Ein neuer Balkonexot: Erdmandel als Topfkultur

Erdmandel

Manche Klassiker bevölkern unsere Balkone schon seit vielen Jahren. Ob Tomaten, Gurken, oder Basilikum, manche Pflänzchen sind jedes Jahr auf ein Neues dabei. Jedoch verführt uns die wunderbare Vielfalt der Saatgutbörsen und Saatgutfestivals jedes Jahr wieder dazu, auch neue Versuche zu wagen. Deshalb werden wir dieses Jahr zum ersten Mal Erdemandel im Topf anbauen. Doch was ist überhaupt eine Erdmandel und was zur Hölle macht man damit?

Das leckere Knöllchen: die Erdmandel

Die Erdmandel, botanisch Cyperus esculentus, gehört zur Familie der Sauergrasgewächse. Auf den ersten Blick erinnert das Gewächs an ein Ziergras, wie es auch viele deutsche Vorgärten schmückt. Da sich Erdmandeln sehr schnell ausbreiten, wird es empfohlen die Knollen in Töpfen zu kultivieren. Schließlich sollten wir darauf achten, dass sich Neophyten nicht unkontrolliert in unseren Gärten vermehren. Darüberhinaus ist die Erdmandel im Topf vor Fressfeinden, wie z.B. Wühlmäusen geschützt. Die Ernte der Erdmandel findet meist nach den ersten Frösten statt. Sobald sich die Gräser braun verfärben und absterben, kann geerntet werden. Anschließend kann die Erdmandel in vielfältigen Variationen zubereitet werden, ob gekocht, gebraten, getrocknet oder gemahlen, die süßliche Knolle schmeckt immer gut.

Horchata de Chufa – Erdmandelmilch aus Spanien

Wer schon mal durch die schönen Straßen des spanischen Valencias gelaufen ist, hat sicherlich die vielen „Horchata de Chufa“ Stände entdeckt. Während in anderen Ländern gekochter Mais, heiße Maronen oder Crepe Verkäufer das Straßenbild prägen, dominiert in Valencia der Verkauf von Horchata de Chufa. Ursprünglich stammt das Getränk aus der Kleinstadt Alboraya am Rande  Valencias, die für ihren Erdmandelanbau bekannt ist. Horchata de Chufa oder auf Katalan Orxata de Xufes ist ein Erfrischungsgetränk aus Erdmandel. Für die Herstellung muss man die kleinen Knollen waschen, einweichen, zerkleinern und schließlich auspressen. Neben Wasser und Zucker können der Milch noch Zimt und Zitronenschale hinzugefügt werden. Danach wird das Getränk aus der Erdmandel zügig und kalt getrunken, damit die vielen Vitamine und Inhaltsstoffe nicht verloren gehen.

Erdmandel Erdmandelmilch

Der Anbau und die Pflege der Erdmandel

Bevor wir aber zu sehr in den Gedanken versinken, was wir alles schönes aus Erdmandeln herstellen werden, müssen wir noch einmal genauer über den Anbau sprechen. Da Erdmandeln ursprünglich aus warmen Gebieten von den Tropen bis Subtropen stammen, sind sie sehr kälteempfindlich. Deshalb sollte man die Erdmandel Knöllchen nach dem Einweichen, erst zunächst in der Wohnung vorziehen. Hierzu müssen die Knollen warm stehen und mit 2-3 cm Erde bedeckt werden. Sobald die Pflänzchen Blätter und Wurzeln entwickelt haben, können sie auf den Balkon ein ein großes Gefäß umziehen. Wir werden dazu ein Speißfass nehmen. Dazu warten wir aber noch bis Mitte Mai, um zu vermeiden, dass die Knollen noch einmal eine zu kalte Nacht erwischen. In der Pflege ist die Erdmandel sehr unkompliziert, sie benötigt nur einen lockeren Boden und genügend Wasser. Eine regelmäßige Düngung benötigen Erdmandeln nicht. Die Knöllchen der Erdmandeln haben wir von einem kleinen Anbieter auf dem Saatgutfestival in Düsseldorf erworben. Im kleinen Shop von Himmlische Saaten findet ihr die Erdmandel für 2,50 Euro. Der Tipp aus unserem Lieblingsgartenbuch „Handbuch Bio-Balkongarten“ von Andrea Heistinger, erschienen im Arche Noah Verlag, ist es die Erdmandel in Mischkultur mit Johannisbeertomaten zu pflanzen, das werden wir gerne ausprobieren.

P.S. Sobald wir euch auch ein Bild des schönen Pflänzchens zeigen können, wird dieses natürlich nachgeliefert.

Open-Source Tomate Sunviva: Eine kleine Balkonrevolution

Open-Source Tomate Sunviva

Unscheinbar steht die Sunviva auf meiner Fensterbank zwischen vielen unterschiedlichen Tomatenpflanzen: Cocktailtomaten, Fleischtomaten, Johannisbeertomaten. Alle im März ausgesät, recken sie jetzt im April ihre lichtdurstigen Blätter Richtung Sonne. Und doch ist die Sunviva etwas ganz Besonderes: Sie ist Deutschlands erste Open-Source Tomate.

Open-Source Tomate, was heißt das?

Der Begriff Open-Source, was so viel wie offene Quelle bedeutet, ist vielen aus dem Bereich der Informatik bekannt. Das unter Computerwissenschaftlern beliebte Betriebsprogramm Linux, das Datenbankverwaltungssystem MySQL oder der Browser Mozilla Firefox sind nur einige Beispiele von Open-Source Projekten aus der Informatik. Doch was hat dies alles mit der Sunviva Tomate auf meiner Fensterbank zu tun? Die Idee hinter der Open-Source Bewegung ist in ihren Grundzügen in der Informatik und in der Saatguterzeugung die gleiche.

  1. Jeder darf das Saatgut frei nutzen, es vermehren, weiterentwickeln, züchterisch bearbeiten und es im Rahmen bestehender Gesetze weitergeben.
  2.  Niemand darf das Saatgut und seine Weiterentwicklungen mit geistigen Eigentumsrechten wie Patenten und Sortenschutzrechten belegen.
  3. Jeder Empfänger überträgt zukünftigen Nutzern des Saatguts und seinen Weiterentwicklungen die gleichen Rechte und Pflichten.

Was unterscheidet das Saatgut der Open-Source Tomate von konventionellem Saatgut?

Die Regeln für Open-Source Saatgut scheinen so natürlich, dass man kaum glauben kann, dass es auch anders geht. Doch das meiste auf dem Markt käufliche Saatgut unterliegt einer Patentierung durch einen Saatgutkonzern wie z.B. Monsanto, oder Sygenta. Allein sie haben das Recht, das Saatgut der Pflanze zu gewinnen, dieses zu verkaufen und die Pflanze weiterzuentwickeln. Der Saatgutmarkt und parallel zu ihm auch der Markt für Pflanzenschutzmittel konzentriert sich immer stärker. Infolgedessen besteht die Gefahr eines weltweiten Saatgutmonopols. Gut erklärt und veranschaulicht wird diese fortschreitende Monopolisierung in der Grafik und Beiträgen der Heinrich Böll Stiftung.

Grafik: Heinrich Böll Stiftung
Grafik: Heinrich Böll Stiftung

Im Gegensatz zu den großen Konzernen vertritt die Bewegung Open Source Seeds die Meinung, dass Saatgut Gemeingut sein muss. Aus ihrer Sicht sollte jeder Bauer und jeder Gärtner das Recht haben Saatgut für die folgende Ernte zurückzubehalten und so weiterzuzüchten, dass es perfekt an seine Standortbedingungen angepasst ist. So soll die große Vielfalt der Kulturpflanzen geschützt und gefördert werden. Dieses Prinzip ist euch vielleicht schon von unserer Berichterstattung zum Saatgutfestival und über den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt bekannt. Bisher haben sechs Pflanzen, drei Tomaten und drei Weizensorten, eine Open-Source Lizenz erhalten, die fortlaufend aktualisierte Liste, findet ihr hier.

Fakten zur Tomate Sunviva

Die Sunviva Tomate wurde  im ökologischen Freiland-Tomatenprojekt der Universität Göttingen entwickelt. Da die Sunviva als Freilandtomate gezüchtet wurde, ist sie im Gegenteil zu vielen ihrer wind- und wetterempfindlichen Genossen resistent gegen Braun- und Krautfäule. Vor dieser schlimmen Tomatenkrankheit sind wir bisher verschont geblieben. Wir mussten 2016 nur mit der Blütenendfäule kämpfen. Die Open-Source Tomate Sunviva bildet gelbe Früchte in kurzen gelben Trauben und ist sehr süß und saftig. Wie alle Tomaten braucht die Sunviva nährstoffreichen, humosen Boden und einen sonnigen Standort. Natürlich halten wir euch auf dem laufenden wie sich die Sunviva auf unseren Balkonen macht und wie uns ihre Früchte gefallen.

Wenn ihr neugierig geworden seid und im kommenden Jahr die Sunviva auch auf eurem Balkon einen Platz finden soll, könnt ihr das Saatgut bei CULINARIS Saatgut bestellen. Zwölf Samen der kleinen Balkonrevolution kosten 3,90 Euro.

Wer die Saat hat: gut sortiert in die neue Saison

Der Frühling kommt, die Gartensaison 2018 hat begonnen und am kommenden Samstag, dem 10. März findet im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Düsseldorf-Bilk wieder das Saatgutfestival des VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V.) statt! Grund genug für einen Frühjahrsputz in meinem Saatgutschränkchen. Denn die Versuchung, sich bis über beide Ohren neu einzudecken ist unwiderstehlich.

Kriterien für die Sortierung

Ich stelle das Schränkchen auf den Tisch, hole alle Tüten raus und sortiere grob vor. Kriterien sind dabei das Haltbarkeitsdatum (sofern vermerkt), selbstgesammelt, getauscht oder gekauft, Hybrid- oder samenfestes Saatgut. Bereits jetzt wird mir einiges klar und überrascht mich teilweise dann doch. Erstens, die vielen wirklich leeren Saatguttüten… Zweitens die Erkenntnis, dass ich über die Jahre doch auf Bio, vor allem aber überwiegend auf samenfestes Saatgut umgestiegen bin. Denn fast alle Tüten mit Hybrid-Saatgut der gängigen Firmen Kiepenkerl und Sperli sind längst abgelaufen!

Erste Sortierung: Von leeren Tüten über selbstgesammelt zu samenfest und Hybriden
Erste Sortierung: Von leeren Tüten über selbstgesammelt zu samenfest und Hybriden

Samenfest oder Hybrid? Bio oder konventionell?

Ein genauerer Blick auf die Tüte lohnt sich und bringt weitere Erkenntnisse: Bingenheimer Saatgut schreibt explizit, dass keine Hybrid-Sorten geführt werden und dass ohne Gen- und Biotechnologie gearbeitet wird. Auch Dreschflegel arbeitet nach diesen Prinzipien. Eine große Überraschung ist das nicht, denn beide tragen das Demeter-Zeichen, was ein Garant für biologisch-dynamisch erzeugtes Saatgut ist. Überraschender ist der Blick auf den Alnatura Schmetterlingsgruß von dm, denn auch dieser wurde von Bingenheimer Saatgut gestellt! Hinweis auf eine Hybride ist der Zusatz “F1” im Sortennamen. Es ist das Kürzel für “Filialgeneration 1”.

Zu finden ist auch die Kennziffer der jeweiligen Kontrollstelle für das EU-Bio-Siegel. Die Kennziffer setzt sich aus drei Teilen zusammen, etwa DE-ÖKO-007. DE ist die Länderkennziffer für Deutschland, ÖKO steht für ökologische Produktion (auch bio/org/eko) und 007 für die eigentliche Kontrollstelle, hier der Prüfverein Verarbeitung Ökologische Landbauprodukte e.V. in Karlsruhe. Die Einhaltung der EG-ÖKO-Verordnung wird jährlich geprüft. Die Kontrollstellen prüfen häufig auch nach den Richtlinien anderer Ökosiegel, wie Demeter, Bioland oder Naturland.

In den letzten Zügen

Weiterhin erschleicht mich das Gefühl, dass sich nicht alle Fragen, die auftauchen auf Anhieb beantworten lassen. Was ist zum Beispiel mit anderen Firmen, die Bio-Saatgut herstellen, wie de Bolster, die etwa in meinem Biomarkt verkauft werden? Ist in der Bio-Saatgutproduktion auch die Herstellung von Hybrid-Saatgut zugelassen? Im Netz finde ich, dass es sich bei De Bolster um einen Familienbetrieb handelt, der biologisch-dynamisch unter dem Demeter-Siegel arbeitet. Er kauft aber auch Saatgut aus “nur” biologisch arbeitenden Betrieben verkauft. Was heißt das genau? Und wenn wir schon bei Demeter angelangt sind, was ist mit dem Bioland-Siegel? Für’s erste müssen die Fragen hinten angestellt werden – mit Sicherheit werde ich ihnen aber noch nachgehen.

Zu guter letzt merke ich, wie wichtig es ist die Tütchen mit dem Erntejahr des Saatguts zu beschriften! Wie finde ich heraus, ob es noch haltbar ist? Ich lege ganz konkret einen Keimfähigkeitstest an.

Ist das Saatgut noch keimfähig?
Ist das Saatgut noch keimfähig?

 

Test zur Keimfähigkeit
Test zur Keimfähigkeit

Für das Saatgut, das ich bisher in Gläser gesammelt habe, bastele ich noch einfache Saatguttüten aus Schmierpapier.

Schnelle Saatguttüten selbst gemacht.
Schnelle Saatguttüten selbst gemacht.

Zum Abschluss stehe ich wieder dort, wo ich zu Beginn stand: Ich sortiere. Sechs Schubladen habe ich von denen eine immer für Saatgut reserviert ist, das in der laufenden Saison zum Einsatz kommt. Die weiteren fünf teile ich auf wie folgt: (1) Blumen, (2) Salate, Blattgemüse, Lauchgewächse, (3) Wurzelgemüse und Leguminosen, (4) Nachtschattengewächse, Kürbisgewächse und (5) Kräuter. Die Schubladen werden beschriftet, die Tüten wieder einsortiert und fertig: Das Saatgutfest und die neue Saison können kommen!

Sortiert und beschriftet - die neue Saison kann kommen!
Sortiert und beschriftet – die neue Saison kann kommen!

Stunde der Wintervögel – zählen und mitmachen

Blaumeise - Stunde der Wintervoegel

Ob Vogelhäuschen in Falunrot, DIY-Futtertasse oder schnöder Meisenknödel aus dem Supermarkt: nach vielen kalten Tagen, Schnee und Dauerregen sind Futterstationen bei vielen Vögeln sehr beliebt. Jedoch führen zahlreiche Faktoren in den letzten Jahren zu einem Rückgang der Vogelpopulation in Deutschland. Um einen Überblick über die Anzahl von Amsel, Meise und Co zu gewinnen, haben der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V. zwischen dem 5.1.2018 und dem 7.1.2018 erneut zur Stunde der Wintervögel aufgerufen. Wir erklären euch wie ihr mitmachen könnt.

Was brauche ich um mitzumachen?

Zum Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel 2018 benötigt ihr etwas zu Schreiben. Je nachdem wo sich in eurer Umgebung die Vögel am häufigsten aufhalten, ist es manchmal gut ein Fernglas bereit zu halten. Falls ihr keine Hobby-Ornitologen seid, dann solltet ihr euch auch zuvor die Zählhilfe des NABU anschauen. Wer schon mal vorher die 25 häufigsten Vögel an deutschen Futterstellen genauer studieren will, kann  sich auch auf diese Liste des LBV stützen. Sobald ihr startklar seid, solltet ihr die Zählhilfe des NABU herunterladen und es kann losgehen. Neben der Meldung per Post und Telefon habt ihr die Möglichkeit eure Ergebnisse direkt online einzutragen. Dazu könnt ihr zum Beispiel die kleine Meldebox nutzen, die wir für euch am Ende des Artikels eingepflegt haben.

Wie zähle ich die Vögel?

Vögel sind flinke Tiere. Je nachdem wie wild das fröhliche Treiben an eurer Futterstelle, bzw. in eurem Garten oder auf eurem Balkon ist, desto schwieriger ist es es die Übersicht zu behalten. Deshalb funktionioniert die Zählung wie folgt: Ihr solltet immer die Anzahl von jeder Vogelart melden, die im Verlauf der von euch gewählten Stunde gleichzeitig zu sehen waren. Zum Beispiel: Kommen zunächst 2 Amseln, später 3 Amseln und am Ende der Stunde noch mal 1 Amsel, meldet ihr 3.

Ist es wirklich die Stunde der Wintervögel?

Es ist wichtig, dass ihr die Vögel wirklich genau eine Stunde beobachtet. Nur wenn ihr euch an diese Regel haltet, sind die gelieferten Ergebnisse vergleichbar und so wissenschaftlich auswertbar. Schließlich wollen der NABU und der LBV durch die Aktion eine Übersicht über den Wachstum bzw. Rückgang der Vogelbeobachtungen in Deutschland gewinnen und das ist nur möglich, wenn alle, die bei der Aktion mitmachen, die Messung gleich durchführen. Zwar kann durch die Beobachtungen kein direkter Schluss auf die Populationsgröße gemacht werden, aber es können über die Jahre Trends abgelesen werden, die wissenschaftlich sehr relevant sein können.

Stunde der Wintervoegel AmselStunde der Wintervoegel Rotkehlchen

Warum sollte ich mitmachen?

Je mehr Menschen sich der Stunde der Wintervögel anschließen, desto besser und fundierter sind die Ergebnisse. Wie auch bei anderen Studien werden die Ergebnisse genauer, desto größer die Stichprobe ist. Aber abseits aller wissenschaftlichen Bedeutung dieser Aktion, macht es auch einfach Freude sich eine Stunde im Jahr voll und ganz den Vögeln in unseren Gärten und auf unseren Balkonen zu widmen. Egal ob bei kalten Temperaturen vor der Tür, oder gemütlich vom eigenen Fenster aus. Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen. Welche Vögel entdeckt ihr regelmäßig? Füttert ihr zu? Lasst uns wissen wie ihr die kleinen Federtiere unterstützt!

Badebomben selbstgemacht

Badebomben

Die Zeit rennt euch davon, euer Konto ist leer und die Geschenkeliste für dieses Jahr scheint noch endlos? Wir zeigen euch wie ihr mit wenigen Zutaten selbstgemachte Badebomben machen könnt, ganz ohne Mikroplastik und bedenkliche Zusatzstoffe. Wer denkt, dass selbstgemachte Geschenke nur den Kleinsten der Familie überlassen werden sollten und bei den Liebsten nur ein gequältes Lächeln hervorruffen, der hat diese Badebomben noch nicht gesehen.

Zutaten für blubbernde Badebomben

Um sprudelnde Badebomben herzustellen benötigt man nur einige wenige Zutaten, die man im Supermarkt und der Apotheke kaufen kann. Ich habe mir zum Beispiel die Zitronensäure, die Kakaobutter und auch das Mandelöl in der Apotheke in der richtigen Menge abfüllen lassen. Mittlerweile findet man aber auch Kakaobutterchips in der Bioabteilung gut sortierter Supermärkte. Als Milchpulver eignet sich z.B. Säuglingsmilch. Vielleicht habt ihr ja eine Freundin mit Nachwuchs, die euch eine kleine Menge abzwacken kann. Wahrscheinlich kann man aber auch Milchpulver für den Kaffee für die Badekugeln benutzten.

  • 250 Gramm Natron
  • 130 Gramm Zitronensäure
  • 50 Gramm Speisestärke
  • 40 Gramm Milchpulver
  • 65 Gramm Kakaobutter
  • 1 Esslöffel pflegendes Öl eurer Wahl z.B. Mandelöl
  • 1 Esslöffel farbiges Badeöl o. Lebensmittelfarbe in Pulverform

So werden die Badebomben gemacht

Zunächst müsst ihr alle trockenenen Zutaten sieben und vermischen. Denkt daran, dass alles gut trocken bleiben muss, schließlich soll es nicht schon jetzt beginnen zu sprudeln. Die Kakaobutter wird vorsichtig im Wasserbad geschmolzen und mit dem Pflegeöl vermischt. Wenn ihr nur eine Farbe verwenden wollt, könnt ihr an dieser Stelle auch schon das Badeöl hinzugeben. Wollt ihr mehrere Farben verwenden, dann vermischt erst die trockenen Zutaten mit der Kakaobuttermischung, halbiert oder viertelt die Menge und gebt dann etwas farbiges Badeöl oder Lebensmittelfarbe hinzu. Danach alles gut verkneten. Die Masse ist sehr bröckelig und haftet nur zusammen, wenn man sie fest zusammendrückt.

Drückt eure Badebomben-Masse ganz fest in die von euch gewählte Form. Schön fest andrücken, damit auch das Muster vollständig sichtbar wird. Es bieten sich z.B. Eiswürfelbehälter aus Silikon an, die ja außer in Würfelform auch in ganz vielen anderen Formen erhältlich sind. Da ist euerer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Denkt nur daran, dass zu filigrane Formen leicht zerbröckeln, es bieten sich eher massivere Formen wie Herzen, Sterne, Muscheln, etc.  Wir haben uns für Minigugelhupfe, Herzen und Sterne entschieden. Anschließend müsst ihr die Masse ein paar Stunden trocknen lassen. Danach vorsichtig lösen und noch weiter Austrocken lassen.

Badebomben GesamtergebnisPyramide als Verpackung für Badebombe

Schöne Verpackung für eure Badebomben

Eure Badebomben verdienen natürlich auch eine wunderschöne Verpackung. Wir haben unsere Badebomben in kleinen Papp-Pyramiden verpackt. Was ihr dazu braucht ist: Pappkarton mit einem Muster eurer Wahl, ein Lineal, eine Schere und ein kleines Stück Schnur oder Kordel. Auf eurem Pappkarton zeichnet die Pyramide in der Größe eurer Wahl vor. Wir haben euch ein Beispiel in kleiner Größe vorgezeichnet, die Pyramide kann aber natürlich je nach Stärke des Kartons beliebig vergrößert werden. Nachdem ihr die Pyramide aufgezeichnet habt, fügt ihr an den Pyramidenseiten noch kleine Flügelchen hinzu die ihr später einknicken könnt, damit eure Pyramide gechlossen ist. Nachdem ihr die Flügelchen aufgemalt habt, könnt ihr alles ausschneiden und falten. Kurz unterhalb der Spitze der vier Pyramidenseiten macht ihr mit eurer Schere ein kleines Loch, wenn ihr nun die Kordel hindurchzieht, könnt ihr die Pyramide verschließen. Jetzt fehlt nur noch eure Badebombe und perfekt ist das selbstgemachte Weihnachtsgeschenk.

Faltpyramide als Verpackung für Badebombe
Faltvorlage für unsere Pyramide, in der wir die Badebombe verschenken.

„Wild und Weihnacht“ am 17. Dezember 2017 am Heidhof Bottrop

Draußen kurbelt der Schnee die Weihnachtsatmosphäre an und fördert die Lust auf Winterspaziergänge und Weihnachtsmarkt. Beides lässt sich wunderbar am kommenden Wochenende am Heidhof in Bottrop-Kirchhellen kombinieren: Am Sonntag, dem 17. Dezember 2017 findet dort von 10 bis 17 Uhr „Wild und Weihnacht“ statt, ein alljährlicher Weihnachtsmarkt dessen Name auch Programm ist. Denn die Förster des Regionalverband Ruhr (RVR) haben hier gemeinsam mit dem Waldkompetenzzentrum das Zepter in der Hand.

Falkner, Imker, Wild und mehr!

So gibt es ein vielseitiges, lokal verankertes Angebot für alle: Mit der Motorkettensäge wird vor Augen der Zuschauer aus einem Holzblock kunstvolle Weihnachtsdeko und der hauseigene Imker und Kräuterexperte Werner Gahlen verkauft Honig, Marmelade aus Wildfrüchten und Kräuterprodukte. Ein Falkner führt seine Greifvögel vor und Oldtimer und alte Schlepper können bestaunt werden. Wer noch keinen Weihnachtsbaum hat, wird hier fündig.Für die Kleinen gibt es Nistkastenbau, Mal- und Bastelaktionen und die Rollende Waldschule ist vor Ort.

Verhungern tut man auch nicht: Es gibt Wildgulaschsuppe, Wildbratwürstchen, belegte Brote, Waffeln, Kuchen, Glühwein, warme und kalte Getränke. Wer den Geschmack guten Fleisches mitnehmen will, kann Fleischprodukte von Rot- und Schwarzwild aus den umliegenden Wäldern in der Wildkammer erwerben. Alles natürlich nur, solange der Vorrat reicht!

Eine Landschaft im Wandel durch Bergbau

Bei einem Spaziergang durch die umliegenden Wälder kann man sich auf die Suche nach Spuren des Bergbaus machen. Die nahegelegenen Senkungsseen entstehen etwa durch Absackung des Bodens als Folge des Steinkohleabbaus viele hundert Meter unter der Erdoberfläche. Es bilden sich Senken, die sich langsam mit Grundwasser füllen und so den Wald am ein oder anderen Ort abtauchen lassen. Grade im Winter entsteht an diesen Orten eine sehr stille, fast mystische Atmosphäre.

Durch Bergbau entstehen in der Kirchheller Heide Senkungsseen wie dieser hier
Durch Bergbau entstehen in der Kirchheller Heide Senkungsseen wie dieser hier

 

Veranstaltung:

Was? „Wild und Weihnacht“

Wo? Forststützpunkt Heidhof, Zum Heidhof 25, 46244 Bottrop-Kirchhellen

Wann? Sonntag, 17. Dezember 2017 von 10-17 Uhr

Hinweis zur Anfahrt

Für die Anfahrt gibt es noch einen kleinen Hinweis: Parken darf man direkt am Heidhof nicht. Es gibt aber einen großen Parkplatz an der Zeche Prosper V am „Alten Postweg“. Von dort wird ein Shuttlebus zur Verfügung gestellt, der die Besucher zum Heidhof bringt. Auch gekaufte Weihnachtsbäume können nach dem Besuch am Parkplatz abgeholt weden.

Weitere Infos findet ihr hier und hier.

Saatguttüten selbstgemacht

Der Advent hat begonnen, Weihnachten steht vor der Tür. Zufällig habt ihr dieses Jahr mehr Saatgut geerntet, als ihr auf dem Balkon oder im Garten ausbringen könnt oder Samen einer besonders tollen Pflanze gesammelt. Wie wäre es da mit einem ganz persönlichen Geschenk für Familie und Freunde: Selbstgebastelte Saatguttüten. Geht auch ganz einfach – versprochen!

 

Bastelanleitung für eine Saatguttüte aus Papier

Eigentlich braucht ihr dazu nur ein quadratisches Stück Papier. Wenn ihr wollt, könnt ihr Papier mit einem besonderen Muster, Zeitungspapier oder eine Seite aus einer Zeitschrift verwenden. Man kann auch einfach ein A4-Blatt zu einem Quadrat schneiden (21 x 21 cm). Die Saatguttüte wird dann etwa 10 x 10 cm groß.

  1. Zuerst wird das Papier über die Diagonale zu einem Dreieck gefaltet.
  2. Entlang der Faltkante werden die Spitzen des Dreiecks von links und rechts zur Mitte gefaltet. Die eingefalteten Spitzen liegen jetzt aufeinander und die Breite des Dreiecks wird durch die neuen Faltkanten „gedrittelt“.

3. Eine Papierspitze wird jetzt in die andere hineingesteckt (etwa die linke in die rechte).

4. Das Papier sieht jetzt aus wie „das Haus vom Nikolaus“. Die Spitze, die nach oben ragt, kann man jetzt auseinander schieben und Saatgut einfüllen.

5. Danach die Spitze nach unten falten, das Papierquadrat zukleben und fertig!

 

Durch einfache Gestaltung zum persönlichen Geschenk

Natürlich kann man die Saatguttüten einfach halten, schnell beschriften und fertig. Man kann sie auch noch verzieren, z.B. bemalen oder bekleben mit Masking Tape oder Vielliebchen. Goldene Vielliebchen habe ich z.B. im cob concept store in Essen gekauft. Für die Beschriftung habe ich mit dem PC eine Vorlage erstellt, sodass die einzelnen Schriftzüge nach Ausdruck und Falten auf der Saatguttüte an der gewünschten Stelle stehen.

Kartoffeln auf dem Balkon – unser Experiment in Sack und Tonne

Kartoffeln auf dem Balkon - Bamberger Hoernla

Ob im Sack, im Topf, oder in der Tonne, folgt man den Einträgen auf zahlreichen Blogs, wachsen Kartoffeln auf dem Balkon ohne Probleme. Wir haben das Experiment gewagt und zwei verschiedene Sorten und zwei verschiedene Arten der Pflanzung getestet. Nun liegt die Ernte hinter uns und es ist Zeit Bilanz zu ziehen.

Alte und bunte Kartoffelsorten

Als wir in diesem Jahr auf dem Pflanzenraritätenmarkt am Stand der Düsseldorfer Gärtnerei Staudenfan auf das Angebot, alter Setzkartoffeln stießen, viel die Entscheidung nicht leicht. Ungewöhnlich sollte es sein, ergiebig und für das Klima auf unseren Balkonen geeignet. Die Wahl viel zunächst auf die alte Kartoffelsorte „Bamberger Hörnchen“. Sie gehört zu den ältesten Kartoffelsorten Deutschlands und stammt ursprünglich aus Franken. Die kleine, oft nur Fingerdicke, krumme Kartoffel war fast ausgestorben und wurde nur durch den Einsatz von Sortenschützern erhalten. Oft wird die Sorte mit der bekannten französischen Kartoffelsorte „La Ratte“ verwechselt, die in unserem Nachbarland als besondere Delikatesse bekannt ist.

Die zweite Kartoffelsorte, für die wir uns entschieden haben, soll Farbe auf den Teller bringen. Die Knollen der Ur-Kartoffelsorte „Vitelotte“ überzeugen mit ihrem lila Fruchtfleisch (auch als „Trüffelkartoffel“ oder „Blaue Kartoffel“ bekannt). In Frankreich ist sie in der gehobenen Gastronomie weit verbreitet.

Ein Sack Kartoffeln auf dem Balkon

Zunächst ließen wir unsere Kartoffeln vorkeimen. Während man sich beim Kochen ärgert, wenn die leckeren Knollen schon Augen und Triebe entwickeln, ist dies für das Auspflanzen wünschenswert. Statt einen der auf Amazon, oder im Gartencenter angepriesenen Kunststoffpflanzsäcke zu kaufen, entschied ich mich dafür die Kartoffeln in einem leeren 60 Liter Bluemenerdesack anzupflanzen. Um Staunässe zu vermeiden, schnitt ich vor dem Bepflanzen des Sacks kleine Löcher hinein. Danach rollte ich den Sack fast vollständig auf und füllte etwas frische , nährstoffreiche Erde hinein. Die Erde setzte ich zwei Bamberger Hörnla und ließ sie zunächst ein paar Tage nur halbbedeckt weiter keimen. Anschließend bedeckte ich die Kartoffeln vollständig und fügte immer eine weitere Erdschicht hinzu sobald das Grün um die 10-15 cm gewachsen war. Aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung auf meinem Balkon musste ich die Kartoffel circa 2-3 Mal die Woche gießen. An nicht so sonnigen Standorten reicht es sicherlich die Kartoffelpflanze seltener zu wässern.

Kartoffeln auf dem Balkon - Kartoffeln im Sack
Bamberger Hörnchen mit Borretsch in einem Sack

 

Kartoffeln auf dem Balkon - Borretsch blueht praechtig
Borretsch in Mischkultur mit der Kartoffel

Eine Tonne voller Knollen

Im Prinzip verläuft das Anpflanzen von Kartoffeln in der Tonne ähnlich wie im Pflanzsack. Während der Sack die Möglichkeit eines natürlichen Wasserablaufs bietet, fehlt dieser in der Tonne. Daher hatte Sarah in den Boden ein paar Löcher gebohrt und eine Drainageschicht eingebaut.

Läuft noch: Balkon-Experiment mit der Kartoffel "Vitelotte"
Vitelotte in der Tonne

 Viel Grün und viel Blüte

Über den Sommer hinweg wurden die Kartoffeln auf dem Balkon immer voller und grüner. Das Bamberger Hörnla erzeugte eine tolle weiße Blüte und wucherte mit Kraft über den gesamten Balkon. Wie schwer der Sack voller Erde und Pflanze einmal werden würde, hatte ich nicht kalkuliert. Deshalb unser Tipp: Entscheidet gut an welcher Stelle ihr die Kartoffeln auf dem Balkon pflanzen wollt. Für das Umstellen des Sacks brauchte ich schließlich die Hilfe meines Lieblingsgärtners. Der Pflegeaufwand der Kartoffeln war jedoch gering, abgesehen vom regelmäßigen Gießen, hatte die Pflanze kaum Ansprüche. Auch die viel gefürchtete Krautfäule, oder Schädlingsbefall blieben aus.

Auch die „Vitelotte“ erzeugte in der Tonne reichlich (aber nicht zuviel) grün. Wie das in der Natur eben so ist, wuchsen die zwei Knollen unterschiedlich schnell, sodass das Anhäufeln etwas schwierig war.

Viel Pflanze wenig Knolle

Die Neugier stieg, als dann endlich Ende Oktober das Laub der Kartoffel vergilbte, war der Moment der Ernte gekommen. Um kein zu großes Chaos auf meinem Balkon anzurichten, griff ich zuvor zu einem sehr großen Gefäß für die überschüssige Erde, einem Sack für entferntes Grün und Wurzeln sowie einer Schüssel in Hoffnung auf eine gute Kartoffelernte. Doch leider brachte die riesige Pflanze nur eine winzige Anzahl an Bamberger Hörnchen hervor. Diese waren zwar perfekt und hätten wohl auch beim Bauern nicht schöner aussehen können, aber die Menge war ein herber Rückschlag.

Kartoffeln auf dem Balkon das Gruen vergilbt
Das Grün der Bamberger Hörnchen vergilbt langsam

 

Mitte November wurde dann die Vitelotte geerntet. Eine kleine Handvoll erbsen- bis kleiner-Finger-große, tief lilafarbene Perlen konnten aus der großen Tonne gefischt werden… Spannender war fast die Kompostwurm-Enklave von etwa 20 Einwohnern, die scheinbar aus der Wurmkiste in die Tonne auf der Suche nach einer neuen Heimat ausgesiedelt war. Die Kartoffeln mussten natürlich schnell getestet werden und wurden als Pellkartoffel mit etwas Salz gekocht. Das Fruchtfleisch war weiss mit ein paar lilafarbenen Einzügen und der Geschmack erinnerte tatsächlich an Maronen.

Kartoffel Vitelotte
Kartoffel Vitelotte – erbsen- bis fingergroß

 

Kompostwürmer verstecken sich in der Kartoffeltonne
Kompostwürmer verstecken sich in der Kartoffeltonne

Resume und Fehlersuche

Das Pflanzen von Kartoffeln auf dem Balkon hat uns Spaß gemacht. Insbesondere das Auswählen der Sorten und das Beobachten der immer größer werdenden Pflanze. Die Ernte jedoch war minimal, deshalb stellt sich die Frage, ob die geringe Ausbeute an den von uns gewählten Sorten, dem heißen Standort, der teils stark verdichteten Erde oder der Pflanzmethode lag. Vielleicht lag es auch grade an der Schläue der Gärtnerinnen – schließlich ernten bekanntermaßen die dümmsten Bauern die größten Kartoffeln. Ein bisschen blöd fühlt man sich bei den Mengen aber doch. Von der Vitelotte war wohl bekannt, dass die Ernte nicht sehr groß ausfällt. Vielleicht wurde auch zu spät gepflanzt und zu früh geerntet.

Wem nicht nur die Beobachtung des Wachstumsprozess wichtig ist, sondern auch eine große Ernte erwartet, der sollte vom Experiment Kartoffel auf dem Balkon absehen. Insbesondere der große Platzverlust, durch den Pflanzsack und durch die Tonne ist in Anbetracht der kleinen Ernte bitter, vielleicht versuchen wir es im kommenden Jahr noch mal mit einer kleineren Lösung.

Vor dem Hintergrund des mäßigen Erfolges interessiert uns natürlich besonders welche Erfahrungen ihr bisher mit dem Kartoffelanbau gemacht habt. Habt ihr schon Sorten gefunden, die eine besonders gute Ernte erbracht haben? Oder habt ihr vielleicht eine andere Pflanzemethode gewählt, wir freuen uns auf eure Meinung.

Setzt jetzt noch Frühjahrsblüher und startet bunt ins neue Jahr

Fruehjahrsblueher

Gibt es einen schöneren Moment, als nach vielen dunklen Monaten, Regen und Frost endlich grüne Spitzen in den Beeten zu entdecken? Nichts weckt meine Vorfreude auf den Frühling stärker, als das Erscheinen von Krokus, Schneeglöckchen und Co. Deshalb habe ich mich auch 2017 ins Beet und auf den Rasen begeben, um Frühjahrsblüher zu setzen. Hier unsere Auswahl und eine kleine Pflegeanleitung.

Welche Frühjahrsblüher eignen sich für Rasenflächen und Halbschatten?

Für das Setzen der Blumenzwiebeln hatte ich mir in diesem Jahr zwei verschiedene Standorte ausgeguckt. Einerseits wollte ich die Rasenfläche vor unserem Haus weiter in ein kleines Frühlings-Blütenmeer verwandeln. Andererseits sollte dieses Jahr auch nicht das Beet vor unserem Haus zu kurz kommen. Während die Rasenfläche wunderbar in der Mittagssonne liegt, ist die Fläche vor unserem Haus an den meisten Stellen halbschattig bis schattig. Gebraucht wurden also: ein schattenverträglicher Frühjahrsblüher und Pflanzen, die sich im Frühjahr gut durch unsere Rasenfläche kämpfen. Nach ausgiebiger Recherche entschied ich mich in diesem Jahr meine Blumenzwiebeln bei der Staudengärtnerei Gaißmayer zu bestellen. Diese Gärtnerei hat wirklich ein riesiges Angebot von Blumenzwiebeln und beschreibt diese mit viel Fachwissen und Liebe. Auch Service und Lieferung waren top.

Eranthis – die Winterlinge

„Erster“ schreien die Winterlinge im Frühjahr, wenn sie noch vor Schneeglöckchen und Krokus ihre gelben Blüten aufblitzen lassen.  Als Halbschatten liebende Frühjahrsblüher, die sich oft unter Sträuchern und Bäumen finden lassen, ist der Winterling die perfekte Wahl für das Beet vor unserem Haus. Dass der Winterling auch unter Bäumen und Sträuchern so gut wächst, verdankt er seiner kurzen Vegetationszeit. Schon bevor sich das Blätterdach von Bäumen und Sträuchern schließt, zieht sich der Winterling in die Erde zurück. Auch den Insekten kommen die Winterlinge zu Gute, sehr gerne nehmen Bienen die Blüten als eine der ersten Nahrungsquellen an. Wie wichtig Frühjahrsblüher für unsere Wildbienen sind, haben wir euch im letzten Jahr erzählt.

Fruehlingsblueher Fruehjahrsblueher Winterling
Die Knollen der Winterlinge müssen über Nacht in Wasser eingeweicht werden.

Damit der Winterling auch gut an seinem Standort wachsen kann, ist es notwendig die kleinen Knollen über Nacht im Wasser quellen zu lassen. Sind die Knollen zu trocken können sie nicht austreiben. Der Winterling wird in einer Tiefe von 5-7 cm in lockeren nicht zu trockenen Lehmboden gesetzt. Da sich Winterlinge gut vermehren solltet, ihr darauf achten, dass ihr sie keinesfalls an Orten ansiedelt, an denen ihr sie wieder entfernen möchtet. Einmal gepflanzt, breitet sich der Winterling stark aus. Ist der Winterling gepflanzt, verträgt er gut eine kleine Schicht Kompost als Winterschutz, daran ist jedoch in einem Mehrfamilienhaus nicht zu denken. Dieser Tipp ist also eher für die Eigenheim- oder Schrebergartenbesitzer unter euch.

Crocus Minimus „Spring Beauty“ und Crocus tommasinianus „Roseus“

Während viele Frühjahrblüher nur lockeren Boden in Beeten tolerieren, kämpft sich der Krokus seit Jahren ohne Probleme durch unsere Rasendecke. Ich habe mich in diesem Jahr für zwei unterschiedliche Sorten entschieden den Crocus minimus und den Crocus tommasinianus. Der Crocus Minimus macht seinem Namen alle Ehre und wird nur kleine sieben bis acht Zentimeter groß. Aber seine Blütenpracht, geprägt von zart und dunkel lila, ist umso größer. Ich hoffe, dass sich der kleine Star bei uns im Rasen durchsetzen kann. Der Erfahrung nach sind es vor allem die niedrigen Sorten, die auch bei einem Frühlingsregen standhaft bleiben und lange Freude machen.

Der Crocus tommasinianus „Roseus“ wird auch Elfenkrokus genannt und überzeugt durch seine zauberhaften intensiv rosa gefärbten Blüten. Lässt man in an Ort und Stelle schalten und walten, wie er möchte, dann neigt er dazu, nach einigen Jahren schöne dichte Krokuswiesen zu bilden. Interessant zu wissen ist, dass Krokusse bei Setzen durch ihre Zugwurzeln Einfluss auf ihre Tiefe nehmen können. Solltet ihr die Blumenzwiebeln nicht in der perfekten Tiefe gesetzt haben, regulieren die Pflanzen dies nach. Wer Zentimerangaben beim Graben nicht gut abschätzen kann, kann sich die Zentimeter (z.B. 5 cm, 10 cm, 15 cm, 20 cm) zunächst mit einem dicken Wasserfesten Marker auf seinem Pflanzschäufelchen markieren. So kann man sich kaum noch verschätzen.

Fruehjahrsblueher Fruehlingsblueher Rasen platzieren

Kein Frühling ohne Narzissen

Für mich dürfen Narzissen auf einer Frühlingswiese nicht fehlen. Deshalb habe ich auch in diesem Jahr ein paar Narzissen gesetzt. Ich bevorzuge niedrige Sorten, da sich diese wie auch die Krokusse bei einem Regen deutlich wackerer schlagen und nicht so leicht umknicken. In diesem Jahr habe ich die Sorte Narcissus „Stint“ gesetzt, die zu den Engelstränen-Narzissen gehört. Während die Narzissen, die ich in den letzten Jahren gepflanzt habe dunkelgelbe Blüten haben, zeichnet sich die Sorte Stint durch zart gelbe Blütenaus. Die Staudengärtnerei Gaißmayer formuliert es so: Sie erinnern an den italienischen Likör „Limoncello“. Ursprünglich kommt diese Sorte in England und Portugal vor und verwildert an Stellen, die ihr gefallen gern.

Pflege der Frühjahrsblüher

Wer das Pflanzen der Frühlingsboten im Oktober verschwitzt hat, der hat im November und Dezember noch Zeit dies nachzuholen. Je später im Jahr die Zwiebeln gesetzt werden, um so wichtiger ist es, dass sie eventuell mit Laub oder Kompost anschließend bedeckt und geschützt werden.

Gerne neigt man beim Pflanzen von Blumenzwiebeln, diese wie kleine Zinnsoldaten aufzureihen. Damit das Pflanzbild schön aussieht, kann man z.B. die Zwiebeln nah über dem Boden in die Luft werfen und erhält so eine natürliche und nicht zu akkurate Anordnung. Solltet ihr sehr lehmige und schwere Böden haben, ist es manchmal sinnvoll den Boden mit Sand aufzubessern. Während dem geneigten Gemüsegärtner bei dem Wort „Tomate“ stets ebenfalls das Wort „Starkzehrer“ in den Kopf kommt, denkt man bei Blumenzwiebeln jedoch nicht so sehr ans düngen. Da z.B. Narzissen zu den Starkzehrern gehören, ist es sinnvoll diese ab dem Zeitpunkt der Grünausbildung bis zur Beginn der Blüte regelmäßig mit Volldünger zu versorgen.

Kann das schon weg, oder muss das bleiben?

Während die Frühjahrsblüher in ihrer vollen Pracht das Gärtnerherz höher schlagen lassen, sehen sie recht unansehnlich aus, wenn sie verblüht sind und nur noch ihr Blattwerk zeigen. Damit die Pflanzen jedoch auch im Folgejahr gut wiederkommen und die Zwiebeln genug Nährstoffe aufnehmen können, ist es wichtig, dass ihr wartet bis die Blätter eingezogen werden. Ich muss immer darauf hoffen, dass unsere Gärtner Einsicht haben und um die schöne Blüten- und Blattpracht herum mähen.

Was kommt dieses Jahr bei euch in die Erde? Welcher Frühlingsblüher darf bei euch nie fehlen? Welche Probleme hattet ihr eventuell auch schon mit den bunten Boten? Wir sind auf eure Kommentare gespannt.

Balkonjahr 2017 – Eine Zwischenbilanz

Der August neigt sich dem Ende zu, in der Luft spürt man langsam den nahenden Herbst. Ein guter Zeitpunkt, um auf dem Balkon eine Zwischenbilanz zu ziehen, was dieses Jahr gut und was vielleicht nicht so gut gelaufen ist. Einige Altbekannte sind wieder dabei, andere haben mit ihren Ergebnissen überrascht…

Erdbeeren

Beginnen wir mit den Erdbeeren: nach schneeweißer Blütenpracht im Mai, konnte ich im Juni einige knallrote und zuckersüße Exeplare ernten. Leider blieb es dann dabei, obwohl es sich bei einigen der Pflänzlein um Monatserdbeeren handelt. Die Ernte bleibt aber unvergessen und hat geschmeckt!

Erdbeeren direkt vom Balkon
Erdbeeren direkt vom Balkon

Radieschen

Dieses Jahr war ich sehr ungeduldig und hatte die Radieschen Anfang April schon ausgesät! Wer sich erinnert, weiß, dass es danach noch recht kühl und frostig geworden ist. Ich ließ mich nicht abschrecken und legte im Mai nochmal nach. Anfang Juli sorgten ein paar Prachtexemplare für eine angenehme Schärfe in meinem Salat.

Echt scharf: Knallig rote Radieschen
Echt scharf: Knallig rote Radieschen

Tomate „Fuzzy Wuzzy“

Waren Tomaten in allen anderen Jahren Erfolgsgarant, hatte ich dieses Jahr erstaunlicher Weise kein großes Glück mit ihnen. Die Pflanze, die ich aus selbstgeerntetem, mallorquinischem Saatgut gezogen hatte (Sorte „Ramallet“) schoss zwar in die Höhe, bildete aber keine Früchte. Doch eine Hybride? Die „Berner Rose“ kam beim Gießen nicht gut davon und trocknete tatsächlich unbeachtet etwas ein. Die Früchte der „Banana Legs“ sehen dieses Jahr sehr traurig aus, sie bekamen die Blütenendfäule, die Düngung mit Kalk kam wohl zu spät. Gut geht es hingegen der Tomate „Fuzzy Wuzzy“, die mir von meiner lieben Blog-Kollegin Anna gegeben worden ist! Von ihr konnte ich schon einige köstliche, süße Tomätchen ernten.

Tomate "Fuzzy Wuzzy"
Tomate „Fuzzy Wuzzy“

Gurke „Persika“

Dieses Jahr wollte das Saatgut der kleinen, weißen Balkongurke einfach nicht angehen. Kein einziger Keimling war in den kleinen Töpfen zu sehen. Als mir dann Mitte Mai das Saatgut der Gurke „Persika“ in die Hände fiel, pflanzte ich drei Samen fast achtlos direkt in einen laut Literatur viel zu kleinen Topf auf dem Balkon. Alle drei Samen gingen auf, einer Pflanze gab ich die Chance. Sie wuchs und wuchs, nach langem Warten bildete sich endlich eine erste Gurke. Letzte Woche konnte ich sie endlich ernten – geschmacklich einfach hervorragend!

Gurke "Persika" aus samenfestem Saatgut
Gurke „Persika“ aus samenfestem Saatgut

Zitronenmelisse, Minze und Waldmeister

Sehr stolz bin ich, dass ich endlich aus den vergangenen Jahren gelernt habe und dieses Frühjahr nicht versucht hatte, Zitronenmelisse, Minze und Waldmeister in einem der viel zu trockenen und windigen Außenkästen auf meinem Südbalkon unterzubringen. Stattdessen fand ich für sie einen Platz hinter der Balustrade im Halbschatten, wo sie in einer Gemüsekiste munter vor sich hinwachsen.

Zitronenmelisse, Waldmeister und Minze geht es im Halbschatten gut
Zitronenmelisse, Minze und Waldmeister geht es im Halbschatten gut

Grüner Salat

Was soll ich sagen, auch dieses Jahr war der Salat auf meinem Balkon ein voller Erfolg! Einige Male konnte ich von zwei Pflanzen ein paar Blätter ganz bequem auf dem Balkon für einen köstlichen Salat ernten.

Auch dieses Jahr ein Hit: Grüner Salat
Auch dieses Jahr ein Hit: Grüner Salat

Rote Melde

Auch dieses Jahr ist wieder die Rote Melde im Balkonkasten explodiert! Wie letztes Jahr, bin ich wieder überrascht, wie die Pflanze bei so kleinem Wurzelraum so groß werden kann…

Rote Melde
Rote Melde

Weitere Gewinner…

Basilikum und Rucola geht es dieses Jahr sehr gut, sich wachsen mit Kraft und bieten konstant Erträge. Auch Petersilie und Lauchzwiebeln gedeihen gut. Die Kartoffelernte bleibt noch abzuwarten – ein weiteres Balkon-Experiment… Nach meinem Erfolg mit der Roten Beete letztes Jahr, hatte ich mich dieses Jahr nochmal an Möhren gewagt – leider war das keine gute Idee. Das Grün kam, die Wurzel blieb unscheinbar. Auch die Zuckererbsen sind leider eingegangen, dafür rankt sich die Duftwicke langsam nach oben.

Duftwicke: Weit oben im Ranking
Duftwicke: Weit oben im Ranking

 

Läuft noch: Balkon-Experiment mit der Kartoffel "Vitelotte"
Läuft noch: Balkon-Experiment mit der Kartoffel „Vitelotte“

…und Verlierer

Von ein paar Pflanzen, wie der Gewürztagetes oder dem Roten Basilikum, musste ich mich nach einer Woche Urlaub leider verabschieden: Sie waren bei starker Sonne und mangelnder Pflege vertrocknet. Gemischte Gefühle ruft bei mir immer wieder die Kapuzinerkresse hervor: Zwar wächst sie üppig und rankt jedes Jahr wieder aus einer meiner Bäckerkisten, Blühen tut sie jedoch spärlich. Auch frage ich mich jedes Jahr wieder, ob sie die kleinen, schwarzen Läuse wirklich von den anderen Pflanzen fernhält oder eher Auslöser dafür ist, dass sie auf den Balkon ziehen. Schließlich zeigen sie sich immer erstmals auf der Kapuzinerkresse und springen erst auf andere Pflanzen über, wenn sie dort zu stark Überhand nehmen.

Zu guter Schluss:

Natürlich sind das nicht die einzigen (teils gefühlten) Erfolge und Misserfolge auf dem Balkon. Manche Dinge bereiten einem einfach nach den ganzen Mühen des Säens und Pflegens eine besondere Freude, wenn sie gelingen. Und selbst wenn man auf einem Balkon nicht mit großen Erntemengen rechnen kann, die Erträge schmecken gefühlt doppelt so gut. Mit besonderem Stolz (und Erleichterung) erfüllt einen, wenn man das Gefühl hat aus der vorangegangenen Saison gelernt zu haben. Schauen wir mal, wie das nächste Jahr aus dem diesjährigen profitiert…