röstung weiche Kürbisfruchtfleisch solltet ihr nun in einen Rührbecher geben und mit dem Pürierstab zerkleinern.
  2. Würfelt im Anschluss den restlichen Kürbis, die zwei Zwiebeln und die Knoblauchzehe. Parallel solltet ihr die 400 ml Gemüsebrühe erwärmen.
  3. Zweidrittel der Zwiebeln und der Knoblauchzehe erhitzt ihr in einem Topf wahlweise in Olivenöl oder etwas Butter. Sobald die Zwiebeln schön glasig sind, kann der Risottoreis hinzugegeben werden und wird kurz mitgedünstet. Gebt nun die zwei Lorbeerblätter und Thymian hinzu. Löscht nun alles mit dem Weißwein ab und lasst die Flüssigkeit einmal komplett einkochen.
  4. Während des Einkochprozesses solltet ihr parallel schon eine Pfanne erhitzen und darin die restlichen Zwiebeln und den Knoblauch glasigdünsten. Gebt nun den restlichen Kürbis hinzu. Der braucht je nachdem wie große Würfel ihr geschnitten habt einige Zeit, deshalb solltet ihr diesen Arbeitsschritt nicht ans Ende des Kochprozesses stellen.
  5. Sobald der Wein eingekocht ist, gießt ihr so viel Brühe über den Reis, dass dieser bedeckt ist. Vergesst nicht gelegentlich zu rühren. Sobald der Reis die Brühe aufgenommen hat, solltet ihr immer wieder etwas Brühe hinzu gießen. Nach einer Viertelstunde kann das Kürbispüree untergemischt werden. Nun sollte die gesamte Mischung noch einmal circa 5-10 Minuten garen.
  6. In dieser Zeit solltet ihr den Parmesan fein reiben und die Nüsse knacken und zerkleinern.
  7. Im letzten Schritt gebt ihr den Parmesan und einen großen Löffel Butter unter das Risotto. Serviert das Kürbisrisotto mit den angebratenen Kürbiswürfeln, Walnüssen und ein paar Tropfen Kürbiskernöl.
http://www.vonundzugruen.de/kuerbisrisotto-mit-walnuessen/

Fertiges Kuerbisrisotto mit Walnüssen

Herzhafter Quitteneintopf

Die Quitte, eine klassische aber schwierige Frucht. Meine erste Reaktion ist in der Regel „toll, Quitten!“ Aber was macht man damit? Die goldgelben Früchte verbreiten einen wundervollen Duft, sind aber haarig, hart zu schneiden und entfalten ihren angenehmen Geschmack erst mit dem Kochen. Der Titanic-Kolumnist Max Goldt überzieht diesen Zwiespalt mit viel Humor in seinem Text „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“.

Was eindeutig ist, ist dass die Quitte von jeher in verschiedenen Völkern ein Symbol der Liebe und Fruchtbarkeit gewesen ist. Während die mitteleuropäische Quitte in rohem Zustand eher bitter schmeckt und nicht roh gegessen wird, haben die Quitten im östlichen Mittelmeerraum einen höheren Zuckergehalt. In Athen war es zur Zeit des Gesetzgebers Solon vorgesehen, dass Brautleute vor der Brautnacht gemeinsam eine Quitte essen mussten. Ein angenehmer Duft, der süße Geschmack kombiniert mit der bitteren Note war Symbol für Leid und Freud in der Ehe. In England hingegen stand die Bitterkeit, die verachtete Schönheit im Vordergrund. Eine geschenkte Quitte war immer eine Liebeserklärung, die Annahme die Erwiderung.

Also, schon wieder süß zu Marmelade oder spanischer Membrillo einkochen? Zusammen mit Apfel zu einem Kompott? Wäre eine kreative Quiche noch eine Möglichkeit? Entsprechend war auch meine „Schwiegermutter“ kürzlich auf der Suche nach einem Quittenrezept. Gesucht, gefunden, (Leider/natürlich) im großen weiten Netz (chefkoch.de)… Zum Glück hat sie es mit mir geteilt. Ich habe es prompt abgeschrieben, getestet, für gut befunden und möchte es nun mit Euch teilen.

Herzhafter Quitteneintopf

Zutaten

  • 360 g Quitten (ca. 2 Stück
  • 250 g passierte Tomaten
  • 400 ml Kokosmilch
  • 180 g rote Linsen
  • 450 ml Gemüsebrühe
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl
  • Kreuzkümmel
  • Zimt
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

  1. Zunächst die Behaarung unter Wasser mit einer Gemüsebürste entfernen, die Quitten schälen, entkernen und kleinschneiden.
  2. Die Quitten in Öl und 100 ml dünsten (ca. 7 min)
  3. Zwischenzeitlich Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln und dazugeben
  4. Nach etwa 2 min Tomaten, Kokosmilch, Gemüsebrühe und Linsen hinzufügen und etwa 20 min köcheln.
  5. Mit Zimt, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer abschmecken (ich habe zusätzlich noch etwas Kurkuma hinzugefügt).
  6. Voilá, schon fertig! Auch dieses Rezept lässt sich etwa mit Reis, Couscous oder Quinoa servieren.
http://www.vonundzugruen.de/herzhafter-quitteneintopf/

Quitten: Der herzhafte Quitteneintopf zusammen mit einer guten Portion Reis.
Der herzhafte Quitteneintopf zusammen mit einer guten Portion Reis.

 

Mir hat dieses Rezept sehr gut geschmeckt, die Süße und Textur der Quitten macht sich ganz toll darin. Besonders an kalten, windigen, regnerischen Tagen ist der „comfort“-Faktor dieses Gerichts kaum zu toppen. Es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dieses Rezept gekocht habe.

Kennt ihr gute, herzhafte Quittenrezepte? Bitte teilen, wir freuen uns über Inspiration für köstliche Quitten!

Pflanzt das Frühlingsbuffet für unsere Bienen!

Was gibt es schöneres als nach einem langen, kalten, regnerischen Winter, die ersten Blätterspitzen in den Beeten und Wiesen zu entdecken. Jetzt heißt es nur noch ein paar Tage warten und die winterliche Tristesse verwandelt sich in ein kleines Blütenmeer. Und nicht nur die Menschen verzehren sich im Frühjahr nach den ersten Blumen, auch die Tierwelt kann es kaum erwarten. Insbesondere die Königin unter den Gärtner-Nützlingen ist auf Frühlingsblüher angewiesen: die Biene.

Während Honigbienen nasses und kaltes Wetter meiden, sind Wildbienen schon zu Beginn des Frühjahrs und bis lang in die kalten Tage hinein unterwegs. Viele Wildbienen, wie z.B. die Mauerbiene,  können Pflanzen bestäuben, die Honigbienen aufgrund ihrer Statur nicht anfliegen. Deshalb bilden sie einen sehr wichtigen Bestandteil unseres Ökosystems. Jedoch ist in den letzten Jahrzehnten die Situation für die Wildbienen sehr schwierig geworden: Sie leiden unter einem mangelnden Nahrungsangebot, fehlenden Nistplätzen und in der Landwirtschaft eingesetzten Pflanzenschutzmitteln.

Unsere Bienenvielfalt ist bedroht

In Deutschland sind 561 Wildbienenarten bekannt (Westrich et al. 2011), mehr als die Hälfte dieser Arten stehen auf der roten Liste. Sie gehören somit zu den gefährdeten Arten unseres Landes. Zwar leidet auch die Honigbiene unter den Entwicklungen, jedoch ist sie weniger stark spezialisiert und nicht durch den Schwund von Nistmöglichkeiten betroffen. Im Gegensatz zu Honigbienen, die in Völkern leben, sind sehr viele Wildbienenarten Solitärbienen, die als Einzelgänger in Totholz oder dem Boden nisten. Zwar stellen immer mehr Mensch als „Bienenhotels“ bekannte Nistmöglichkeiten auf, jedoch entsprechen diese häufiger den ästhetischen Kriterien der Menschen, als den Ansprüchen der Bewohner. Worauf man bei der Auswahl des richtigen Bienen- bzw. Insektenhotels achten sollte, findet ihr z.B. auf der Seite der Bienenretter. Darüber hinaus ist der Flugradius von Wildbienen deutlich eingeschränkter als bei Honigbienen. Während Wildbienen nur in einem Radius von 50 bis 300 Metern auf Nahrungssuche gehen können, nehmen Honigbienen einen Weg von bis zu drei Kilometern auf sich, um nektarreiche Pflanzen zu finden.

Fruehlingsblueher auf Wiese

Was Bienen für uns leisten

Für viele Menschen sind Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen angsteinflößend – sie fürchten sich vor ihren Stacheln, obwohl die meisten Tiere diesen so gut wie nie einsetzen. Viel mehr Angst sollte der Mensch davor haben, dass die Bienen verschwinden, denn mit ihnen verschwindet die Vielfalt auf unseren Tellern. Werden Obstbäume, Beerensträucher und Gemüsepflanzen nicht bestäubt, tragen sie keine Frucht. Jedoch sind 80 Prozent der heimischen Kultur- und Wildpflanzen  auf Bienen angewiesen. Auch andere Tiere leiden unter dem Rückgang der Bienenpopulation. Bestäuben die Bienen keine Sträucher und Büsche fehlen vielen Vögeln und Nagern die Früchte, Beeren und Nüsse der Pflanzen als Nahrungsgrundlage – sie müssen hungern. Einige Pflanzenarten sind so stark auf die Bestäubung durch  eine spezialisierte Bienenart angewiesen, dass das Verschwinden der Bienen auch ihr Aussterben besiegelt.

Was wir tun können

Nicht jeder hat einen großen Garten, oder sogar einen eigenen Acker und trotzdem können wir alle unseren Beitrag leisten, damit es sowohl den Wild- als auch den Honigbienen in Deutschland wieder besser geht. Ein Stündchen Arbeit auf dem Balkon oder dem Rasen vor dem Haus kann schon viel bewegen. Während ich meinen Balkon für essbare Pflanzen nutzen möchte (auch blühende Kräuter sind Bienenweiden!), bietet der karge Rasen vor unserem Haus eine schöne Fläche für Frühlingsboten. Schon in den letzten Jahren habe ich einige Frühlingszwiebeln gesetzt, in diesem Jahr sind 100 weitere Zwiebeln hinzugekommen. Bestellt habe ich die Zwiebeln bei den Bienenrettern, einem gemeinnützigen Bildungs- und Ökologieprojekt des Frankfurter Instituts für nachhaltige Entwicklung e.V.. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt über die Situation der Honig- und Wildbienen aufzuklären und Groß und Klein beizubringen diese wichtigen Insekten zu schützen. Unter dem Slogan „Lass deine Stadt aufblühen!“ vertreibt der Verein darüber hinaus bienenfreundliche Blumenzwiebeln und Saatgutmischungen für den eigenen Balkon. Die Einnahmen durch den Verkauf fließen zurück in die Bildungsprojekte der Bienenschützer und tragen somit dazu bei, dass noch mehr Menschen Bienenschutz betreiben.

Auf dem Rasen vor unserem Haus habe ich folgende Sorten gepflanzt:

  • Bunte Krokusse
  • Sternhyazinten
  • Blausternchen
  • blau-weiße Kegelblumen

Wann blüht das Frühlingsbuffet für die Bienen?

Die BlühIm Einsatz für die Biene: Gartenschaufel kaputt!zeit der Pflänzchen beginnt im Februar und endet im April. Um unseren Rasen nicht unnötig zu löchern, habe ich an einigen Stellen größere Stücke Rasen mit meiner Schaufel abgestochen, angehoben und die Zwiebeln in Gruppen gepflanzt, je nach Größe der Zwiebeln circa 3-5 cm unter der Erde bzw. der Grasnarbe. Wenn der Rasen im Anschluss wieder auf die Stelle gesetzt und festgetreten wird, ist kaum zu erkennen, dass er zuvor abgelöst wurde. Das Pflanzen in Grüppchen erleichtert darüber hinaus unseren Gärtnern das Mähen im Frühjahr. Jedes Jahr bemühen sich die Gärtner liebevoll die blühenden Pflanzen zu umfahren – ich will es ihnen nicht unnötig schwer machen.  Leider war das Abstechen des Rasens etwas zu viel für meine geliebte alte Gartenschaufel, nach circa 15 Jahren unermüdlichem Einsatz für meine Familie, hat sie dem Rost nachgegeben. Da steht wohl spätestens im kommenden Frühjahr eine kleine Neuanschaffung an.  Vielen Dank geliebter Helfer für deinen letzten großen Einsatz.

Darüber hinaus habe ich den Tipp bekommen, dass Stockrosen, die im Spätherbst noch in den Boden kommen, mit etwas Glück schon im kommenden Jahr blühen. Eine liebe Freundin hat mir drei kleine Kraftprotze geschenkt, die ich natürlich direkt eingepflanzt habe. Warten wir mal ab, wie sie sich im nächsten Jahr machen. Ich freue mich auf jeden Fall auf das kleine Blütenmeer auf unserem Rasen und auch die grimmigsten Nachbarn haben bisher jedes Jahr mit Freuden auf die Pflänzchen geschaut. Es lebe das Gärtnern in der Stadt.

Für unsere Bienen: Stockrose setzen

Tipps für die eigene Recherche:

  1. Wer mehr über Wildbienen erfahren möchte, dem kann ich die Webseite von Dr. Paul Westrich ans Herz legen. Seit 2005 sammelt der promovierte Biologe auf seiner Seite wichtige Informationen zu zahlreichen Wildbienenarten, stellt spannende Fotos und Steckbriefe zur Verfügung. Natürlich bietet Westrich auch viele Tipps wie die Bestände und Lebensräume der Wildbienen geschützt werden können.
  2. Wer mehr über die Honigbiene und das Bienensterben erfahren möchte, der sollte sich die Dokumentation „More than Honey“ des Regisseurs Markus Imhoof aus dem Jahr 2012 ansehen. Sie zeigt eindrücklich wie industrialisiert die Honig- und Bestäubungsindustrie ist, wie alte Bienenarten unter überzüchteten Rassen leiden und welche Krankheiten die Tiere quälen. Neben dem iTunes-Store, ist der Film auch kostenfrei in der Amazon-Prime Bibliothek zu sehen.

Literaturverzeichnis:

Westrich, P., Frommer, U., Mandery, K., Riemann, H., Ruhnke, H., Saure, C. & Voith, J. (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen (Hymenoptera, Apidae) Deutschlands. – In: Binot-Hafke, M.; Balzer, S.; Becker, N.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G.; Matzke-Hajek, G. & Strauch, M. (Red.) (2011): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3): 373-416.