Gefüllte Monster-Zucchini

Im Gegensatz zu den kleinen, süßen Dingern, die man im Supermarkt kaufen kann, fällt einem beim Anblick einer Monster-Zucchini schon mal die Schuffel aus der Hand. Was damit tun? Die Schale ist schon dick und fest, die Samen darin riesig. Ganz einfach: halbieren, aushöhlen, füllen, überbacken und viele Freunde zum Essen einladen.

Gefüllte Zucchini

Zutaten

  • 1 Monster-Zucchini (ca. 40 cm)
  • 1 Tasse trockene, rote Linsen
  • 2 Möhren
  • ½ Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Eier
  • 80 g Parmesan
  • 150 g Cashews (alternativ: gemahlene Haselnüsse oder Mandeln)
  • 50 g getrocknete Tomaten
  • 1 Packung TK-Gartenkräuter (besser: frisch vom Balkon oder aus dem Garten!!)
  • 200 g Reibekäse
  • Kräutersalz
  • Pfeffer
  • 1-2 EL Olivenöl

Zubereitung

  1. Viele Freunde zum Essen einladen.
  2. Den Ofen vorheizen auf 200°C (Ober- und Unterhitze).
  3. Die Monster-Zucchini der Länge nach halbieren und mit einem großen Löffel die Samen aus den zwei Hälften herauskratzen. Das offene Fruchtfleisch mit Olivenöl einreiben, idealerweise mit einem Küchenpinsel bestreichen.
  4. Als nächstes die roten Linsen in der doppelten Menge Wasser kochen.
  5. Nun werden die Möhren geraspelt und die Zwiebel gewürfelt.
  6. Parmesan, Cashews und getrocknete Tomaten in einem Mixer zerkleinern, alternativ einen Pürierstab nutzen.
  7. Rote Linsen, die Mischung aus Parmesan, Cashews und getrockneten Tomaten, die geraspelten Möhren, die gewürfelte Zwiebel und die gepresste Knoblauchzehe in einer großen Schüssel vermengen.
  8. Zwei Eier und die Gartenkräuter hinzugeben, alles gut umrühren und mit Kräutersalz und Pfeffer abschmecken.
  9. Die Füllung in die Zucchinihälften löffeln und mit Reibekäse bestreuen.
  10. Ein Backblech mit Backpapier belegen und die gefüllten Zucchinihälften darauf platzieren.
  11. Das Backblech auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben. Sobald der Käse leicht bran und und knusprig wird (nach ca. 40-50 min), sind die Zucchinis fertig.
  12. Auftischen und es sich schmecken lassen!

Das Rezept reicht bei einer Zucchini von ca. 40 cm für etwa acht Personen. Als Beilage eignen sich etwa Reis, Couscous oder Quinoa. Sicherlich ist es auch lecker, die Füllung mit einem bisschen Muskat und/oder der geriebenen Schale einer unbehandelten Zitrone abzuschmecken... Ein grüner Salat dazu ist nie verkehrt.

http://www.vonundzugruen.de/gefuellte-monster-zucchini/

Tipp: viele Freunde zum Essen einladen.
Tipp: viele Freunde zum Essen einladen.

 

Unterwegs wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn

Natürlich liebe ich meinen Balkon, trotzdem lasse ich die Beine auch gerne Mal abseits von Balkonien baumeln. In diesem Sommer hat es mich und meinen Lieblingsgärtner für einige Tage an die Mecklenburgische Seenplatte verschlagen. Statt im Zelt waren wir für vier Tage auf einem Hausfloß unterwegs. Nach einem Großeinkauf für die anstehende Tour kaperten wir am Nachmittag endlich unser Floß die Tante Polly. Zunächst gab es für alle Crewmitglieder eine kleine Knotenkunde, schließlich sollten wir die kommenden Tage dazu in der Lage sein vor Anker zu gehen, zu schleusen oder eine Leine zu verlängern. Da ich kein besonders großer Held im Freundschaftsbänder-, oder Teppichknüpfen war, wollte nicht direkt jeder Knoten gelingen, aber Übung macht den Meister. Es folgte noch eine Einweisung in die wichtigsten Manöver – sei es Anhalten, oder Personenrettung. Die Positionen von Kapitän und Bootsjunge/Bootsmädchen waren schnell auserkoren und los ging es mit fixen acht Stundenkilometern über die Mecklenburgische Seenplatte.

Volle Fahrt voraus Der Kapitaen am Steuer

Wir starteten unsere Tour auf dem Canower See. Schon dort war die Kulisse wunderbar. Schilf, Seerosen und viele kleine private Anlegeplätze am Ufer. Natürlich wollten wir es uns am ersten Abend nicht nehmen lassen ein bisschen die Gegend zu erkunden und einen schönen Ankerplatz zu finden. Denn so schön die privaten Anlageplätze auch sind, Floßtouristen wollen die Menschen dort nicht beherbergen. Zwischen dem kleinen und dem großen Pälitzer See fanden wir ein geschütztes Plätzchen, gesäumt von zwei großen Schilffeldern. Unser Floß war perfekt ausgerichtet, sodass wir die Sonne, sollte sie sich denn blicken lassen, bis zu ihrem letzten Strahl ausnutzen konnten. Schon an unserem ersten Abend wurden wir mit einem Sonnenuntergang belohnt, der auch in jeder kitischig, romantischen Hollywood-Schnulze die Herzen hätte höher schlagen lassen.

Vor Anker gegangenSonnenuntergang Erster Abend

Unseren Ankerplatz säumte ein kleines Wäldchen, dominiert von Schwarzerlen, Pappeln und unterschiedlichen Weidenarten. Um während eines Sturmes oder durch größere Schiffe erzeugten Wellengang nicht abgetrieben zu werden, legten wir mit zwei Ankern an, die wir mit einem Spaten im Waldboden eingruben. Nach mehrmaligen vor Anker gehen in den kommenden Tagen, wurde das Belegen der Klampen zu unserer leichtesten Übung. Egal ob Regentag oder Gewitternacht Knoten und Anker hielten unsere Tante Polly fest an ihrem Platz.

Klampe belegen am Floß Anker im Waldboden

Schon am ersten Morgen konnten wir feststellen: Das Leben auf einem Floß im Nirgendwo entschleunigte unser gehetztes Großstadtleben schlagartig. Kein Computer, kein Smartphone, keine Lärmkulisse, keine Menschenmassen und sogar das Telefonnetz versagte die meiste Zeit. Aufgrund des fehlenden Stroms und der somit leeren Handyakkus, war schnell auch kein Wecker mehr zur Hand und unser Lebensrhytmus passte sich allmählich den Sonnenstunden an. Spätestens um 7:30 Uhr krochen auch die müdesten Geister unter dem Mosquitonetz hervor und wenn der Glühstrumpf unserer Gaslampe abends nicht mehr genug Licht zum Lesen spenden konnte und stattdessen so manches Insekt anzog, ging es in die Koje. Den Morgen starteten wir tagtäglich mit einem echten Seebären-Frühstück inklusive Schwarztee und Spiegelei sowie einer großen Runde durch den See. Während sich der Schwarm von Rotaugen jeden Morgen auf unsere Brotkrümel freute, war von den kleinen Allesfressern nichts mehr zu sehen, sobald wir einen Fuß ins Wasser taten.

Seebaeren FruehstueckUnser Fischschwarm

Beim Gedanken an das Schleusen verließ uns zwei Floßneulinge, trotz fleißigem Knotenübens der Mut, zu viel Angst hatten wir eine der hübschen Yachten aufgrund unser Unerfahrenheit zu beschädigen. Darüber hinaus schreckten uns die langen Schlangen vor der nahegelegenen Schleuse Strasen-Priepert ab. Wir wollten unsere vier Tage nicht mit Warten, sondern mit Urlaub und Entspannung verbringen. Statt nur mit dem Floß, erkundeten wir die Umgebung auch mit unserem Zweier-Kajak und erspähten an den Ufern des Großen Pälitzsees zahlreihe Graureiher und andere Vogelarten, die wohl auch eine enge Beziehung zu den Rotaugen und anderen Fischen im Uferbereich hatten.

Auch wir mussten auf dem Floß nicht nur von unseren zuvor getätigten Einkäufen leben, sondern wurden schon am zweiten Tag der Reise durch Jens Winkelmann und sein Wasserkiosk überrascht. In der Urlaubssaison ist Winkelmann jeden Tag acht Stunden mit seinem schwimmenden Kiosk unterwegs: Ob kaltes Bier, Brötchen, Eis, Zeitung oder Räucherfisch, der Wasserkiosk hat alles dabei was das Herz begehrt. Zum Ende der diesjährigen Urlaubssaison auf der Mecklenburgischen Seenplatte sendet das Norddeutsche Fernsehen  eine ganze Dokumentation über den schwimmenden Kaufmann (Sendetermin: Freitag 09.09. um 21:15). Wir testeten den von Winkelmann geräucherten Fisch und waren begeistert. Da konnten Stullen und Eintopf einfach nicht mithalten – so liebevoll der Kapitän sie auch kochte.

Raeucherfisch Der Kapitaen kocht

In vier kurzen Tagen nahmen wir alle Wetterlagen mit von strahlendem Sonnenschein bis hin zur stürmischen Gewitternacht. Wir konnten uns auf dem Sonnendeck die Beine bräunen und mussten uns bei Nieselregen in der Koje verkriechen. Der Regen schenkte uns den Anblick eines nebelverhangenden Sees in der Abendröte und die Wärme lockte die Wasserki-Fahrer auf die Bretter. Sowohl Gärtner als auch Gartenbloggerin sind schwer verliebt in die Landschaft und Ruhe der Mecklenburgischen Seenplatte, es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass wir dort Urlaub machen.

Tipps für den Urlaub mit dem Hausfloß auf der Mecklenburgischen Seenplatte

  1. Autan und Co müssen mit – wer nicht eingeschmiert ist, wird in der Dämmerung von den Mücken verspeist.
  2. Vorräte nicht vergessen – wer an Land geht verliert nur Zeit und das Wasserkiosk liefert zwar vieles, aber auch zu ordentlichen Preisen.
  3. Wer viel entdecken will, sollte die Tour zuvor planen und sich über die Öffnungszeiten der Schleusen informieren. Das Schleusen funktioniert ab drei Mann Bootsbesatzung sehr gut.
  4. Wer ist hier falsch: Wer auf Dusche und eine richtige Toilette nicht verzichten kann, sollte vielleicht lieber ein Ferienhaus am Ufer mieten. Ebenso werden Kultururlauber auf dem Boot nicht auf ihre Kosten kommen.
  5. Wer ist hier richtig: Alle Naturliebhaber und Wasserratten. Egal ob man lesend auf dem Sonnendeck entspannen möchte oder aktiv per Kajak die Gegend erkundet, die Mecklenburgische Seenplatte ist sehr facettenreich.

Für Alle, die nicht genug kriegen können, hier weitere Impressionen eines ereignisreichen Urlaubs:

Schiet-Wetter auf dem See
Schiet-Wetter auf der Mecklenburgischen Seenplatte
Mit dem Hausfloß auf der Mecklenburgischen Seenplatte: Ferienbeschaeftigung
Lesen und Essen während des Regentages
Mit dem Hausfloß auf der Mecklenburgischen Seenplatte… The Fog
Nebel über dem See
Wasserski auf dem Paelitzsee
Wasserski auf dem Paelitzsee
Mit dem Hausfloß auf der Mecklenburgischen Seenplatte: Auf dem Sonnendeck
Mit dem Gärtner auf dem Sonnendeck
Bootsparade letzter Schleusengang
Bootsparade nach dem letzten Schleusengang
Seerose auf dem Canower See
Seerose auf dem Canower See

Balkonjahr 2016 – eine Zwischenbilanz

Draußen wächst, gedeiht, explodiert alles in grün. Mit der Saison in vollem Gange, zeichnen nun schon die „Gewinner“ des Balkonjahres 2016 ab. Da das Gärtnern auf kleinem Raum eine besondere Herausforderung darstellt, möchte ich mit Freude und mit Stolz eine kleine Zwischenbilanz ziehen:

Chili „Lila Luzi“ – In dritter Generation und seit Kauf des Saatgutes nun im zweiten Jahr nach der Aussaat ist dieses Jahr eindeutig ein Gewinner die Chili „Lila Luzi“. Nach starkem Blattlausbefall zu Beginn der Saison (mit der mechanischen Vernichtung bin ich nicht hinterhergekommen), zeigt sie sich nun in aller Pracht: von der Farbe lila färben sich die kleinen scharfen Früchte über gelb und orange zu rot.

Balkonjahr 2016: Lila Luzi zeigt ihre attraktiven Früchte
Lila Luzi zeigt ihre attraktiven Früchte

 

Glockenpaprika – 2015 hatten wir auf dem Saatgutfest ein kleines, zartes Pflänzlein mitgenommen. Diesen Sommer entwickelt die Paprika nun schon zum zweiten Mal ihre attraktiven Früchte in Glockenform!

Balkonjahr 2016: Glockenpaprika
Glockenpaprika

 

Kleine weiße Balkongurke – Wer hätte das gedacht? Gewinner im Balkonjahr 2016 ist ebenfalls eine vernachlässigte kleine weiße Balkongurke. Eine Pflanze war Ende Mai schon rausgesetzt, für die zweite war kein Platz. Sie blieb in der Küche in ihrem kleinen Topf. Nun stellt sich heraus, sie ist der eigentliche Star! Während die gut gehegte Pflanze in der Bäckerkiste mit ausreichend Platz verkümmert ist, rankt die stille Schönheit weiter und wirft nach und nach schmackhafte, kleine Gurken ab.

Balkonjahr: Kleine weiße Balkongurke
Kleine weiße Balkongurke

 

Mangold – In den letzten Jahren schwierig, ist die buntstielige Mangoldmischung dieses Jahr ein Dauerbrenner. Seit spätestens Ende Juni komme ich mit dem Ernten und Verwerten kaum hinterher…

Balkonjahr: Mangold mit roten und gelben Blattstielen
Mangold mit roten und gelben Blattstielen

 

Tomaten – Mit der Bodenfruchtbarkeit  ist das auf dem Balkon so eine Sache. Obwohl ich im Frühjahr reichlich Bio-Dünger in den Boden gemischt hatte, bangte ich um die Entwicklung dieses Starkzehrers. Umso erfreulicher ist, dass dieses Jahr die Tomatenpflanzen besonders groß bzw. buschig geworden sind. Black Plum, Berner Rose, Principe Borghese und gelbe Johannisbeere geben Gas!

Black Plum
Black Plum

 

Berner Rose
Berner Rose

 

Principe Borghese
Principe Borghese

 

Gelbe Johannisbeere
Gelbe Johannisbeere

 

Rote Melde – Die Erfahrung zeigt: kleiner Pflanzbehälter, kleine Pflanze. Die Rote Melde mit ihrer tollen Farbgebung widersetzt sich dem Trend und ist im schmalen Balkonkasten auf ganze 1,10 Meter herangewachsen. Hut ab!

Balkonjahr 2016: Samenstände der Roten Melde
Samenstände der Roten Melde

 

Brokkoli „Cezar“ – Zu den großen Erfolgen gehören die ersten Brokkoliröschen, die sich dieses Jahr in der Bäckerkiste zeigen. Noch etwas Geduld, bald kann ich ernten…

Balkonjahr 2016: Erste Brokkoliröschen
Erste Brokkoliröschen

 

Rote Beete – Unglaublich, aber wahr: Dieses Jahr entwickelt sich die Rote Beete erstmalig richtig gut! Um den Knollen eine Chance zu geben, hatte ich vor Beginn der Saison eine gute Portion Sand unter den Boden der Bäckerkiste gemischt. Nun macht es sich bezahlt: Langsam verdicken sich die Wurzeln zu Knollen.

Balkonjahr 2016: Blätter der Roten Beete
Blätter der Roten Beete

 

Blattsalate und Rucola – Inzwischen sind sie geschossen. Erwähnt werden sollen aber auch Blattsalat und Rucola, die ebenfalls vom Saatgutfest in Düsseldorf stammen. Im April gepflanzt, wuchsen sie was das Zeug hielt. Ihre Blätter boten diesen Sommer wiederholt eine gute Grundlage für so manchen schmackhaften Salat.

Rucola als großbewachsene Pflanze
Rucola als großbewachsene Pflanze

 

Einige Pflanzen haben dieses Jahr weniger gut funktioniert: Die Gewürztagetes „Lemon Gem“ hat sich dieses Jahr überraschenderweise gar nicht entwickelt. Als Experiment hatte ich in einige Kästen Seedbombs von verschiedenen Herstellern gesetzt – auch die hatten keinen Erfolg. War das Rankgerüst letztes Jahr von der Feuerbohne eingenommen, konnte sie sich dieses Jahr im Schatten der Tomaten nicht halten. Auch dem selbstgezogene Basilikum ging es unter den Tomaten nicht gut (Überraschung, Überraschung). Aus welchem Grund auch immer (zu wenig Sonne zur richtigen Zeit?) waren die (nicht geernteten) Erdbeeren eine kleine Enttäuschung. Früchte hängen an den Monatserdbeeren reichlich, trotzdem habe ich bisher fast keine ernten können, schnell waren die Kandidaten überreif.

Alles in allem ist auch dieses Balkonjahr sehr lehrreich und wirft bereits seinen langen Schatten auf die kommende Saison. Vielleicht helfen euch die Erfahrungen, die ich gemacht habe bei eurer Planung weiter. Und bitte: Gerne möchte ich auch aus eurer Erfahrung lernen! Was hat bei euch gut, was nicht so gut geklappt? Ich freue mich auf eure Kommentare und Rückmeldungen!