Gestatten I: Die Rote Bete

Große Freude hat mir dieses Jahr die Ernte einiger schöner Knollen Rote Bete bereitet! Laut einschlägiger Literatur ist das auf einem Balkon eine schwierige Angelegenheit. Andrea Heistinger empfiehlt in ihrem „Handbuch Bio-Balkongarten“ für die Rote Bete auf dem Balkon ausschließlich das Hochbeet. Umso glücklicher bin ich, dass es in meinen großen Bäckerkisten unter der Zugabe einer Menge Sand gut geklappt hat. Da die Freude darüber noch anhält und locker noch Rote-Bete-Zeit ist, will ich die Gelegenheit nutzen sie mal vorzustellen.

Die Rote Bete oder Rote Rübe (lat. Beta vulgaris var. vulgaris) ist ein Gänsefußgewächs. Sie ist also mit Mangold, Spinat, Zuckerrübe und Melde verwandt. Bei Mangold, Spinat und Melde sind im Vergleich zur Roten Bete die Blätter stärker entwickelt als die Wurzeln. Die Rote Bete stammt von der wilden Rübe oder Wildbete (lat. Beta vulgaris) ab und hat ihren Ursprung im östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien. Über viele Jahrhunderte hinweg ist sie durch den Menschen als Kulturgemüse gezüchtet und weiterentwickelt worden. Ihre heutigen Formen und Farben sind erst im 19. und 20. Jahrhundert entstanden. Am geläufigsten ist die knallrote Färbung (die sich nach Verzehr auch in der Verdauung bemerkbar macht…). Es gibt jedoch auch orangerote, weiße, gelbe und rot-weiß geringelte sowie plattrunde, kugelförmige, längliche und zylindrische Formen.

Am weitläufigsten bekannt und Namensgeber: die wirklich rote Rote Bete!
Am weitläufigsten bekannt und Namensgeber: die wirklich rote Rote Bete!

 

Da die Rote Bete wenige Ansprüche an den Boden stellt, wird sie viel in Ländern mit gemäßigtem Klima angebaut. Je nach Zeitpunkt der Aussaat kann sie bereits ab Juli/August und bis in den Spätherbst hinein geerntet werden. Kühl und trocken aufbewahrt ist sie vier bis acht Wochen lagerfähig, bei Temperaturen von 4°C sogar bis zu sechs Monaten! Am besten man schlägt sie dazu in feuchtem Sand in einem Keller ein. Die Wurzel darf bei der Ernte nicht verletzt werden, sonst tritt der Saft aus und die Knolle leidet.

Die Rote Bete ist eine oft unterschätzte, aber sehr feine Knolle. Man kann sie roh oder gekocht essen oder gut in Essig konservieren. Die Wurzel ist reich an Mineralsalzen und Vitaminen, darunter vor allem B-Vitamine, Kalium, Eisen und Folsäure, wie auch an sekundären Pflanzenstoffen. Mitunter gibt der sekundäre Pflanzenstoff Betain nicht nur dieser tollen Knolle ihre rote Farbe. Er stimuliert Leberzellen und kräftigt Gallenblase und -gänge.  Auch die Blätter sind nicht zu unterschätzen . Sie enthalten mehr Calcium, Magnesium, Vitamin C, A und K als die Wurzeln. Verwendet werden sie wie Mangold oder Spinat.

Anzucht im Freiland

Rote Bete sind Mittelzehrer und können durchaus auch in einem halbschattigen Beet gezogen werden. In einem gut vorbereiteten Boden (Kompost und Mulchabdeckung im Herbst) ist dann eine weitere Düngung nicht zwingend erforderlich. Ausgesät wird sie im Freiland ab April. Marie-Luise Kreuter empfiehlt in ihrem Buch „Der Biogarten“ alle 10 cm zwei Körner zu legen und später die schwächeren Pflanzen zu entfernen. Eine Vereinzelung ist dann nicht erforderlich. Verpflanzung ist schwierig und sollte an einem feuchten, bedeckten Tag geschehen. Die Reihen werden mit einem Abstand 25 cm gesät. Rote Bete braucht ausreichend Feuchtigkeit, damit sich die Wurzel gut entwickelt.

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Die Rote Bete mit voll ausgebildeter Knolle

Anzucht auf dem Balkon

Auch auf dem Balkon wird sie von Mitte April bis Ende Juli ausgesät. Im Spätsommer kann für eine Ernte im Herbst (und vor dem ersten Frost) nachgelegt werden. Da die Rote Bete viel Wurzelraum braucht und schlecht mit Hitze umgehen kann, eignet sie sich als normalgroße Rübe auf dem Balkon schlecht. Randnotiz: Auf meinem eigenen Balkon haben sie bei ausreichend Abstand einen Durchmesser von etwa 6 cm erreicht. Kugelige Sorten brauchen etwas weniger Wurzelraum als Sorten mit langer Wurzel. Andrea Heistinger schlägt in ihrem Buch vor, Rote Bete auf dem Balkon als sogenannte „Baby-Beet“ oder als „Baby-Leaf“ anzubauen.

Als Baby-Beet wird das Saatgut in Reihen dicht gesät. Die Knollen werden nach und nach geerntet, wenn sie die Größe von Radieschen erreichen (nach etwa acht bis zehn Wochen). Normalgroße Knollen sind nach etwa elf bis fünfzehn Wochen erntefähig. Da der Reihenabstand 25 cm betragen sollte, empfiehlt es sich auf dem Balkon aus Platzgründen eine einzelne Reihe anzulegen. Die Körner werden 3-4 cm tief gesetzt. Die Baby-Beets werden als Schwachzehrer behandelt, bei gut vorbereitetem Boden ist also eine weitere Düngung nicht erforderlich. Hat man es auf größere Rüben abgesehen, sollte ein langsam wirkender Bio-Dünger für Mittelzehrer eingesetzt werden. Vorsicht vor Überdüngung, denn die verkraftet Rote Bete nicht gut! Besonders auf dem Sonderstandort Balkon ist es wichtig, die Erde feucht zu halten.

Bei einer Nutzung als Baby-Leaf werden die Reihen dichter bestückt oder man entscheidet sich für einen flächigen Anbau. Die Blätter werden geerntet, ehe sich die Knolle voll ausbildet. Auch Baby-Leaf wird (wie Salat) als Schwachzehrer behandelt.

Auch farblich machen die Blätter der Roten Bete was her.
Auch farblich machen die Blätter der Roten Bete was her.

 

Balkongeeignete Sorten (nach Andrea Heistinger):

  • „Rote Kugel“ (Synonyme „Detroit“, „Palla rossa“, „Perfect“)
  • „Jannis“, eine frühreife und milde Sorte
  • „Blankoma“ (weißfleischig) und „Burpee White“ (mild im Geschmack)
  • „Goldgelbe“ (gelb, süß und fruchtig)
  • „Bull’s Blood“ mit roten Blättern als Baby-Leaf
  • runde Sorten als Baby-Beet, wie „Tondo de Chioggia“ (rot-weiß geringelt)
  • „Lutz Green Leaf“ (oder „Winterkeeper“)als Baby-Beet für kleinere Gefäße, reift schnell und ist gut lagerfähig

 

Fruchtfolge und Mischkultur

Nach dem Anbau Roter Bete oder eines anderen Gänsefußgewächses, sollte man etwa drei bis vier Jahre warten ehe man an derselben Stelle wieder Rote Bete anbaut. Baby-Beet oder Baby-Leaf werden in Reinsaat gepflanzt. Gute Nachbarn für große Rüben sind Buschbohnen, Dill, Erbsen, Gurken, Kohlarten, Kohlrabi, Knoblauch, Koriander, Kümmel, Pflücksalat, Zucchini, Zwiebeln. Schlechte Nachbarn sind Kartoffeln, Lauch, Mais, Spinat und Tomaten.

 

Quellen:

„Der Biogarten“, Marie-Luise Kreuter, München (1997).

„Handbuch Bio-Balkongarten“, Andrea Heistinger, Innsbruck (2015).

„taschenGarten 2016“, Hrsg. GartenWerkStadt, Marburg (2016).

Zwischen Vulkanen und Wäldern

Wer an Vulkanlandschaften denkt, ruft sich meist die Bilder der bizarren Felsformationen Lanzarotes oder der Geysire Islands in den Sinn. Dabei befindet sich zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinlandpfalz eine Region, deren Schönheit dem Vulkanismus zu verdanken ist – die Eifel. Wenn Nebel durch die Wälder wabert und die Maare wie verwunschene Seen daliegen, hat der Herbst Einzug gehalten. Für uns genau die richtige Jahreszeit zum Wandern.

Blick ueber das Maar

Ziel unserer ersten Wanderung sind die Dauner Maare: das Gemündener-, Weinfelder- und Schalkenmehrener Maar. Entstanden sind die circa 20.000 bis 30.000 Jahren alten wassergefüllten Trichter durch das explosive Aufeinandertreffen von Magma und Grundwasser. Kurz hinter dem Wanderparkplatz liegt das Weinfelder Maar in seiner vollen Schönheit: es hat einen Durchmesser von mehr als 500 Metern und ist mit 51 Metern das tiefste der drei Dauner Maare. Auch ohne Wanderkarte findet man leicht seinen Weg  zum nahegelegen Mäuseberg,  auf dessen Gipfel der elf Meter hohe Dronketurm thront.

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Seinen Namen erhielt der 1913 errichtete Aussichtsturm in Gedenken an den Lehrer Dr. Adolf Dronke – den Gründer des Eifelvereins. Dr. Dronke wollte durch die Belebung des Wandertourismus in der Region, sowohl eine Einnahmequelle für die arme Region als auch eine Freizeitbeschäftigungen für die hartarbeitende Bevölkerung schaffen. Bis heute zählt der Eifelverein e.V. zu einem der größten Wandervereine Deutschlands. Wer die Eifel nicht auf eigene Faust erobern möchte, kann sich auch von einem durch den Eifelverein ausgebildeten Wanderführer leiten lassen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf dem Dronketurm, von dem man bei gutem Wetter bis zum Hunsrück blicken kann, folgt der Abstieg zum Gemündener Maar durch einen hochgewachsenen, dichten Buchenwald. Am Rande des Maars liegt wohl eines der  idyllischsten Naturfreibäder des Landes, das in der Badesaison von Mai bis September zum Entspannen und Schwimmen einlädt. Während der Abstieg zum Gemündener Maar uns kaum ins Schwitzen gebracht hat, birgt der Rückweg auf die Höhe die erste steile Etappe unseres Ausflugs. Belohnt werden wir mit einem Blick über den nebelverhangenen Wald.

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Am Wegesrand liegt eine Hütte des Dauner Skivereins, der im Herbstwetter eine gewisse Trostlosigkeit ausstrahlt. Unsere weitere Eifel-Wanderung geht an einem aktiv genutzten Steinbruch entlang, der meinen Gärtner zu einer kleinen Studie des schweren Geräts einlädt. Ich genieße den Blick auf die selig grasende Schafsherde in einer mobil eingezäunten Weide. Querfeldein kürzen wir unseren Rückweg zum Weinfelder Maar ab.

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Wie schon der Ski Club Daun verweisen auch Schilder am Rande der Wasserfläche auf kalte, teilweise schneereiche Winter in der Mittelgebirgsregion. Während in kalten Wintern die Maare sogar eine Eisfläche bilden können, können wir im Herbst noch den Blick auf das klare, Wasser genießen. Das Licht erzeugt ein faszinierendes Farbenspiel auf der Wasseroberfläche. Die noch grünen Blätter der Bäume, spiegeln sich in der türkisen Oberfläche.

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Während uns nur wenige Wanderer und Spaziergänger auf unserem Ausflug begegnen, schenken uns die tierischen Bewohner zum Abschied noch einmal ihre volle Aufmerksamkeit. Auf dem weitläufig umzäunten Gebiet um das Weinfelder Maar lebt eine kleine Herde von Eseln und Ziegen, die sich je nach Laune von den Menschen anfassen lassen. Snacks für die Vierbeiner sind natürlich nicht gestattet, schließlich ist das Nahrungsangebot im Naturschutzgebiet um das Maar reichhaltig. Wer Angst vor den Tieren haben sollte, kann ihnen aber auch ohne große Mühen aus dem Weg gehen.

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Da wir das Schalkenmehrener Maar schon im vergangenen Winter besucht haben, verzichten wir dieses Mal auf einen Abstieg zu dem kleinsten und flachsten der drei Dauner Maare. Das Schalkenmehrener Maar ist ein sehr artenreiches Gewässer. Ob Aal, Hecht oder Barsch – viele Fische tummeln sich in dem 21 Meter tiefen Nass. Am Rande der Wasserfläche ist Schilfröhricht zu finden, an manchen Stellen kann man zur richtigen Jahreszeit auch eine Schwertlilie entdecken. Empfehlenswert ist ebenfalls ein kleiner Gang durch das Dörfchen Schalkenmehren, das mit vielen Schnitzereien in Herbst und Winter etwas magisches ausstrahlt.

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Am nächsten Tag unserer Reise in die Vulkaneifel zieht es uns in das kleine Dörfchen Neroth. Entlang Neroths verläuft einer der bekanntesten Wanderwege der Region: der Eifelsteig. Unser Ziel ist der Hausberg des Ortes, der Nerother Kopf. Ein 651 Meter hoher Berg, bei dem es sich um den Kegel eines erloschenen Vulkans handelt. Auch die Umgebung um den Nerother Kopf ist geprägt durch dicht gewachsene Buchenwälder, die uns den Nieselregen bestmöglich vom Leibe halten.

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Beim Blick auf den Berg, reißt sogar für eine kurze Zeit der verhangene Himmel auf. Auch wenn der Anstieg bis zur Kuppe nicht allzu anspruchsvoll ist, sollte man bei dieser Tour nicht auf gutes Schuhwerk verzichten, zu leicht ist die Möglichkeit auf dem steilen Waldboden auszurutschen. Deutlich schweißtreibender als die Route um die Dauner Maare ist der Weg auf den Nerother Kopf alle Mal – aber die Mühen lohnen sich. Auf dem Gipfel wartet, die Ruine der sogenannten Freudenkoppe. Hierbei handelt es sich um die Reste einer Burg die Mitte des 14. Jahrhunderts aus Lavagestein errichtet wurde. Spannend ist, dass die Burg auf einer Höhle aufgesetzt wurde, in die man einen kurzen Blick werfen kann. Darüber hinaus sind auf dem Gipfel auch Sitzmöglichkeiten vorhanden, gerade richtig für unsere Brotzeit, die wir uns nach 2 1/2 Stunden mehr als verdient haben. Zurück nehmen wir den Weg durchs Dorf, das wohl mit einem der kuriosesten Museen der Umgebung dienen kann: dem Mausefallen Museum. Bis in die Nachkriegsjahre hinein war das kleine Neroth nämlich nicht nur für seine Lage am Rande des Eifelsteigs bekannt, sondern auch für die Produktion von Mäusefallen. Im Café und Restaurant Mausefalle, nur wenige Meter vom Museum entfernt, beenden wir unsere Wanderung. Diese sehr liebenswert gestaltete Gastronomie bietet neben hausgemachtem Kuchen bester Qualität, auch kleine und große Gerichte zu fairen Preisen. Für uns genau der richtige Abschluss eines eindrucksreichen Wanderwochenendes.

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Zwei Methoden Chilis zu trocknen

Nicht jeder hat Zeit Chilis sofort in Chutneys, Marmeladen, Öle, oder Saucen zu verwandeln. Deshalb erklären wir euch heute zwei Methoden eure Chilis zu trocknen und zu konservieren. Bei dünnwandigen Sorten wie unserer geliebten Lila Luzie bietet sich die einfachste Form der Trocknung an: die Lufttrocknung. Wer jedoch dicke, fleischige Sorten gezogen hat, sollte sich unsere Tipps zur beschleunigten Trocknung im Backofen durchlesen. Denn diese Sorten würden bei der Lufttrocknung leider verderben. Wer einen Dörrautomaten zu Hause hat, kann natürlich auch auf diesen zurückgreifen.

Chilis an der Luft trocknen

Zutaten

  • Einmalhandschuhe
  • 1 Küchenbrett
  • 2 Teller mit Küchentuch ausgelegt
  • 1 scharfes Messer

Zubereitung

  1. Erntet die reifen (in unserem Fall roten) Chilis. Wir haben sie einfach mit einer Schere abgeschnitten.
  2. Handschuhe anziehen!
  3. Danach sollte mit dem Messer der Stilansatz entfernt werden. Das Chilifleisch vorsichtig ringsum über die Spitze der Chili aufschneiden.
  4. Die Samen nun ggf. mit Hilfe eines spitzen Messers rausholen und auf einem Teller mit Küchentuch ausgebreiten.
  5. Das Fruchtfleisch ohne die hellen Rippen, anschließend grob schneiden und auf dem anderen Teller mit Küchentuch ausbreiten.
  6. Sowohl die Samen, als auch das Fruchtfleisch, 3-4 Tage an einem warmem Ort trocknen lassen, dann in Gläser abgefüllen und beschriften.
http://www.vonundzugruen.de/zwei-methoden-chilis-zu-trocknen/

Methoden Chilis zu trocknen: Lila Luzie SaatgutMethoden Chilis zu trocknen: Luzie zerschnitten

Zwei Methoden Chilis zu trocknen: Der Backofen

Zutaten

  • Frische Chilis, am besten vom eigenen Balkon
  • 1 Paar Einweghandschuhe
  • 1 Brettchen
  • 1 Teller mit Küchentuch ausgelegt
  • 1 umluftfähiger Backofen

Arbeitsschritte

  1. Alle Chilis entstielen und entkernen.
  2. So mehr Saatgut ihr entfernt, desto milder werden die getrockneten Chilis aus denen ihr z.B. Chiliflocken herstellen könnt.
  3. Halbiert die Chilis, dadurch verringert sich die Trocknungszeit im Backofen.
  4. Legt die Chilis auf einem Backblech mit Backpapier aus. Stellt den Backofen auf 80-90 °C ein und steckt einen Holzlöffel in die Backofentür, damit die Luftfeuchtigkeit entweichen kann. Bei geschlossenem Backofen würden die Chilis verkochen.
  5. Nach ca. 45 Minuten solltet ihr die Chilis wenden.
  6. Der gesamte Vorgang dauert je nach Größe und Dickwandigkeit der Chilis 1,5-3 Stunden.
  7. Die Chilis sind dann dazu bereit, weiterverarbeitet zu werden, wenn sie zwischen den Händen (in Handschuhen!) leicht zerbröseln und nicht mehr elastisch sind.
  8. Die Chilis könnt ihr entweder grob zerböselt zu Chiliflocken verarbeiten, oder mit Hilfe eines Mörsers oder z.B. einer elektrischen Kaffeemühle zu feinem Chilipulver zermahlen werden.
  9. Verpackt die Chilis Luft-, Feuchtigkeits-, und Licht geschützt, dann habt ihr noch lange Spaß an der Schärfe vom eigenen Balkon.

Tipp: Wer zwar aktuell keine Zeit ein leckeres Chiliöl, oder ein Chilisalz zuzubereiten, kann dies mit den getrockneten Schoten auch noch im Nachhinein tun. Der Vorteil: durch die Trocknung sind die Chilis deutlich haltbarer und lassen das Öl nicht so schnell kippen.

 

Thailändische Chilisauce

Nicht nur meine Ernte war in diesem Jahr wunderbar – auch im Bayrischen Wald hat die Sonne die scharfen Schoten zur Höchstform angetrieben.  Als ich ein Foto von Petra Holzapfels Ausbeute entdeckte, konnte ich nicht anders als sie um eine kleine Saatgutspende zu bitten. Petra, eine Foodbloggerin der ersten Stunde, berichtet auf ihrem Blog „Chili und Ciabatta“ mehrmals die Woche über kulinarische Erlebnisse vom türkischem Mezze bis hin zum Brot aus dem eigenen Steinofen.  Wenige Tage später hatte ich ein Paket mit Chilis in der Post, die vielversprechende Namen trugen wie Big Jamaican Yellow, Lemon Drop, De Arbol und Belgian Carrot. In der Balkonsaison 2017 werden die Lila Luzie und die Glockenpaprika eindeutig Gesellschaft bekommen.

Da mein Gärtner und ich die südost-asiatische Küche sehr lieben, habe ich mich für eine thailändische Chilisauce entschieden. Das Originalrezept stammt von der Chili-Experten-Plattform Pepperworld. Ich habe das Rezept jedoch etwas abgewandelt: den raffinierten Zucker habe ich durch braunen Zucker ersetzt und die Anzahl der Knoblauchzehen verdoppelt. Wer die Sauce etwas milder gestalten möchte, sollte auf weniger scharfe Sorten zurückgreifen, oder die Anzahl der Chilis reduzieren. Der erste Test der Sauce hat auf jeden Fall überzeugt: eine wunderbar süß-saure Sauce mit kräftiger Schärfe.

Thailändische Chilisauce

Zutaten

  • 1 rote Paprika
  • 4 Knoblauchzehen
  • 6-8 scharfe Chilis
  • 125 ml Reisessig
  • 250 g brauner Zucker
  • 500 ml Wasser

Zubereitung

  1. Gläser oder Flaschen für circa 500 ml Inhalt sterilisieren.
  2. Paprika und Chilis waschen.
  3. Handschuhe zücken und die Chilis entkernen und klein schneiden. Bei samenfesten Sorten sollte das Saatgut für die nächste Saison gewonnen werden.
  4. Anschließend könnt ihr die Chilis grob zerschneiden und in euren Mixer geben.
  5. Die Paprika entstielen, entkernen und in groben Stücken ebenfalls in den Mixer geben.
  6. Vier Knoblauchzehen enthäuten, kleinschneiden und zur Paprika und den Chilis geben.
  7. Damit euer Mixer den Inhalt besser zerkleinern kann, solltet ihr einen kleinen Schluck des halben Liters Wasser hinzugeben und den Inhalt anschließend zerkleinern.Das erspart das Rütteln und Rumrühren im Mixer.
  8. Der Rest des Wassers wird anschließend mit Zucker und Reisessig in einem Topf erhitzt. Da es sein kann, dass die Mischung während des Aufkochens schäumt, sollte der Topf nicht zu klein sein.
  9. Im nächsten Schritt wird die pürierte Chili-Paprika-Knoblauch Mischung hinzu gegeben und alles erneut aufgekocht.
  10. Auf mittlerer Flamme solltet ihr die Sauce nun reduzieren lassen, bis sie eine sirupähnliche Konsistenz erhält.
  11. Zu guter Letzt müsst ihr die Chilisauce nur noch die von euch gewählten Behältnisse abfüllen.
http://www.vonundzugruen.de/thailaendische-chilisauce/

 

Die Chili-Masse getarnt als leckerer Smoothie.
Die Chili-Masse getarnt als leckerer Smoothie.

thai-chilisauce

Paprika-Chili-Chutney

Die Chiliernte 2016 war fantastisch! Der warme Spätsommer hat sowohl der Glockenpaprika, als auch der Lila Luzie gut getan – sie strahlen beide in knalligem Rot. In vielen Jahren hatte ich Schwierigkeiten, dass die Chilis den nötigen Reifegrad erreichten, da die Pflanzen viel Sonne und Wärme brauchen. Als hätte der Verein für Nutzpflanzenerhaltung es geahnt, ernannte er die Gartensaison 2015/2016 zum Jahr der Paprika/Chili – die obwohl sie in vielen verschiedenen Formen, Farben und Schärfegraden daherkommen, zu ein und der selben botanischen Gattung gehören: Capsicum.

Paprika-Chili-Chutney: Reife Glockenpaprika

Zwölf Glockenpaprika hat meine kleine Pflanze in diesem Jahr abgeworfen, deshalb habe ich mit dem Paprika-Chili-Chutney ein Rezept gewählt, in dem zehn der zwölf Exemplare verarbeitet werden. Gefunden habe ich diese leckere Form der Chili-Konservierung auf der Webseite von Jamie Oliver – der Mal wieder tollen Geschmack beweist.

Paprika-Chili-Chutney

Zutaten

  • 10 frische rote Chilis
  • 8 rote Paprika
  • Olivenöl
  • 2 rote Zwiebeln
  • Die gehackten Blätter eines Rosmarinzweigs
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Zimtstock
  • Meersalz und schwarzer Pfeffer
  • 100g brauner Zucker
  • 150 ml Balsamicoessig

Zubereitung

  1. Das Rezept ergibt ca. 400 Gramm Chutney. Damit ihr das Chutney für einige Monate aufbewahren könnt, ohne dass es verdirbt, solltet ihr ca. vier kleine Marmeladen- oder Einmachgläser sterilisieren.
  2. Im nächsten Schritt werden die Paprika gewaschen, entkernt und im Backofen mit der Haut nach oben gegrillt. Hierzu stelle ich meinen Backofen auf ca. 220 °C – aber wie ihr wisst, können die Temperaturen von Gerät zu Gerät schwanken. Wartet so lange bis die Paprika Blasen werfen, und sich die Haut dunkel verfärbt.
  3. Während die Paprika im Ofen brutzeln, könnt ihr die deutlich kleineren Chilis halbieren und entkernen. Zusammen mit den Paprika würden sie viel zu schnell verbrennen. Aber denkt dran: Scharf! Es bietet sich an Handschuhe zu tragen, schließlich ist es während des Kochens viel zu schnell geschehen, dass man sich in die Augen, oder an die Nase fasst. Wenn es sich bei euren Chilis um samenfeste Sorten handelt, sollte das Saatgut für die nächste Saison zurückgelegt werden.
  4. Sobald die Paprika Blasen geworfen haben, empfiehlt Jamie Oliver, dass man die Schoten in eine Schüssel gibt, diese mit Frischhaltefolie verschließt und die Paprika ausdampfen lässt. Anschließend soll sich die Haut deutlich leichter von den Schoten abtrennen lassen. Während dieser Effekt bei den Chili Schoten eingetreten ist und das Pellen zum Kinderspiel gemacht hat, war es bei den Paprikaschoten eine kleine Schweinerei und ein wenig Frickelarbeit. Beim nächsten Mal werde ich versuchen, die Paprika erst nach dem Enthäuten zu Entkernen – vielleicht habe ich mir mit meiner Vorarbeit mehr Probleme geschaffen als abgenommen.
  5. Nun kommen die Chilischoten kurz unter den Grill und werden ebenso wie die Paprika geschält. Zusammen wird die Mischung zur Seite gestellt.
  6. Schnell werden die Zwiebeln in kleine Würfel geschnitten, während in einer großen Pfanne etwas Olivenöl erhitzt wird. Zusammen mit den Lorbeerblättern, der Zimtstange und dem Rosmarin werden die Zwiebeln nun langsam erhitzt, bis sie schön weich und klebrig werden. Gewürzt wird die Mischung mit Meersalz und frischem Pfeffer.
  7. Nach circa 20 Minuten werden die Chili-Paprikamasse, der Zucker, der Balsamico-Essig und der Zucker hinzugefügt. Das Chutney sollte langsam reduziert werden, bis eine schöne süß-klebrige Masse entsteht. Zu guter Letzt werden die Zimtstange und die Lorbeerblätter entfernt und das Chutney in die sterilisierten Gläser gefüllt.
  8. Jetzt muss nur noch ein gutes Stück Käse, Baguette oder für Flexitarier auch ein Stück Fleisch auf den Tisch, um das Chutney genießen zu können.
http://www.vonundzugruen.de/paprika-chili-chutney/

Tschüß Tomaten – Willkommen Winterportulak!

Die Tomaten- und Gurkensaison ist endgültig beendet. Die letzten grünen Exemplare sind in den Schuhkarton in der Küche gewandert, wo wir sie zum Nachreifen lagern. Die Pflanzen sind zerkleinert worden und mein Gärtner hat den Grünschnitt für mich weggebracht. Ganz schön traurig sieht mein Lieblingsplatz jetzt aus. Doch lange soll mein Balkon nicht kahl bleiben, denn in diesem Jahr zieht zum ersten Mal eine essbare Winterbepflanzung in die verwaisten Töpfe. Tschüß Tomaten – Willkommen Winterportulak!

Die letzte Tomatenernte

Feldversuch – essbare Winterbepflanzung

Winterportulak ist nur einer der vielen Namen, die der neue Bewohner auf meinem Balkon trägt, er ist auch bekannt als gewöhnliches Tellerkraut oder Postelein. Ich habe die Sorte „Montia Perfoliata“ ausgesät, die für den Winteranbau geeignet ist. Auch wenn ich mit meiner Aussaat etwas spät dran bin, hoffe ich, dass ich aufgrund milder Witterungsverhältnisse auf meinem Südbalkon gute Ergebnisse erzielen werde. Die Samen sind in zwei Behältnisse gewandert: den Terrakotta-Kasten in dem ich zuvor Kopfsalat gezogen habe und einen großen Topf indem zuvor die Tomate Blackplum zuhause war. Die Erde des Salatbehältnisses habe ich nur von den größten Wurzeln befreit und mit etwas neuer Erde versorgt, da sowohl Kopfsalat, als auch Portulak zu den Schwachzehrern gehören, sollten noch genug Nährstoffe im Boden stecken. Beim Tomatenbehältnis war ich mit der Aufarbeitung der Erde etwas großzügiger und habe mehr neuen Boden dazugegeben, schließlich hat die Tomate als Starkzehrer ordentlich zulangt. Der Winterpostelein soll sowohl als Salat, als auch als Spinatgemüse genutzt werden können. Neben einer Ernte bis in den späten November hinein, überwintert der Winterportulak auch und kann noch mal im Frühjahr beernet werden, bevor er in die Blüte geht und neues Saatgut gewonnen werden kann.

Saatgutvielfalt auch im Winter

Das Saatgut für den Winterportulak habe ich im Frühjahr auf der Saatgutbörse in Düsseldorf gegen eine kleine Spende erhalten. Es stammt von dem Verein Bergische Gartenarche, der sich für die Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt einsetzt. Gegründet wurde die Bergische Gartenarche Anfang der 2000er durch Initiative der bekannten Autorin Marie-Luise Kreuter, deren Buch „Der Bio-Garten: der praktische Ratgeber für den naturgemäßen Anbau von Gemüse, Obst und Blumen“ zu den absoluten Standardwerken im gartenaffinen Bücherregal gehört. Mehr als 1000 Paten erhalten und züchten für den Verein alte Nutzpflanzen in ihren Gärten und gewinnen das Saatgut, um es mit anderen Gärtnern zu tauschen. Jedes Frühjahr sucht der Verein neue Paten im Bergischen Land, um die Artenvielfalt zu erhalten. In diesem Jahr haben z.B. die Buschbohne Onkel Friedrich oder die Erbse Alte Weiber neue Kümmerer gefunden.

Spinat – ein winterfester Liebling

Neben Winterportulak habe ich auch noch Spinat der Sorte „Verdil“ ausgesät. Da diese Spinatsorte auch noch bis 2°C keimt, bin ich frohen Mutes, dass es noch was werden könnte. Sollte es leider doch zu spät gewesen sein, habe ich auch im März noch mal eine Chance, da ich den Spinat als Winter- und Frühjahrkultur nutzen kann. Untergekommen ist der Spinat in dem Topf des wunderbaren Algiersalats, der mich mit seiner lila Blüte noch bis spät in den September begeistert hat. Die Spinat-Sorte Verdil soll große kräfige Blätter ausbilden und starken Wachstum aufweisen. Da das Saatgut von Demeter stammt, besteht auch hier die Möglichkeit der eigenen Nachzucht.

Spinat zur essbaren Winterbepflanzung

Jetzt heißt es in den nächsten Wochen warten und regelmäßig die Erde feucht halten. Wenn es nicht gelingen sollte, werden im Frühjahr sowie im kommenden Winter neue Versuche gestartet, denn von kleinen Misserfolgen lasse ich mich doch nicht aufhalten. Das Experimentieren, Wiederholen und Nachforschen ist eine der größten Freuden des Balkongärtner-Daseins. Während ich auf die ersten kleinen Pflänzchen warte, genieße ich noch den Blick auf die letzten Blüten in diesem Jahr, die noch einmal ihr Bestes geben, bevor Herbst und Winter endgültig die Überhand gewinnen.

Zitronen-Tagetes in den letzten ZuegenDie letzten Blueten