Im Garten von Schloss Moyland

Am idyllischen Niederrhein, am Rande des mittelalterlichen Städtchens Kalkar, liegt das Dorf Till mit seinem wunderschönen Schloss Moyland. Die Anfang des 14. Jahrhunderts errichtete Wasserburg hat eine lange bewegte Geschichte. Viele Male hat das Anwesen, das seit dem 18. Jahrhundert der Familie von Steengracht gehört, sein Anlitz verändert. Der neugothische Stil des Schlosses, den der Kölner Dombaumeister, Ernst Friedrich Zwirner im 19. Jahrhundert dem Bauwerk verlieh, ist bis heute erhalten. Mit großem Einsatz wurde Schloss Moyland mithilfe der Stiftung Schloss Moyland ab 1990 wieder aufgebaut und restauriert. Heute sind die Schäden des zweiten Weltkrieges nicht mehr zu erkennen und seit wenigen Jahren trohnt auch wieder ein spitzer Turm auf dem Schloss, von dem aus über die weiten Wiesen und Felder des Niederrheins geblickt werden kann.

Der Kräutergarten von Schloss Moyland

Zwar steht im heute als Musem Schloss Moyland bekannten Bau die moderne Kunst und vor allem der Klever Künstler Joseph Beuys im Mittelpunkt, aber die große, gepflegte Parkanlage und ein Kräutergarten, der einen fabelhaften Überblick über die Heil- und Giftpflanzen aus der Region liefert, macht Schloss Moyland auch für Pflanzenliebhaber interessant. Eingebettet in die barocke Gartenlandschaft, die von Alleen und Wasserläufen durchzogen ist, stellt der Kräutergarten eine kleine Oase dar.

Die Geschichte der Heilpflanzen auf Schloss Moyland

Im 16. Jahrhundert gehörte das Schloss Moyland der Familie Dietrich des II. von Bronckhorst-Batenburg, der  sich sehr für den Einsatz von Heilpflanzen und Kräutern begeisterte. Auf dem Wasserschloss Anholt, im nahegelegenen Kreis Borken, welches sich ebenfalls in Dietrichs Hand befand, trug dieser zahlreiche medizinische Bücher seiner Zeit zusammen. In der fürstlichen Salm-Salm’schen Bibliothek auf Schloss Anholt ist bis heute ein sehr beeindruckendes Exemplar eines Kräuterbuchs erhalten, das als „Anholter Kräuterbuch“ bekannt ist. Bei diesem handgeschriebenen und mit zahlreichen Illustrationen versehenen mittelalterlichen Werk handelt es sich um eine Abschrift bzw. Weiterentwicklung des Kräuterbuches des bayrischen Arztes Johannes Hartlieb, der es Mitte des 15. Jahrhunderts niederschrieb. Die Anholter Version beinhaltet 173 illustrierte Rezepte zu der Vewendung von Pflanzen und wichtigen medizinischen Grundlagen. Im Jahr 1999 entstand, inspiriert durch das Anholter Kräuterbuch, in der Parkanlage von Schloss Moyland ein Kräutergarten, wie ihn sicherlich auch Dietrich der II. zu schätzen gewusst hätte. Wir haben für Euch die schönsten Impressionen gesammelt.

Eintrittspreise für die historische Gartenanlage und den Skulturenpark

2 € pro Person (keine Ermäßigung)

Öffnungszeiten des (Garten) von Schloss Moyland

Sommer (1. April – 30. September)
Mo. 11–17 Uhr (nur Historische Gartenanlage)
Di.–Fr. 11–18 Uhr
Sa. und So. 10–18 Uhr

Winter (1. Oktober – 31. März)
Mo. 11–17 Uhr (nur Historische Gartenanlage)
Di.–So. 11–17 Uhr

Seite Garten
Der Blick auf den Kräutergarten und das Schloss
Blick auf den Garten
Der Eingang des Moyländer Kräutergartens
Artischocke
Die Artischocke – Cynara cardunculus
Indianernessel
Indianernessel – Monarda didyma
Schmetterlingsflieder
Schmetterlingsflieder – Buddleja davidii
Garten von Schloss Moyladn: Ech.-Hummel
Sonnenhut – Echinacea
Ross-Minze
Ross Minze – Mentra Longifolia
Wilde Karde
Wilde Karde – Dipsacus fullonum
Garten von Schloss Moyland: Stevia
Stevia – stevia rebaudiana
Garten von Schloss Moyland: Im Garten
Wasserspiel im Kräutergarten und Blick auf die Beete
Garten von Schloss Moyland: Ricinus
Vorsicht giftig: Wunderbaum – Ricinus communis
Garten von Schloss Moyland: Eisenhut
Vorsicht giftig: Gelber Eisenhut – Aconitum vulparia
Garten von Schloss Moyland: Tollkirsche
Vorsicht giftig: Tollkirsche – Atropa helladonna

Blütenendfäule und jetzt?

Schädlinge, Pilze, Mangelerscheinungen – dies sind wohl die drei Schlagwörter, die jeden Hobbygärtner zusammenschrecken lassen. Leider hat es auch mich in dieser Saison ereilt. Während Schädlinge wie z.B. Schnecken kaum ihren Weg auf meinen Balkon finden, bleiben auch meine Pflanzen vor anderen Krankheiten und Besuchern nicht verschont. Dieses Jahr hat es leider meine Lieblinge getroffen: die Tomaten hatten die Blütenendfäule.

Blütenendfäule: Das Schadbild.

Ist es die Krautfäule?

Als ich das erste Mal die großen, schwarzen Stellen auf meinen Tomaten entdeckte, lief es mir kalt den Rücken runter. Mein erster Gedanke war: Krautfäule. Der Befall mit diesem sehr hartnäckigen Pilz bedeutet, dass ich meine Ernte in diesem Jahr wohl hätte aufgeben müssen. Doch konnte es Krautfäule sein? Nach einer eingehenden Analyse des Schadbildes musste ich feststellen, dass wichtige Merkmale der Krautfäule nicht auf meine Tomaten zutrafen. Ein wichtiger Indikator der Krautfäule ist ein gut erkennbares Schadbild an den Blättern. Im Frühstadium des Pilzbefalls verfärben sich die Blätter der Pflanzen dunkel und vertrocknen. Sobald der Pilz sich in der Pflanze ausgebreitet und sie stark geschwächt hat, beginnen nun auch die Früchte zu faulen und abzusterben. Ist dieses Stadium erreicht, ist die Pflanze kaum noch zu retten. Der Pilz, der die Krautfäule auslöst, verbreitet sich sehr schnell, weshalb die Pflanzen dringend von ihren Nachbarn separiert werden sollten. Wird die Pflanze vernichtet, weil sie nicht mehr zu retten ist, müssen die Töpfe, Stäbe und alles was mit der Pflanze und ihrer Erde in Berührung gekommen ist, heiß abgewaschen werden. So könnt ihr verhindern, dass ihr eure Pflanzen in der kommenden Saison wieder ansteckt. Solltet ihr einen Kompost haben, ist es wichtig, dass infizierte Pflanzen und ihre Erde nicht darin landen. Zu groß ist die Gefahr, dass der Pilz in eurem Kompost überdauert und andere Pflanzen in der nächsten Saison infiziert.

Welche Krankheit löst faulige Blütenansätze an Tomaten aus?

Aufgrund der starken grünen Blätter meiner Tomaten schloss ich es zunächst einmal aus, dass es sich bei meinem Schadbild um die Krautfäule handelt. Zur Sicherheit separierte ich die drei betroffenen Exemplare von den zwei anderen Tomatenpflanzen. Doch wieso hatten sich meine Tomaten an ihrer Spitze zunächst glasig und dann dunkel verfärbt? Da die Verfärbung an allen betroffenen Tomaten an der Stelle auftrat, an der sich zuvor der Blütenansatz befand, lag das Schadbild der Blütenendfäule nahe. Bei der Blütenendfäule handelt es sich nicht um einen Pilz, sondern um eine Mangelerscheinung bzw. Stoffwechselerkrankung. Die mir zugängliche Gartenliteratur ist sich über die genaue Ursache der Blütenendfäule nicht im Klaren. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sie durch einen Calciummangel der Pflanzen ausgelöst wird. Durch die Transpiration der Tomatenpflanzen werden Nährstoffe und Wasser aus dem Boden in die Blätter und Früchte transportiert. Da dieser Prozess jedoch in der Tomatenfrucht nicht so schnell abläuft, wie im Blattwerk, kann es zu einer Unterversorgung der Früchte mit Nährstoffen wie Calcium kommen. Die Blütenendfäule wird insbesondere dadurch begünstigt, dass es zu starken Schwankungen zwischen Trockenheit und Feuchtigkeit kommt – die Pflanzen ganz einfach ausgedrückt, nicht häufig genug bzw. nicht regelmäßig genug gegossen wurden. Da der bisherige Sommer sehr verregnet war, hatte ich das Gefühl, dass meine Tomaten nicht so viel Wasser benötigen würden, vielleicht war das mein Fehler.

Bluetenendfaeule im Anfangsstadium

Was kann ich gegen Blütenendfäule tun?

Die zwei meist genannten Ratschläge, die ich zum Thema Blütenendfäule finden konnte, waren: Gießen, Gießen, Gießen und der Einsatz von Kalk. Gesagt getan: zunächst stürmte ich den nahegelegenen Baumarkt und besorgte Kalk. Ich verwöhnte meine Tomaten mit etwas frischer Erde, Kalk und viel Wasser. Nun muss ich zunächst beobachten, wie die Pflanzen reagieren und wie sich die nachkommenden Früchte verhalten. Wenn ich Glück habe und die Behandlung anschlägt, sollte ich in dieser Saison auch noch ein paar Fleischtomaten ernten können. Bei einem Besuch in der niederrheinischen Heimat musste ich darüber hinaus feststellen, dass die Fleischtomaten (unter anderem Sorte San Manzano) auch bei meinen Eltern das gleiche Schadbild zeigen. Es stellt sich also die Frage, ob vielleicht einige Tomatensorten besonders anfällig für diese Stoffwechselkrankheit sind. Dieser Frage werde ich weiter auf den Grund gehen und euch informieren, sobald ich näheres weiß. Habt ihr in diesem Jahr auch mit der Blütenendfäule zu kämpfen, oder hat euch sogar die Krautfäule erwischt? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Scholle für eine Saison – ein Selbstversuch

Das erste Mal, dass ich von vorbestellten Ackerstreifen á la Meine Ernte oder Ackerhelden hörte, war ich zwiegespalten. Eine geniale Idee für Berufstätige und alle, die nur wenig Zeit investieren wollen und/oder können und/oder wenig Ahnung vom Gärtnern haben. ABER: Eigentlich will ich doch alles oder nichts, im Schweiße seines Angesichts die eigene Scholle umgraben, den Boden vorbereiten, säen, jäten, pflegen und die Früchte meiner harten Arbeit ernten! Attraktiv ist, dass einem durch die Vorbestellung ein guter Teil der Arbeit abgenommen wird sowie der relativ geringe Aufwand den man betreiben kann, um sich zu einem recht guten Preis eine Saison lang mit eigenem Gemüse zu versorgen. Zudem erlebt man anhand der eigenen Erfahrung die Saisonalität von Gemüse. Der Balkon platzt aus allen nähten – das Vorhaben kann auch als eine Vorstufe zu einem eigenen Garten gesehen werden.

Es kam, wie es kam, zu Beginn des Jahres fragte dann eine Freundin an. Nun teilen wir uns zu fünft einen vorbestellten Ackerstreifen von 50 qm. Die Pragmatikerin in mir gewann: 30 Minuten Fahrzeit für eine Strecke mit dem Rad vs. knapp eine Stunde zum nächstgelegenen Biohof der das gleiche in, nun ja, bio anbietet. Unschlagbar, wenn man bedenkt, dass man auf dem Acker auch noch aktiv werden will! Zudem wollte ich der weitverbreiteten städtischen Vorstellung von Landwirtschaft etwas entgegensetzen, die sich oftmals gedanklich zwischen den Extremen idyllischer, (vermeintlich) perfekter Biohof und Massenanbau/-tierhaltung bewegt und dem Mittelmaß wenig Raum bietet.

Es ist also nun das Projekt „Feldfreunde“ vom Oberschuirshof im Essener Südwesten geworden. Ähnlich vielen Höfen, die eine Lage in direkter Nähe zu einem urbanen Raum wie dem Ruhrgebiet haben, hat auch der Betrieb von Familie Weber viele Standbeine: mit 60 ha Ackerfläche, einem Schweine- und Geflügelhof, Hofladen und dem Projekt „Feldfreunde“ nennt er sich einen „Bauernhof zum Anfassen“. Hier kann man zwischen Mai und Oktober zu einem guten Preis Ackerstreifen von entweder 50 oder 100 qm für eine Saison anmieten. Eine festgelegte Zahl an Gemüsesorten ist vorgesät, die ersten Meter des Streifens sind durch die Mieter frei bepflanzbar. Zum Ende der Saison wird das Feld geräumt. Die Lage ist toll: Unter freiem Himmel schweift der Blick schnell über die grünen Ruhrhöhen.

 

Unser Ackerstreifen Anfang/Mitte Mai 2016
Unser Ackerstreifen mit Blick auf das Ruhrtal (Mitte Mai 2016)

 

Ab Anfang Mai erhält man regelmäßig Newsletter mit wichtigen und aktuellen Infos und Tipps. Familie Weber steht einem mit Rat und Tat für weitere Fragen beiseite. Seit diesem Jahr (2016) erhält man im Hofladen je 50 qm ein Starter-Paket „Kräuter und Blumen“. Auch im Laufe der Saison kann man Setzlinge und Saatgut dort zum Nachpflanzen kaufen. Wasserstellen und Kompostlager werden eingerichtet, es gibt eine Hütte, in der Werkzeug zur Verfügung steht. Auch Rankgitter und Bambusstäbe werden jedem Feld für rankende Pflanzen wie Bohnen oder Erbsen bereitgestellt. Hunde sind grundsätzlich willkommen, sofern man auf den Schutz der Felder achtet und berücksichtigt, dass hier Lebensmittel angebaut werden! Positiv ist auch die Kooperation mit Foodsharing: Im Werkzeugschuppen am Anfang des Feldes findet man Infos zum Projekt und eine Sammelkiste für überschüssige Ernte.

 

Erste Ernte
Erste Ernte (Mai 2016)

 

Alles schießt – Unser Acker im Juli 2016

 

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Phacelia als wahrer Bienenfreund

 

Von dem Ergebnis bin ich positiv überrascht. Bisher reicht das geerntete Gemüse allemal für uns fünf. Der Gedanke entspannt, dass einem die erste Arbeit abgenommen wird und jedem selbst überlassen bleibt, wie viel Aufwand in die eigene Scholle gesteckt wird. Abhängig davon ist natürlich auch der Ertrag… Deutlich wird auch die Abhängigkeit der Landwirtschaft vom Wetter. Je nach Wetterlage kann es durchaus passieren, dass sich manche Gemüsesorten besser und andere schlechter entwickeln. Immer wieder ist es interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die ursprünglich identischen Felder gestaltet werden mit Pflanzen, Fußwegen, Bänken, Stühlen, Windrädern und mehr. Ein wenig kurios und etwas konservativ erscheint mir nach wie vor das Bild des Städters, der an den Stadtrand fährt, um dort emsig seine Scholle zu bewirtschaften. Man grüßt sich freundlich, ein bisschen entsteht ein Gefühl von Kleingartenidylle. Dennoch ist es toll zu sehen, mit wie viel Enthusiasmus und Mühe viele ihr Feld für eine Saison beackern. Sehr unterschiedliche Gruppen treffen dort aufeinander, Familien, Freunde, Singles, Studenten, junge Paare, Berufstätige, Rentner und viele mehr. Alle freuen sich über ihr kleines Stück grünes Glück und ein Stündchen oder zwei Flucht aus der Stadt.

 

Variationen einer Bank
Variationen einer Bank

 

Exotischer Freund
Exotischer Freund

 

Vielfalt
Grüne Vielfalt

 

Saisonal mietbare Ackerstreifen rundum Essen (Ruhr):

Oberschuirshof der Familie Weber in Essen-Schuir (Feldfreunde) – http://www.feldfreunde.de

Biohof Oberhammshof in Essen-Fischlaken (Bauer Günther Maas) – Mittelhammshof@aol.com

 

Bundesweit aktive Angebote:

Meine Ernte (in Essen-Kray auch am Bauernhof Mechtenberg) – http://www.meine-ernte.de

Ackerhelden (Partner von Bioland) – http://www.ackerhelden.de

 

Wie sind Eure Erfahrungen mit vorbestellten Ackerstreifen? Erntet ihr auch kindskopfgroße Kohlrabi oder ärgert ihr Euch über die magere Möhrenernte? Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen!

Ein kleines Paradies: Pfarrgarten Saxdorf

Im südlichen Brandenburg zwischen Bad Liebenwerda und Mühlberg/Elbe liegt Saxdorf.

Seit fast 40 Jahren wird der Saxdorfer Pfarrgarten durch den Künstler Hanspeter Bethke und den Pfarrer Karl-Heinrich Zahn gestaltet. Das Gartenkunstwerk ist Gegenstand ständiger Veränderung – sowohl durch den Lauf der Jahreszeiten als auch die Arbeit der Gärtner.

In unermüdlicher Kleinarbeit wurden viele Raritäten zusammengetragen: seltene Gehölze, englische und historische Rosen, eine Sammlung von Phloxen von Karl Foerster, zahlreiche Heliopsis und Hellenium-Arten, Hemerocallis, viele Lilienarten, prächtige Strauchpäonien (darunter auch eigene Züchtungen), eine beachtliche Dahliensammlung, viele Bambussorten, im Gewächshaus drängen sich ca. 170 verschiedene Kamelien, in Kübeln seltene Agapanthus, Passiflora-Arten, verschiedene Myrthen oder der duftende Ananassalbei. Einen weiteren Sammlungsschwerpunkt stellen die Kakteen dar. Jährlich werden ein Bambusfest und ein Rosenfest veranstaltet, denn im Pfarrgarten entstehen auch eigene Rosensorten.

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

Pfarrgarten Saxdorf

 

KptnCook – stressfrei Kochen

Nach einem anstrengenden Tag auf der Arbeit, an dem man nur noch die Füße hochlegen möchte, liebäugelt auch der ambitionierteste Hobbykoch mal mit einer Falafeltasche von der Dönerbude ums Eck, oder der Notfall TK-Pizza, die ganz weit hinten im Gefrierfach deponiert ist. Viel zu wenig kann man sich darauf verlassen, dass Rezepte für schnelle Küche auch wirklich das Halten was sie versprechen. Schon im Sommer 2014, damals noch im Beta-Stadium, habe ich die App KptnCook kennengelernt, die es schafft einfallsreiche Gerichte so zu präsentieren, dass sowohl der Einkauf, als auch das Kochen blitzschnell gemacht sind. Hier für euch eine kleine Bewertung der Rezepte App KptnCook.

Welche Rezepte findet man auf KptnCook?

Zusammengetragen von einer jungen Community  deutscher und amerikanischer Food-Blogger, präsentiert KptnCook täglich drei Rezepte, die zu großen Teilen vegetarisch oder auch vegan sind. Die Gerichte kommen ohne viel Schnickschnack aus und machen es möglich in nahezu jedem Supermarkt einzukaufen.

Den Preis im Blick

Wer auf sein Geld achtgeben muss, weil der Monat sich dem Ende zuneigt, oder das Bafög leider schon wieder viel zu früh aufgebraucht ist, hat mit KptnCook die Preise im Blick. In der App lässt sich der präferierte Supermarkt auswählen (z.B. Rewe, Alnatura, Denn’s Biomarkt und Real) und anhand dessen direkt der Preis des Einkaufs anzeigen lassen. Discounter sind nicht unter den Supermärkten – jedoch lassen sich sicherlich auch ein Großteil der Produkte ebenso bei Aldi, Lidl und Co finden. Als praktisch hat sich auch die Abhak-Funktion in der App erwiesen, die erlaubt, die Produkte, die schon im Einkaufswagen liegen, oder zu Hause schon vorhanden sind grün zu markieren. So kann man auf den Einkaufszettel verzichten und hat alles gut im Blick.

Wie gut lassen sich die Rezepte nachkochen?

Die Rezepte, die in der App eingestellt werden, lassen sich perfekt innerhalb ca. 30 Minuten vorbereiten und kochen. Es gibt keine versteckten Ruhezeiten oder ewige Schnibbelorgien, die die Zeit für die Zubereitung in die Länge ziehen. Die Arbeitsschritte sind anschaulich und mit sehr ansprechenden Fotos dokumentiert. Wenn man sich während des Kochens immer mal wieder die Finger abwischt, begleitet die App auch den unerfahrensten Hobbykoch angenehm durch den gesamten Kochprozess. Die Gerichte sind einfach nachzukochen und doch pfiffig, dass macht am meisten Spaß an KptnCook.

Bewertung der Rezepte App KptnCook Bewertung der Rezepte App KptnCook

 

 

 

 

 

Was könnte besser sein?

Wem ein Rezept auf KptnCook  gefällt, kann es als Favorit in seiner Bibliothek speichern. Je mehr Rezepte sich anhäufen, desto schwieriger ist es den Überblick zu halten. Es wäre schön, wenn man eine Suchfunktion zur Hand hätte, oder die Rezepte nach Zutaten oder ähnlichem kategorisierbar wären. Das favorisierte Rezept nicht wieder zu finden stresst und das hilft am Abend wirklich nicht weiter. Ich persönlich habe ab und zu auch mit längeren Ladezeiten zu kämpfen, dies hängt aber mit Sicherheit auch mit meinem betuchten Smartphone zusammen. Darüber hinaus kommt es ab und zu Wiederholungen – wer jeden Tag in die App schaut, wird immer mal wieder Dinge entdecken die er schon kennt. Da dies aber im überschaubaren Maße geschieht, ist das aus meiner Sicht noch vertretbar.

Wie verdient KptnCook  Geld?

Zunächst ist die KptnCook App sowohl im Appstore als auch im Google Play Store kostenfrei, jedoch ist die Bibliothek auf das Abspeichern von 25 Rezepten beschränkt. Wer diese erweitern möchte, muss einen App-In-Kauf tätigen. Da ich als Beta-Nutzerin 100 Speicherplätze bekommen habe, bin ich noch nicht an meine Obergrenze gestoßen, aber die Informationsfunktion der App verrät, dass das Aufstocken um 25 Speicherplätze 1,99€ und um 100 Plätze 5,99 € kostet.  Das ist relativ happig. Aufgrund der fehlenden Ordnungsfunktion ist es jedoch fraglich, ob es wirklich sinnvoll ist mehrere hundert Rezepte zu speichern. In letzter Zeit habe ich auch ab und zu eine Werbeanzeige entdeckt, die erscheint, wenn man alle drei Tagesrezepte durchgescrollt hat. Dies finde ich in Anbetracht dessen, dass für Speicherplätze gezahlt werden muss unangebracht, auch wenn die Werbung nicht aufdringlich ist.

Bewertung der Rezepte App KptnCook – Das Fazit

KptnCook  ist eine ansprechende App für alle Vegetarier und Flexitarier, die schnell, bequem und übersichtlich Rezepte unter Zeitdruck nachkochen möchten. Das Design ist sehr ansprechend und die Handhabung zu größten Teilen benutzerfreundlich. Die Preise für mehr Speicherplatz sind relativ hoch, aber die Qualität der Rezepte ist überzeugend. Wer also keine überbordende Rezepte-Enzyklopädie anlegen möchte, sondern eine überschaubare Liste schöner Rezepte erstellen möchte und sich täglich auf neues freut, der ist bei Kptn Cook richtig.

Hier ist der Link zur KptnCook Webseite und zum KptnCook Blog.

Diese Rezension bildet meine persönliche Meinung zu KptnCook ab – wir haben an keiner Stelle eine Finanzierung erhalten, sondern wollen allein unsere Entdeckung mit euch teilen.

Wurmkompost Teil 1: Über den Bau einer Wurmfarm

Seit über einem Jahr träume ich von einem Wurmkompost auf dem Balkon. Allein die Vorstellung, die Bioabfälle nicht mehr verschwenderisch in den Restmüll werfen zu müssen und stattdessen gewinnbringend in „schwarzes Gold“ und Flüssigdünger umwandeln zu können! Geschenkt, Geduld ist gefragt und einen Großteil des Gewinns werde ich an andere Balkon- und Garteneigentümer abgeben müssen. Aber allein die Neugierde – funktioniert das wirklich?!

Der Prozess war lang, die Entscheidungen träge: Welches Material? PVC (hygienisch einwandfrei, aber was ist mit Weichmachern?), Holz (als nachwachsender Rohstoff unter den richtigen Bedingungen ökologisch sinnvoller, aber weniger hygienisch) oder doch PVC? Wie baut man so eine Kiste? Wie bereitet man Kompostwürmern ein schönes, muckeliges Heim? Es muss auf jeden Fall fix und fertig sein, wenn sie ankommen!

Dieser Blog bot nun den Anlass, das Projekt endlich umzusetzen. Anregung und Anleitung zum Bau einer Wurmkiste (aus Holz) fand ich im taschenGARTEN von 2015, einem tollen Kalender mit vielen praktischen Tipps für aktive Gärtner, herausgegeben von der GartenWerkStadt Marburg. Allerdings machte ich einen entscheidenden Fehler. Ich nahm eine Abkürzung. Warum schwer, wenn es auch leicht geht? Ich besorgte eine große, unbehandelte Holzkiste (FSC-zertifiziert) im Baumarkt. Als ich Löcher in die dünne Spanplatte bohrte, die sich Boden nannte, hätte ich es schon ahnen können. Sie splitterte wie verrückt und bog sich mit jedem Loch. Egal! Ich baute einen Deckel aus einer einfachen Holzplatte und zwei Kanthölzern, bereitete in der Kiste ein Bett aus Kokosfasern vor und fertig. Teil 1 des Projekts war für abgeschlossen erklärt, die Postkarte verschickt, mit der ich die Lieferung der Kompostwürmer (Eisenia foetida oder charmanter: „Tennessee Wiggler“) konkret anforderte.

Drei Tage später waren sie da: Als ich abends nach Hause kam, stand vor der Tür ein erstaunlich kleines, handliches Paket, dass einen weißen, verschnürten Plastiksack enthielt. Im Plastiksack waren annähernd 500 Kompostwürmer und etwas Mist als „Reiseproviant“. Ich hatte mehr erwartet. Behutsam gab ich sie in die Kiste und fügte als erste Mahlzeit im neuen Heim die biologischen Küchenabfälle des abends hinzu.

Bis zum nächsten Morgen waren Ameisen in die Kiste eingezogen. Von den Würmern kaum eine Spur. Sie hatten sich ins Dunkel zurückgezogen. Am Abend des ersten, richtigen Tages hatten sich die Würmer an die Seiten der Kiste „gewiggelt“. Ich dachte mir nichts dabei – schließlich wusste ich, dass sie noch dabei waren, sich einzuleben.

Der zweite Morgen bot ein Desaster. Ein grauenhafter Anblick erwartete mich auf dem Balkon: Überall auf dem Boden verteilt lagen kleine, trockene Körperchen, einige, wenige lebten noch! Durch Gewicht und Feuchtigkeit hatte sich der Boden der Kiste nach unten durchgebogen, sodass die Würmer über Spalten zwischen Boden und Seitenwänden entkommen konnten! Ich fühlte mich schlecht. Die armen Tiere. Nicht nur mussten sie sich in einer neuen, fremden Umgebung zurechtfinden. Ich vermute, einige waren vielleicht auch den Vögeln des Innenhofs ein gefundenes Fressen gewesen.

Ich sammelte ein, was ich einsammeln konnte und beseitigte, was beseitigt werden musste. Die Ränder der Kiste klebte ich provisorisch mit Klebeband zu. Meine „schlaue“ Abkürzung hatte nicht funktioniert, ich war trotz langer Vorfreude letztlich doch zu ungeduldig gewesen. Also musste ich nochmal ran und eine richtige Kompostwurm-Holzkiste bauen. Und das geht so:

 

Material für eine Kiste (Maße: 60x40x20 cm):

2x Brett 600x400x20 mm (als Boden und Deckel)

2x Brett 600x200x18 mm (als lange Seitenwände)

2x Brett 364x200x18 mm (als kurze Seitenwände)

4x Kanthölzer 360x10x10 mm (für Deckel und Boden je 2)

Holzschrauben, 3,0 x 35 m („Viele!“)

Dünne Nägel, ca. 30 mm („Viele!“)

Torffreie Erde oder Kokosblock als Füllmaterial

Filzmatte oder Zeitungspapier zum Abdecken des Materials

Standard-Kunststoffkiste aus dem Baumarkt (60x40x10 cm) als Auffangbecken für Flüssigkeiten (alternativ kann man natürlich eine zweite Holzkiste ohne Löcher im Boden bauen)

 

Werkzeug:

Hammer

Bohrmaschine

Akkuschrauber

Geodreieck

Bleistift

Material 160702_Wurmkiste_IMG_1254

Anleitung:

  • Die langen Seitenwände (2x 600x200x18 mm) und kurzen Seitenwände (2x 364x200x18 mm) mit dem Boden (1x 600x400x20 mm) durch dünne Nägel verbinden. Für mehr Stabilität habe ich zwischen die Nägel noch Schrauben gesetzt. Bitte nicht irritieren lassen von den Löchern, die auf den Bildern bereits im Boden zu sehen sind – schließlich war der erste Plan, bei der Baumarkt-Kiste nur den Boden zu ersetzen…

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  • Mit dem Akkubohrer die langen Seitenwände mit den kurzen Seitenwänden an allen vier Ecken verschrauben. Auch hier können zur Verbindung weitere Nägel dazwischen gesetzt werden. Ich habe es leider wieder nicht gemacht und es macht sich bemerkbar: die Löcher für die Schrauben sollten vorgebohrt werden!

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  • Die Kiste mit dem Boden nach oben drehen. An jeder kurzen Seite ein Kantholz mit 2 cm Abstand zum Rand auf den Boden nageln. Die Nägel sollten weniger als 3 cm lang sein, damit sie nicht in die Kiste hineinragen.
  • Mit Geodreieck und Bleistift im Abstand von 5 cm gleichmäßig Löcher auf dem Kistenboden vorzeichnen. Mit der Bohrmaschine die Löcher mit einem Durchmesser von 5 mm in den Boden der Kiste bohren. So kann die Flüssigkeit, die sich im Kompostierungsprozess bildet, abfließen und die Würmer können später zwischen den Kisten aufsteigen.

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  • Für den Deckel die anderen zwei Kanthölzer mit einem Abstand von 2 cm von den kurzen Seiten unter das zweite Brett (600x400x200 mm) nageln. Auch hier sollte die Länge der Nägel 3 cm nicht überschreiten, damit sie nicht durch den Deckel hindurchragen. Der Deckel sollte nun genau in die Kiste passen.

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  • Die Kiste auf das Auffangbecken stellen – fertig! Jetzt fehlt nur noch die Inneneinrichtung.

 

Und nun?

  • Die Würmer werden in die Kiste auf ein Bett aus ungedüngter, torffreier Erde gesetzt (Aussaaterde oder Kokosblocks). Um ausreichend Platz zu haben, sollten 500 Würmer in mindestens 6 Liter Erde gesetzt werden. Die Erde muss angefeuchtet aber nicht nass sein.
  • Damit die Oberfläche nicht anfängt zu schimmeln, legt man auf das Futter eine feuchte Hanf- oder Filzmatte. Eine angefeuchtete, dünne Lage Zeitungspapier funktioniert auch.
  • Im Laufe der Zeit sollte eine zweite Kiste entstehen damit immer eine Kiste geleert werden kann während die Kompostwürmer in der anderen Kiste wohnen.
  • Ich habe die Kompostkiste auf ein Rollbrett gestellt, damit ich sie bei Bedarf auf dem Balkon leicht verschieben kann.

Eine gute Quelle für Infos und Anleitung ist der Artikel „Kompostieren im Haus?!“ aus dem taschenGARTEN 2015, Hrsg. GartenWerkStadt Marburg.

Die erste Gurke vom eigenen Balkon

Die Gurke ist neben der Tomate wohl das beliebteste Gemüse auf den deutschen Salattellern. Wie eine brasilianische Freundin immer wieder sagt: „Deutschland ist ein Gurkenland!“. Umso trauriger war ich, dass es in den letzten Balkonjahren einfach nicht gelingen wollte, das knackige grüne Gemüse großzuziehen. Der Traum von der Gurke vom eigenen Balkon schien zu zerplatzen: Klein und hutzelig fristeten sie ihr Dasein und stellten dann im Laufe der Saison ihr Wachstum vollkommen ein. In diesem Jahr ist alles anders. Zusammen mit den verschiedenen Tomatensorten, der Malve und der Tagetes wurden seit Feburar/März auch zwei Schlangengurken auf meiner Fensterbank großgezogen. Mitte Mai zog eine der Gurken in einen großen Kübel auf den Balkon um. Vom großen Wurzelraum und der frischen Erde beflügelt, machte die Gurke einen riesigen Schuss und ich kam mit dem Anbinden der Pflanze kaum hinterher. Es ist mir nicht nur einmal passiert, dass das gute Stück an ihrer improvisierten Rankhilfe hinuntergerutscht ist. Für die kommende Saison habe ich mir deshalb schon viele Ideen notiert, wie man die Konstruktion verbessern kann. In diesem Jahr muss die Gurke sich leider mit der großen Stange und der stützenden Kraft der umliegenden Regale und Pflanzen zufrieden geben.

Gurke von eigenem Balkon - Das Blattwerk

Gurke von eigenem Balkon - Das erste Exemplar

Freudestrahlend entdeckte ich dann in der vergangenen Woche, versteckt hinter dem dichten Blattwerk die erste ausgewachsene Gurke. Schnell wurden die Abendessenspläne umgeworfen und an die Ernte angepasst. Haptisch ist die selbstgezogene Schlangengurke ein Erlebnis: an der Schale befinden sich an einigen Stellen kleine Dornen. Ein Merkmal das im Supermarkt wohl kaum Entzückung hervorrufen würde. Frisch gewaschen und angeschnitten, dann die nächste Feststellung, auch die Balkongurke ist herrlich saftig und besitzt im Gegenteil zu ihren Hybridschwestern noch sehr gut sichtbare Kerne, die sich jedoch im Salat als weich und nicht störend herausstellen.

Wie schmeckt die erste Gurke vom eigenen Balkon?

In Begleitung von Avocado, Salatapfel und Granatapfelkernen wurde die Gurke direkt noch am Abend als Salat verputzt. Ein kleiner Teil wanderte am kommenden Morgen als besonderes Extra auf mein Frischkäsebrötchen. Geschmacklich ähnelt die Schlangengurke vom eigenen Balkon den Gurken aus dem Supermarkt sehr, ich hatte das Gefühl, dass sie minimal mehr Bitterstoffe enthält als die konventionellen Produkte.

Gurke mit Avocado und Granatapfel

Gurke vom eigenen Balkon - Gurkensalat mit Avocado und Granatapfel

Jetzt wo die Gurkenpflanze in diesem Jahr ihr Bestes gibt, muss ich mich wohl stärker mit ihren Bedürfnissen auseinandersetzen. Neben der Problematik des richtigen Hochbindens stellt sich darüber hinaus die Frage was mit den Seitentrieben der Gurken geschehen soll, viele Bücher und Blogs empfehlen ähnlich wie bei Tomaten ein regelmäßiges Ausgeizen der Seitentriebe. Während dies bei der Tomatenzucht schon in Fleisch und Blut über gegangen ist, habe ich dies bei der Gurkenzucht bisher noch nicht bedacht. Wie sind eure Erfahrungen im Umgang mit den Seitentrieben? Welche Rankkonstruktion könnt ihr empfehlen? Ich freue mich sehr auf eure Tipps und hoffe, dass meine Pflanze mir noch ein paar weitere Geschenke für einen großen Salatteller macht.